Altersvorsorge Rente für Selbstständige: Knapp ein Drittel laut ifo besorgt

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Die Bundesregierung plant eine Rentenversicherungspflicht für neue Selbstständige, wenn keine anderweitige Vorsorge besteht. Der Grund: Viele Unternehmer sind im Alter schlecht abgesichert. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Armutsrisikoquote bei über 65-Jährigen bei 19,4 %. Doch wie real ist das Risiko für Selbstständige? Das ifo Institut hat im Juni 2025 rund 900 Solo- und Kleinstunternehmer befragt.

Rentner mit Rollator
Rente bei Selbstständigen: Der Großteil sorgt vor, blickt aber besorgt in die Zukunft. Bild: günter / Pixabay.

Wie sorgen Selbstständige für das Alter vor?

Besonders beliebt sind kapitalbasierte Modelle wie ETFs, Immobilien oder Fonds: Sie werden von zwei Dritteln der Befragten genutzt. Mehr als die Hälfte hat versicherungsbasierte Vorsorgen abgeschlossen, etwa private Rentenversicherungen oder die Rürup-Rente.

Viele Selbstständige haben außerdem noch Ansprüche aus früheren Zeiten: 47 % waren früher in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Jeder Sechste zahlt heute freiwillig ein. Etwa 14 % der Befragten planen, ihr Unternehmen im Alter zu verkaufen, um die Altersvorsorge zu sichern. 88 % davon waren Männer, nur 11 % Frauen.

Ein weiterer Trend: Mehr Frauen verlassen sich auf den Partner zur Altersabsicherung als Männer.

Vorsorgeformen werden kombiniert

Die Mehrheit setzt nicht auf eine einzelne Vorsorgeform: 78 % kombinieren mehrere Optionen. Wer glaubt, im Alter finanziell gut aufgestellt zu sein, hat sogar noch mehr gestreut. Die beliebteste Kombination: Kapitalbasierte Anlage + Versicherung + frühere gesetzliche Rentenversicherung.

Was kaum jemand tut: sich nur auf den Partner zu verlassen. Diese Option wurde nie alleinstehend gewählt, sondern immer in Kombination mit anderen Maßnahmen.

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Kapitalbasierte Anlageformen gehörten unter den befragten Selbstständigen zur beliebtesten Altersvorsorge. Bild: standret / Freepik.

Große Unterschiede je nach Unternehmensform

Soloselbstständige und Kleinstunternehmer unterscheiden sich stark:

  • Soloselbstständige sind skeptischer: Nur 39 % glauben, ihren Lebensstandard im Alter halten zu können.
  • Bei Kleinstunternehmern liegt dieser Wert bei 49 %.
  • Männer sind zuversichtlicher (48,4 %) als Frauen (36 %).

Besonders gefährdet: Selbstständige mit niedrigem Einkommen. Bei einem Jahresgewinn unter 40.000 € spielen freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eine größere Rolle – oft als einzige verlässliche Basis.

Warum eine Rentenpflicht allein nicht reicht

In vielen OECD-Staaten sind Selbstständige längst rentenversicherungspflichtig. In Deutschland gilt das bislang nur für bestimmte Berufsgruppen wie Handwerker, Hebammen oder Künstler über die Künstlersozialkasse. Das soll sich laut Koalitionsvertrag ändern – zumindest für neue Selbstständige ohne Alternativvorsorge.

Doch Experten warnen: Die Wirkung wird sich erst in Jahrzehnten zeigen, wenn Bestandsunternehmer nicht erfasst werden. Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland kritisiert die Pläne. Viele befürchten eine Überforderung durch hohe Beiträge, vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

Fazit: Vorsorge ist da – Vertrauen fehlt

Die Mehrheit der Selbstständigen trifft Vorsorgemaßnahmen. Doch die Ergebnisse zeigen: Rücklagen allein schaffen noch keine Sicherheit. Wer heute gründet oder selbstständig arbeitet, muss nicht nur vorsorgen. Er muss auch verstehen, welche Strategien langfristig tragen und welche Risiken bleiben.

Genau hier setzt Für-Gründer.de an: Mit kostenlosen Ratgebern und Webinaren, dem Besser gründen Podcast und praxisnahen Videos auf YouTube bieten wir das Wissen, um die Altersvorsorge und das gesamte Business auf stabile Beine zu stellen.

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Quellen:

ifo-Institut: Soloselbständige und  Kleinstunternehmende: Gut abgesichert im Alter?

VGSD: Altersvorsorge- oder Rentenversicherungspflicht? – Die Position des VGSD

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