Amazon SEO: Wie Sie den Amazon-Algorithmus für Ihr Produkt nutzen

Aus Sicht der Nutzer ist Amazon in erster Linie eine Suchmaschine. Im Unterschied zu Google suchen sie bei Amazon allerdings ausschließlich nach Produkten, über die sie sich informieren möchten und die sie in der Regel auch direkt kaufen wollen. Damit das bestenfalls Ihr Produkt ist, ist es ratsam, sich mit der spezifischen Suchmaschinenoptimierung für Amazon vertraut zu machen. Wenn Sie nämlich Amazon SEO beherrschen, ranken Sie mit Ihren Produkten weiter oben in den Ergebnislisten – das bedeutet mehr Verkäufe.

Wir zeigen, wie Sie als Amazon Seller Ihr Amazon-Ranking verbessern und so Ihren Umsatz dramatisch steigern können.

Amazons Algorithmus: Das Geheimnis hinter dem Amazon-Ranking

Auf Amazon suchen die Kunden normalerweise mit einem hohen Kaufinteresse. Eine Konversion ist also von vornherein sehr wahrscheinlich, Umsatz winkt – wenn man den Kunden genau das bietet, was sie suchen.

Genau das möchte Amazon erreichen, indem der Online-Marktplatz die gelisteten Produkte so platziert, dass die potenziellen Käufer möglichst schnell genau das finden, wonach sie suchen. Der Amazon-Algorithmus, der darüber entscheidet, in welcher Reihenfolge Produkte nach einer Suche angezeigt werden, gewichtet unterschiedliche Kriterien. An erster Stelle steht für Amazon immer die Kundenzufriedenheit. Der Algorithmus soll deshalb die sichere Beurteilung darüber ermöglichen, ob Ihr Produkt

a) für den Suchenden überhaupt relevant ist und

b) ob es mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihm gekauft wird.

Die relevantesten Produkte mit der höchsten Kaufwahrscheinlichkeit landen auf der ersten Seite der Suchergebnisse. Analysen zeigen, dass die meisten Nutzer sich für ein Produkt auf dieser ersten Seite entscheiden. Nur wenige klicken sich durch die zweite oder dritte Seite – noch weiter hinten ist eine Kaufwahrscheinlichkeit kaum noch gegeben.

Für Ihr auf Amazon zugeschnittenes Online-Marketing bedeutet das: Sie sollten alles daransetzen, Ihr Produkt auf der ersten Seite für die passenden Suchbegriffe zu platzieren. Dazu müssen Sie, wenn Sie nicht für eine Top-Platzierung bezahlen wollen, die oben genannten zwei Hürden überwinden: Amazon muss Ihr Produkt anhand der von Ihnen genutzten Keywords als relevant einstufen; und der Algorithmus muss Ihrem Produkt gute Verkaufsaussichten attestieren.
 

1. Produktrelevanz bei Amazon: Keywords geschickt auswählen

Um bei Suchanfragen relevante Produkte auszuwählen, berücksichtigt der Amazon-Algorithmus Keywords in den folgenden Textfeldern (wobei die Gewichtung dieser Reihenfolge entspricht):

  • Produkttitel: Er sollte abgesehen von der Keyword-Nutzung auch gut lesbar und leicht verständlich sein.
  • Aufzählungspunkte (Bullet Points): Warum ist Ihr Produkt das beste? Welche Vorteile bietet es? Bringen Sie hier unbedingt wichtige Keywords unter und formulieren Sie ansprechend und verkaufsfördernd.
  • Suchbegriffe (in der Seller Central angegeben): Hier ist Platz für weitere Suchbegriffe, die aus mehreren Begriffen bestehen und somit spezifischer sind. Beschäftigen Sie sich intensiv mit dem Thema SEO, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie Menschen suchen.
  • Produktinformationen: Wer genau wissen will, was er kauft, liest sich die Produktinformationen durch. Für die Suchmaschine bietet die Produktinformation zudem wichtige Wörter, um zu verstehen, um was für ein Produkt es sich handelt. 
  • Produktbeschreibung: Weitere Details und der Lieferumfang kann hier ausführlich beschrieben werden.

Von großer Bedeutung ist, wie genau die Suchanfrage des potenziellen Käufers mit den von Ihnen verwendeten Keywords übereinstimmt. Es ist entscheidend, Keywords auszuwählen, die zum einen spezifisch sind und zum anderen dem entsprechen, wonach ein Käufer suchen würde.
 

So wählen Sie sinnvolle Amazon-Keywords aus

Nehmen Sie bei der Auswahl der Keywords immer die Kundenperspektive ein. Definieren Sie Ihre Zielgruppe. Wonach sucht ein potenzieller Käufer? Welchen Bildungsstand hat er? Welche Worte nutzt er? Welche Kaufeinwände könnte er haben?

Recherchieren Sie, welche Keywords Ihre Wettbewerber nutzen. Setzen Sie auch auf spezifische Long-Tail-Keywords: Für die sehr spezifische Keyword-Phrase „Damenschuhe Leder schwarz mit Absatz“ lässt es sich deutlich leichter gut ranken als für den sehr allgemeinen Suchbegriff „Damenschuhe“. Allerdings sollte das Keyword auch nicht so spezifisch sein, dass es kaum jemals von Kunden so in die Amazon-Suche eingegeben wird.

Platzieren Sie Ihre stärksten Keywords im Titel und in den Bullet Points Ihres Produkts. Auch die Verständlichkeit spielt eine große Rolle – je schneller der Käufer versteht, welches Produkt Sie ihm anbieten, desto eher wird er sich zum Klick bewegen lassen – und der Klick ist der erste Schritt zum Verkauf. Testen Sie Ihre bisherigen Keywords auch immer wieder im Vergleich zu neu recherchierten, um feststellen zu können, ob möglicherweise eine Anpassung des Keyword-Sets fruchtbringend wäre.
 

2. Amazon-Produkt-Ranking anhand Kaufwahrscheinlichkeit

Hat es Ihr Produkt in die engere Auswahl relevanter Angebote geschafft, tritt es im nächsten Schritt im Hinblick auf seine Verkaufsaussichten gegen andere Produkte im Ranking an. Bei der Bestimmung der Kaufwahrscheinlichkeit spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • Klickrate: Wie oft wird Ihr Produkt geklickt, sobald es in der Liste der Suchergebnisse angezeigt wird?
  • Conversion Rate: Wie oft wird Ihr Produkt gekauft, nachdem es per Klick zur näheren Betrachtung ausgewählt wurde?
  • Absatz: Wie viel Umsatz hat das Produkt insgesamt eingebracht?

Auch auf diese sogenannten „Performance-Faktoren“ haben Sie per Amazon SEO Einfluss:

Die Klickrate

Entscheidend ist natürlich zunächst, ob Ihr Produkt, wenn es in der Liste der Suchergebnisse auftaucht, für den Kunden tatsächlich relevant ist. Dass diese Relevanz gegeben ist, steuern Sie über Keywords. So ist es beispielsweise theoretisch möglich, mit einem Taschenrechner zunächst für das Keyword „Handtasche“ zu ranken – Ihr Produkt würde jedoch schon bald nicht mehr in den Suchergebnissen für den Suchbegriff „Handtasche“ auftauchen, da es nicht geklickt wird und somit die Klickrate sinkt. Setzen Sie also auf tatsächlich passende Keywords und versuchen Sie nicht zu manipulieren. Auch ein aussagekräftiger Titel, ein ansprechendes Bild, ein niedriger Preis und weitere attraktive Konditionen wie etwa ein nahes Lieferdatum wirken sich positiv auf die Klickrate aus. 

Die Conversion Rate

Die Conversion Rate gibt Aufschluss darüber, wie oft Ihr Produkt tatsächlich auch gekauft wird, nachdem es angeklickt wurde. Hier spielen vor allem aussagekräftige Produktbilder, die Bullet Points, die Konditionen (z. B. kostenloser Versand) und die Produktbeschreibung eine große Rolle. Prime-Versand und FBA (Fulfillment by Amazon) sowie gute Bewertungen sind ebenfalls begünstigende Kaufkriterien, ferner die Bekanntheit der Marke.

Der Absatz

Ein Produkt, das sich in der Vergangenheit gut verkauft hat, wird von Amazon als Produkt mit hoher Verkaufswahrscheinlichkeit eingestuft. Amazon SEO führt also im Idealfall zu besseren Rankings, was die Verkaufszahlen erhöht, was wiederum positiven Einfluss auf die Rankings hat.
 

Amazon SEO vs. Amazon PPC

Neben der Amazon-Suchmaschinenoptimierung können Sie zusätzlich auf bezahlte Produktplatzierungen – Amazon PPC (Pay per Click) – setzen. Beide Maßnahmen sind sinnvoll und fördern sich gegenseitig: Amazon SEO ist die Voraussetzung für gut konvertierende Anzeigen, denn auch hier sind die Keywords entscheidend. Bezahlte Anzeigen wiederum erhöhen die Klickrate und eventuell auch den Absatz eines Produktes, wodurch der Algorithmus die Kaufwahrscheinlichkeit hochstuft. Stecken Sie zunächst viel Sorgfalt in Amazon SEO und setzen Sie anschließend auf Amazon PPC.
 

Auf einen Blick: Der Weg zu guten Amazon-Rankings

  1. Wählen Sie spezifische Keywords aus und berücksichtigen Sie die Kundenperspektive.
  2. Schöpfen Sie alle Möglichkeiten aus, die Keywords zu platzieren (Titel, Bullet Points, weitere Suchbegriffe, Produktinformationen, Produktbeschreibung).
  3. Setzen Sie auf hochwertige, große Produktbilder.
  4. Schreiben Sie verständliche, gut lesbare, sprachlich korrekte Texte.
  5. Nutzen Sie die Marketplace Analytics, um Ihre Ergebnisse zu analysieren.
  6. Führen Sie Split-Tests mit wechselnden Keywords, Bullet Points und Bildern durch.
  7. Schalten Sie ergänzend Amazon-PPC-Anzeigen.
     

Fazit: Amazon SEO hat direkten Einfluss auf den Umsatz

Damit Ihre Produkte bei Amazon gekauft werden, sollten sie idealerweise auf der ersten Seite der Suchergebnisse erscheinen. Entscheidende Faktoren dafür sind insbesondere sinnvolle Keywords und deren Platzierung sowie ansprechende Produktbeschreibungen, Bilder und attraktive Konditionen. Auf Amazon zugeschnittenes SEO ist eine kostenlose Möglichkeit, direkten Einfluss auf den Verkauf Ihrer Produkte zu nehmen. Achten Sie darauf, nicht zu manipulieren und für Suchbegriffe bzw. Keywords zu ranken, die Sie gar nicht bedienen können. Ergänzend können Sie in einem weiteren Schritt auch auf bezahlte Anzeigen (Amazon PPC) setzen. So können Sie den Absatz Ihres Amazon-Shops nachhaltig erhöhen.