Businessplan-Gliederung: Was muss im Businessplan stehen?

Gründer, die einen Businessplan schreiben, haben viele Fragen: Was sind die Bestandteile eines Businessplans, wie sieht eine Businessplan-Gliederung aus? Welche Elemente müssen im Businessplan enthalten sein, wie ist der Aufbau? Wir zeigen, welche Inhalte in einem Businessplan unbedingt enthalten sein müssen und was in puncto Layout & Design zu beachten ist.

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Businessplan Aufbau und Struktur auf einen Blick

  1. Deckblatt: mit dem Titel, Logo, Bild und Kontaktdaten
  2. Inhaltsverzeichnis: Alle Kapitel und Unterkapitel mit Seitenzahlen
  3. Textteil: vom Gründerprofil über die Marktanalyse bis zum Marketing
  4. Finanzteil: Umsatz- und Kostenberechnung samt Liquiditätsplanung
  5. Anhang: Marktstudien, Lebensläufe

Neben den Details zum Inhalt und der Gliederung helfen Tipps für Layout & Design.

Businessplan-Gliederung: Unterschiede sind möglich

Nicht jeder Businessplan muss zwingend derselben Gliederung und einem identischen Aufbau folgen. Dennoch hat sich über die Jahre und besonders bei Gründern, die auf Kapitalgeber angewiesen sind, eine bewährte Businessplan-Gliederung herauskristallisiert. Unterschiede sind aber möglich und je nach Branche sowie Geschäftsmodell müssen nicht alle inhaltlichen Punkte abgehakt werden.

Abweichungen je nach Adressat

Je nachdem, welchen Adressat der Businessplan hat, bspw. die Bank oder einen Investor, müsst ihr Businessplan-Inhalt ein wenig anpassen. Die Bank oder Investoren wünschen sich einen ausgiebigeren Zahlenteil. Wenn Sie den Businessplan für die Arbeitsagentur und die Aussicht auf einen Gründungszuschuss schreiben, muss eure Eignung für die Selbstständigkeit besonders hervorgehoben werden. Dementsprechend ist die Reihenfolge der Businessplan-Kapitel und derer Gewichtung flexibel.

1. Deckblatt

Der erste Eindruck ist der wichtigste. Das solltet ihr auch bei der Erstellung Ihres Businessplan-Deckblatts bedenken. Neben einem ansprechenden Layout, etwa durch den Einsatz von Fotos oder Mockups, sind folgende Punkte vom Deckblatt des Geschäftsplans nicht wegzudenken:

  • Firmenname und Logo (falls vorhanden)
  • Branche und Art des Vorhabens
  • Adressat und Zweck des Businessplans
  • Kontaktdaten des Gründers oder des Gründerteasm
  • Datum der Businessplan-Erstellung sowie der geplanten Gründung

2. Inhaltsverzeichnis für die Businessplan Gliederung

Wie muss ein Businessplan aufgebaut sein? Wer im Internet nach Businessplänen oder Beispielen für eine Businessplan-Struktur sucht, findet viele verschiedene Gliederungen. Die folgende Businessplan-Gliederung haben wir zusammen mit Kapitalgebern, Gründerberatern und aus Gesprächen mit zahlreichen Gründern in den vergangenen Jahren entwickelt.

Businessplan-Beispiel mit Deckblatt und Inhaltsverzeichnis
Haupt-KapitelUnterkapitel
Executive Summary
  • Vision
  • Mission
  • Kernpunkte aller Kapitel
Gründer(team)
  • Motivation der Gründung
  • Qualifikationen
  • Erfahrungen
Zielkunden
  • Bedürfnisse bzw. Probleme der Zielkunden
  • Zielgruppendefinition
Geschäftsidee
  • Angebot
  • Kundennutzen 
Markt & Wettbewerb
  • Marktpotenzial
  • Marktgröße
  • Konkurrenz
Strategie
  • Positionierung
  • Alleinstellungsmerkmal
Marketing
  • Vertrieb
  • Preispolitik
  • Werbung
Unternehmen
  • Rechtsform
  • Standort
  • Schutzrechte
  • Firmenname
  • Mitarbeiter
Finanzen
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gründungskosten
  • Investitionen
  • Liquidität
  • Kapitalbedarf
  • Rentabilität
SWOT Analyse
  • Chancen
  • Risiken
  • Stärken
  • Schwächen
  • Maßnahmen
Meilensteine
  • Schritte auf dem Weg zum Unternehmensstart

    Hier auf Für-Gründer.de führen wir euch durch die Businessplan-Erstellung und gehen dabei den klassischen Weg, der sich besonders auf die Businessplan-Elemente Idee und Zahlenteil fokussiert. Mit unserem Unternehmerheld Businessplan-Tool setzen wir allerdings den Gründer in den Mittelpunkt und beginnen mit ebendiesem. Die Executive Summary steht bei beiden Varianten der Businessplan-Gliederung zum Schluss, dies ist jedoch der Bearbeitungsreihenfolge geschuldet. Da die Executive Summary das gesamte Gründungsvorhaben auf 1 bis 2 DIN A4-Seiten herunterbricht, wird sie zuletzt verfasst; im fertigen Businessplan selbst kommt sie direkt als erstes hinter das Inhaltsverzeichnis.

    Links seht ihr die Businessplan-Gliederung von Für-Gründer.de, rechts das Inhaltsverzeichnis vom Unternehmerheld Businessplan-Tool.

    Kapitel Für-Gründer.deKapitel Unternehmerheld.de
    1.Idee, Angebot und ZielgruppeGründer
    2.Markt und WettbewerbZielkunden
    3.Vision und Ziele festlegenGeschäftsidee
    4.StrategieMarkt & Wettbewerb
    5.MarketingmixStrategie
    6.Recht & SteuernMarketing
    7.Betriebliche Organisation & Gründer(team)Unternehmen
    8.FinanzenFinanzen
    9.SWOT-AnalyseChancen & Risiken
    10.Executive SummaryMeilensteine
    11 Executive Summary

    Wie umfangreich sollte ein Businessplan sein?

    Der Umfang des Businessplans hängt von eurer Gründung ab, beträgt häufig – wie in unserem Beispiel – 25 bis rund 50 Seiten. Dabei spielen die Komplexität des Vorhabens und die Branche eine wichtige Rolle. Nehmt euch bei der Erstellung des Businessplans genügend Zeit – ein paar Wochen können für das Schreiben durchaus angebracht sein.

    Bei den einzelnen Kapiteln unterscheidet sich der Umfang – so wird für die Vorstellung des Gründer(team)s weniger Platz benötigt als bspw. für die Konkurrenzbetrachtung oder den Finanzteil.

    TIPP

    Für nahezu jedes Kapitel haben wir Hilfestellungen und Tools vorbereitet, die euch z. B. bei Marktanalyse und Produktpositionierung unterstützen.

    Zu den Businessplan-Tools

    3. Aufbau des Textteils: Kapitel für Kapitel

    Was gehört in den Businessplan und was sind Inhalte eines Businessplans? Nachfolgend haben wir die Hauptkapitel als Bestandteile für den Businessplan mit einer Kurzbeschreibung dargestellt. Per Klick gelangt ihr direkt zur Unterseite des entsprechenden Kapitels und vielen weiteren Informationen.

    Idee, Angebot und Zielgruppe

    Euren Businessplan beginnt ihr mit dem, was später das Fundament eurer Gründung sein wird – der Geschäftsidee. In diesem Businessplan-Bestandteil beschreibt ihr aber nicht nur, was euer Angebot ausmacht, sondern arbeitet auch eure Zielgruppe heraus. Bereits in diesem ersten Kapitel solltet ihr versuchen, euer Alleinstellungsmerkmal darzustellen. Auch, wenn ihr anstatt mit einer eigenen Idee mit einem bereits bestehenden Konzept als Franchise startet, beginnt mit diesem Kapitel.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welches Produkt bzw. welche Dienstleistung bietet ihr an?
    • Wie sieht das Angebot im Detail aus?
    • Was ist der Kern der Geschäftsidee, womit wollt ihr Geld verdienen?
    • Was unterscheidet das Angebot von Konkurrenzangeboten, was macht ihr besser?

    Markt und Wettbewerb

    Nachdem ihr eure Geschäftsidee genauer beleuchtet habt, widmet ihr euch im nächsten Bestandteil der Businessplan-Struktur der Markt- und Wettbewerbsanalyse. Bei der Marktanalyse betrachtet ihr die bestehende Marktgröße und versuchen, dessen zukünftige Entwicklung zu prognostizieren. Bei der Wettbewerbsanalyse fokussiert ihr euch auf Ihre Konkurrenten und betrachten Markteintrittsbarrieren. Anhand von den Ergebnissen der beiden Analysen können ihr nun euer Umsatzpotenzial bestimmen.

    Leitfragen & Checkliste

    • Wie viel Umsatz wird in der Branche insgesamt erwirtschaftet?
    • Wie würdet ihr euren Markt beschreiben?
    • Wie groß ist der Zielmarkt (in Euro, Anzahl Kunden, Stückzahl etc.)?
    • Wie hat sich der Zielmarkt in den letzten Jahren entwickelt?
    • Welche Trends sind zu erkennen, wie sieht die Zukunft aus?
    • Welche Markteintrittsbarrieren existieren? Wie geht ihr mit diesen um?
    • Welche Faktoren zeichnet eure direkten Mitbewerber aus?
    • Welche Marktanteile haben die direkten Mitbewerber?
    • Was sind eurer Meinung nach die Vor- und Nachteile der bestehenden Angebote?
    • Wie stark sind eure Zielkunden an die Mitbewerber gebunden?

    Vision und Ziele festlegen

    In diesem Kapitel des Businessplan-Aufbaus widmet ihr euch kurz-, lang- und mittelfristigen Unternehmenszielen und formuliert eure Vision und Mission. Kurzfristige Ziele können bspw. die abgeschlossene Unternehmensgründung oder die Eröffnung des Onlineshops sein; langfristige Ziele wären z. B. die Erreichung eines bestimmten Jahresumsatzes. Anhand der kurz- und mittelfristigen Ziele könnt ihr nun sogenannte Meilensteine für euer Business bestimmen, an denen ihr euch während der ersten drei Jahre entlanghangeln könnt.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welche Aufgaben müsst oder wollt ihr bis wann erledigt haben? (z. B. Gründung durchführen, Proof of Concept)
    • Wie lauten eure Vision und Mission?

    Strategie

    Mit dem letzten Aspekt, den Zielen und Meilensteinen, habt ihr festgelegt, wann ihr was erreicht haben wollt. Jetzt geht es um das Wie. In diesem Gliederungspunkt Ihres Businessplan legt ihr nun also fest, wie ihr eure Ziele erreichen wollt. Drei Unternehmensstrategien gibt es: Kostenführerschaft (günstigster Anbieter), Differenzierung (euer Angebot weist Unterschiede zu den Konkurrenzprodukten auf) oder Nischenstrategie (ihr besetzt eine Nische). Hierbei kann ein Positionierungs-Tool hilfreich sein.

    Leitfragen & Checkliste

    • Was macht euer Angebot gegenüber den Konkurrenten einzigartig?
    • Wie wichtig ist der Preis für eure Zielkunden?
    • Welchen Preis wollt ihr verlangen?
    • Wie wichtig ist Qualität und Service für die Zielkunden?
    • Wie wollt ihr euch in Bezug auf Preis / Leistung positionieren?
    • Seht ihr euch als Preisführer (günstiger als der Wettbewerb), als Qualitätsführer (höhere Qualität als der Wettbewerb) oder möchtet ihr euch als Nischenanbieter vom Markt abheben?

    Marketingmix

    Wie wollt ihr eure Zielgruppe erreichen? Hier kommt der berühmte Marketingmix in eurem Businessplan zum Einsatz. Die Frage ist auch, wie ihr euer Marketingbudget zwischen Online- und Offline-Marketing aufteilen möchtet. In diesem Kapitel der Businessplan-Struktur legen ihr also kurz- und langfristige Marketing-Maßnahmen fest und erläutert diese auch für fachfremde Leser.

    Leitfragen & Checkliste

    • Wie könnt ihr eure Zielkunden am besten erreichen (online, vor Ort, im Büro)?
    • Wo bzw. über welche Kanäle sollte das Angebot ggf. erhältlich sein?
    • Wie viel müsst ihr investieren, um einen neuen Kunden zu gewinnen?
    • Welche Preisstrategien (Rabatte, Abo, kostenfreie Monate etc.) sind geplant?
    • Wie häufig kauft ein Zielkunde voraussichtlich bei euch ein (1x pro Tag / Woche / Monat / Jahr)?
    • Welche Gründe gibt es für den Kunden, wiederholt euer Angebot zu kaufen?
    • Mit welchen 2 bis 3 Maßnahmen möchtet ihr den Kunden an euer Unternehmen binden (z. B. Bonuskarte, Bester-Preis-Garantie, Abomodell etc.)?

    Recht & Steuern

    Das Thema Recht und Steuern ist ein relativ komplexer Teil des Businessplans. Am besten geht ihr bei der Erstellung dieses Kapitels Schritt für Schritt voran. Beginnt damit, mögliche Genehmigungen für die Gründung zu notieren, und arbeitet euch dann langsam zur Rechtsform vor.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welche Rechtsform soll Ihr Unternehmen haben?
    • Welchen Firmennamen soll das Unternehmen haben und wann soll es gegründet werden?
    • Bei Teamgründungen: Wie sehen die Beteiligungsverhältnisse aus?
    • Welche Genehmigungen, Lizenzen sind vorhanden bzw. müssen beantragt werden?
    • Welche Schutzrechte müssen Sie ggf. anmelden (Patent, Markenschutz etc.)?

    Betriebliche Organisation & Gründer(team)

    Nach den rechtlichen Aspekten geht es nun um die Organisation eures Betriebs. Prozesse müssen beschrieben werden, Strukturen aufgezeichnet und Personal eingestellt werden. Je nach Geschäftsmodell ist die Betriebsorganisation einer der wichtigsten Bereiche des Businessplans. Startet man jedoch als Einzelunternehmen ohne Mitarbeiter, wird dieser Gliederungspunkt im Businessplan vermutlich weniger Platz einnehmen. Schreibt ihr euren Businessplan für das Arbeitsamt, stellt ihr den Abschnitt zum Gründer noch vor eure Geschäftsidee.

    Leitfragen & Checkliste

    • Wer kümmert sich um welche Aufgaben (z. B. Management, Finanzen, Vertrieb, Administration etc.)?
    • Wollt ihr Personal einstellen?
    • Wie findet ihr neue Mitarbeiter?
    • Wie viele Mitarbeiter werdet ihr ggf. in 3 Jahren haben?
    • Wie sieht das Organigramm zum Start aus, wie kann die Organisationsstruktur ggf. in 3 Jahren aussehen?

    Finanzen

    Schreibt ihr euren Businessplan für die Bank oder für Investoren, ist dieses Kapitel das womöglich wichtigste. Nachdem ihr in den vorherigen Kapiteln gezeigt habt, womit und wie ihr Geld verdienen wollt, geht es nun darum, diese Überlegungen und Prognosen in Zahlen umzuwandeln. Aus diesen Zahlen lässt sich dann wiederum ableiten, ob eure Geschäftsidee wirklich tragfähig ist und sich auch auf lange Sicht lohnen wird.

    Leitfaden & Checkliste

    • Wie sieht das Ertragsmodell aus, wie verdient ihr Geld?
    • Wie entwickelt sich der Kundenstamm, wie häufig kaufen eure Kunden bei euch?
    • Gibt es saisonale Schwankungen, die ihr berücksichtigen solltet?
    • Mit wie vielen Monaten Anlaufphase rechnet ihr?
    • Welchen Nettoumsatz erzielt ihr pro Monat?
    • Mit welchen monatlichen Betriebskosten (z. B. Miete, Reisekosten etc.) rechnet ihr?
    • Welche Investitionen sind für den Unternehmensstart geplant?
    • Habt ihr an unterschiedliche Zahlungsfristen, Zahlungsausfälle und anfallende Steuern gedacht?
    • Wie viel Eigenkapital werden ins Unternehmen eingebracht?
    • Ab wann werdet ihr profitabel arbeiten?

    SWOT-Analyse

    Die SWOT-Analyse ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Businessplans und daher ein Muss für die Businessplan-Gliederung. Sie zeigt Stärken und Schwächen einer Gründung, wie die Chancen stehen und wo Risiken lauern und daher auch für Banken und Investoren interessant. Die SWOT-Analyse beginnt ihr stets mit euch selbst. Ziel der SWOT-Analyse ist es, aufzuzeigen, wie ihr mit Risiken und Schwächen umgehen wollt.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welche Stärken habt ihr im Vergleich zum Wettbewerb?
    • Welche Schwächen weist euer Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb auf?
    • Welche wichtigen Trends, die für eure Branche relevant sind, habt ihr identifiziert (z. B. Digitalisierung, Preisdruck etc.)?
    • Welche Chancen könnten sich aufgrund dieser Trends und eurer Stärken für das Unternehmen ergeben?
    • Was sind eurer Einschätzung nach die 3 bis 5 größten Risiken für euer Unternehmen?
    • Wie würden sich diese Risiken auf das Unternehmen auswirken, sofern sie eintreffen?
    • Welche Risiken möchtet ihr durch welche Maßnahmen wie minimieren?

    Executive Summary

    Die Executive Summary ist eine etwa eine Seite lange, prägnante Zusammenfassung des Businessplans und somit eurer Geschäftsidee. Sie wird ganz zum Schluss verfasst, weil ihr erst nach Abschluss von Business- und Finanzplan einen allumfassenden Einblick in euer Vorhaben habt und nun wisst, wie ihr mit Schwächen und Risiken umgehen werdet. Wenn ihr den Businessplan für Geldgeber oder Förderer schreibt, ist die Executive Summary noch einmal wichtiger. Oftmals lesen Dritte ausschließlich die Executive Summary und entscheiden erst danach, ob sie weiterlesen möchten. Deshalb kann es sich lohnen, einen Businessplan-Berater zurate zu ziehen, wenn ihr euren Businessplan schreibt.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welches zentrale Kundenproblem löst euer Unternehmen?
    • Was ist das wichtigste, für den Kunden relevante, Alleinstellungsmerkmal?
    • Was macht ihr besser als eure Mitbewerber?
    • Wo seht ihr euer Unternehmen in 10 Jahren?
    • Welche Marktposition werdet ihr langfristig haben?
    • Wie würdet ihr euer visionäres Ziel beschreiben?

    Schritt für Schritt durch die Kapitel

    Nachfolgend haben wir als kleine Einleitung die einzelnen Kapitel vorbereitet, die in einem Businessplan stets enthalten sein sollten. Hierbei haben wir die Reihenfolge gewählt, die wir auch in unseren anderen Kapiteln zum Thema Businessplanerstellung verwenden.

    Alle Kapitel und Sub-Kapitel sowie alle Leitfragen findet ihr im Detail auch in unserem Businessplan-Leitfaden.

      4. Finanzteil

      Das am am meisten gefürchtete Kapitel im Businessplan ist zugleich der nahezu wichtigste Businessplan-Bestandteil: der Finanzplan. Hier widmen Gründer sich prognostizierten Einkünften, laufenden und variablen Kosten sowie allen anderen finanziellen Aspekten, die eine Gründung mit sich bringt. Dabei können die Unterkapitel sich von der Reihenfolge her unterscheiden, je nachdem, mit welchem Finanzplan-Tool man arbeitet – folgende Aspekte gehören jedoch in einen guten Finanzplan:

      Umsatzplanung

      Zu Beginn eines jeden Finanzplanes wird eine Umsatzplanung erstellt. In dieser ermitteln Gründer, wie viel und was zu welchem Preis verkauft wird. Dies dient in erster Linie zur Überprüfung nach dem Start, ob sich der Umsatz wie geplant entwickelt und wo ggf. gegengesteuert werden muss. Darüber hinaus ist die Umsatzplanung Grundlage für Entscheidungen zur Kreditvergabe bei Banken.

      Leitfragen & Checkliste

      • Welche wesentlichen Umsatzträger gibt es?
      • Wie sieht das Ertragsmodell aus?
      • Wie entwickelt sich der Kundenstamm?
      • Wie häufig kaufen die Kunden bspw. pro Monat ein?
      • Gibt es saisonale Schwankungen?
      • Mit wie vielen Monaten Anlaufzeit rechnet ihr?

      Direkte und Betriebskosten

      Direkte Kosten sind an den Umsatz gekoppelt, bspw. durch die Herstellung der Produkte. Die direkten Kosten steigen also mit dem Umsatz. Die laufenden oder Betriebskosten sind fixe Kostenpunkte, die unabhängig vom Umsatz sind und auch anfallen, wenn ihr keinen Umsatz erzielt, also bspw. Miete, Strom oder Versicherungen. Sowohl direkte als auch Betriebskosten sind wichtiger Bestandteil der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).

      Leitfragen & Checkliste

      • Welche Kosten hängen direkt vom Umsatz bzw. dem Verkauf des Produkts ab?
      • Mit welchen monatlichen Fixkosten rechnet ihr?

      Personalkosten

      Benötige ich Mitarbeiter und wenn ja, in welchem Zeit- und Kostenumfang? In diesem Kapitel werden benötigte Mitarbeiter eingeplant. Aber auch der Unternehmer bzw. das Gründerteam selbst finden hier Platz – denn der Unternehmerlohn darf nicht vergessen werden. Der Unternehmerlohn ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig, wie etwa den Lebenserhaltungskosten.

      Leitfragen & Checkliste

      • Werden zum Start Mitarbeiter benötigt?
      • Wenn ja, in welchem Umfang?
      • Habt ihr den Unternehmerlohn einkalkuliert?

      Marketingaufwand

      Wie mache ich auf mein Produkt aufmerksam? Hier erfassen Gründer ihren Marketingplan inklusive aller geplanten Maßnahmen und ihrer Kosten. Dies kann Plakatwerbung sein, Online-Anzeigen oder auch Werbespots. Zentrale Frage ist dabei jedoch immer: Wie viel kostet es, einen Kunden zu akquirieren?

      Leitfragen & Checkliste

      • Welche geplanten Maßnahmen kosten wie viel?
      • Gibt es Streuverluste?
      • Wie viel kostet ein Kunde im Endeffekt?

      Gründungskosten

      Während und auch vor der Gründung können diverse Kosten anfallen – je nachdem, mit welcher Rechtsform ihr startet und ob direkt zu Beginn Berater zurate gezogen werden. Grundsätzliche Kosten sind die Gewerbeanmeldung, Anwalts- und Notartkosten oder Beratungskosten für etwa den Businessplan.

      Leitfragen & Checkliste

      • Wie hoch fallen die Gründungskosten aus (Notar, Berater, etc.)?

      Investitionsplan

      In welche Dinge müssen Gründer zum Start investieren? Was für Gastro-Gründer Küchengeräte sind, ist für den Webdesigner eine professionelle IT-Ausstattung. In dieses Kapitel gehören auch Ersatzinvestitionen – bspw. für veraltete Geräte, die planmäßig erneuert werden müssen. Investitionen sind somit Ausgaben zum Unternehmensstart, die sich auf lange Sicht positiv auf die Entwicklung des Unternehmens auswirken sollen.

      Leitfragen & Checkliste

      • Welche Investitionen sind für den Unternehmensstart geplant?
      • Welche Investitionen sind in den Folgejahren notwendig?
      • Wie werden die Investitionen jeweils abgeschrieben?

      Liquiditätsplanung

      Die Liquiditätsplanung zeigt Gründern anhand der bereits erfassten Daten, wie sich der Kontostand entwickelt und wie hoch der Kapitalbedarf ist. Hier werden alle prognostizierten Zahlungsein- und geplanten -ausgänge festgehalten. Mit einer guten Liquiditätsplanung können Liquiditätsengpässe und so langfristig auch eine Insolvenz vermieden werden.

      Leitfragen & Checkliste

      • Wie sieht eure monatliche Liquiditätsplanung für die ersten 3 bis 5 Jahre aus?
      • Habt ihr auch an Steuern, unterschiedliche Zahlungsfristen und auch -ausfälle gedacht?
      • Wurde an einen Puffer für Notfälle gedacht?

      Finanzierung

      Eine der zentralen Fragen im Finanzplan – besonders, wenn Kapital benötigt wird – ist diese: Wie viel Kapital wird für die Gründung und den Unternehmensstart benötigt – und wo soll dieses herkommen? In diesem Kapitel werden etwaige Finanzierungen erfasst, die den Kapitalbedarf der Gründung decken sollen. So lässt sich frühzeitig erkennen, ob das akquirierte Kapital ausreicht oder ob die Finanzierung angepasst werden muss.

      Leitfragen & Checkliste

      • Wie viel Kapital wird für die Gründung exakt benötigt?
      • Wie viel Eigenkapital bringt ihr ins Unternehmen ein?
      • Wie viel zusätzliches Kapital wird benötigt und wie soll dieses aufgebracht werden?

      Rentabilitätsrechnung

      Wird das Unternehmen alle Fixkosten decken und dazu noch Gewinne machen? Wurden alle relevanten Daten erfasst, zeigt sich nun in der Rentabilitätsrechnung, ob das geplante Geschäftsmodell tatsächlich tragfähig ist. In der Rentabilitätsrechnung werden Kosten und Umsatz gegenübergestellt, um einen schnellen Überblick über die Wirtschaftlichkeit zu gewinnen.

      Leitfragen & Checkliste

      • Wie entwickelt sich der jährliche Umsatz?
      • Ab wann arbeitet ihr profitabel?
      • Wie wird sich die Bruttomarge entwickeln?
      • Wie viel Gewinn bleibt nach Abzug der Steuern pro Jahr?

      5. Was gehört in den Businessplan-Anhang?

      Der Businessplan-Anhang wird als Element und Bestandteil häufig vernachlässigt oder mit unwichtigen Informationen gefüllt, die bspw. nicht mehr in den Hauptteil gepasst haben. Im Anhang sollten sich nur wertvolle und unbedingt relevante Informationen finden:

      • Lebensläufe der Gründungsmitglieder (jeweils maximal zwei Seiten)
      • Marktstudien
      • Pressebericht zum Markt, zum Produkt oder zur Dienstleistung
      • Sofern vorhanden: Jahresabschlüsse, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen
      • Exemplarisch Deckungsbeitragsrechnungen pro Produkt oder Markt, Kostenrechnung über fixe und variable Kosten
      • Bereits erstellte Werbebroschüren und Produktfotos
      • Technische Zeichnungen, Datenerhebungen, Gutachten
      • Verträge, Absichtserklärungen von Kooperationspartnern
      • Ggf. positive Medienberichte über die anstehende Gründung

      Während Text- und Zahlenteil eines Businessplans je nach Adressat und Vorhaben variieren können, kann der Anhang eines Businessplans gravierende Unterschiede von Gründer zu Gründer aufweisen. Für die einen Gründer genügt es, Lebensläufe und Erläuterungen zum Zahlenteil anzuhängen, andere müssen Studien, technische Zeichnungen oder bereits unterzeichnete Verträge ihren Businessplan-Elementen hinzufügen.

      TIPP

      Euren Businessplan erstellen ihr mit der Software vom Unternehmerheld einfach und schnell online.

      Kostenfreies Businessplan-Tool

      Tipps zu Layout & Design

      Bei der Erstellung ihres Businessplans sollten Gründer unbedingt darauf achten, dass ihre gestalterischen Entscheidungen den Leser nicht verwirren. Unübersichtlichkeit ist ein vermeidbarer Businessplan-Fehler. Beim Deckblatt des Businessplans dürft ihr Design-technisch etwas kreativer vorgehen, der Textteil sollte jedoch möglichst einheitlich sein. Maximal drei Überschriftenhierarchien und eine seriöse Schriftart machen euren Businessplan leicht erfass- und lesbar.

      • Tabellen verwenden, um komplexe Sachverhalte übersichtlich darzustellen
      • Grafiken (z. B., um eine Wachstumskurve darzustellen)
      • Bilder (in Maßen)
      • Ausschnitte und grafische Zuammenfassungen vom Finanzplan-Teil

      Beachtet, dass alle Design- und Layout-Elemente zu eurer Corporate Identity passen sollten.

      Beispiele für visuelle Elemente im Businessplan

      Umsätze und Marktentwicklung, visuell dargestellt im Businessplan.

      Mit Leitfaden oder Tool zum Ziel

      Bei der Businessplanerstellung kommt es nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf das Drumherum: Ist ein Deckblatt mit allen wichtigen Informationen vorhanden? Ist das Businessplan-Layout einheitlich und gut lesbar? Enthält der Anhang ausschließlich relevante Inhalte? Und wie sieht die Struktur aus – ist der Businessplan-Inhalt übersichtlich aufbereitet und entspricht der bewährten Businessplan-Gliederung?

      Wenn Gründer einen Businessplan schreiben wollen, der all diesen Kriterien entspricht und die gängigen Anforderungen erfüllt, geben wir ihnen ein Businessplan-Tool an die Hand, das sie komplett kostenfrei nutzen können. Dort findet ihr Leitfragen und Beispiele zu jedem Kapitel.

      Unser Businessplan-Leitfaden zum Ausdrucken fasst noch einmal alle wichtigen Aspekte rund um die Businessplanerstellung übersichtlich und kompakt zusammen.

      Businessplan-Software kostenlos nutzen