Businessplan-Gliederung: Was muss im Businessplan stehen?

Gründer, die einen Businessplan schreiben, haben viele Fragen: Was sind die Bestandteile eines Businessplans, wie sieht eine Businessplan-Gliederung aus? Welche Elemente müssen im Businessplan enthalten sein, wie ist der Aufbau? Wir zeigen, welche Inhalte in einem Businessplan unbedingt enthalten sein müssen und was in puncto Layout & Design zu beachten ist.

1. Businessplan-Gliederung: Unterschiede sind möglich

Nicht jeder Businessplan muss zwingend derselben Gliederung und einem identischen Aufbau folgen. Dennoch hat sich über die Jahre und besonders bei Gründern, die auf Kapitalgeber angewiesen sind, eine bewährte Businessplan-Gliederung herauskristallisiert. Unterschiede sind aber möglich und je nach Branche sowie Geschäftsmodell müssen nicht alle inhaltlichen Punkte abgehakt werden.

Abweichungen je nach Adressat

Je nachdem, welchen Adressat Ihr Businessplan hat, bspw. die Bank oder einen Investor, müssen Sie Ihren Businessplan-Inhalt ein wenig anpassen. Die Bank oder Investoren wünschen sich einen ausgiebigeren Zahlenteil. Wenn Sie den Businessplan für die Arbeitsagentur und die Aussicht auf einen Gründungszuschuss schreiben, muss Ihre Eignung für die Selbstständigkeit besonders hervorgehoben werden. Dementsprechend ist die Reihenfolge der Businessplan-Kapitel und derer Gewichtung flexibel.

2. Gliederung für den Businessplan: Best Practice

Wer im Internet nach Businessplänen oder Beispielen für eine Businessplan-Struktur sucht, findet viele verschiedene Gliederungen. Die nachfolgende Businessplan-Gliederung haben wir zusammen mit Kapitalgebern, Gründerberatern und aus Gesprächen mit zahlreichen Gründern in den vergangenen Jahren entwickelt.

StrukturHaupt-KapitelUmfangInhalt
Deckblatt 1 SeiteFirma (falls vorhanden), Adressat & Ziel, Kontaktdaten, Datum
Text- und ZahlenteilExecutive Summary2 SeitenVision, Mission, Kernpunkte aller Kapitel
Gründer(team)1 bis 2 SeitenMotivation der Gründung, Qualifikationen, Erfahrungen
Zielkunden2 bis 4 SeitenBedürfnisse bzw. Probleme der Zielkunden, Zielgruppendefinition
Geschäftsidee2 bis 3 SeitenAngebot, Kundennutzen 
Markt & Wettbewerb3 bis 5 SeitenMarktpotenzial, -größe und Konkurrenz
Strategie2 bis 4 SeitenPositionierung & Alleinstellungsmerkmal
Marketing4 bis 6 SeitenVertrieb, Preispolitik, Werbung
Unternehmen2 bis 4 SeitenRechtsform, Standort, Schutzrechte, Firmenname & Mitarbeiter
Finanzen3 bis 6 SeitenGewinn- und Verlustrechnung, Gründungskosten, Investitionen, Liquidität, Kapitalbedarf, Rentabilität
SWOT Analyse2 bis 4 SeitenChancen, Risiken, Stärken und Schwächen & Maßnahmen
Meilensteine1 bis 2 SeitenSchritte auf dem Weg zum Unternehmensstart
Anhang VariabelLebensläufe, Finanzplantabellen, weitere Informationen wie bspw. Marktanalysen

Der Umfang des Businessplans hängt von Ihrer Gründung ab, beträgt häufig – wie in unserem Beispiel – 25 bis rund 50 Seiten. Dabei spielen die Komplexität des Vorhabens und die Branche eine wichtige Rolle. Nehmen Sie sich bei der Erstellung des Businessplans genügend Zeit – ein paar Wochen können für das Schreiben durchaus angebracht sein.

Deckblatt

Der erste Eindruck ist der wichtigste. Das sollten Sie auch bei der Erstellung Ihres Businessplan-Deckblatts bedenken. Neben einem ansprechenden Layout, etwa durch den Einsatz von Fotos oder Mockups, sind folgende Punkte vom Deckblatt des Geschäftsplans nicht wegzudenken:

  • Firmenname und Logo (falls vorhanden)
  • Branche und Art des Vorhabens
  • Adressat und Zweck des Businessplans
  • Kontaktdaten des Gründers oder des Gründerteasm
  • Datum der Businessplan-Erstellung sowie der geplanten Gründung

Was gehört in den Businessplan-Anhang?

Der Businessplan-Anhang wird als Elemente und Bestandteil häufig vernachlässigt oder mit unwichtigen Informationen gefüllt, die bspw. nicht mehr in den Hauptteil gepasst haben. Im Anhang sollten sich nur wertvolle und unbedingt relevante Informationen finden:

  • Lebensläufe der Gründungsmitglieder (jeweils maximal zwei Seiten)
  • Marktstudien
  • Pressebericht zum Markt, zum Produkt oder zur Dienstleistung
  • Sofern vorhanden: Jahresabschlüsse, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen
  • Exemplarisch Deckungsbeitragsrechnungen pro Produkt oder Markt, Kostenrechnung über fixe und variable Kosten
  • Bereits erstellte Werbebroschüren und Produktfotos
  • Technische Zeichnungen, Datenerhebungen, Gutachten
  • Verträge, Absichtserklärungen von Kooperationspartnern
  • Ggf. positive Medienberichte über die anstehende Gründung

Während Text- und Zahlenteil eines Businessplans je nach Adressat und Vorhaben variieren können, kann der Anhang eines Businessplans gravierende Unterschiede von Gründer zu Gründer aufweisen. Für die einen Gründer genügt es, Lebensläufe und Erläuterungen zum Zahlenteil anzuhängen, andere müssen Studien, technische Zeichnungen oder bereits unterzeichnete Verträge Ihren Businessplan-Elementen hinzufügen.

Grundlegendes zu Layout & Design

Bei der Erstellung ihres Businessplans sollten Gründer unbedingt darauf achten, dass ihre gestalterischen Entscheidungen den Leser nicht verwirren. Unübersichtlichkeit ist ein vermeidbarer Businessplan Fehler. Beim Deckblatt des Businessplans dürfen Sie Design-technisch etwas kreativer vorgehen, der Textteil sollte jedoch möglichst einheitlich sein. Maximal drei Überschriftenhierarchien und eine seriöse Schriftart machen Ihren Businessplan leicht erfass- und lesbar.

  • Tabellen verwenden, um komplexe Sachverhalte übersichtlich darzustellen
  • Grafiken (z. B., um eine Wachstumskurve darzustellen)
  • Bilder (in Maßen)
  • Ausschnitte und grafische Zuammenfassungen vom Finanzplan-Teil

Beachten Sie, dass alle Design- und Layout-Elemente zu Ihrer Corporate Identity passen sollten.

Beispiele für visuelle Elemente im Businessplan

Grafiken in der Businessplan Gliederung
Beispiel für einen Onlineshop: Eine Tabelle im Businessplan, die die Produktkategorien erläutert.
Grafiken in der Businessplan Gliederung
Beispiel für die Einbindung der Finanzplan-Zahlen im Businessplan.
TIPP

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3. Gliederungen im Vergleich

Hier auf Für-Gründer.de führen wir Sie durch die Businessplan-Erstellung und gehen dabei den klassischen Weg, der sich besonders auf die Businessplan-Elemente Idee und Zahlenteil fokussiert. Mit unserem Unternehmerheld Businessplan-Tool setzen wir allerdings den Gründer in den Mittelpunkt und beginnen mit ebendiesem. Die Executive Summary steht bei beiden Varianten der Businessplan-Gliederung zum Schluss, dies ist jedoch der Bearbeitungsreihenfolge geschuldet. Da die Executive Summary das gesamte Gründungsvorhaben auf 1 bis 2 DIN A4-Seiten herunterbricht, wird sie zuletzt verfasst; im fertigen Businessplan selbst kommt sie direkt als erstes hinter das Inhaltsverzeichnis.

Links sehen Sie die Businessplan-Gliederung von Für-Gründer.de, rechts das Inhaltsverzeichnis vom Unternehmerheld Businessplan-Tool.

Kapitel Für-Gründer.deKapitel Unternehmerheld.de
1.Idee, Angebot und ZielgruppeGründer
2.Markt und WettbewerbZielkunden
3.Vision und Ziele festlegenGeschäftsidee
4.StrategieMarkt & Wettbewerb
5.MarketingmixStrategie
6.Recht & SteuernMarketing
7.Betriebliche Organisation & Gründer(team)Unternehmen
8.FinanzenFinanzen
9.SWOT-AnalyseChancen & Risiken
10.Executive SummaryMeilensteine
11 Executive Summary

4. Aufbau eines Businessplans: Kapitel für Kapitel

Was gehört in den Businessplan? Nachfolgend haben wir Ihnen die Hauptkapitel als Bestandteile für den Businessplan mit einer Kurzbeschreibung dargestellt. Per Klick gelangen Sie direkt zur Unterseite des entsprechenden Kapitels und vielen weiteren Informationen.

KapitelKurzbeschreibung
1.Idee, Angebot und ZielgruppeFundament der Gründung und Startpunkt im Businessplan-Aufbau ist die Idee. In diesem Kapitel konkretisieren Sie das Angebot und arbeiten die Zielgruppe heraus. Eine genaue Definition der Zielgruppe hilft dann bei der Marktanalyse.
2.Markt und WettbewerbWie groß ist der Markt? Wie entwickelt sich das Marktvolumen? Wer sind die Wettbewerber und welche Hürden bestehen eventuell für den Markteintritt? Führen Sie auch eine Marktforschung durch, um im Kapitel Markt und Wettbewerb zu überzeugen.
3.Vision und Ziele festlegenWohin soll sich das Unternehmen entwickeln? Legen Sie kurz-, mittel- und langfristige Ziele fest. Diese geben die Richtung vor, auf die dann die Strategie und die operativen Maßnahmen abgestimmt werden. Entwickeln Sie auch eine Vision für das Unternehmen.
4.StrategieAuf die Ziele folgt die Unternehmensstrategie in der Businessplan-Struktur. Besonders wichtig ist die Frage, welchen Kundennutzen Sie bieten. Positionieren Sie das Angebot im Markt und arbeiten Sie Unterschiede zu den Wettbewerbern heraus.
5.MarketingmixDie Kunden kommen nicht zu Ihnen! Das Zauberwort heißt Marketing. Doch gerade für Gründer und kleine Unternehmen geht es darum, möglichst effizient die Zielkunden zu erreichen.
6.Recht & SteuernNicht gerade beliebt bei Gründern, dennoch notwendig für den Businessplan: die Themen Recht und Steuern. Von der Wahl der Rechtsform über Genehmigungen, den Firmennamen bis hin zur Buchhaltung – im Kapitel "Recht & Steuern" machen Sie sich dazu Gedanken.
7.Betriebliche Organisation & Gründer(team)An welchem Standort startet Ihr Unternehmen? Wie viele Mitarbeiter brauchen Sie? Wie sieht die Unternehmensstruktur aus und welche Meilensteine sind geplant? Stellen Sie sich als Gründer in den Mittelpunkt und zeigen Sie auf, warum Sie perfekt für das Vorhaben sind.
8.FinanzenDer Finanzplan ist das Herzstück der Businessplan-Inhalte: Investitionen, GuV oder Liquidität sind die Stichworte. Ermitteln Sie den Kapitalbedarf und zeigen Sie auf, wie Sie diesen finanzieren wollen.
9.SWOT-AnalyseZum Abschluss des Businessplans steht dann noch die SWOT-Analyse an. Sie fassen Stärken und Schwächen des Unternehmens zusammen, zeigen die Chancen und Risiken auf und entwickeln Maßnahmen, um von Chancen zu profitieren und Risiken zu minimieren.
10.Executive SummaryIn der Executive Summary fassen Sie abschließend die wesentlichen Inhalte Ihres Businessplans zusammen. Die Executive Summary ist nicht zu unterschätzen, schließlich entscheiden viele Leser auf Basis dieser zwei Seiten, ob sie den gesamten Businessplan lesen oder nicht.
TIPP

Für nahezu jedes Kapitel haben wir Ihnen Hilfestellungen und Tools vorbereitet, die Sie z. B. bei Marktanalyse und Produktpositionierung unterstützen.

Zu den Businessplan-Tools

5. Inhalt: Schritt für Schritt durch die Kapitel

Nachfolgend haben wir Ihnen als kleine Einleitung die einzelnen Kapitel vorbereitet, die in einem Businessplan stets enthalten sein sollten. Hierbei haben wir die Reihenfolge gewählt, die wir auch in unseren anderen Kapiteln zum Thema Businessplanerstellung verwenden.

Alle Kapitel und Sub-Kapitel sowie alle Leitfragen finden Sie im Detail auch in unserem Businessplan-Leitfaden.

    Kapitel & Leitfragen

    Ihren Businessplan beginnen Sie mit dem, was später das Fundament Ihrer Gründung sein wird – Ihrer Geschäftsidee. In diesem Businessplan-Bestandteil beschreiben Sie aber nicht nur, was Ihr Angebot ausmacht, sondern arbeiten auch Ihre Zielgruppe heraus. Bereits in diesem ersten Kapitel sollten Sie versuchen, Ihr Alleinstellungsmerkmal darzustellen. Auch, wenn Sie anstatt mit einer eigenen Idee mit einem bereits bestehenden Konzept als Franchise starten, beginnen Sie mit diesem Kapitel.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welches Produkt bzw. welche Dienstleistung bieten Sie an?
    • Wie sieht das Angebot im Detail aus?
    • Was ist der Kern der Geschäftsidee, womit wollen Sie Geld verdienen?
    • Was unterscheidet das Angebot von Konkurrenzangeboten, was machen Sie besser?

    Nachdem Sie Ihre Geschäftsidee genauer beleuchtet haben, widmen Sie sich im nächsten Inhaltspunkt der Businessplan-Gliederung der Markt- und Wettbewerbsanalyse. Bei der Marktanalyse betrachten Sie die bestehende Marktgröße und versuchen, dessen zukünftige Entwicklung zu prognostizieren. Bei der Wettbewerbsanalyse fokussieren Sie sich auf Ihre Konkurrenten und betrachten Markteintrittsbarrieren. Anhand von den Ergebnissen der beiden Analysen können Sie nun Ihr Umsatzpotenzial bestimmen.

    Leitfragen & Checkliste

    • Wie viel Umsatz wird in der Branche insgesamt erwirtschaftet?
    • Wie würden Sie Ihren Markt beschreiben?
    • Wie groß ist Ihr Zielmarkt (in Euro, Anzahl Kunden, Stückzahl etc.)?
    • Wie hat sich der Zielmarkt in den letzten Jahren entwickelt?
    • Welche Trends sind zu erkennen, wie sieht die Zukunft aus?
    • Welche Markteintrittsbarrieren existieren? Wie gehen Sie mit diesen um?
    • Welche Faktoren zeichnen Ihre direkten Mitbewerber aus?
    • Welche Marktanteile haben die direkten Mitbewerber?
    • Was sind Ihrer Meinung nach die Vor- und Nachteile der bestehenden Angebote?
    • Wie stark sind Ihre Zielkunden an Ihre Mitbewerber gebunden?

    In diesem Kapitel widmen Sie sich kurz-, lang- und mittelfristigen Unternehmenszielen und formulieren Ihre Vision und Mission. Kurzfristige Ziele können bspw. die abgeschlossene Unternehmensgründung oder die Eröffnung des Onlineshops sein; langfristige Ziele wären z. B. die Erreichung eines bestimmten Jahresumsatzes. Anhand der kurz- und mittelfristigen Ziele können Sie nun sogenannte Meilensteine für Ihr Business bestimmen, an denen Sie sich während der ersten drei Jahre entlanghangeln können.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welche Aufgaben müssen oder wollen Sie bis wann erledigt haben? (z. B. Gründung durchführen, Proof of Concept)
    • Wie lauten Ihre Vision und Mission?

    Mit dem letzten Aspekt, den Zielen und Meilensteinen, haben Sie festgelegt, wann Sie was erreicht haben wollen. Jetzt geht es um das Wie. In diesem Gliederungspunkt Ihres Businessplans legen Sie nun also fest, wie Sie Ihre Ziele erreichen wollen. Drei Unternehmensstrategien gibt es: Kostenführerschaft (günstigster Anbieter), Differenzierung (Ihr Angebot weist Unterschiede zu den Konkurrenzprodukten auf) oder Nischenstrategie (Sie besetzen eine Nische). Hierbei kann ein Positionierungs-Tool hilfreich sein.

    Leitfragen & Checkliste

    • Was macht Ihr Angebot gegenüber Ihren Konkurrenten einzigartig?
    • Wie wichtig ist der Preis für Ihre Zielkunden?
    • Welchen Preis wollen Sie verlangen?
    • Wie wichtig ist Qualität und Service für die Zielkunden?
    • Wie wollen Sie sich in Bezug auf Preis / Leistung positionieren?
    • Sehen Sie sich als Preisführer (günstiger als der Wettbewerb), als Qualitätsführer (höhere Qualität als der Wettbewerb) oder möchten Sie sich als Nischenanbieter vom Markt abheben?

    Wie wollen Sie Ihre Zielgruppe erreichen? Hier kommt der berühmte Marketingmix in Ihrem Businessplan zum Einsatz. Die Frage ist auch, wie Sie Ihr Marketingbudget zwischen Online. und Offline-Marketing aufteilen möchten. In diesem Kapitel legen Sie also kurz- und langfristige Marketing-Maßnahmen fest und erläutern diese auch für fachfremde Leser.

    Leitfragen & Checkliste

    • Wie können Sie Ihre Zielkunden am besten erreichen (online, vor Ort, im Büro)?
    • Wo bzw. über welche Kanäle sollte das Angebot ggf. erhältlich sein?
    • Wie viel müssen Sie investieren, um einen neuen Kunden zu gewinnen?
    • Welche Preisstrategien (Rabatte, Abo, kostenfreie Monate etc.) sind geplant?
    • Wie häufig kauft ein Zielkunde voraussichtlich bei Ihnen ein (1x pro Tag / Woche / Monat / Jahr)?
    • Welche Gründe gibt es für den Kunden, wiederholt Ihr Angebot zu kaufen?
    • Mit welchen 2 bis 3 Maßnahmen möchten Sie den Kunden an Ihr Unternehmen binden (z. B. Bonuskarte, Bester-Preis-Garantie, Abomodell etc.)?

    Das Thema Recht und Steuern ist ein relativ komplexer Teil des Businessplans. Am besten gehen Sie
    bei der Erstellung dieses Kapitels Schritt für Schritt voran. Beginnen Sie damit, mögliche Genehmigungen für Ihre Gründung zu notieren, und arbeiten Sie sich dann langsam zur Rechtsform vor.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welche Rechtsform soll Ihr Unternehmen haben?
    • Welchen Firmennamen soll das Unternehmen haben und wann soll es gegründet werden?
    • Bei Teamgründungen: Wie sehen die Beteiligungsverhältnisse aus?
    • Welche Genehmigungen, Lizenzen sind vorhanden bzw. müssen beantragt werden?
    • Welche Schutzrechte müssen Sie ggf. anmelden (Patent, Markenschutz etc.)?

    Nach den rechtlichen Aspekten geht es nun um die Organisation Ihres Betriebs. Prozesse müssen
    beschrieben werden, Strukturen aufgezeichnet und Personal eingestellt werden. Je nach
    Geschäftsmodell ist die Betriebsorganisation einer der wichtigsten Bereiche des Businessplans. Starten Sie jedoch als Einzelunternehmen ohne Mitarbeiter, wird dieser Gliederungspunkt in Ihrem Businessplan vermutlich weniger Platz einnehmen. Schreiben Sie Ihren Businessplan für das Arbeitsamt, stellen Sie den Abschnitt zum Gründer noch vor Ihre Geschäftsidee.

    Leitfragen & Checkliste

    • Wer kümmert sich um welche Aufgaben (z. B. Management, Finanzen, Vertrieb, Administration etc.)?
    • Wollen Sie Personal einstellen?
    • Wie finden Sie neue Mitarbeiter?
    • Wie viele Mitarbeiter werden Sie ggf. in 3 Jahren haben?
    • Wie sieht das Organigramm zum Start aus, wie kann die Organisationsstruktur ggf. in 3 Jahren aussehen?

    Schreiben Sie Ihren Businessplan für die Bank oder für Investoren, ist dieses Kapitel das womöglich wichtigste. Nachdem Sie in den vorherigen Kapiteln gezeigt haben, womit und wie Sie Geld verdienen wollen, geht es nun darum, diese Überlegungen und Prognosen in Zahlen umzuwandeln. Aus diesen Zahlen lässt sich dann wiederum ableiten, ob Ihre Geschäftsidee wirklich tragfähig ist und sich auch auf lange Sicht lohnen wird.

    Leitfaden & Checkliste

    • Wie sieht das Ertragsmodell aus, wie verdienen Sie Geld?
    • Wie entwickelt sich der Kundenstamm, wie häufig kaufen Ihre Kunden bei Ihnen?
    • Gibt es saisonale Schwankungen, die Sie berücksichtigen sollten?
    • Mit wie vielen Monaten Anlaufphase rechnen Sie?
    • Welchen Nettoumsatz erzielen Sie pro Monat?
    • Mit welchen monatlichen Betriebskosten (z. B. Miete, Reisekosten etc.) rechnen Sie?
    • Welche Investitionen sind für den Unternehmensstart geplant?
    • Haben Sie an unterschiedliche Zahlungsfristen, Zahlungsausfälle und anfallende Steuern gedacht?
    • Wie viel Eigenkapital bringen Sie und ggf. Ihre Mitgründer ins Unternehmen ein?
    • Ab wann werden Sie profitabel arbeiten?

    Die SWOT-Analyse ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Businessplans und daher ein Muss für die Businessplan-Gliederung. Sie zeigt Stärken und Schwächen einer Gründung, wie die Chancen stehen und wo Risiken lauern und daher auch für Banken und Investoren interessant. Die SWOT-Analyse beginnen Sie stets mit sich selbst. Ziel der SWOT-Analyse ist es, aufzuzeigen, wie Sie mit Risiken und Schwächen umgehen wollen.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welche Stärken haben Sie im Vergleich zum Wettbewerb?
    • Welche Schwächen weist Ihr Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb auf?
    • Welche wichtigen Trends, die für Ihre Branche relevant sind, haben Sie identifiziert (z. B. Digitalisierung, Preisdruck etc.)?
    • Welche Chancen könnten sich aufgrund dieser Trends und Ihrer Stärken für das Unternehmen ergeben?
    • Was sind Ihrer Einschätzung nach die 3 bis 5 größten Risiken für Ihr Unternehmen?
    • Wie würden sich diese Risiken auf das Unternehmen auswirken, sofern sie eintreffen?
    • Welche Risiken möchten Sie durch welche Maßnahmen wie minimieren?

    Die Executive Summary ist eine etwa eine Seite lange, prägnante Zusammenfassung des Businessplans und somit Ihrer Geschäftsidee. Sie wird ganz zum Schluss verfasst, weil Sie erst nach Abschluss von Business- und Finanzplan einen allumfassenden Einblick in Ihr Vorhaben haben und nun wissen, wie Sie mit Schwächen und Risiken umgehen werden. Wenn Sie den Businessplan für Geldgeber oder Förderer schreiben, ist die Executive Summary noch einmal wichtiger. Oftmals lesen Dritte ausschließlich die Executive Summary und entscheiden erst danach, ob sie weiterlesen möchten. Deshalb kann es sich lohnen, einen Businessplan-Berater zurate zu ziehen, wenn Sie Ihren Businessplan schreiben.

    Leitfragen & Checkliste

    • Welches zentrale Kundenproblem löst Ihr Unternehmen?
    • Was ist das wichtigste, für den Kunden relevante, Alleinstellungsmerkmal?
    • Was machen Sie besser als Ihre Mitbewerber?
    • Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 10 Jahren?
    • Welche Marktposition werden Sie langfristig haben?
    • Wie würden Sie Ihr visionäres Ziel beschreiben?

    6. Mit Leitfaden oder Tool zum Ziel

    Bei der Businessplanerstellung kommt es nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf das Drumherum: Ist ein Deckblatt mit allen wichtigen Informationen vorhanden? Ist das Businessplan-Layout einheitlich und gut lesbar? Enthält der Anhang ausschließlich relevante Inhalte? Und wie sieht die Struktur aus – ist der Businessplan-Inhalt übersichtlich aufbereitet und entspricht der bewährten Businessplan-Gliederung?

    Wenn Gründer einen Businessplan schreiben wollen, der all diesen Kriterien entspricht und die gängigen Anforderungen erfüllt, geben wir ihnen ein Businessplan-Tool an die Hand, das sie komplett kostenfrei nutzen können. Dort finden Sie Leitfragen und Beispiele zu jedem Kapitel.

    Unser Businessplan-Leitfaden zum Ausdrucken fasst Ihnen noch einmal alle wichtigen Aspekte rund um die Businessplanerstellung übersichtlich und kompakt zusammen.

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    Häufige Fragen

    Ein Businessplan kann von Gründer zu Gründer unterschiedlich aussehen, wichtig ist jedoch die Gliederung mit allen relevanten Kapiteln. Zudem sollten Design und Layout professionell gehalten werden und zur Corporate Identity passen.

    Der klassische Businessplan besteht aus drei Elementen: einem Deckblatt, dem Text- und Zahlenteil und dem Anhang, in dem wichtige Informationen zum Vorhaben gebündelt werden.

    Die Gliederung kann variieren, allerdings sollte der bewährten Gliederung mit Kapiteln wie Geschäftsidee, Zielgruppe und SWOT-Analyse gefolgt werden.