Gesundheit und Produktivität Tag des Schlafes: Diese 6 Schlaf-Fehler bremsen Gründer aus

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Am 21. Juni ist Tag des Schlafes. Für Gründer geht es dabei nicht nur um Müdigkeit, sondern um Fokus, Energie und bessere Entscheidungen. Diese folgenden 6 Fehler sorgen dafür, dass viele Selbstständige nachts wachliegen. Wir zeigen, was hilft.

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Mann schläft mit Kopf auf Schreibtisch
Offene Entscheidungen, ständige Erreichbarkeit und fehlende Pausen sorgen für unruhige Nächte. Schlechter Schlaf bringt dauerhafte Erschöpfung. Bild: Vitaly Gariev / Pexels.

Fehler 1: Hustle Culture

"Schlafen kann ich später." Kaum ein Satz klingt in der Gründerszene so sehr nach Ehrgeiz und Einsatz wie dieser. Genau das macht ihn gefährlich.

Denn Gründer treffen täglich Entscheidungen mit Folgen:

  • Wen stelle ich ein?
  • Wo investiere ich?
  • Welche Krise hat Priorität?

Irgendwann kippen adrenalingetriebene Arbeitsstunden in lange Arbeitstage im Hamsterrad. Dann ist wenig Schlaf kein Zeichen von Stärke mehr, sondern ein Warnsignal.

Jeff Bezos erklärte 2018 beim Economic Club of Washington, warum er acht Stunden Schlaf priorisiert: Führungskräfte würden nicht für möglichst viele Entscheidungen bezahlt, sondern für wenige Entscheidungen in hoher Qualität.

Was hilft

Schlaf zum Teil der Leistungsstrategie machen. Denn Schlaf ist eine unternehmerischen Qualität.

Fehler 2: Bildschirmzeit

Viele sprechen beim Smartphone im Schlafzimmer über Blaulicht. Für Selbstständige ist aber etwas anderes oft gefährlicher: der Inhalt.

Eine Slack-Nachricht. Eine Mail vom Kunden. Ein LinkedIn-Kommentar. Ein Blick in die Umsatzzahlen. "Ich wollte ja nur kurz schauen." Und schon beginnt das Problem des Nicht-Abschaltens. .

Was hilft

  • Smartphone physisch aus dem Schlafzimmer verbannen. 
  • Einfachen Wecker statt Smartphone nutzen.
  • Feste Uhrzeit festlegen, ab der keine Arbeitsmails, Chats, Dashboards oder Social-Media-Kommentare mehr geöffnet werden.
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Fehler 3: Müdigkeit mit Erschöpfung verwechseln

Viele Gründer sagen: "Ich bin einfach müde." Wenn Müdigkeit dauerhaft anhält, kann mehr als eine zu kurze Nacht dahinterstecken. 

Wenn ein Gründer über Wochen zu viele Entscheidungen trifft, zu wenig delegiert und ständig erreichbar ist, reicht eine bessere Abendroutine allein nicht aus. Dann ist nicht nur die Nacht das Problem, sondern der Tag falsch strukturiert.

Was hilft

Nicht nur auf die Schlafenszeit, sondern auf den Arbeitstag schauen:

  • Welche Termine können weg?
  • Welche Entscheidungen müssen nicht selbst getroffen werden?
  • Welche Aufgaben können vorbereitet, automatisiert oder delegiert werden?

Fehler 4: Schlaf wird zum nächsten Gründer-Projekt

Gründer lieben Optimierung: Conversion Rate, Cashflow, Prozesse, Marketingkanäle, Produktivität. Ein neuer Trend macht selbst den Schlaf zum Optimierungsprojekt – mit Schlaftrackern, Apps, Scores, Supplements, Atemtechniken, Spezialkissen und Biohacking-Tipps.

Genau hier lohnt ein Blick auf die Forschung. Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums des Pfalzklinikums Klingenmünster, warnt vor zu großem Vertrauen in Schlaftracker. Viele Geräte könnten die Schlafdauer brauchbar erfassen, Schlafphasen und kurze Weckreaktionen aber nicht verlässlich bestimmen.

Das kann neuen Stress erzeugen. Dann gibt es ein weiteres Dashboard, noch einen Score und noch mehr Werte, die scheinbar performen müssen.

Und abends im Bett kreisen die Gedanken um den Schlaf: Hoffentlich schlafe ich heute gut. Was mache ich, wenn ich nicht gut schlafe? Ich muss doch morgen fit sein. 

Weeß bringt das Problem auf den Punkt: "Je mehr ich mich mit dem eigenen Schlaf beschäftige, desto angespannter werde ich – und Anspannung ist der Feind des Schlafes."

Was hilft

Komplexität reduzieren. Hilfreicher sind stabile Gewohnheiten: ähnliche Aufstehzeiten, Tageslicht am Morgen, Bewegung und eine klare Grenze zwischen Arbeit und Nacht.

Fehler 5: Kaffee rettet den Nachmittag und sabotiert den Abend

Der Nachmittag ist für viele Gründer der kritische Moment. Nach dem Mittagessen sinkt die Konzentration. Der nächste Call wartet. Die To-do-Liste ist noch lang.

Also kommt der Espresso, der dritte Kaffee oder ein Energy-Drink. Kurzfristig funktioniert das.

Die Quittung kommt später: Koffein wirkt länger, als es sich anfühlt. Wer nachmittags noch Kaffee trinkt, kann abends unruhiger sein.

Was hilft

  • Persönliche Koffeingrenze ermitteln.
  • Eine Woche lang nach 14 Uhr keine koffeinhaltigen Getränke konsumieren.
  • Prüfen: Schlafe ich besser ein? Wache ich seltener auf? Bin ich morgens klarer?
  • Wenn ja: Koffein am Nachmittag dauerhaft reduzieren. 

Fehler 6: Mit offenen Entscheidungen ins Bett

Es sind selten nur Aufgaben, die Gründer wachhalten. 

Es sind offene Entscheidungen und Krisensituationen: Soll ich den Kunden halten oder gehen lassen? Reicht die Liquidität? Muss ich die Preise erhöhen?

Solche Fragen verschwinden nicht, nur weil das Licht ausgeht. Was tagsüber eine schwierige Entscheidung war, fühlt sich um 3 Uhr morgens existenziell an.

Was hilft

  • Kurzer Check vor dem Feierabend.
  • Aufschreiben, was noch offen ist.
  • Zu jedem wichtigen Punkt den nächsten konkreten Schritt notieren.

Nicht "Finanzplanung klären" schreiben, sondern "Morgen um 9 Uhr Liquiditätsübersicht aktualisieren und drei offene Rechnungen prüfen."

Statt "Mitarbeiterproblem lösen" besser: "Morgen Gespräch für Donnerstag ansetzen und drei konkrete Beispiele vorbereiten."

Das Ziel ist nicht, abends alles zu lösen. Das Ziel ist, dem Kopf zu zeigen: Es ist festgehalten. Es geht morgen weiter.

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