"gelebte Freiheit" Bargeld: Was die Abschaffung für kleine Unternehmen bedeuten würde

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Die Debatte um die Abschaffung von Bargeld hat wieder an Fahrt gewonnen. Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz warnt: "Bargeld ist gelebte Freiheit". Gleichzeitig sinkt der Anteil der Barzahlungen rapide. Für kleine Unternehmer stellt sich die Frage: Ist das ein Risiko oder eröffnet es neue Chancen?

Bargeldzahlung - Vorteile und Nachteile für Unternehmen
Bargeld: Wird es abgeschafft, kann das schwere Konsequenzen für Kleinunternehmen haben.

Bargeldabschaffung: Diese Kosten kommen auf Kleinunternehmer zu

Eine schleichende Abschaffung bedeutet nicht nur weniger Scheine im Umlauf. Sie zeigt sich auch im Rückgang von Geldautomaten und Bankfilialen. Kleine Unternehmen, besonders Kleinstbetriebe, könnten als letzte die Folgen spüren.

Sinkende Bargeldnutzung drückt die Gewinnmargen durch höhere Transaktionsgebühren. Zugleich zwingt sie zur Investition in neue Bezahltechnik mit möglichen Effizienzgewinnen.

Welche Vorteile hat Bargeld?

Bargeld bietet Anonymität und Krisensicherheit. Es lässt sich nicht hacken und funktioniert bei Stromausfällen oder Cyberangriffen. Laut Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz wird Bargeld deshalb "in zehn bis fünfzehn Jahren weiterhin eine zentrale Rolle spielen."

Für viele Kunden bleibt die Barzahlung erste Wahl, vor allem bei kleinen Beträgen, Bezahlung in Cafés, am Kiosk und auf Märkten.

Folgen der schleichenden Bargeldabschaffung

Die schleichende Abschaffung von Bargeld hat längst konkrete Auswirkungen – vor allem im Alltag von Verbrauchern und Unternehmern:

  • Infrastrukturabbau: Die Zahl der Geldautomaten ging deutlich zurück. In manchen Regionen wird der Zugang schon als "ziemlich schwierig" empfunden. Laut Bundesbank-Monatsbericht war ein Anstieg von 6 % (2021) auf 15 % (2023) der Befragten zu verzeichnen.
  • Filialschließungen: Kleinere Bankfilialen schließen, auch weil sich der Unterhalt nicht mehr rechnet.
  • Investitionsdruck: Unternehmer müssen in Zahlungsterminals und Software investieren. Diese Entwicklungen greifen besonders kleine Händler an der Ladenkasse an.
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Bezahlung mit Bargeld auf dem Wochenmarkt
In vielen Cafés, auf Märkten und in kleineren Geschäften ist die Bezahlung mit Bargeld weit verbreitet.

Praxisbeispiel: Bäckerei in Leipzig

Die Bäckerei-Kette Steinecke lässt seit dem 1. Juli in einer Filiale am Ostplatz in Leipzig keine Bargeldzahlung mehr zu. Ein Plakat mit "Bye-bye Bargeld, hallo Karte" begrüßt die Kunden. Es handelt sich zunächst um einen Testlauf.

Begründung der Aktion: Höherer Kartenzahlungsanteil und einfachere Abendabrechnung für die Mitarbeitenden. Viele Stammkunden sind überrascht, manche sogar verärgert.

Bargeldabschaffung: Folgen für Kleinunternehmen

Für kleinere Betriebe mit wenigen Mitarbeitern fehlt oft das Budget für moderne Kassenlösungen. Fachkräfte für IT-Integration sind rar.

Laut Bitkom ordnet sich nur ein Drittel der Unternehmen mit 20–49 Beschäftigten zu den Digital-Vorreitern. Ganze 62 % kleiner Unternehmen erreichen keine grundlegende digitale Intensität bzw. zählen sich eher zu den digitalen Nachzüglern.

Kleinstbetriebe dürften noch schlechter dastehen. Bei Umstellung auf digitale Kassensysteme können die Folgen sein:

  • Höhere Transaktionskosten (bis 1,5 % des Umsatzes) gerade für Kleinstbeträge
  • Zusatzaufwand für Wartung und Updates der Kassensysteme
  • Verlust bargeldaffiner Kunden sowie Stammkunden

Chancen durch die Abschaffung von Papiergeld

Trotz aller Risiken bieten digitale Zahlmethoden auch Chancen für Unternehmen:

  • Echtzeit-Übersicht: Umsätze sind sofort ersichtlich.
  • Automatisierte Buchhaltung: Belege werden digital erfasst.
  • Geringeres Diebstahlrisiko: Kein Bargeldvorrat im Geschäft.
  • Spontankäufe per Mobile Payment: Jeder Deutsche bezahlte 2023 durchschnittlich 304 Mal elektronisch; das ist ein Wachstumstreiber. Unternehmer, die mobile Zahlungen in ihr Angebot integrieren, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil.

Bereit für die Zukunft: 3 Tipps für Gründer und Selbstständige

Wer auf den Wandel vorbereitet sein will, sollte jetzt handeln – diese drei Empfehlungen helfen Gründern und Selbstständigen dabei:

  1. Hybrid-Modell wagen: Behalten Sie Bargeld an der Kasse, bieten Sie digitale Alternativen an und bauen Sie diese bei Erfolg aus.
  2. Kosten genau kalkulieren: Vergleichen Sie Transaktionsgebühren und Leasingkosten für Terminals. Nutzen Sie unseren Kassensystem-Vergleich, um das ideale Kassensystem für Ihr Unternehmen zu finden.
  3. Schulungen durchführen: Bilden Sie sich und Ihre Mitarbeiter im Umgang mit digitalen Abrechnungssystemen fort. Unsere kostenlosen Webinare halten Sie auf dem Laufenden.
Digitale Kassensysteme: Schulung der Mitarbeiter im Café
Digitale Kassensysteme: Vor der Benutzung müssen Mitarbeiter entsprechend geschult werden.

Fazit: Freiheit für Unternehmer und Kunde durch hybride Bezahlstrategien

Die schleichende Bargeldabschaffung ist eine Gratwanderung. Für kleine Unternehmen drohen höhere Kosten und Kundenverluste. Gleichzeitig eröffnen sich Effizienzgewinne und neue Umsatzquellen.

Eine durchdachte, hybride Strategie sichert die Agilität des Unternehmers und bewahrt zugleich die Freiheit seiner Kunden.

Wer weiterhin über spannende Themen rund um Unternehmertum und Selbstständigkeit informiert werden will, kann dem Besser Gründen Podcast auf Spotify folgen und den YouTube-Channel von Für Gründer abonnieren.

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