5 Tipps für den ersten Imagefilm



Ihr wollt euch dynamisch auf eurer Website und in euren Social Media-Kanälen zeigen? Wie wäre es mit einem Imagefilm? Einmal produziert, könnt ihr ihn mehrfach verwenden und teilen. Was aber solltet ihr bei der Produktion eures ersten Imagefilms beachten?

Inhaltsverzeichnis

#1 Beantwortet euch die Frage: Wozu braucht ihr einen Imagefilm?

#2 Nutzt von Anfang an das richtige Equipment

#3 Vergesst Werbung, setzt auf Unterhaltung

#4 An Wettbewerben teilnehmen, die Imagefilme sponsern

#5 Fasst euch kurz

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Storytelling statt Selbstdarstellung: Euer Imagefilm muss Emotionen wecken und sollte keine reine Eigenwerbung sein. (Foto: Unsplash)

#1 Beantwortet euch die Frage: Wozu braucht ihr einen Imagefilm?

Es gibt drei gute Gründe, um einen Imagefilm zu produzieren:

  • Für Pitches bzw. Bewerbungen
  • Als Werbetool für Internet, TV und Kino
  • Für euren Messestand

Wenn ihr keine Absichten in dieser Hinsicht verfolgt, dann hat ein Imagefilm erst einmal keine Priorität. Als bloßes Nice-to-have ist er in der Produktion einfach zu teuer. Schnell kostet dieser nämlich mehrere Tausend Euro, wenn ihr auf Qualität wert legt. Ihr könnt euren Imagefilm aber auch selbst produzieren.

#2 Nutzt von Anfang an das richtige Equipment

In Zeiten von TikTok und Instagram Stories ist die Versuchung groß, das eigene Smartphone aus der Tasche zu ziehen und mal eben schnell ein Video zu drehen.

Die reine Aufnahmequalität kann sich ja auch durchaus sehen lassen: Selbst die Mittelklasse-Smartphones sind inzwischen in der Lage, Videos in Full-HD- oder 4K-Qualität aufzuzeichnen. Doch das allein macht noch keinen professionellen Imagefilm aus. Neben dem Know-how braucht ihr auch einen Grundstock an Ausrüstung.

Wir gehen im Folgenden auf das absolute Basis-Equipment ein. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir hierbei keine einzelnen Geräte vorstellen. Wir wollen euch stattdessen ein allgemeines Startkit für die Imagefilm-Produktion empfehlen.

Ihr benötigt:

  • 2 Kameras
  • Stative / Leitsystem
  • Mikrofone
  • Beleuchtung

Kameras

Wenn ihr Interviews dreht, sind zwei Kameras sinnvoll, damit ihr die Szenen aus verschiedenen Perspektiven filmen könnt. Später im Schnitt lassen sich dann die diversen Blickwinkel abwechselnd zusammenschneiden, sodass die Szenen dynamischer und spannender wirken, als wenn ihr sie nur mit einer Kamera gedreht hättet. Für den Einstieg empfehlen wir euch eine Spiegelreflexkamera im Mittelklassebereich zwischen 500 und 700 Euro.

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Eine Spiegelreflexkamera der Mittelklasse genügt für den Anfang. Freihändige Aufnahmen solltet ihr trotzdem vermeiden, da die Bilder verwackeln. Ein Schulter-Rig, Gimbal oder ein Stativ machen einen deutlichen Unterschied. (Foto: Unsplash)

Damit könnt ihr bereits hochwertige Videos drehen und die Kamera nach und nach aufrüsten, zum Beispiel mit einem Schulter-Rig. Dieser ermöglicht es euch, mit der Kamera zu laufen und sie dabei trotzdem stabil zu halten. Digitale Kinokameras sind natürlich noch professioneller, aber auch wesentlich teurer.

Stative / Leitsystem

Zwar haben zeitgemäße Kameras und Smartphones einen integrierten Bildstabilisator, aber das sollte keine Einladung dazu sein, einen Imagefilm mit dem Aufnahmegerät in der Hand zu drehen. Das Ergebnis kann nur wackelig werden.

Mit Stativen sorgt ihr dafür, dass die Kameras stabil an Ort und Stelle stehen. Ihr könnt auch Schwenks machen, ohne dass die Bilder verwackeln. Auch Smartphones lassen sich auf handelsübliche Stative montieren, die Adapter hierfür kosten nur wenige Euro.

Wenn ihr einen weiteren Schritt gehen möchte, damit die Videos noch besser werden, könnt ihr euch auch einen Gimbal besorgen. Damit könnt ihr komplett wackelfreie Aufnahmen machen und viele Kamerabewegungen ausprobieren, die sonst nicht möglich wären.

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Ein Gimbal bietet euch maximale Mobilität bei gleichzeitig wackelfreien Aufnahmen. (Foto: Unsplash)

Mikrofone

Der Ton wird bei Videoproduktionen oftmals unterschätzt. Das jedoch kann sich in der Postproduktion bitter rächen. Dann zum Beispiel, wenn der Geschäftsführer mit seinem aufgenommenen Zitat kaum zu hören ist. Oder seine Stimme von Hall oder von Hintergrundgeräuschen überlagert wird. Es ist daher riskant, sich allein auf das im Smartphone bzw. in der Kamera verbaute Mikrofon zu verlassen.

Holt euch lieber noch ein externes Mikrofon für jedes Aufnahmegerät dazu. Wir zeigen euch die zwei gängigsten Modelle und wofür sie sich eignen:

Richtmikrofone

Richtmikrofone nehmen Ton zielgerichtet auf und filtern zugleich Störgeräusche. Sie eignen sich damit ideal, um Interviews bzw. Statements aufzuzeichnen. Allerdings sind sie anfällig für Wind und müssen perfekt auf die Geräuschquelle ausgerichtet sein.

Wenn euer Interviewpartner in einem ruhigen Raum sitzt oder steht, könnt ihr ein Richtmikrofon verwenden. Für einen Spaziergang über den windigen Deich eignet es sich nicht, dafür umso mehr für die Aufnahme von Geräuschen wie Wasserplätschern.

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Externe Richtmikrofone für Kameras eigenen sich in geschlossenen Räumen für die Aufzeichnung von Stimmen oder drinnen wie draußen für die gezielte Aufnahme von Geräuschen wie Wasserplätschern oder Uhrenticken. (Foto: Unsplash)

Ansteckmikrofone

Hohe Mobilität und günstiger Preis: Das zeichnet Ansteckmikrofone aus. Allerdings kann es je nach Kleidung schwierig sein, einen geeigneten Ansteckplatz zu finden. Darüber hinaus sind die meisten Ansteckmikrofone kabelgebunden, wobei es inzwischen auch Bluetooth-Alternativen gibt. Hier solltet ihr besonders sorgfältig darauf achten, dass die Synchronisation mit dem jeweiligen Adapter funktioniert.

Ansteckmikrofone liefern eine hervorragende Klangqualität und eigenen sich dank ihres kompakten Designs sowohl für Indoor- wie auch Outdoor-Aufnahmen.

Allgemeine Tipps für Mikrofone

Achtet immer darauf, dass ihr für eure Mikrofone einen Windschutz dazukauft und die Mikrofone mit euren Kameras bzw. Smartphones kompatibel sind. Nichts ist ärgerlicher, als am Drehtag festzustellen, dass sich euer Equipment nicht miteinander verbinden lässt.

Beleuchtung

Als Grundregel ist wichtig: Es muss immer genügend Licht vorhanden sein. Inzwischen gibt es auch Sets mit Softboxen und Anleitungen bei YouTube, dank derer ihr in Minutenschnelle erfahrt, wie ihr diese Sets optimal aufbaut. Und selbstverständlich gibt es im Netz auch jede Menge gute Tipps für den Outdoor-Dreh.

Keine Lust auf all die Techniküberlegungen?

Wenn euch der Aufwand rund um Technik und Produktion zu hoch ist, könnt ihr auch eine Videoproduktionsfirma beauftragen. So könnt ihr euch voll und ganz auf den Aufbau eures Start-ups konzentrieren – vorausgesetzt, ihr habt das Geld für eine externe Videoproduktion übrig.

Stellt sich noch die Frage, warum euer Imagefilm überhaupt professionell produziert sein sollte? Weil ihr mit diesem Marketingwerkzeug Investoren und/oder Kunden von euch überzeugen wollt. Mit wackeligen, unscharfen oder anderweitig amateurhaft gedrehten Bildern wird euch das kaum gelingen.

Eine weitere große Falle ist auch die aufkommende Langeweile beim Zuschauer. Im nächsten Tipp erfahrt ihr, wie ihr diese vermeidet.

#3 Vergesst Werbung, setzt auf Unterhaltung

Ein Kardinalfehler ist es, einen Imagefilm zu werblich zu produzieren. Natürlich soll der Clip ein Marketingtool für euer Start-up sein. Marketing ist aber nicht gleichbedeutend mit Werbung.

Wie spannend findet ihr die Aneinanderreihung von Aufnahmen aus Büroräumen und einem behäbig durch die Werkhalle wandelnden Geschäftsführer? Und spricht es euch wirklich an, wenn ein Gründer über seine Unternehmensvision redet, während er einfach nur an seinem Schreibtisch sitzt?

Mal ehrlich: Das mag eine gewisse Ästhetik haben, aber im Gedächtnis bleiben solche Bilder nicht. Und damit auch nicht eure Marke. Nehmt euch lieber ein Beispiel an erfolgreichem Storytelling.

Das Tool Slack erschien 2013, nur ein Jahr später begeisterte der Imagefilm das Netz. Hier stimmt alles: Ton, Bildqualität, Humor und Story. Wie im Video könnt auch ihr Effekte einbauen, dafür gibt es inzwischen viele Vorlagen und Services. Auch Freelancer können euch solche Effekte für einen günstigen Preis bauen.

Denkt euch eine lustige, spannende oder bewegende Geschichte rund um euer Produkt oder eure Dienstleistung aus und dreht das entsprechende Video dazu. Das kann auch eine Geschichte sein, die im Alltag spielt. Umso besser! Desto einfacher kann der Kunde sich nämlich mit eurer Lösung identifzieren. So unterhält euer Imagefilm nicht nur, ihr schlagt auch eine Brücke zum Verbraucher. Und schon vermeidet ihr die Gefahr langweiliger Werbung.

#4 An Wettbewerben teilnehmen, die Imagefilme sponsern

Einige Gründerwettbewerbe unterstützen Start-ups bei der Produktion von Imagefilmen. So zum Beispiel der Wettbewerb promotion Nordhessen: Hier erhält jeder Preisträger einen professionell produzierten Imagefilm, der auch auf dem YouTube-Kanal von promotion Nordhessen veröffentlicht wird.

Haltet Ausschau nach weiteren Wettbewerben, die euch eine solche Möglichkeit oder ein Preisgeld in Aussicht stellen, mit dem ihr selbst einen Imagefilm produzieren könnt. Eine Übersicht sämtlicher 157 Gründerwettbewerbe in Deutschland findet ihr übrigens in unserem kostenlosen Magazin.

#5 Fasst euch kurz

Eine Datenauswertung des Video-Spezialisten Wistia zeigt, dass Online-Videos mit einer Dauer von maximal einer Minute am besten performen. Danach verlieren die Nutzer drastisch das Interessse.

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Eine Auswertung des Video-Spezialisten Wistia zeigt eindrücklich, wie schnell das Interesse der Nutzer an einem Video abnimmt, je länger sie werden. (Quelle: Wistia.com)

Da Imagefilme in Zeiten der Digitalisierung vor allem im Netz eine Rolle spielen, solltet ihr dieses Nutzungsverhalten ernst nehmen. Also gilt: Je kürzer euer Imagefilm ist, desto besser. Nutzt jede kostbare Sekunde, um Bilder zu zeigen, die interessant und relevant für eure Zielgruppe sind. Streicht im Umkehrschluss jede überflüssige Szene und kürzt ein, wo ihr nur könnt.

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