So findet ein Gründer den besten Steuerberater

Brauchen Gründer einen Steuerberater? Zu Beginn ist die Buchhaltung vielleicht noch überschaubar und mit Vorwissen in steuerlichen Dingen können Steuererklärungen und Abschlüsse noch selbst erstellt werden. Mit wachsendem Geschäftsvolumen wird alles komplizierter. Dann brauchen Unternehmer die professionelle Hilfe eines Steuerberaters. Wir zeigen, wie Gründer und Unternehmer den besten Steuerberater bzw. die beste Steuerkanzlei finden.

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Corona-Krise 2020: Steuersatzsenkung bei der Umsatzsteuer

Aufgrund der Corona-Krise gelten vom 1.07.2020 bis zum 31.12.2020 folgende Mehrwertsteuersätze:

 Aktuelle Umsatzsteuersätzebisher
Regelsteuerssatz16%19%
Ermäßigter Steuersatz5%7%

Für Unternehmen in der Gastronomie gelten folgende Regeln:

 1.7.2020 bis 31.12.20201.1.2021 - 30.6.2021ab 1.7.2021
Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen5%7%19%
Getränke16%19%19%

Denken Sie bei der Umsatzsteuer-Umstellung an folgende Dinge:

  • Ist das Kassensystem angepasst?
  • Sind alle Eingangsrechnungen geprüft?
  • Sind die Rechnungsformulare angepasst?

Möglicherweise sind diese neuen Regelungen ein guter Anlass über eine neues Kassensystem, eine digitale Rechnungssoftware oder eine Buchhaltungslösung nachzudenken.

1. Steuerberater: Ja oder Nein

Ist ein Steuerberater für Gründer unbedingt nötig? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, denn es ist ein Unterschied, ob der Gründer als nebenberuflicher Solopreneur oder als geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH an den Start geht. Der GmbH-Gründer braucht den Steuerberater meist in jedem Fall, der nebenberufliche Solopreneur nicht unbedingt. Ein Blick auf Vorteile und Nachteile schafft Klarheit.

Vorteile eines Steuerberater

Der zwangsläufige Vorteil des Steuerberaters ist, dass er Experte in allen Fragen zu Steuern und Buchhaltung ist. Zu den weiteren Vorteilen zählen:

  • Der Steuerberater vertritt den Unternehmer vor den Finanzbehörden. Er kennt alle Feinheiten und hat häufig guten Kontakt zum Finanzamt und den Betriebsprüfern.
  • Buchhaltung und Jahresabschluss macht der Steuerberater schneller als der Laie und außerdem fehlerfrei.
  • Wer mit dem Steuerberater arbeitet, profitiert von längeren Abgabefristen bei den Steuererklärungen.
  • Macht der Steuerberater einen Fehler, der dem Unternehmer einen Geldschaden verursacht, zahlt seine Vermögensschadenversicherung.

Außerdem ist der Steuerberater Ansprechpartner des Unternehmers in allen wirtschaftlichen Fragen. Häufig übernimmt er die Rolle eines Psychologen oder Beichtvaters.

Nachteile

Ein wesentlicher Nachteil besteht, wenn der Steuerberater dem Unternehmer nichts bringt, weil beispielsweise weniger Steuerersparnisse als Kosten für den Steuerberater entstehen. Eine solche Situation ist beispielsweise bei einem nebenberuflichen Gründer oder bei einem Kleinunternehmer gegeben, wenn das Geschäft vom Umfang her gering ist.

Oft entsteht in der Buchhaltung hoher Aufwand, wenn sich eine Steuerkanzlei beispielsweise noch nicht an Optimierungsmöglichkeiten durch die Digitalisierung angepasst hat. Die Folge ist häufig ein Doppelaufwand, der sich reduzieren ließe.

Vor- und Nachteile abwägen

Sobald die Buchhaltung unübersichtlich wird, weil das Geschäft wächst, braucht ein Unternehmer einen Steuerberater. Auch wenn der Steuerberater vielleicht nicht unbedingt die großen steuerlichen Ersparnisse generiert, so ist die Zusammenarbeit mit ihm eine Absicherung gegen rechtliche und steuerliche Unwägbarkeiten und gegen Fehler, die der Unternehmer als steuerlicher Laie möglicherweise macht. 

Alternativen zum Steuerberater gibt es im Bereich der steuerlichen Beratung keine, sieht man von Steuerjuristen und Wirtschaftsprüfern ab. Im Bereich der Buchhaltung gibt es Dienstleister für die Finanzbuchhaltung, sprich die Buchung der Rechnungen und Belege, und für die Lohnbuchhaltung. Tatsächlich lassen in der Praxis Unternehmer ihre Buchhaltung häufig von Buchhaltungsbüros und die Lohnabrechnung von Lohnbüros durchführen.

Buchhaltung selbst machen und Steuererklärungen selbst abgeben ist nur dann sinnvoll, wenn die Sachlage unkompliziert ist. Wenn das Volumen der zu buchenden Belege gering ist und die steuerlichen Fragen einfach sind. Doch mit wachsendem Geschäftsumfang wird alles sehr schnell komplex und das Risiko, Fehler zu machen, steigt.

2. Steuerberater finden und Tipps für die Auswahl

Früher oder später braucht der Unternehmer einen guten Steuerberater. Wir zeigen Ihnen daher, wie Sie in 4 Schritten den besten Steuerberater für Ihr Unternehmen finden.

Schritt 1: Suchen

Dass die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater Vertrauenssache ist, gilt nach wie vor. Persönliche Empfehlungen von Freunden, Bekannten, dem persönlichen Netzwerk des Unternehmers sind nach wie vor wichtig. Weitere Suchmöglichkeiten sind:

  • Empfehlungen in Businessgruppen im Social Web
  • Lohnsteuerhilfevereine haben häufig Kontakte zu Steuerberatern und können Tipps aussprechen.
  • Regionale Steuerberaterverzeichnisse und die Website des Deutschen Steuerberater-Verbandes
  • Suchdienste im Web wie steuerberaterscout. de oder ageras.de
  • Webauftritte von Buchhaltungsprogrammen listen häufig Steuerberater, die in der Zusammenarbeit auf das jeweilige Buchhaltungsprogramm spezialisiert sind. Darunter befinden sich zum Beispiel der Branchenprimus DATEV und die Buchhaltungslösungen von sevDesk oder lexoffice.

Eine Checklist für die Suche ist empfehlenswert, denn Steuerkanzleien sind häufig auf bestimmte Branchen oder auf bestimmte Dienstleistungen spezialisiert. Unternehmer sollten auch das Impressum der Steuerkanzlei prüfen, insbesondere die Hinweise zu den berufsrechtlichen Regeln sowie zur Berufshaftpflichtversicherung des Beraters bzw. der Steuerkanzlei.

Schritt 2: das Erstgespräch

Die Geschäftsbeziehung mit einem Steuerberater ist langfristiger Natur. Ein Erstgespräch ist daher immer empfehlenswert. Diese Fragen sollten sich Unternehmer stellen:

  • Ist man sich sympathisch?
  • Stimmt der Leistungsumfang?
  • Stimmt die Spezialisierung des Steuerberaters?
  • Passt die Steuerkanzlei zum geplanten Ablauf? Bietet der Steuerberater Beratung und Unterstützung in Sachen digitale Buchhaltung? 

Schritt 3: Konditionen aushandeln

Hat der Unternehmer das Gefühl, dass ein Steuerberater gut zu ihm passen könnte, geht es um die Frage der Konditionen. Dabei sind nicht nur die Steuerberatergebühren wichtig. Diese kann der Unternehmer in den Tabellen zu Steuerberatergebührenverordnung (StBVV) auf Basis seiner unternehmerischen Situation abschätzen. Es geht vor allen Dingen um die Frage, wie die Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei gestaltet werden soll. Wer übernimmt welche Aufgaben, wie wird die Buchhaltung organisiert, wie die Lohnabrechnung, wie groß ist der Anteil der Digitalisierung in der Zusammenarbeit mit der Kanzlei.

In der Regel macht der Steuerberater zunächst ein Angebot, das der Unternehmer aufgreift, eventuell nachverhandelt und dann in einem gemeinsamen Vertrag besiegelt.

Schritt 4: Start der Zusammenarbeit

Jetzt beginnt die Zusammenarbeit. Tools und Schnittstellen werden definiert, dazu gehören Rechnungs- und Buchhaltungsprogramme. Wechselt der Unternehmer von einer Kanzlei zur anderen, ist der Datentransfer wichtig. Außerdem definiert ein guter Steuerberater mit seinem Unternehmerkunden die Art und Weise der monatlichen Reports wie BWA und SUSA sowie Häufigkeit der gemeinsamen Besprechungen im Laufe eines Geschäftsjahres.

3. Aufgaben des Steuerberaters

Was leistet ein Steuerberater? Der folgende Abschnitt zeigt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Aufgaben.

Grundlegende Aufgaben

Der Steuerberater ist grundsätzlich Ansprechpartner des Unternehmers in allen steuerlichen und steuerrechtlichen Fragen und in allen Angelegenheiten zur Buchhaltung. In der Regel bietet seine Steuerkanzlei Dienstleistungen im Bereich Finanzbuchhaltung und Lohnbuchhaltung an. Die Liste der grundlegenden Aufgaben umfasst:

  • Deklarationsberatung: Erstellung von Jahresabschlüssen und von Steuererklärungen. Dies umfasst den handelsrechtlichen Jahresabschluss mit Bilanz und GuV sowie die Gewinnermittlung mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.
  • Gestaltungsberatung: Die Kernfrage lautet hier, wo der Unternehmer Steuern sparen kann. Dabei ist die Beratung nicht nur auf das Unternehmen selbst, sondern auch auf die private Situation des Unternehmers gerichtet.
  • Beratung in steuerlichen und betriebsrechtlichen Angelegenheiten: Ein gutes Beispiel sind hier Fragen zum Umsatzsteuerrecht, beispielsweise im Falle von internationalem E-Commerce. 
  • Erstellung und Bearbeitung der Finanzbuchführung des Unternehmens.
  • Erstellung und Bearbeitung der Lohnbuchhaltung
  • Vertretung vor Finanzbehörden und Gerichten: Der Steuerberater begleitet den Unternehmer bei Betriebsprüfungen und bei Sozialversicherungsprüfungen.
  • Steuerstrafrechtliche und bußgeldrechtliche Beratung: Sollte der Unternehmer wissentliche oder unwissentlich ein Steuerdelikt begangen haben, steht der Steuerberater auch hier zur Seite.

Erweiterte Aufgaben

Daneben verstehen sich viele Steuerberater auch als Unternehmensberater oder Gründungsberater. Mögliche Leistungen sind:

Spezialisierungen eines Steuerberaters

Häufig haben sich Steuerberater auf bestimmte Bereiche spezialisiert. Hier ein paar Beispiele für mögliche fachliche Schwerpunkte:

  • Bestimmte Rechtsformen
  • Bestimmte Branchen und Berufszweige: z.B. Ärzte, Landwirtschaft
  • Internationales Steuerrecht
  • Internationalen E-Commerce

4. Kosten sparen

Was kostet ein Steuerberater? Das Honorar für die Kanzlei ist sicher eine wichtige Frage. Insbesondere für alle Unternehmer, beispielsweise Kleinunternehmer oder nebenberufliche Unternehmer, bei denen die mögliche Steuerersparnis durch den Steuerberater geringer ist als die Kosten, die der Steuerberater verursacht. Die wichtigsten Punkte zum Thema "Steuerberaterkosten" sind:

  • Hat der Steuerberater keine individuellen Vereinbarungen getroffen, gilt die Steuerberatervergütungsordnung (StBVV).
  • Individuelle Vereinbarungen, Stundensätze und Pauschalen müssen schriftlich vereinbart werden.
  • Zusatzkosten können auftreten.
  • Senken Sie Steuerberaterkosten durch optimale Abläufe in der Zusammenarbeit (Stichwort: Digitalisierung).
  • Lohnt sich der Steuerberater? Stellen Sie Kosten möglichen Steuerersparnissen gegenüber. Berücksichtigen Sie dabei auch steuerliche Risiken.

Steuerberatervergütungsordnung (StBVV) als Richtschnur

Die Steuerberatergebührenverordnung ist die Grundlage für die Berechnung der Steuerberaterkosten, wenn der Steuerberater mit dem Unternehmer als Mandanten nichts vereinbart hat. Die StBVV ist ein umfangreiches Regelwerk, das mit dem Ziel erstellt wurde, sämtliche mögliche Gebühren des Steuerberaters oder eine Steuerkanzlei allumfassend zu regeln. So enthält die StBVV Regelungen zur Abrechnung von:

  • Beratungsleistungen für Unternehmer und Privatleute
  • Steuererklärungen
  • Finanzbuchführung und Lohnbuchführung
  • Erstellung von Jahresabschluss und Einnahmen-Überschuss-Rechnung
  • Vertretung des Mandanten bei Betriebsprüfungen und vor dem Finanzgericht

Tabellarische Berechnungen der Steuerberaterkosten

Für viele Leistungen des Steuerberaters gibt es sogenannte Tabellen, mit denen der Unternehmer die möglichen Kosten berechnen kann. Ausgangspunkt ist stets der Gegenstandswert, das ist beim Unternehmer in der Regel der Jahresumsatz seines Unternehmens. In den Tabellen sind den Gegenstandswerten entsprechende Abrechnungswerte (die sogenannte volle Gebühr) zugeordnet. Jeder Leistung des Steuerberaters sind Mindest- und Höchstsätze zugeordnet. So erfolgt die grundsätzliche Berechnung:

  • Gegenstandswert bestimmen: z.B. 500.000 € Umsatz des Unternehmens
  • Die Steuerberaterleistung in der StBVV suchen, z.B. die Erstellung eines Jahresabschluss, geregelt in §35 StBVV.
  • Minimalen und maximalen Gebührensatz in Erfahrung bringen, z.B. Aufstellung von Bilanz und GuV; hier gibt es laut aktueller StBVV Gebührensätze zwischen 10/10 und 40/10 der Maximalgebühr.
  • Gebührenrahmen anhand der Tabelle berechnen, sprich den Minimalwert und den Maximalwert; im Falle des Jahresabschluss benötigt der Unternehmer die Tabelle B für Steuerberaterleistung im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss.

Die folgende Tabelle veranschaulicht dieses Beispiel:

LeistungGegenstandswertVolle GebührMindest- und HöchstsatzMindestgebührHöchstgebühr
Jahresabschluss mit Bilanz u. GuV (§35 StBVV)500.000 €701 € laut Tabelle B10/10 bis 40/10701 €2.804 €
Monatliche Buchführung (§33 StBVV)500.000 €431 € laut Tabelle A2/10 bis 12/1086,20 €517,20 €

 

Berechnung von Leistungen mit Stückpauschalen

Im Bereich der Lohnabrechnung (§34 StBVV) wird mit Stückpauschalen gearbeitet. Auch hier gibt es Minimal- und Maximalwerte. Aktuell sind dies:

  • 5 € bis 16 € pro Mitarbeiter für die Ersteinrichtung der Lohnbuchhaltung
  • 5 € bis 25€ pro Mitarbeiter für die laufende Lohnbuchhaltung.

Berechnung von Zeitgebühren

Die Zeitgebühren sind in § 13 StBVV geregelt. Sie betragen 30 € bis 70 € pro angefangene halbe Stunde einer Tätigkeit. Zeitgebühren gibt es beispielsweise für:

  • Einrichtung einer Buchführung beim Mandanten (§32 StBVV)
  • Begleitung von Betriebsprüfungen (§29 StBVV)
  • Prüfung von Steuerbescheiden (§28 StBVV)

Berechnung von Porto- und Telefonkosten und sonstige Pauschalen

Darüber hinaus sieht die StBVV vor, dass der Steuerberater seinem Mandanten entstandene Verwaltungskosten wie Porto- und Telefonkosten (§16 StBVV) sowie Kosten für die Erstellung von Dokumenten in Rechnung stellen darf.

Der Umgang mit der StBVV ist für juristische Laien eher verwirrend. Daher gibt es auch Steuerberaterrechner im Web, mit denen der Unternehmer Steuerberaterkosten abschätzen kann.

Individuelle Vereinbarungen der Vergütung

Von der Steuerberatervergütungsordnung kann der Steuerberater nur dann abweichen, wenn er das mit seinem Mandanten, dem Unternehmer, vereinbart hat. Grundsätzlich sollte der Unternehmer prüfen, ob die Abweichungen bei Individualvereinbarungen gravierend sind. Häufig werden gerade für wiederkehrende Tätigkeiten Pauschalen vereinbart, beispielsweise im Bereich der Finanzbuchhaltung oder der Lohnbuchhaltung. In der Lohnbuchhaltung sind Stückpauschalen üblich, das heißt, pro Mitarbeiter wird für die Lohn- und Gehaltsabrechnung ein bestimmter Betrag vereinbart.

In der Praxis orientieren sich aber schriftliche Honorarvereinbarungen an den Werten der StBVV und dienen hier eher dazu, von vorneherein Klarheit zu schaffen, was die Gebühren angeht.

Zusammenarbeit optimieren

Die Steuerberaterkosten können durch Digitalisierung gesenkt werden. Wer seine Buchhaltungsunterlagen unsortiert in einem Schuhkarton übergibt, zahlt mehr als der Unternehmer, der einen Großteil seiner Belege digital an den Steuerberater weiterleitet. Auch hier findet ein aufmerksamer Leser der StBVV Hinweise, dass sich in diesen Fällen die vorgeschriebenen Kosten zum Teil halbieren. Optimierung der Zusammenarbeit durch Digitalisierung ist das Stichwort, um Steuerberaterkosten zu senken. Wir empfehlen daher:

  • Nehmen Sie die Arbeiten ab, die Sie im Büro leicht erledigen können. Zum Beispiel Rechnungen abgleichen, sowohl Rechnungen an den Kunden als auch Rechnungen, die Sie bezahlen müssen. Ein gutes Hilfsmittel ist hier ein gutes Buchhaltungsprogramm.
  • Nutzen Sie Digitale Schnittstellen: Steuerkanzleien arbeiten sehr gerne mit digitalen Austauschplattformen (DATEV Unternehmer online). Von Vorteil ist auch, wenn Sie dem Steuerberater einen Zugriff auf ihr Buchhaltungsprogramm ermöglichen.

Je mehr Belege Sie digital übermitteln können, desto günstiger die Zusammenarbeit. Denken Sie bei der Kostenbetrachtung auch an den zeitlichen Aufwand in Ihrem Büro, den ein durchdachter digitalisierter Ablauf reduzieren kann. Komplizierte Fälle und Buchungen sollten Sie aber dem Steuerberater überlassen.

Lohnt sich der Steuerberater?

Wenn mögliche Steuereinsparungen geringer sind als die Steuerberaterkosten, kann sich ein Unternehmer überlegen, auf die Dienstleistungen einer Steuerkanzlei zu verzichten. Um das herauszufinden, nutzen manche Unternehmer Steuerberaterkalkulatoren. Allerdings ist der Steuerberater auch eine Art Versicherung gegen Fallen im Steuerrecht, in die der Laie ohne Hilfe eines Steuerbüros hineintappen würde. Wer sich in Sachen Buchhaltung und Steuern nicht oder nur teilweise auskennt, macht auch leichter Fehler. Diese Fehler können teuer oder sogar strafrechtlich relevant werden, denn Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Insofern sind die Steuerberaterkosten auch eine Art Versicherungsprämie gegen Fehler und Verstöße gegen steuerliche Richtlinien, die ein Unternehmer unwissentlich macht.

5. Tools in der Zusammenarbeit mit dem Steuerberater

Unternehmer sind gut beraten, für die Zusammenarbeit mit einem Steuerbüro auf geeignete Tools zu setzen. Dazu zählen Rechnungssoftware, Buchhaltungssoftware und Buchhaltungsschnittstellen von ERP-Systemen oder Kassensystemen. Auch Dokumentenmanagementsysteme können helfen. Um das zu verstehen, zeigen wir Ihnen kurz die üblichen Berührungspunkte zwischen dem Unternehmer und seinem Steuerberater.

  • Monatliche Meldung der Löhne und Gehälter an den Steuerberater
  • Monatliche oder quartalsweise Abgabe der Buchhaltungsunterlagen an die Steuerkanzlei zur Aktualisierung der Buchhaltungsdaten und für die Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldung
  • Monatliche oder quartalsweise Übergabe von BWA und SUSA an den Unternehmer
  • Monatliche Übergabe der Lohn-Unterlagen an den Unternehmer

Wir zeigen Ihnen jetzt, wie geeignete Tools diese Zusammenarbeit unterstützen.

ToolWas leistet es in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmer und Steuerberater?
BuchhaltungsprogrammeErstellung von Rechnungen sowie Buchung und Digitalisierung von Ausgabebelegen; außerdem Übergabe bereits vorabgestimmter Bankdaten
RechnungsprogrammeDer Schwerpunkt liegt hier auf der Erstellung und Übergabe von Rechnungen
KassensystemÜbergabe von Kassenumsätzen an den Steuerberater
WarenwirtschaftÜbergabe von Warenrechnungen und Beständen an den Steuerberater
LohnprogrammeÜbergabe von Lohndaten an den Steuerberater
Austauschplattformen wie DATEV Unternehmen Online oder DATEV Arbeitnehmer onlineHier tauschen Steuerberater und Unternehmer Belege, Buchhaltungsunterlagen, BWAs und Auswertungen sowie Unterlagen für die Erstellung der Jahresabschlüsse aus. Auch Lohnunterlagen können sich Mitarbeiter einzeln abholen.

Die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmer und Steuerberater mit Hilfe digitaler Tools ist wesentlich für einen kostengünstigen und reibungslosen Ablauf. Die Zeiten, in denen Unternehmer Buchhaltungsunterlagen per Pendelordner übergeben haben, neigen sich dem Ende zu. Die Digitalisierung hilft dabei, dass Buchhaltungsabläufe schnell, unkompliziert und fehlerfrei ablaufen.

Allerdings steckt hier der Teufel im Detail. Eine gute Abstimmung und Vorbesprechung der regelmäßigen Zusammenarbeit ist dringend geboten, wenn Sie als Unternehmer oder Gründer einen Steuerberater wählen. Bei der Wahl eines Steuerberaters sollten Sie in jedem Fall darauf achten, dass sich die Kanzlei als digitale Kanzlei präsentiert. Denn im Kreise alteingesessener Steuerkanzleien gibt es manchen Traditionalisten, für den die Digitalisierung ein rotes Tuch ist.

6. Steuerberater wechseln

Wer als Unternehmer oder Mandant mit seinem Steuerberater unzufrieden ist, kann ihn jederzeit wechseln. Möglicherweise muss der Unternehmer Kündigungsfristen einhalten, sofern solche vereinbart sind. Das ist natürlich auch sinnvoll. Denn der neue Steuerberater muss sich ja auf den neuen Mandanten vorbereiten können. Entscheidend ist der Datentransfer. Das ist aber in der Regel unproblematisch, speziell dann, wenn beide Steuerkanzleien, die alte und die neue, mit dem gleichen Buchhaltungssystem arbeiten, beispielsweise mit DATEV.

Eine Nachbearbeitung von Buchhaltungsdaten ist in der Regel nicht notwendig, wenn die Konten vom Steuerbüro des Vorgängers ordentlich bebucht wurden. Der Vorgänger wird von der Kündigung bzw. von dem Wechsel möglicherweise nicht begeistert sein, er wird sich aber in der Regel kooperativ verhalten. Eine wichtige Voraussetzung ist sicherlich, dass der Unternehmer alle Rechnungen des vorherigen Steuerberaters bezahlt hat.

7. FAQs zu Steuerberater, Steuerbüro und Steuerkanzlei

Ein Wechsel des Steuerberaters oder Steuerbüros geht jederzeit. Wichtig ist die Frage des Transfers der steuerlichen Daten und sämtlicher Buchhaltungsdaten des Unternehmers. Die Rechnungen für den bisherigen Steuerberater müssen bezahlt sein.

Der Transfer der Daten ist auch in dem Fall wichtig, wenn Sie als Unternehmer bisher ohne Steuerberater gearbeitet haben. Je besser die Daten aufbereitet, desto einfacher das Setup der Zusammenarbeit.

Wenn die Vertrauensbasis nicht mehr vorhanden und wenn der Unternehmer unzufrieden ist, sollte er den Steuerberater wechseln. Ein weiterer wichtiger Punkt ist gegeben, wenn der Steuerberater das Geschäftsmodell seines Mandanten nicht mehr bedienen kann. Wenn er beispielsweise die komplizierten Regeln zum Onlinehandel in der EU nicht souverän beherrscht.  Ein Gespräch mit dem Steuerberater vor der Kündigung ist dabei sicherlich sinnvoll.

Dass der Steuerberater die steuerlichen Vorschriften für eine GmbH kennt, ist Grundvoraussetzung. Eine weitere Selbstverständlichkeit sind die doppelte Buchführung und der Jahresabschluss mit Bilanz und GuV. Für große GmbHs benötigt der Steuerberater einen Wirtschaftsprüfer als Kooperationspartner. Hier empfehlen sich Kanzleien, in denen auch Wirtschaftsprüfer tätig sind. Wichtig in der steuerlichen Beratung ist nicht nur die Beratung für die GmbH selbst, sondern auch die Betreuung der steuerlichen Angelegenheiten der Gesellschafter und der Geschäftsführer als Privatpersonen. Häufig moderiert der Steuerberater in einer GmbH auch die Gesellschafterversammlungen.

Viele Steuerberater sind auf lokale Einzelhändler oder Gastronomen spezialisiert. Wer Ärzte als Mandanten hat, braucht Kenntnisse in Spezialfragen, zum Beispiel zu den Abrechnungsthemen mit den Krankenkassen. Auch in der Landwirtschaft gibt es spezielle Buchführungsvorschriften, die ein auf Landwirte spezialisierter Steuerberater kennen muss.

Ja, das stimmt zum Teil. Die zunehmende Digitalisierung wird diesen möglicherweise nivellieren. Speziell, weil bestimmte Prüfungsvorgänge ebenfalls digital durchgeführt werden. Aber gerade im Punkt Betriebsprüfung ist es aktuell noch gut, wenn der Steuerberater die lokalen Verhältnisse in den zuständigen Finanzämtern kennt.

Der Steuerberater haftet für Fehlbuchungen, Fristversäumnisse, Falschberatung und fehlerhafte Ratschläge. Entsteht dem Unternehmer als Mandant dabei ein finanzieller Schaden, springt die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung des Steuerberaters ein.

Ein Steuerberater für den E-Commerce braucht umfassende Kenntnisse im internationalen Umsatzsteuerrecht, insbesondere im Bereich Umsatzsteuer. Auch die Buchung typischer Onlinezahlungsarten, wie zum Beispiel PayPal, dürfen nicht zum Problem werden. Eine digitale Ausrichtung der Steuerkanzlei sollte gegeben sein, weil sich damit solche Buchungsprozesse automatisieren lassen.

8. Fazit: Steuerberater als digitale Steuerkanzlei

Je komplexer und umfangreicher die Buchhaltung, je komplizierter die Rechtsform und je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto sinnvoller ist die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater. Gleiches gilt, wenn der Unternehmer in seinem Privatbereich mit steuerlich relevanten Sachverhalten zu tun hat, beispielsweise mit vermietetem Immobilienbesitz. Selbst wenn die Steuerberaterkosten die Steuerersparnis übersteigen, ist die Zusammenarbeit sinnvoll, denn der Steuerberater sichert den Unternehmer gegen Fehler in steuerlichen Angelegenheiten ab. Auch die verlängerten Abgabefristen für die Steuererklärungen sprechen für eine Zusammenarbeit.

Der Unternehmer sollte sich bei der Suche nach dem besten Steuerberater Gedanken darüber machen, welche Beratungsleistungen er in Anspruch nehmen will und welche Spezialisierung er benötigt. Der E-Commerce Unternehmer braucht beispielsweise einen Steuerberater, der in Fragen des EU-Umsatzsteuerrechts versiert ist. Empfehlenswert ist in jedem Falle eine digitale Steuerkanzlei, die den Austausch der Buchhaltungsunterlagen digital vereinfacht. Auch Beratungsqualität, Empathie und die Bereitschaft, dem Mandanten ein offenes Ohr zu leihen, sind für die Auswahl eines Steuerberaters wichtig. Wichtig ist sicher auch, im Hinblick auf Steuerberaterkosten Klarheit zu schaffen. Am besten den Katalog der Leistungen im Vorfeld definieren, als nichts vereinbaren und dann mühselig in der StBVV die Rechtmäßigkeit der Rechnungsstellung überprüfen.

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