Mensch bleibt wichtig KI-Studie: Fast 60 % der Arbeit in Deutschland automatisierbar

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Die neue McKinsey-Studie „Agents, robots, and us“ zeigt: Fast 60 Prozent der heutigen Arbeitsstunden in Deutschland gelten technisch bereits als automatisierbar. Vor allem Solo-Selbstständige profitieren davon. Denn moderne KI-Agenten übernehmen zunehmend Aufgaben, für die früher ganze Teams nötig waren.

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Selbstständige an weißem Schreibtisch
Eine McKinsey-Studie zeigt: KI kann viele Arbeitsstunden in Europa automatisieren. Besonders Wissensarbeiter und Selbstständige könnten davon profitieren. Bild: cottonbro studio / Pexels.

Studie: 486 Milliarden USD durch KI bis 2030

Das Beratungsunternehmen McKinsey hat in der Studie "Agents, robots, and us" untersucht, wie KI die Arbeitswelt in Europa verändert.

Das zentrale Ergebnis der Studie: 58 % der heutigen Arbeitsstunden in Europa gelten technisch bereits als automatisierbar.

In Deutschland liegt der Wert mit 59 % sogar leicht über dem Durchschnitt. Bis 2030 könnten dadurch wirtschaftliche Effekte von bis zu 486 Milliarden US-Dollar entstehen.

Gemeint ist damit nicht der vollständige Ersatz von Menschen. Vielmehr übernehmen KI-Agenten einzelne Aufgaben im Hintergrund und entlasten bei wiederkehrender Arbeit.

McKinsey betont dabei einen wichtigen Punkt: Der größte Produktivitätsschub entsteht nicht durch Robotik. Besonders stark betroffen sind wissensbasierte Berufe. Dazu gehören Berater, Freelancer, Coaches und Agenturen.

Wie Solo-Unternehmer von KI profitieren

KI-Agenten übernehmen zunehmend Aufgaben, die früher Zeit, Konzentration und oft zusätzliche Unterstützung gebraucht haben. Sie organisieren Termine, sortieren Postfächer und fassen Gesprächsnotizen zusammen.

Andere Tools erstellen Angebotsentwürfe, analysieren Kundendaten oder bereiten Präsentationen vor. Auch Content-Pläne, Recherchen und Reporting-Prozesse lassen sich heute deutlich stärker automatisieren.

Dadurch verändert sich der Arbeitsalltag vieler Selbstständiger spürbar: weniger operative Kleinarbeit, weniger permanenter Arbeitsstau. Stattdessen entsteht mehr Zeit für Kunden, Strategie und Umsatz. 

Doch die Studie zeigt auch: 86 % der menschlichen Fähigkeiten bleiben auch im KI-Zeitalter relevant. Vor allem Kommunikation, Empathie, Führung und unternehmerische Entscheidungen lassen sich nicht einfach automatisieren.

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"AI Fluency" als nachgefragter Skill

Lange war Wachstum fast immer an zusätzliche Mitarbeiter gekoppelt. Mehr Kunden bedeuteten meist mehr Abstimmung, höhere Kosten und mehr operative Arbeit.

Heute können kleine Unternehmen dank KI Aufgaben steuern, für die früher ganze Teams nötig waren. Statt jede Aufgabe selbst erledigen zu müssen, wird für Selbstständige etwas anderes wichtiger: Die Fähigkeit, Prozesse intelligent aufzubauen und digitale Werkzeuge sinnvoll zu steuern.

Genau darin sieht auch McKinsey den entscheidenden Hebel für Produktivität. Nicht einzelne KI-Tools schaffen den größten Unterschied. Entscheidend sind neue Arbeitsabläufe zwischen Menschen und KI-Agenten.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach sogenannter "AI Fluency" massiv:  Laut McKinsey hat sich die Nachfrage danach in Deutschland seit 2023 versechsfacht. Gemeint ist die Fähigkeit, KI sinnvoll im Arbeitsalltag einzusetzen und zu steuern.

Base44: 80-Millionen-Solo-Unternehmen

Wie stark sich Unternehmertum dadurch verändert, zeigt das KI-Startup Base44. Der israelische Entwickler Maor Shlomo baute das Unternehmen nahezu allein auf.

Innerhalb weniger Monate entwickelte sich daraus ein Multimillionen-Dollar-Business. Im Juni 2025 übernahm Wix.com das Startup für rund 80 Millionen US-Dollar.

In der Tech-Welt gilt der Deal als Symbol für den Trend rund um sogenannte "Solo-Unicorns": Gemeint sind extrem schlanke Unternehmen, die dank KI mit minimalem Personaleinsatz schnell wachsen können.

KI erhöht die Geschwindigkeit, mit der kleine Teams Ideen testen, Produkte entwickeln und Geschäftsmodelle skalieren können. Nicht jeder Selbstständige muss deshalb ein Milliardenunternehmen aufbauen. Aber viele können künftig profitabler arbeiten, unabhängiger werden und mehr Kontrolle über ihre Zeit gewinnen.

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