Eine Krise schweißt zusammen



Auf die Krise reagieren und mit eigenen Lösungen unterstützen: So hat die Hoffmann Dienstleistungen für die werbende Wirtschaft GmbH das letzte Krisenjahr bewältigt. Der Sonderpreisträger Mutmacher des KfW Award Gründen 2020 im Portät.

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Plötzlich leere Auftragsbücher: Tim Karußeit hat die Messebau-Firma Hoffmann mit rund 35 Mitarbeitern kurz vor der Corona-Krise übernommen. Mit innovativen Ideen rettete er sein Unternehmen. (Foto: © Jonas Wresch / KfW 2020)

Schnell und mobil helfen

Die Corona-Krise kam unerwartet und heftig. Dabei trafen die Schließungen einige Branchen besonders hart, darunter auch den Messebau. Doch hat sich die Hoffmann Dienstleistungen für die werbende Wirtschaft GmbH davon nicht unterkriegen lassen. Stattdessen setze das Team um den CEO Tim-Alexander Karußeit auf Innovation in Verbindung mit Erfahrung:

Unsere Messewände als temporäre Lösung für Not- und Kriseneinsätze einzusetzen hat sich mehrfach bewährt. So konnten wir unsere bereits bestehenden Kontakte gleich wieder mobilisieren.

Entstanden sind mobile Behandlungsräume, weiter geht es mit Impfzentren. Dabei seien die Anforderungen ähnlich gelagert wie in den bereits vorhandenen mobilen Lösungen. Es geht um kurzfristig einsetzbare, mobile, flexible Raum-in-Raum-Lösungen, die sich jederzeit wieder schnell rückstandsfrei entfernen lassen und die bauliche Substanz nicht verändern.

Die Zentren sind einfach aufzubauen, da Schritte wie Bohren entfallen.

Mit dem eigenen System hätte hoffmann messebau genau die benötigten Kapazitäten, um schnell die erforderliche Umsetzung zu gewährleisten.

Proaktiv und dynamisch gegen die Corona-Krise

Im von Karußeit geführten Unternehmen wird mitgedacht, das Arbeiten mit Scheuklappen scheint den Mitarbeitern fremd. So schildert Karußeit die Entstehung der Idee:

Die eigenen Mitarbeiter sind so sensibilisiert, dass sie kurz nach der Berichterstattung in den Medien auf mich zugekommen sind, mit der Idee, auch hier zu unterstützen.

Das gab dem Team einen ordentlichen Motivationsschub: Keine 5 Tage hatte es nach der ersten Anfrage bis zur Umsetzung gedauert. Bei den Aufbauten sei der “alte” Messe-Spirit durch das ganze Unternehmen hindurch spürbar gewesen. Dabei spielte die Führung eine wichtige Rolle. Eine Krise schweiße zusammen, wobei die proaktive und dynamische Herangehensweise von Karußeit, die Dinge anzunehmen, die Mitarbeiter mitgezogen hätte, wie auch die Start-up- und Anpack-Mentalität.

Für alle Beteiligten war es dennoch eine komplett neue Situation, nicht nur aufgrund von Corona:

Das Unternehmen kannte keine Krise. Noch nie zuvor stand das Telefon still.

Umso mehr sei es vielleicht eine glückliche Fügung gewesen, dass die Unternehmensführung in genau dieser Situation auf Herrn Karußeit überging, wie Marketingchefin Nicole Türk aus dem Team zu berichten weiß.

Team-Zusammenhalt und der Blick über den Tellerrand

In der schwierigen Zeit waren alle Mitarbeiter im Einsatz und bereit dazu, auch alltagsfremde Tätigkeiten auszuüben. Der Chef selbst fuhr den LKW, so zum Beispiel beim Bau des Behelfskrankenhauses in Hannover auf dem Messegelände. Beim neuen Geschäftsbereich band er alle Mitarbeiter mit ein, durch Workshops, Team-Runden und in einzelnen Personalgesprächen.

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Als Chef beim Aufbau und im LKW fleißig: Tim Karußeit hat mit dem Team kooperiert statt nur delegiert. (Fotos: © Jonas Wresch / KfW 2020)

Karußeit handelte dabei nach einem Grundsatz, der ihm wichtig war und ist:

Die Mitarbeiter sind das Unternehmen.

Das schätzte das Team, wie auch den weiteren Ausbau des Unternehmens, wozu u. a. die digitale Infrastruktur gehört. Dazu konstatiert hoffmann messebau:

Mit Kurzarbeit und 100 Prozent Umsatzrückgang ist das nicht selbstverständlich.

Radikaler Richtungsschwenk und sich gleichzeitig treu bleiben

Der Hoffmann Dienstleistungen für die werbende Wirtschaft GmbH ist es gelungen, ein neues Feld zu bestellen, ohne sich zu weit vom eigenen Acker zu entfernen. Anders ausgedrückt:

Der neue Geschäftsbereich Raum & Handwerk hat nichts mit dem Messe & Eventbau zu tun. Jedoch besteht eine große Schnittmenge und somit Synergie.

Gemeint ist das handwerkliche Können, von der Produktion angefangen über die Technik bis zum hoch qualifizierten Möbeltischler, Monteur, Projektleiter und Designer. Diese Kombination aus  Know-how, Erfahrung und hoher Nachfrage stellte sich als äußerst attraktiv heraus:

Wir haben gemerkt, wie durstig die Kunden nach zuverlässigen und versierten Handwerkern sind. Schon der zeitnahe Rückruf beim Kunden sorgt immer wieder für absolute Begeisterung.

Zugleich bleibt das Team von hoffmann messebau bodenständig und behält klare Köpfe:

Ob wir uns als Unternehmen souveräner aufgestellt fühlen, wird sich mit dem Erfolg zeigen. Neue Bereiche setzen auch ein neues Lernen voraus. Da sind wir von souverän derzeit vielleicht noch ein Stück weit entfernt.

Die Belegschaft sieht dennoch viele Chancen, Kompetenzen über die eigenen Bereiche hinaus zu stärken. So können Mitarbeiter die Krise dazu nutzen, sich weiterzubilden und neue Qualifikationen erlernen.

Die Führung der Hoffmann Dienstleistungen für die werbende Wirtschaft GmbH bleibt also bei ihrer Hands-on-Mentalität:

Stehenbleiben ist für uns keine Option.

Tipps für Unternehmer raus aus der Krise

Tim-Alexander Karußeit ist krisenerprobt:

In meinem ersten Start-up haben wir Kunst für Hotels angeboten und das Unternehmen fast zeitgleich mit der Finanzkrise 2008 aufgebaut. Fast alle Hotel-Projekte wurden gestoppt und uns ist damals wie heute der gesamte Markt weggebrochen.

Gelernt hat er daraus, dass Not erfinderisch macht. Schon damals hätten er und sein Team neue Märkte erschlossen, so, wie sie es heute wieder tun. Eine hohe Affinität zum Vertrieb ist aus seiner Sicht notwendig, um ein neues Unternehmen aufzubauen und ein bestehendes Unternehmen aus der Krise zu führen. Doch die Sales allein führen nicht aus der Krise:

Neben einem Vertriebsgen sollte man als Unternehmer seine Mitarbeiter immer auf dem Weg mitnehmen – durch konsequente Kommunikation und einen kooperativen Führungsstil.

Die zahlreichen Krisen, die er in seinem Unternehmerleben schon durchmachen musste, haben Karußeit ein Stück weit gelassener und auch stärker gemacht. Das prägt auch eine fortschrittliche Haltung für ruhigere Zeiten. So sagt er:

Es lohnt sich meiner Meinung nach immer, ein überschaubares Risiko einzugehen und auch in wirtschaftlich stabilen Zeiten auf ein folgendes Wachstum zu setzen.

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