Die 16 besten Start-ups aus ganz Deutschland



Ausgezeichnet: In diesem Jahr gewannen besonders spannende Start-ups in den Bereichen Nachhaltigkeit, Mobility und Prozessoptimierung. Wir stellen euch die 16 Landessieger, den Bundessieger und den Sonderpreisträger des KfW Award Gründen 2020 vor.

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Der Bundessieger des KfW Award Gründen kommt aus Berlin. ooia hat sich nachhaltigen Produkten für Frauen dem Female Empowerment verschrieben. (Foto: ooia)
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Revolutionäres Bauen, virtuelle Therapie und Busse mit Brennstoffzellen aus dem Norden

Der erste Landessieger ELISE kommt aus Bremen und entwickelt Next-Gen Engineering Software. Mit Algorithmen können so Bauteile für die Luft- und Raumfahrttechnik sowie für die Automotive-Branche konstruiert und bewertet werden, was die Entwickler als Generative Engineering bezeichnen. Vorbild für die innovativen Bauteile ist die Natur. Mit dem 3D-Drucker können die entsprechenden Teile dann an jedem beliebigen Produktionsstandort hergestellt werden.

Sympatient aus Hamburg hat eine digitale Angsttherapie entwickelt – in Zeiten psychischer Mehrbelastung durch Homeoffice, Homeschooling und Quarantäne ist dies auszeichnungswürdig, wie die Jury des KfW Award Gründen fand. Das Verfahren funktioniert nach dem Prinzip der Konfrontationstherapie: Der Patient setzt sich zu Hause eine VR-Brille auf und durchschreitet die angstbesetzte Situation in seinem eigenen Tempo.

Das in Mecklenburg-Vorpommern ansässige DJAMACAT entwickelt ein eigenes Indie-MMO-Spiel. MMO steht für Massive Multiplayer Online (Game). Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang zum Beispiel das MMO-Rollenspiel World of Warcraft. Dass die Entwicklung solcher Spiele auch in Deutschland geht, zeigt DJAMACAT mit seinem Titel AQUARYOUNS, das euch eine allumfassende Spielwelt bietet, in dem Spiele verschiedener Genres in einem einzigartigen Game-Universum stattfinden. Das Prinzip dahinter heißt Crossgaming und bringt Spieler auf dem ganzen Planeten zusammen.

Die Zukunft des ÖPNV beschäftigt Buses4Future aus Niedersachsen. Das Start-up modernisiert den öffentlichen Nahverkehr mit seinen Brennstoffzellen-betriebenen Bussen. Dabei stellt Buses4Future nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch den grünen Wasserstoff mit einer Tankstelle auf dem eigenen Betriebshof zur Verfügung. Die Busse lassen sich auch im Fernverkehr einsetzen, der Tank ist innerhalb von 10 Minuten befüllt und eine Füllung reicht für 400 Kilometer Fahrstrecke.

Bareways aus Schleswig-Holstein sorgt dafür, dass Auto- und LKW-Fahrer ihre Strecken genau kennen – dank der Software-Lösungen des Start-ups. Nutzer erhalten Echtzeit-Daten für Fahrstrecken, die nicht besonders gut ausgebaut sind. Weltweit sind das immerhin 80 Prozent der Straßen und Pfade. Ihr erhaltet Infos zum Bau- und Reparaturzustand der Routen wie auch zu deren Beschaffenheit und den Wetterverhältnissen. Grundlage hierfür ist Machine Learning, mit den Analysen lassen sich auch verwaiste Routen einschätzen, über die es z. B. auf Google Maps nur spärliche Informationen gibt.

Osten: Der Sieger kommt aus der Bundeshauptstadt!

Der Landessieger Berlin ooia (ehemals ooshi) ist zugleich der diesjährige Bundessieger des KfW Awards Gründen. ooia stellt Menstruationsunterwäsche her, welche Flüssigkeit vom Körper wegzieht, aufsaugt und ein Auslaufen verhindert. Dabei kommt ein 3-Schicht-System zum Einsatz: Die erste und körpernächste Schicht besteht aus Merino-Wolle mit einem bakterienhemmenden Wirkstoff. Die zweite Schicht – ebenfalls baktierenhemmend – saugt die Flüssigkeit auf wie ein Schwamm. Schicht Nr. 3 ist undurchlässig für Flüssigkeiten, aber atmungsaktiv. Weiterhin im Sortiment von ooia enthalten sind BHs, Still-BHs, Wetbags etc.

E-Mobilität mit Ladestationen, die vom Stromnetz unabhängig sind: Das ist das Produkt von ME Energy – Liquid Electricity, dem Landessieger aus Brandenburg. E-Autos können dort für eine Strecke von bis zu 300 Kilometern “volltanken”, und das ca. 1/3 günstiger als über das klassische Stromnetz. Die Ladestationen lassen sich mobil auf Parkplätzen oder an anderen zentralen Hotspots aufstellen und können jederzeit umgestellt werden. Damit möchte ME Energy die Ladeinfrastruktur von morgen vorantreiben.

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Keine Sorgen mehr wegen fehlendem Strom: Die Gründer Holger und Alexander von ME Enegery entwickeln Überland-Zapfsäulen für Elektroautos. (Foto: ME Energy)

Der Landessieger Sachsen heißt madebymade und entwickelt Insektenzuchtanlagen, die modular in Schiffscontainern aufgebaut werden. Damit können Insekten, die als hochwertige Proteinquelle für die tierische Ernährung taugen, ortsunabhängig gezüchtet werden. Hierfür werden organische Reststoffe im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft verwertet. Beim Zielprodukt handelt es sich um Proteinmehl, welches einen Proteingehalt von über 40 Prozent aufweist. Weiterhin entstehen bei der Pressung wertvolle Öle, die bei der Tierfütterung ebenfalls weiterverwendet werden können.

DENKweit aus Sachsen-Anhalt widmet sich der Strommessung verschiedenster elektrischer Baugruppen mit neuronalen Netzen. Damit vereinfachen und verbessern sich die Sicherheits- und Qualitätskontrollen in Solarzellen und Batterien für E-Autos. Gemessen wird mit KI-Unterstützung flächig und kontaktlos, was bei bisherigen Verfahren nicht möglich ist. Diese funktionieren nur stichprobenartig und das betreffende elektrische Bauteil muss zerstört werden, um es untersuchen zu können. DENKweit vereinfacht und automatisiert diesen Prozess erheblich.

Die rooom AG aus Thüringen bietet eine Do-it-Yourself-Plattform für die Erstellung von 3D-Inhalten. So lassen sich Produkte dreidimensional erstellen, aber auch ganze virtuelle Räume. Somit ist das Angebot sowohl für Shop-Betreiber als auch für Autohändler und die Immobilienbranche sowie für viele weitere Geschäftsfelder interessant. Für die schnelle, maßstabgetreue Transformation ins Digitale könnt ihr den rooomSCAN auf einem Tablet nutzen. Das Start-up erstellt eine darauf basierende Vorschau mit Beleuchtung und Textur.

Linderung bei Insektenstichen und Fischzucht aus dem Süden

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Schnelle Hilfe gegen Insektenstiche mit dem Smartphone: Kamedi hat ein Hitze-Tool mit USB-Schnittstelle entwickelt. (Foto: Kamedi)

Das Unternehmen Kamedi aus Baden-Württemberg sagt juckenden Insektenstichen den Kampf an: Das Tool lindert schnell und effektiv den Juckreiz, und zwar ohne den Einsatz einer Batterie. Ihr benötigt lediglich ein Android-Smartphone oder iPhone, an das ihr das Produkt via USB anstöpseln könnt. Hinter der Wirkungsweise steckt das wissenschaftliche Prinzip der Hyperthermie: An der Kontaktstelle des heat_it wird Hitze erzeugt, diese wiederum erwärmt die Stichstelle an der Haut, die Histaminausschüttung wird verringert und damit auch der Juckreiz bzw. Schmerz.

Ein neues Zeitalter der Kundenkommunikation läutet e-bot7 aus Bayern ein. Mit einer Conversational-AI-Plattform wird die Kommunikation mit Kunden automatisiert. Dabei übernimmt die KI viele Routine-Aufgaben, überlässt dem Service-Team jedoch die Entscheidung, ob und wann es die Kommunikation übernehmen möchte. So lassen sich Workflows vordefinieren und moderne Self-Service-Funktionen auf der eigenen Unternehmenswebsite integrieren, was Zeit spart und die Kundenzufriedenheit durch schnelle, hilfreiche Antworten steigert.

oculavis SHARE erreichte Platz 4 unserer Top 50 Start-ups-Rankings – und wurde nun von der KfW zum Landessieger Nordrhein-Westfalen gekürt! oculavis entwickelt AR-Remote-Lösungen für den Kundensupport, sprich: Service-Techniker tragen am Einsatzort eine AR-Brille und stehen darüber in direktem Austausch mit der Wartungszentrale. Mittels der intensiven, wechselseitigen und audiovisuellen Kommunikation lassen sich Schäden besser identifizieren und schneller beheben.

Die Blockchain ist das zentrale Thema von Anyblock Analytics aus Rheinland-Pfalz. Die Technologie wurde vor allem in Zusammenhang mit dem Bitcoin bekannt, doch Blockchain kann noch weitaus mehr als Kryptowährung: Die Verwendung und Analyse von Blockchain-Daten revolutioniert die Geschäftswelt der nahen Zukunft. Daher arbeitet Anyblock Analytics daran, Blockchain-Lösungen in Businessprozesse verschiedenster Unternehmen zu integrieren.

Das Start-up SEAWATER Cubes aus dem Saarland hat sich auf die nachhaltige Fischzucht in Aquakulturen spezialisiert. Der hochwertige Cube beherbergt Meeresfische artgerecht, sodass diese auf einer Fläche von 100 m² und einer Besatzmenge von höchstens 7 Tonnen genügend Platz haben. Zugleich werden die Fische ohne Medikamente, Antibiotika, Maschinen oder Wachstumsförderer gezüchtet. Darüber hinaus verkauft das Unternehmen den Fisch aus Eigenzucht.

Blitzschnelle Rettung aus dem Westen

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Mit bis zu 240 km/h bringt der Wingcopter Medikamente und Vakzine an jeden beliebigen Ort. (Foto: Wingcopter)

Wingcopter aus Hessen stellt sogenannte unbemannte eVTOL-Lieferdrohnen her. Dabei handelt es sich um die schnellsten Drohnen der Welt, die Medikamente und Impfstoffe mit einer Geschwindigkeit von bis zu 240 Kilometern pro Stunde transportieren kann. Die Landung erfolgt punktgenau, etwa vor einem Labor oder bei einem Patienten, der dringend ein Notfallmedikament braucht. Die Entwickler des Wingcopter tüfteln bereits weiter an automatischen Ausweichmanövern, sodass Vögel und Stromleitungen für die Drohne bald auch kein Problem mehr darstellen.

Sonderpreisträger des KfW Awards

Stylische Armbänder gibt es von BRACENET, einem Start-up aus Hamburg. Hergestellt werden die Bänder aus Fischernetzen, die in den Weltmeeren verloren gegangen sind und von einer Meeresschutz-Organisation geborgen werden. Anschließend werden sie gereinigt und zu modischen Accessoires weiterverarbeitet. Die Armbänder sind handgefertigte Unikate, wie auch die Schlüsselanhänger, Ringe und Hundeleinen. Für dieses nachhaltige Geschäftsmodell wurde BRACENET mit dem Sonderpreis Social Entrepreneurship gekürt.

Der Sonderpreis Corona geht in diesem Jahr an die hoffmann messe & eventbau. Unter dem Motto Wir trotzen der Krise! hat das Unternehmen mit verschiedensten Vertriebs- und Bauaktionen wie dem Aufbau der ersten Corona-Ambulanzen Deutschlands gezeigt, dass es sich lohnt, auch in schwierigen Zeiten neue Wege zu gehen. Weiterhin unterstützt Hoffmann mit “Personal-Verleih” gebeutelte Betriebe und bietet Raum-in-Raum-Lösungen für Alten-, Pflege- und Seniorenheime.

Der Publikumspreis geht dieses Jahr an oculavis SHARE. oculavis entwickelt IoT-Anwendungen für die Industrie, darunter Wartungsservices mit Augmented Reality, welche die Wartung effizienter, einfacher und kostensparender gestalten. Das Start-up ist eine Ausgründung der Fraunhofer-Gesellschaft und der RWTH Aachen.

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