63 € Deutschlandticket Preiserhöhung 2026: Das müssen Selbstständige und Arbeitgeber wissen

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Das Deutschlandticket wird zum 1. Januar 2026 teurer und kostet 63 €. Für viele Berufspendler, Selbstständige und Gründer ändert sich damit die Kalkulation. Auch stellen sich neue Fragen: Lohnt sich der ÖPNV‑All‑Inclusive‑Pass künftig noch? Und was bedeutet das für Mobilität, Budget und Unternehmenskosten?

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Frau wartet in Berlin auf die U-Bahn
Das Deutschlandticket wird teurer. Selbstständige müssen jetzt nachrechnen, ob sich das Abo für sie noch rentiert. Bild: wal_172619 / Pexels.

Ticket-Preis steigt: Das steckt hinter der Entscheidung

Seit seiner Einführung im Mai 2023 kostete das Deutschlandticket zunächst 49 € pro Monat. Im Januar 2025 wurde der Preis auf 58 € angehoben. Nun soll der Preis ab dem 1. Januar 2026 auf 63 € steigen. Der letzte Aufschlag um 5 € monatlich klingt auf den ersten Blick moderat. Doch in der Summe beträgt die Preiserhöhung seit Marktstart rund 30 %.

Grund für den neuen Preis: Die Verkehrsunternehmen leiden unter stark gestiegenen Kosten für Energie, Personal und Betrieb. Die Finanzierungslücke ist laut Entscheidungsträgern so groß, dass ohne Anpassung Gefahr bestünde, das Angebot dauerhaft vom Markt zu nehmen.

Was bedeutet die Preiserhöhung für Abo‑Kunden?

Steigende Ticketpreise treffen vor allem Selbstständige, Gründer und Pendler, die regelmäßig mit Bus und Bahn unterwegs sind. Wer das Deutschlandticket bisher als unkomplizierte Pauschallösung genutzt hat, muss nun genauer rechnen: Einzelfahrscheine oder 4-Fahrten-Karten könnten günstiger sein.

Ein Einzelfahrschein kostet in Berlin ab 2026 4 €. Wer im Monat nur acht einfache Fahrten benötigt, zahlt damit 32 € und liegt klar unter dem Deutschlandticket für 63 €. Selbst bei zwölf Fahrten bleibt man mit 48 € günstiger. Einzelfahrscheine lohnen sich also, solange die Fahrtenzahl niedrig bleibt.

Die 4-Fahrten-Karte ist noch etwas günstiger: 12,40 € für vier Fahrten entsprechen 3,10 € pro Fahrt. Bis zu 20 Fahrten im Monat kommt man damit auf 62 €  und bleibt knapp unter dem Preis des Deutschlandtickets. Erst ab der 21. Fahrt wird die Pauschale für 63 € zur besseren Wahl.

Wer das Deutschlandticket über ein laufendes Abo nutzt und die Preiserhöhung nicht tragen möchte, kann jeweils bis zum 10. eines Monats kündigen. Das Abo läuft dann zum Ende desselben Monats aus. Wird die Frist bis zu 10. des Monats versäumt, verlängert sich das Ticket automatisch.

Hinweis: DB Region Nordost sowie einige weitere Anbietersetzten von ihren Abonnenten eine aktive Zustimmung zur Preiserhöhung und zur Fortsetzung des Abos auch 2026 voraus. Diese musste bis spätestens 30. November 2025 erfolgen. Ohne diese Zustimmung wird das bestehende Abo in den betroffenen Verbänden automatisch zum 31. Dezember 2025 beendet. 

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Was bedeutet der neue Preis für Mitarbeiter-Benefits?

Die Anhebung des Deutschlandtickets auf 63 € betrifft auch Unternehmen, die das Ticket als Mitarbeiterbenefit vollständig oder teilweise finanzieren. Für Arbeitgeber steigen damit die monatlichen Zuschüsse – je nachdem, wie das Modell bislang ausgestaltet war. Besonders kleinere Betriebe oder junge Start-ups, die mit engen Budgets planen, müssen prüfen, ob sie die bisherigen Konditionen aufrechterhalten können.

Arbeitgeber haben grundsätzlich drei Optionen:

  1. Zuschuss unverändert fortführen: Starkes Signal an Mitarbeiter, aber höhere Fixkosten
  2. Zuschuss anteilig anpassen: z. B. über prozentualen Arbeitgeberanteil
  3. Modell ändern: Ticket nicht mehr voll bezuschussen, sondern stärker auf steuerlich begünstigte Mobilitätsbudgets setzen

Mobilitätsbudgets gelten als flexible Alternative, weil sie mehrere Verkehrsmittel abdecken und Unternehmen die Kosten besser steuern können. Auch möglich ist der Wechsel zu reinen Zuschüssen für einzelne Fahrten oder JobRad-Modelle, falls die ÖPNV-Nutzung im Unternehmen ohnehin gering ist. Entscheidend bleibt: Arbeitgeber sollten transparent kommunizieren, wie sie mit der Preiserhöhung umgehen, um den Benefit attraktiv und gleichzeitig finanzierbar zu halten.

Wird das Ticket noch teurer?

Bund und Länder haben das Deutschlandticket zwar mitfinanziert, um die Budgetlücken des ÖPNV zu füllen. Aber das reicht auf Dauer nicht aus. Deshalb wird der Preis jetzt erhöht. Danach soll ein Index dafür sorgen, dass der Preis nicht mehr so drastisch steigt. Ab 2027 soll der Preis gemäß diesem Index regelmäßig angepasst werden: je nachdem, wie stark zum Beispiel Löhne oder Strompreise steigen.

Der Index würde zwar etwas Planungssicherheit bringen und die Preisanhebung auf einen niedrigen einstelligen Prozentbereich senken. Dennoch heißt es: Das Ticket wird vermutlich auch in Zukunft jedes Jahr teurer werden.

Was Selbstständige und Pendler jetzt tun sollten

Wer beruflich viel unterwegs ist, sollte jetzt sein eigenes Mobilitätsverhalten kritisch prüfen: Wie oft werden Bus und Bahn tatsächlich genutzt und rechnet sich das Deutschlandticket unter den neuen Bedingungen noch? Gleichzeitig lohnt ein Blick in den bestehenden Abo-Status, denn wer die von einigen Verbünden gesetzte Zustimmungsfrist bis zum 30. November verpasst hat, muss das Ticket neu buchen. Wichtig ist auch, die Kündigungsfrist im Auge zu behalten: Das Deutschlandticket lässt sich jeweils bis zum 10. eines Monats kündigen und endet dann zum folgenden Monat.

Parallel dazu gilt es, mögliche Alternativen zu prüfen. Für manche können Jobtickets, regionale Angebote oder auch Einzelfahrten die günstigere Lösung sein – abhängig davon, wie unregelmäßig oder flexibel man unterwegs ist. Gerade Selbstständige sollten zudem die höheren Kosten ab 2026 in ihre Budgetplanung aufnehmen, insbesondere wenn mehrere Mitarbeiter ein gefördertes Ticket nutzen. Und nicht zuletzt kann es sinnvoll sein, die Mobilitätsstrategie insgesamt zu überdenken: Zuschüsse, Carsharing-Modelle oder ein kleines Mobilitätsbudget schaffen Flexibilität, falls der Ticketpreis in den kommenden Jahren weiter steigen sollte.

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