Corona-Überbrückungshilfen für Unternehmen



Die Corona-Überbrückungshilfen bezuschussen Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind. Wir zeigen euch, wie ihr die Förderung beantragt – auch rückwirkend.

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Die Corona-Überbrückungshilfen helfen Unternehmen über die Fördermonate September, Oktober, November & Dezember. Zudem wird die Überbrückungshilfe bis Sommer 2021 verlängert. (Foto: Unsplash)

Förderzeitraum, -berechtigung und Höhe der Förderung

Die  Corona-Überbrückungshilfen unter dem Namen Überbrückungshilfe II können für höchstens vier Monate des Jahres 2020 beantragt werden: September, Oktober, November, Dezember. Fortgesetzt wird die Überbrückungshilfe II in Form der Überbrückungshilfe III für den Unterstützungszeitraum Januar-Juni 2021.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat Mitte Januar die Idee geäußert, die Überbrückungshilfe III rückwirkend zu verlängern. Diese und weitere Vorschläge will Altmaier mit der Regierung und mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz bald im Detail besprechen.

  • Tipp: Weitere Vorschläge des Bundeswirtschaftsministers zur Überbrückungshilfe III findet ihr weiter unten in diesem Artikel im entsprechenden Abschnitt.

Förderberechtigt sind :

  • Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August dieses Jahres gegenüber den Vorjahresmonaten zu verzeichnen hatten.
  • Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen hatten.

So errechnet sich die Förderhöhe:

  • 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent

Die maximale Förderhöhe beläuft sich auf 50.000 Euro pro Monat und somit auf maximal 200.000 Euro für vier Monate. Die Fördersumme richtet sich nach den voraussichtlichen betrieblichen Fixkosten und den Umsatzeinbrüchen.

Aktuell ist die Überbrückungshilfe III, welche Unternehmen im Zeitraum Januar bis Juni 2021 unterstützen soll. Aus der Zusammenfassung der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten geht hervor:

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sind sich einig, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes und der
Länder für die von den temporären Schließungen erfassten Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen fortgeführt wird.

Welche Branchen das sind, wird im Papier genauer eingegrenzt:

Dies betrifft zum Beispiel den Bereich der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft, die Soloselbstständigen sowie die Reisebranche.

Rechenbeispiel für Unternehmen

Für das bessere Verständnis geben wir euch ein Rechenbeispiel:

  • Ein Unternehmen beschäftigt 10 Mitarbeiter und verzeichnet einen Umsatzausfall i. H. v. 80 Prozent.
  • Die Fixkosten im Zeitraum September bis Dezember betrugen 40.000 Euro.
  • In den Monaten April bis August 2020 hat das Unternehmen 50.000 Euro Umsatz generiert, im selben Zeitraum 2019 waren es 200.000, was eine Umsatzeinbuße von 75 Prozent bedeutet.

Demnach ist das Unternehmen berechtigt, 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten zu beantragen. Dies wären 36.000 Euro, 4.000 Euro müssten aus eigenen Mitteln geschultert werden.

Dürfen Unternehmen die Corona-Überbrückungshilfen und die Soforthilfen beantragen?

Ja. Jedoch werden bereits geleistete Überbrückungshilfen, sowohl aus der Überbrückungshilfe I als auch aus der Überbrückungshilfe II, und andere Unterstützungen wie Kurzarbeitergeld oder die November- bzw. Dezemberhilfe für den Lockdown angerechnet.

Corona-Hilfen-Regierung
Wer bekommt was? Die Corona-Hilfen der Regierung auf einen Blick | Quelle: Bundesministerium der Finanzen

Wie lässt sich die Überbrückungshilfe beantragen?

Dies dürfen nur Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte oder vereidigte Buchprüfer online über die Plattform des BMWi tun. Informationen zu den Überbrückungshilfen findet ihr auf dem Portal Überbrückungshilfe Unternehmen.


Die Überbrückungshilfe III federt Umsatzeinbrüche von Januar bis Juni 2021 bis maximal 500.000 Euro pro Monat ab (Betriebskosten). Abschlagszahlungen sollen möglich sein, erste Zahlungen werden durch die Länder im ersten Quartal erfolgen. Die Überbrückungshilfe III soll auch Soloselbstständige und die Kulturbranche ohne Betriebskosten unterstützen.

Die darin enthaltene sogenannte Neustarthilfe wird als unbürokratische Sonderunterstützung bis zu 5.000 Euro bis Ende Juni 2021 gewährt. Es werden bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzrückgang von über 70 Prozent erstattet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plant eine Verschlankung und Vereinfachung rund um die Überbrückungshilfe III: Zum einen soll der Zeitraum rückwirkend auf den November 2020 ausgedehnt werden. Darüber hinaus sollen die Hürden zur Bewilligung niedriger sein: Geht es nach Altmaier, sollen Unternehmen eine Förderung für jeden Monat erhalten, für den sie einen Umsatzausfall von mindestens 30 Prozent nachweisen.

Weiterhin möchte die Bundesregierung die Antragstellung vereinfachen, sodass die Anträge schneller von den zuständigen Stellen bearbeitet werden können. Es soll auch höhere Abschlagszahlungen bis zu 50.000 Euro pro Monat bei den Fixkosten geben.

Weiterhin kann der besonders betroffene Einzelhandel auch nicht verkäufliche saisonale Ware unter den Fixkosten auflisten.


Die Überbrückungshilfe II können die Berater bis zum 31. Januar beantragen. Der Antrag wird in dem Bundesland gestellt und bewilligt, in welchem das Unternehmen gemäß Ertragssteuerrecht registriert ist.


Für die Überbrückungshilfe I sind keine rückwirkenden Anträge möglich, es konnten Änderungsanträge bis einschließlich 30. November 2020 gestellt werden.

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