2.000 € steuerfrei Aktivrente für Selbstständige: Freiberufler-Verband mit Appell

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Die geplante Aktivrente soll älteren Arbeitnehmern neue Anreize zum Arbeiten bieten. Doch Selbstständige bleiben außen vor. Das sorgt für Unmut. Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) warnt: Wer die Freien Berufe vergisst, schwächt die Wirtschaft.

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Zahnarzt behandelt Patienten
Zu den freien Berufen zählen Ärzte, Ingenieure und Architekten. Bild: JOSEPH SHOHMELIAN / Pixabay.

Was ist die Aktivrente?

Mit der geplanten Aktivrente will die Bundesregierung ältere Menschen ermutigen, über das Rentenalter hinaus beruflich aktiv zu bleiben. Ziel ist es, Arbeitskraft und Erfahrung länger im Arbeitsmarkt zu halten. In Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Hebel.
Der Kernvorteil: Rentner dürfen künftig bis zu 2.000 € monatlich steuerfrei zur gesetzlichen Rente hinzuverdienen. So sollen insbesondere ältere Fachkräfte motiviert werden, ihr Wissen weiter einzubringen.

Was zunächst nach einer positiven Initiative klingt, sorgt jedoch für Kritik – vor allem bei Selbstständigen und Freiberuflern.

1,5 Millionen Menschen ausgeschlossen

Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) begrüßt zwar die Stoßrichtung der Aktivrente, sieht aber eine gefährliche Lücke. "Die Stoßrichtung stimmt. Wer arbeiten kann, soll arbeiten und dafür braucht es eben Anreize, nicht nur Verpflichtungen", heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Verbands.
Doch der Verband warnt: Rund 1,5 Millionen Selbstständige in den Freien Berufen seien bislang außen vor. Das sei ein schwerwiegendes Versäumnis.

Gerade in Branchen wie Medizin, Architektur, Recht oder Ingenieurwesen sei der Fachkräftemangel längst Realität. Viele Freiberufler arbeiten ohnehin über das Rentenalter hinaus – allerdings meist ohne gezielte politische Unterstützung.

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BFB fordert Einbeziehung der Selbstständigen

Der Verband ruft die Bundesregierung auf, Selbstständige und Freiberufler aktiv in die Pläne zur Aktivrente einzubeziehen. "Die Aktivrente will Menschen motivieren, länger zu arbeiten oder wieder einzusteigen. Das ist ein starkes Signal und eine echte Reform", erklärt der BFB.
Doch ohne die Selbstständigen bleibe die Initiative unvollständig.

Konkret schlägt der BFB vor, die Selbstständigen ab 2026 in die gesetzlich vorgesehene Evaluierung der Aktivrente aufzunehmen. "Das wäre ein realistischer Schritt mit Signalwirkung. Damit könnte die Koalition zeigen, dass ihr Versprechen, Selbstständige zu stärken, auch konkret eingelöst wird", so der Verband weiter.

Freie Berufe als Rückgrat der Wirtschaft

Die Freien Berufe bilden laut BFB einen zentralen Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Sie erwirtschaften fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts und beschäftigen über 4,7 Millionen Menschen.
"Auch deshalb gilt es jetzt, das Potenzial der Selbstständigen noch stärker zu nutzen", betont der Verband.

Über die wirtschaftliche Relevanz hinaus betont der Verband auch den Wert der freien Berufe für das Gemeinwohl. Der BFB fordert daher ein inklusives Rentenmodell, das allen Erwerbstätigen zugutekommt.

 

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