Was Pressearbeit für Gründer bedeutet und was sie gut macht

Pressearbeit ist ein wichtiger Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit. Ziel der Pressearbeit ist es, die Medien über verschiedene Kanäle strategisch mit Informationen zu versorgen. Das soll auf lange Sicht die Reputation eines Unternehmens stärken. Kunden und andere Stakeholder sollen sich durch Pressearbeit bzw. Medienberichterstattung eine möglichst positive Meinung über das Unternehmen bilden und Vertrauen aufbauen.

Neben Pressemitteilungen und einem dazugehörigen Presseverteiler gehören zur Pressearbeit auch noch viele weitere Bausteine.



Informationsflut: So arbeitet der Journalist von heute

Twitter, Facebook, Newsfeeds – während Journalisten ihre Informationen früher fast ausschließlich über Nachrichtenagenturen und Pressemitteilungen bekamen, sind heute die Möglichkeiten des Informationszugangs und der Pressearbeit deutlich größer. In der sogenannten „Informationsflut" ist es für Journalisten oft nicht mehr möglich, alle E-Mails zu lesen und alle Pressemitteilungen zu überblicken. Für die Pressearbeit heißt das: nachhaken, aufmerksam machen und dabei nicht nerven. Alles zusammen macht im Endeffekt eine gute Pressearbeit aus.

Wichtig ist es also, sich bei der Pressearbeit in die Rolle des Journalisten zu versetzen und sich zu fragen:

  • Was ist wirklich relevant?
  • Wie verpacke ich meine Information spannend?
  • Und wie stelle ich meine Inhalte übersichtlich dar?
  • Wie bringe ich die Fakten auf den Punkt?
  • Welche Zusatzinformationen (Fotos, Produktproben etc.) benötigt der Journalist, um alles Wichtige über meine Neuigkeit zu wissen?

Hilfreich für gute Pressearbeit können die sogenannten Nachrichtenfaktoren sein. Sie sind wissenschaftlich erforschte Faktoren, die benennen, was für Journalisten eine Meldung berichtenswert macht. Für die Pressearbeit von Start-ups und Gründern können das beispielsweise die Faktoren Kuriosität, Nutzen oder Nähe sein. Das heißt, mit einem besonders kreativen Produkt oder einer Neueröffnung ist bereits ein Nachrichtenwert gegeben. Der Faktor „Nähe" ist beispielsweise für regionale Medien allein dadurch vorhanden, dass es ein neues Unternehmen in der Region gibt.

Auch „Personalisierung" und „Identifikation" sind wichtige Faktoren. Das heißt, wenn Sie in der Region oder in einer Szene einen gewissen Namen haben oder Sie etwas anbieten, womit sich viele Menschen identifizieren können, haben Sie bereits einen Nachrichtenwert erfüllt. Bevor Sie eine Information durch Pressearbeit kommunizieren, überlegen Sie sich daher immer: Was ist der Nachrichtenwert und wen wollen Sie mit Ihrer Nachricht ansprechen?

Möglichkeiten und Instrumente für die Pressearbeit

Das klassische Instrument der Pressearbeit ist die Pressemitteilung, also eine schriftliche Information, die an verschiedene Medienvertreter verschickt wird. Eine Pressemitteilung als Mittel der Pressearbeit eignet sich immer dann, wenn eine große Zielgruppe über einen Presseverteiler erreicht werden soll. Die Neuigkeit spricht folglich zahlreiche Personen an. Bei großen Ereignissen bietet sich im Rahmen der Pressearbeit auch an, eine Pressekonferenz zu organisieren. Das ist beispielsweise bei einer Produktionseröffnung oder Produktvorstellung denkbar, bei der die Journalisten nicht nur Informationen benötigen, sondern zudem etwas sehen, riechen oder anfassen können. Bei einer Führung durch die neue Produktionsstätte können eigne Fotos gemacht werden und Eindrücke gesammelt werden - das bringt Vielfalt in die Pressearbeit des entsprechenden Themas.

Für eine gute Pressearbeit ist jedoch nicht nur die Streuung von Themen wichtig, sondern auch eine individuelle Kontaktpflege. Durch exklusive Interviews, Hintergrundgespräche mit einzelnen Journalisten, Redaktionsbesuche oder Networking bei Veranstaltungen können Sie eine persönliche Beziehung zu Journalisten aufbauen und so langfristig von den Kontakten für Ihre Pressearbeit profitieren. Auch über Medienkooperationen kann die Pressearbeit ausgebaut werden. Dazu zählen beispielsweise redaktionelle Gastbeiträge oder gegenseitige Verlinkungen auf der Homepage zu thematisch passenden Seiten.

TIPP

Nutzen Sie unseren Leitfaden zum Thema Pressearbeit, um professionell mit Journalisten zu kommunizieren. Dort klären wir die 21 wichtigsten Fragen zum Thema PR auf einen Blick.

Welche Aspekte eine gute Pressemappe ausmachen

Egal ob Sie selbst Pressevertreter eingeladen haben oder auf eine Messe oder Veranstaltung gehen, bei der Sie Pressevertreter treffen können – hier kommt die Pressemappe als Baustein der Pressearbeit ins Spiel. Der Sinn von Pressemappen ist es, den Pressevertretern möglichst einfach und anschaulich Informationen zu liefern. Eine Pressemappe besteht aus gedruckten Fakten mit digitalen Anlagen (CD oder USB-Stick). Achten Sie dabei immer auf ein übersichtliches und vor allem einheitliches Erscheinungsbild der Dokumente in Ihrer Pressearbeit.

In einer Pressemappe finden sich verschiedene Dokumente, die Ihre Pressearbeit unterstützen. Wichtig ist es, beim Aufschlagen zunächst ein Inhaltsverzeichnis anzubieten, so dass der Journalist sich einen Überblick verschaffen und gegebenenfalls nicht relevante Inhalte direkt überspringen kann. Direkt nach dem Inhaltsverzeichnis sollten – in zeitlich absteigender Reihenfolge – Pressemitteilungen folgen. Je nach Thema reicht natürlich auch eine Pressemitteilung, es gilt wie immer bei Pressearbeit: Weniger ist mehr.

Auf jeden Fall sollte Ihre Pressemappe auch ein übersichtliches Dokument mit allgemeinen Informationen über Ihr Unternehmen liefern. Gerade bei Start-ups ist es relevant, dass sich die Medienvertreter ein Bild machen können:

  • Wann haben Sie Ihr Unternehmen gegründet?
  • Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
  • Was ist die grundsätzliche Idee des Unternehmens?

Als Mittel der Pressearbeit bieten sich eventuell auch Frage-und-Antwort-Blätter an, um diese Informationen übersichtlich zu gestalten.

Zusatzmaterial der Pressemappe für gute Pressearbeit

Neben den inhaltlichen Dokumenten gehört auch Bild- und Zusatzmaterial in eine Pressemappe. Bilder von Mitarbeitern, Produkten oder dem Unternehmensgebäude können Sie auf einer CD oder einem USB-Stick beilegen. Achten Sie bei der Pressearbeit auf eine aussagekräftige Benennung und fügen Sie die Bilder gegebenenfalls sogar zwei Mal bei: einmal in druckfähiger Qualität und einmal in Vorschauqualität.

Zusatzmaterial kann zum Beispiel ein Interview mit dem Geschäftsführer oder dem Verantwortlichen/Entwickler eines neuen Produkts sein. Auch Zitate, Biografien, Statistiken oder Faktenblätter zu Produkten können als Element der Pressearbeit beigelegt werden. Zu guter Letzt sollten natürlich Ihre Kontaktdaten bzw. die des Vertreters der Pressearbeit nicht fehlen – am Besten in Form einer klassischen Visitenkarte, die an die Mappe geklemmt wird.

Was für die Pressearbeit auf der Website wichtig ist

Das Aushängeschild für Ihre Pressearbeit ist Ihre Website. Hier gilt wie für alle Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit: Machen Sie es den Journalisten so einfach wie möglich. Richten Sie eine eigene Unterseite „Presse" ein, auf der Journalisten sämtliche Informationen über Ihr Unternehmen finden können. Dazu gehört neben allen Pressemitteilungen (chronologisch absteigend sortiert) auch eine Rubrik mit hochauflösenden Fotos, die sich Journalisten herunterladen können.

Zeigen Sie Gesicht – stellen Sie den/die Ansprechpartner für Pressearbeit mit Foto und Kontaktdaten auf Ihrer Seite vor. Bieten Sie außerdem einen Überblick an allgemeinen Fakten über das Unternehmen an.

TIPP

Die Pressemitteilung ist ein wichtiges Instrument der Pressearbeit. Um eine Pressemitteilung mediengerecht und effizient zu schreiben, sollten Sie einige Grundregeln kennen. Sie sollten die Pressemitteilung beispielsweise mit den W-Fragen beginnen. Meiden Sie Fachbegriffe und versuchen Sie möglichst einfache Sätze zu formulieren.

Das 1x1 der Pressearbeit

Wir haben Ihnen in weitere Kapiteln grundlegende Elemente für Ihre Pressearbeit zusammengestellt:

Pressearbeit als Teil der Öffentlichkeitsarbeit

Nachdem Sie erfahren haben, wie gute Pressearbeit funktioniert, lesen Sie hier mehr über andere Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit.

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