Arbeitgeberbrutto: Bestandteile der Personalkosten + Berechnung

Ein Mitarbeiter, der einen Bruttolohn von 4.000 Euro monatlich erhält, schlägt in Summe mindestens mit 4.900 Euro Personalkosten im Unternehmen zu Buche. Grund dafür ist das Arbeitgeberbrutto. Unter dieses fallen bspw. Sozialversicherung, Umlagen oder geldwerte Vorteile.

Wir zeigen, was das Arbeitgeberbrutto alles beinhaltet, welchen Anteil der Personalkosten die Lohnnebenkosten wirklich ausmachen und wie Sie das Arbeitgeberbrutto berechnen können.

1. Arbeitgeberbrutto: Häufige Fragen

Arbeitgeber zahlen nicht nur das Bruttoentgelt für ihre Mitarbeiter, sondern müssen noch mit einigen weiteren Kostenpunkten rechnen. Wenn man das Bruttoentgelt mit diesen summiert, ergibt sich das Arbeitgeberbrutto – also das, was der Arbeitgeber am Ende für seinen Mitarbeiter ausgibt

Zu den gesetzlich vorgegebenen und daher regelmäßigen Kostenpunkten zählen dazu:

  • Bruttolohn- bzw. -gehalt
  • Sozialabgaben (Arbeitgeberanteil)
  • Pauschalsteuern für gewisse Bezüge oder Minijobber
  • Gesetzl. Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft)
  • Umlagen (für Krankheitsfälle und Mutterschaft)

Darüber hinaus können unregelmäßige oder einmalige Kostenpunkte wie Vor- oder Zuschüsse oder Sachbezüge kommen, die generell als freiwillige soziale Leistungen bezeichnet werden.

Um das Arbeitgeberbrutto zu berechnen, addieren Sie alle Lohnnebenkosten wie bspw. Sozialabgaben oder etwaige Zuschüsse oder geldwerte Vorteile zum Bruttoentgelt des Mitarbeiters.

Die gesetzlich vorgegebenen Lohnnebenkosten für Arbeitgeber (Sozialversicherung, Umlagen, etc.) betragen durchschnittlich etwa 20 % des Bruttoentgelts.

Neben gesetzlich festgelegten Personalnebenkosten wie den Anteilen zur Sozialversicherung gibt es auch variable Lohnnebenkosten, die auch in unregelmäßigen Abständen oder auch nur einmalig gewährt werden können, wie etwa geldwerte Vorteile oder Sachbezüge.

Unter dem Begriff freiwillige soziale Leistungen werden verschiedene Leistungen des Arbeitgebers zusammengefasst, die er seinen Mitarbeitern gewährt, ohne dazu verpflichtet zu sein. Hierunter fallen bspw. Sachbezüge wie Tankgutscheine, geldwerte Vorteile wie ein Jobticket oder die Nutzung eines Firmenwagens oder die Gewährung einer Erholungsbeihilfe.

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2. So berechnen Sie das Arbeitgeberbrutto

Um einen ersten Überblick über die Berechnung des schlussendlichen Auszahlungsbetrags zu gewinnen, finden Sie nachfolgend ein Schema zur Berechnung des Arbeitgeberbruttos.

Das Beispiel in der rechten Spalte Beispiel gilt für eine

  • unverheiratete Person
  • über 23 Jahre alt, ohne Kind und ohne Kirchenzugehörigkeit
  • bei Steuerklasse 1 in Hessen
  • mit 2.000 € Bruttolohn.

Geldwerte Vorteile und andere variable oder unregelmäßige Lohnnebenkosten haben wir bei dieser Rechnung außen vor gelassen.

KostenpunktAnteilBeispielrechnung
Bruttoentgelt 2.000 €
Fixe Personalkosten  

+ Krankenversicherung

7,3 %157 €
+ Rentenversicherung9,3 %186 €
+ Arbeitslosenversicherung1,2 %24 €
+ Pflegeversicherung3,3 oder 3,05 %35,50 €
+ Solidaritätszuschlag        variabel0 €

+ Lohnsteuer

variabel164,75 €
+ ggf. Kirchensteuer        0, 8 oder 9 %
+ gesetzliche Unfallversicherung0,8 %16 €
+ Umlage U12,550 €
+ Umlage U20,45 %9 €
+ Insolvenzgeldumlage0,12 %2,40 €
Freiwillige soziale Leistungen  

+ pauschal versteuerte Lohnbestandteile (geldwerte Vorteile)

+ Sachbezüge

+ Zuschläge und Zulagen

+ betriebliche Altersvorsorge

+ Vor- und Zuschüsse

+ vermögenswirksame Leistungen

+ Aufwandsentschädigungen

individuell nach Fallhier nicht berücksichtigt
= Arbeitgeberbrutto 2,399,50 €

Arbeitgeberbrutto Beispielrechnung für den Minijob

KostenpunktAnteilBeispielrechnung
Bruttoentgelt 450 €

+ Krankenversicherung

13 %58,50 €
+ Rentenversicherung15 %83,70 €
+ Pflegeversicherungkeine Abgabe

+ Steuer

2 % Pauschsteuer9 €
+ gesetzliche Unfallversicherung1,3 %5,85 %
+ Umlage U11 %4,50 €
+ Umlage U20,39 %1,76 €
+ Insolvenzgeldumlage0,12 %0,54 €
ggf. Abgaben an Minijob-Zentrale31,45 %141,53 €
= Arbeitgeberbrutto 597,65 €

Achtung: Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze spielt beim Arbeitgeberbrutto eine wichtige Rolle. Sie zeigt an, bis zu welcher Höhe Lohn bzw. Gehalt des Mitarbeiters zur prozentualen Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge herangezogen werden. Alles, was über dieser Grenze liegt, ist beitragsfrei. Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich angehoben und liegt für 2020 monatlich bei 4.687,50 €; 2021 bei 4.837,50 €.

3. Personalnebenkosten im Detail

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den fixen Lohnnebenkosten, die für die Kalkulation des Arbeitgeberbruttos relevant sind.

Sozialabgaben

Jeder Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, einen festen prozentualen Anteil des Bruttolohns an die Sozialversicherung abzugeben:

  • Krankenversicherung – ist der Mitarbeiter allerdings privat krankenversichert, kann dieser Wert variieren.
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung     
  • Pflegeversicherung

Unfallversicherung

Getragen von den Berufsgenossenschaften, dient die Unfallversicherung als Vorsorge für Arbeitnehmer, die aufgrund von Berufskrankheiten oder Arbeitsunfällen arbeitsunfähig werden. In diesen Fällen werden Arbeitnehmer bzw. deren Angehörige finanziell entschädigt.

Pauschalsteuern

Bestimmte geldwerte Vorteile können vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden, bspw. der Firmenwagen, Erholungsbeihilfen, Zuschüsse für Mahlzeiten oder ein Internetzuschuss. Darüber hinaus werden Minijobber steuerlich anders verrechnet als reguläre Arbeitnehmer: hier greift eine Pauschalsteuer.

Was sind Umlageverfahren?

Arbeitgeber zahlen monatlich für jeden Mitarbeiter in die Umlageverfahren der Krankenkassen ein. Dadurch entsteht ein Puffer, durch den das Entgelt der Arbeitnehmer auch weiterbezahlt werden kann, wenn Arbeitsunfähigkeit vorliegt oder der Arbeitgeber Insolvenz anmelden muss.

Die beiden Umlageverfahren U1 und U2 der Krankenkassen schützen Arbeitgeber vor längerfristigen Ausfällen ihrer Mitarbeiter, sei dies nun bedingt durch Krankheit oder Mutterschutz.

Darüber hinaus gibt es noch die Insolvenzgeldumlage, auf die Mitarbeiter Anspruch haben, deren Arbeitgeber aufgrund von Insolvenz das normale Entgelt nicht zahlen können.

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4. Gehaltsrechner für Arbeitgeber

Wenn Arbeitgeber die Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung für ihre Mitarbeiter erstellen, müssen sie genau wissen, welche Beiträge an wen gezahlt werden müssen. Für einen ersten Überblick sind dafür Arbeitgeberbrutto-Rechner nützlich.

AnbieterErläuterung
nettolohn.deDer nettolohn.de Gehaltsrechner für Arbeitgeber berechnet die Lohn- und Lohnnebenkosten, die Arbeitgebern für einen Mitarbeiter entstehen (monatlich oder jährlich). Kompakt und mit allen wichtigen Eingabefeldern.
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Mit dem brutto-netto-rechner.info Gehaltsrechner können die Gesamtlohnkosten je Mitarbeiter berechnet werden. Berechnet wird der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung auf monatlicher und jährlicher Basis.

rechner.proDer Gehaltsrechner für Arbeitgeber von rechner.pro berechnet das Arbeitgeberbrutto. Dabei können alle Kosten für das Jahr 2020 sowie rückwirkend für die letzten beiden Jahre auf Monats- oder Jahresbasis ermittelt werden.
netto-brutto-rechner.netMit dem Arbeitgeberbrutto Rechner von netto-brutto-rechner.net können Arbeitgeber schnell und einfach die Gesamtlohnkosten pro Mitarbeiter berechnen. Kompakt, einfach und übersichtlich.

Rechner, die das Arbeitgeberbrutto berechnen, sollten nie zur Erstellung der Entgeltabrechnungen genutzt werden. um die genaue Abrechnung kümmert sich Ihre Lohnbuchhaltung. Beachten Sie außerdem: Mithilfe dieser Rechner können nur die Pflichtabgaben berechnet werden; freiwillige soziale Leistungen müssen individuell abgerechnet werden.

5. Fazit: Lohnnebenkosten stets im Blick

Arbeitgeber müssen für jeden Mitarbeiter Lohnnebenkosten wie Teilbeiträge zur Sozialversicherung leisten. Dieses Arbeitgeberbrutto stellt jedoch nur einen Teil der gesamten Personalkosten dar. Nichtsdestotrotz müssen alle Beiträge korrekt verrechnet und an die verschiedenen Stellen gezahlt werden. Freiwillige soziale Leistungen müssen zudem individuell verrechnet werden. Das Auslagern Ihrer Lohnbuchhaltung an ein Lohnbüro oder einen Steuerberater nimmt Ihnen diese Arbeit ab.

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