Influencer werden: erfolgreich auf Instagram, YouTube & Co.

Mit selbst erstellten Beiträgen in sozialen Netzwerken tausende von Euro Umsatz machen: Immer mehr Menschen wollen bekannte Influencer werden – und gut von ihrer Bekanntheit bei Instagram, YouTube und Co. leben können. Tatsächlich muss der Beruf des Influencers kein Wunschtraum bleiben. Wir zeigen Ihnen, was erfolgreiche Influencer auszeichnet, wie Sie sich mit den richtigen Strategien Ihre Position als Influencer erarbeiten und was (steuer-)rechtlich berücksichtigt werden muss.   

Wie verdient ein Influencer überhaupt Geld?

Wer als Influencer im Netz Geld verdienen will, muss viel Zeit und Überlegungen in den Aufbau seines Social-Media-Accounts investieren, denn: Je mehr Follower ein Influencer für sich gewinnt, desto größer ist das Umsatzpotenzial. Millionen von Fans wie sie die bekannte Fitness-Influencerin Pamela Reif oder die Beauty-Influencerin DagiBee haben, muss man aber nicht sammeln. Häufig reicht es bereits, Micro-Influencer zu werden. Schon wer einige tausend Follower in einer thematischen Nische anspricht, kann mit den richtigen Monetarisierungsstrategien von seinen Einnahmen leben. 

Werbepartnerschaften   

Die Haupteinnahmequelle für die meisten Influencer sind immer noch bezahlte Postings. Laut „State of Influencer Marketing in Germany 2020” von Hype Journal verdient ein Influencer in Deutschland mit 5.000 bis 20.000 Followern für einen bezahlten Beitrag 30 bis 270 US-Dollar. Bei 20.000 bis 100.000 Followern sind bereits 200 bis 2.300 US-Dollar möglich. In der oberen Liga der Influencer werden pro Post sogar über 10.000 US-Dollar gezahlt.  

Affiliate-Einnahmen 

Andere Einnahmequellen sind Affiliate-Provisionen, bei denen Influencer auf Produkte verweisen und pro geklicktem Link oder Impression eine kleine Provision erhalten. Passende Produkte findet man auf Plattformen wie Awin oder CJ Affiliate. Hier gilt noch mehr als bei Werbepartnerschaften: Ohne eine große Followerzahl lässt sich kein relevanter Umsatz erzielen.  

Eigene Produkte 

Aus diesem Grund setzen vor allem Influencer mit weniger Followern auf eigene Produkte wie Online-Kurse, Bücher oder Beauty-Produkte und verkaufen über einen Online-Shop Merchandising-Artikel. Die YouTube-Influencerin Bianca von Bibis Beauty Palace oder der Influencer Gronkh bieten Shirts, Hoodies und Co. an.  

Speaker werden 

Influencer kann man für fast jedes Thema werden. Sie können zum Beispiel Travel-Influencer, Petfluencer oder Fitness-Influencer werden. Wer sich erst einmal als Experte positioniert hat, wird ab einer bestimmten Reichweite häufig sogar als Speaker angefragt, um auf Online- oder Live-Events zu sprechen. Die Speaker-Honorare sind eine gute Möglichkeit, um auch in einer kleinen Nische größeres Geld zu verdienen. 

TIPP

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Influencer werden in drei Businessphasen

Wenn Sie es ernst meinen mit Ihrem Plan, Influencer zu werden, sollten Sie mit einem durchdachten Plan vorgehen. Wie bei einem traditionellen Unternehmen entwickelt sich auch ein Influencer-Business in verschiedenen Phasen:  

  1. Versuchsphase: Probieren Sie zunächst verschiedene Themen, Formate und Kanäle aus, wenn Sie bisher noch keine Erfahrung gesammelt haben. Finden Sie heraus, wo Sie die größte Resonanz auf Ihre Beiträge bekommen und an welchen Themen Sie Spaß und Interesse haben.  
  2. Aufbauphase: Anschließend kümmern Sie sich um den gezielten Reichweitenaufbau Ihrer Plattform. Als Influencer werden Sie jetzt bereits mit Verkäufen und Werbepartnerschaften experimentieren. Haben Sie einige tausend Follower gewonnen, sollten Sie Ihren Fokus wirklich auf die Monetarisierung legen.  
  3. Monetarisierungsphase: Suchen Sie nach lukrativen Partnerschaften und holen Sie sich gegebenenfalls professionelle Unterstützung, um sich und Ihre Plattform als Influencer optimal zu vermarkten. Das geht zum Beispiel über eine Influencer-Agentur.  

Das richtige Thema finden

Die vielleicht wichtigste Entscheidung, wenn Sie erfolgreicher Influencer werden wollen: Zu welchem Thema wollen Sie sich positionieren? Natürlich sollte Sie Ihr Thema persönlich interessieren, schließlich werden Sie sich damit in den nächsten Jahren täglich beschäftigen. Gleichzeitig sollte das Thema aber auch ein ausreichend großes Monetarisierungspotenzial bieten und die Konkurrenz nicht übermächtig groß sein.  

Es gibt einige Themenfelder, für die Menschen tendenziell leichter bereit sind, viel Geld auszugeben. Dazu gehören: 

  • Liebe und Partnerschaft 
  • Finanzen, Karriere 
  • Gesundheit  
  • Lifestyle und Selbstverwirklichung 
  • Mode 

Dennoch ist es möglich, zu fast jedem Thema ein erfolgreicher Influencer zu werden. So gibt es Influencer zu Zimmerpflanzen (Plantfluencer), Haustierhaltung (Petfluencer), Tarotkarten oder besseren Schlaf. Allen lukrativen Nischen gemeinsam ist, dass sie wichtige menschliche Bedürfnisse ansprechen. Solche Bedürfnisse sind Sicherheit, Liebe, Anerkennung und Freiheit.  

Brainstormen Sie daher am besten über mögliche Interessen und finden Sie Ihre Favoriten. Eine Wettbewerbsanalyse kann klären, ob Sie für Ihr Lieblingsthema noch Monetarisierungspotenzial besteht oder die Konkurrenz bereits zu groß ist:  

  • Wie viele monatliche Suchanfragen gibt es zum Thema bei Google?  
  • Wie stark sind die Hashtags bei Instagram, LinkedIn oder Twitter (je nachdem, was Ihr primärer Kanal werden soll)? 
  • Wie viele Abonnenten und Interaktionen haben vorhandene Social-Media-Accounts zum Thema?  

All das sind Hinweise darauf, ob es möglich ist, hier noch ein erfolgreicher Influencer zu werden. Keine Konkurrenz ist meist kein Grund zur Freude, sondern ein Indiz dafür, dass das Thema wenig Interesse hervorruft oder nur geringes Umsatzpotenzial bietet. 

Wichtig: Wählen Sie (zunächst) eine schmale Nische. Also positionieren Sie sich nicht als Experte für Finanzen, sondern zum Beispiel als Influencer, der Anlagetipps für Berufseinsteiger gibt. Oder: Anders als sich als Hunde-Influencer auf YouTube und Co. zu versuchen, haben Sie als Influencer, der über Dackel als Haustiere postet, mehr Chancen, einen Follower-Stamm aufzubauen.  

Einen Namen für die eigene Marke finden

Influencer sind Personenmarken. Als Account-Name oder Username bietet sich daher immer der eigene Vor- und Nachname an oder eine Abwandlung davon. Prominentes Beispiel: Instagram-Influencerinnen Lisa und Lena Mantler mit lisaandlena.  

Es kann allerdings Gründe geben, warum man den eigenen Namen nicht mit dem Online-Business verknüpfen möchte: Sei es, weil die privaten Social-Media-Kanäle darunter laufen und weiter vom Kanal getrennt bleiben sollen oder der gewünschte Username bereits vergeben ist. Dann bietet es sich an, einen Fantasienamen als Markennamen zu wählen. Dieser sollte möglichst kurz und prägnant sein und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Wer keine Ideen hat, kann sich kreative Unterstützung von Namenfindungstools wie Biznamewiz oder Namelix holen.  

Die richtigen Kanäle wählen

Sollte ich Instagram-Influencer werden oder doch lieber auf TikTok setzen? Die meisten Themen eignen sich für verschiedene Kanäle. Viele prominente Influencer bedienen deshalb auch mehrere Plattformen. Zu Beginn kann es aber hilfreich sein, sich auf einen einzigen Kanal zu fokussieren und später weitere hinzuzunehmen, wenn das Influencer-Business bereits läuft.  

Welchen Kanal Sie wählen sollten, hängt dabei von diversen Faktoren ab:  

  • Haben Sie persönliche Präferenzen? Wenn Sie bereits wissen, wie eine Plattform funktioniert, welche Content-Formate gut ankommen und privat schon mit Tools und Integrationen gearbeitet haben, verkürzen Sie Ihre Lernphase und sehen schneller Ergebnisse. 
  • Wo hält sich Ihre Zielgruppe auf? Wollen Sie Karrierethemen bedienen, bieten sich Businessnetzwerke wie LinkedIn oder Xing an, bei visuellen Lifestylethemen zu Wohnen und Ernährung sind Instagram, Pinterest und YouTube besser geeignet.  
  • Wird gerade ein neuer Kanal gehypt? Ist er für Ihr Thema passend, könnten Sie so vor der Konkurrenz unerschlossenes Terrain erobern.   

Content-Strategie und Content-Plan entwickeln

Ist der Kanal eingerichtet, geht es an die Content-Erstellung. Der Content bildet den Kern Ihres öffentlichen Lebens als Influencer, weshalb Sie hier genügend Vorbereitungszeit investieren sollten: Bei einem privaten Account ist es kein Problem, unregelmäßig zu posten, auch mal ein unbearbeitetes Foto zu veröffentlichen und schnell ein paar Zeilen hochzuladen, die man bei nochmaligem Nachdenken vielleicht lieber für sich behalten hätte. Wenn Sie YouTube-Influencer werden möchten, als Instagram-Influencer erfolgreich werden wollen oder auf einem anderen Kanal Reichweite anstreben, ist allerdings mehr Professionalität gefragt.  

Erstellen Sie am besten eine schriftliche Content-Strategie: Was sind Ihre Ziele? Wer ist Ihre Zielgruppe? Welche Kategorien Ihres Themas wollen Sie abdecken? Die Strategie dient Ihnen als Orientierung, um abzuleiten, welche Maßnahmen und Inhalte Sie als nächstes umsetzen.  

Arbeiten Sie mit einem Social-Media-Redaktionsplan, in dem Sie festlegen, welche konkreten Inhalte Sie wann veröffentlichen. So gewöhnen sich nicht nur Follower an regelmäßige Neuigkeiten von Ihnen, sondern die Algorithmen der Plattformen honorieren häufiges und regelmäßiges Posten auch mit höherer Sichtbarkeit. Eine Themenplanung hilft außerdem gegen Kreativitätsblockaden und sorgt für eine konstante Posting-Frequenz auch in stressigen Phasen.  

Dazu gibt es auch viele verschiedene Tools, mit denen Sie Posts planen und automatisiert zum Wunschtermin veröffentlichen lassen können, zum Beispiel Later, Buffer oder Hootsuite. 

Reichweite aufbauen und Follower gewinnen

Beiträge veröffentlichen und hoffen, dass sie der Algorithmus an die richtigen Menschen ausspielt? Das allein reicht nicht aus. Wenn Sie erfolgreicher Influencer werden möchten, müssen Sie der Gewinnung von Followern besondere Aufmerksamkeit widmen:  

Timing 

Als aufstrebender Influencer werden Sie alles daransetzen, für Ihre Posts eine maximale Reichweite zu erzielen. Das Timing der Veröffentlichung spielt dabei eine wesentliche Rolle und der ideale Zeitpunkt unterscheidet sich von Plattform zu Plattform, aber auch je nach Zielgruppe. Haben Sie noch keine eigenen Referenzwerte durch Social-Media-Monitoring, orientieren Sie sich an Branchen-Studien.  

Inhalte und Formate 

Das beste Timing nützt nichts, wenn Sie an den Interessen Ihrer Zielgruppe vorbei veröffentlichen. Welche Inhalte und Formate besonders gut ankommen, ist wieder plattformspezifisch. Die Kanäle bereits erfolgreicher Influencer werden einige Anhaltspunkte geben. Das Gleiche gilt für Hashtags. Lassen Sie sich von Influencer-Kollegen inspirieren. Mit der richtigen Hashtag-Auswahl lässt sich die Sichtbarkeit noch einmal erhöhen.  

Interaktion 

Ein Schlüsselelement, wenn Sie ein erfolgreicher Influencer werden möchten, ist die Interaktion mit Nutzern. Halten Sie sich feste Zeiten in Ihrem Kalender frei, um mit Ihrer Community zu interagieren. Antworten Sie auf Nachrichten und Beiträge, erstellen Sie Umfragen und rufen Sie dazu auf, Ideen einzubringen.   

Networking 

Der Austausch mit anderen Influencern hilft, neue Follower und mehr Reichweite zu gewinnen. Nehmen Sie selbst Kontakt zu anderen Influencern auf, mit denen Sie nicht in Konkurrenz stehen, zu denen es aber eine thematische Schnittmenge gibt. Stimmt die Chemie, lässt sich der Kontakt ausbauen. Es ist außerdem üblich, andere Influencer hin und wieder in eigenen Beiträgen oder Storys zu erwähnen (Shoutouts) und sie zu verlinken.  

Wenn Sie erfolgreicher Influencer werden wollen, nutzen Sie die Möglichkeiten zum Offline-Netzwerken. Zum einen veranstalten Unternehmen PR-Events, zu denen verschiedene Influencer eingeladen werden, zum anderen findet man auf Branchenveranstaltungen zum eigenen Thema interessante Kontakte.  

TIPP

Kaufen Sie keine Follower! 

Die meisten gekauften Follower interagieren nicht mit Ihren Posts, woraufhin der Algorithmus die Reichweite Ihrer Postings senkt. Auch automatisierte Kommentare gekaufter Follower sind keine Lösung: Sie fallen in der Regel schnell als unseriös auf und schaden Ihrem Image. Außerdem untersagen die meisten Plattformen den Follower-Kauf in ihren AGB.  

Werbekunden überzeugen

Werbekunden sind eine, wenn nicht sogar DIE Haupteinnahmequelle für viele Influencer. Ab einer bestimmten Reichweite kommen Unternehmen von sich aus auf für sie relevante Social-Media-Kanäle zu. Doch darauf sollten Sie nicht warten. Vor allem in kleineren Nischen lohnt es sich bereits ab 1.000 aktiven Nutzern, selbst passende Unternehmen zu kontaktieren. Gestalten Sie Ihre Anfrage professionell: Bereiten Sie dazu ein Media-Kit vor mit einer kurzen Vorstellung Ihres Kanals, Konzepts und fügen Sie Statistiken zu Reichweite und Interaktionsraten an.  

Im besten Fall haben Sie auch schon konkrete Ideen für eine Zusammenarbeit, zum Beispiel ein Themenvorschlag für einen Sponsored Post und begründen kurz, warum das Produkt optimal zu Ihrer Zielgruppe passt. Je weniger Denkarbeit das Unternehmen hat, um seinen Vorteil zu erkennen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Zusage.  

Alles selbst machen? Equipment, Partner und Ressourcen

Content-Erstellung ist der Kern des Influencer-Business. Daher sollten Sie nicht an der Qualität Ihres technischen Equipments sparen und von Beginn an Videos, Fotos und Grafiken in professioneller Qualität veröffentlichen.  

Wer einen Schwerpunkt auf Fotos legt, kann zwar mit hochwertigen Smartphones und einfachen Bildbearbeitungstools bereits beeindruckende Aufnahmen erzielen: Doch gerade bei schlechten Lichtverhältnissen, wenn mit Unschärfe gearbeitet oder Detailaufnahmen gepostet werden sollen, lohnt sich die Investition in eine Spiegelreflex- oder Systemkamera. Die Technikfrage sollte Sie allerdings nicht vom Start abhalten. Am Anfang heißt es: ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Als angehender Influencer werden Sie mit der Zeit selbst herausfinden, wo sich für Sie eine Investition in Foto- oder Videokurse oder eine bessere Ausrüstung lohnt.  

Niemand ist in jedem Aspekt der Content Creation gleich stark und holt sich deshalb am besten Hilfe. Erfolgreiche Influencer werden meist im Hintergrund von einem ganzen Team unterstützt. Haben Sie etwas Budget übrig, können Sie mit Freelancern zusammenarbeiten oder Praktikanten beschäftigen, um sich zum Beispiel im Videoschnitt oder der Bildbearbeitung unterstützen zu lassen. Über Jobbörsen an Hochschulen oder Jobportale für digitale Nomaden finden Sie kostengünstige, aber professionelle Unterstützung. 

Wenn Sie sich für die Content-Erstellung begeistern, aber Ihnen die Vermarktung Ihres Kanals schwerfällt, arbeiten Sie mit Influencer-Agenturen zusammen. Sie vermitteln Influencer aktiv an passende Unternehmen. Hierfür müssen Sie allerdings bereits eine größere Community aufgebaut haben. Die Agenturen haben dazu unterschiedliche Voraussetzungen. In der Regel brauchen Sie aber mindestens 2.500 oder 5.000 Follower, um als Influencer aufgenommen zu werden.  

Bekannte Influencer-Agenturen:  

  • Viral Nation 
  • Obviously  
  • HireInfluence 
  • Sway Group 
  • Hypertly (Fokus: Micro Influencer) 

Influencer werden: Wann muss man ein Gewerbe anmelden?

Häufig herrscht Unsicherheit darüber, ob und wann man als Content Creator ein Gewerbe anmelden muss. Die Regelung ist jedoch einfach: Wer seine Online-Kanäle mit der Absicht führt, erfolgreicher Influencer zu werden und Geld mit den Social-Media-Kanälen zu verdienen, muss ein Gewerbe anmelden.  

Wenn Sie sich zu Beginn nicht sicher sind, ob Sie Ihre Kanäle professionell ausbauen wollen oder nicht, können Sie also auch erstmal abwarten. Wenn es absehbar ist, dass Sie Geld verdienen werden, weil Sie Affiliate-Links einbetten oder Werbeanfragen erhalten, müssen Sie Ihr Gewebe aber beim örtlichen Ordnungs- und Gewerbeamt registrieren. Die Kosten dafür liegen zwischen 30 und 40 Euro.  

Risiken und Fallstricke, die jeder Influencer kennen sollte

So schön die Arbeit ist: Wenn Sie als Micro-Influencer oder Influencer erfolgreich werden, steigen auch Ihre geschäftlichen Risiken – die vor allem im Online Business teuer werden können.  

Rechtliche Risiken 

Immer wieder stehen Influencer vor Gericht, weil sie Werbepartnerschaften nicht oder nicht ausreichend kennzeichnen. Dann können Abmahnungen und Schadenersatzzahlungen drohen. Die Rechtslage ist im Bereich Influencer-Marketing noch nicht in jedem Fall eindeutig. Wer vermeiden möchte, dass ihn seine Influencer-Aktivitäten mehr kosten als einbringen, sollte eine Berufshaftpflichtversicherung oder im Idealfall eine spezielle Mediahaftpflichtversicherung abschließen, die Ansprüche prüft und im Schadensfall zahlt. 

Weitere rechtliche Fallstricke lauern bei der Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), dem Urheber- und Markenrecht und der Impressumspflicht. Auch hier schützt eine Mediahaftpflicht.  

Steuerliche Risiken 

Influencer werden vom Finanzamt wie andere Gewerbetreibende behandelt, wenn sie Gewinne anstreben oder erzielen. Machen Sie daher unbedingt eine ordentliche Buchführung und halten Sie sich an die Fristen zur steuerlichen Anmeldung. Mittlerweile gibt es viele Online-Tools, mit denen Anwender diese Pflichten ganz einfach erfüllen.   

Achten Sie außerdem darauf, Ein- und Ausgaben richtig zu versteuern. Auch Produktgeschenke aus Kooperationen müssen beispielsweise als Sachzuwendungen versteuert werden. Wenn Sie sich unsicher sind, wie sich Ihre Influencer-Aktivitäten steuerlich auswirken, holen Sie frühzeitig Rat bei einem Steuerberater ein. So vermeiden Sie Nachzahlungen, Zuschläge und Geldstrafen.  

Cyber-Risiken 

Wenn Sie Influencer werden, sind digitale Inhalte das Herzstück Ihres Unternehmens. Ein Virus befällt Ihren Computer? Sie schütten versehentlich Kaffee über Ihre externe Festplatte? In beiden Fällen können wichtige Daten gelöscht oder nicht mehr erreichbar sein. Für die Datenrettung oder -wiederherstellung ist dann Expertenhilfe notwendig. Das kann teuer werden und sorgt für eine Zwangspause auf Ihrem Kanal, die Sie bares Geld kostet.  

Bei steigender Reichweite werden Influencer außerdem ein attraktives Ziel von Hackern, die sich Zugang zu persönlichen Daten verschaffen und diese zu erpresserischen Zwecken nutzen. Eine Cyberversicherung kann in all diesen Fällen für Expertenberatung sorgen und notwendige Kosten übernehmen.  

FAQ – erfolgreicher Influencer werden

Ein Businessplan kann helfen, sich selbst Klarheit über die eigenen Ziele zu verschaffen und darüber, wie man sie erreichen will. Zur Pflicht wird er jedoch nur, wenn Sie sich um eine Finanzierung bei einer Bank oder einem Förderprogramm bemühen. 

Es kann Monate oder Jahre dauern, bis die Aktivitäten als Influencer Gewinne abwerfen. Bis dahin finanzieren sich die meisten Influencer über einen Angestelltenjob. Darlehen aufzunehmen, um das Influencer-Business zu finanzieren, ist zumindest zu Beginn nicht zu empfehlen, da der Erfolg noch nicht abschätzbar ist.

Die Persönlichkeit eines Influencers ist am wichtigsten. Und auch der Körper eines Fitness-Vloggers überzeugt mehr als jede Trainerlizenz. Wer allerdings über rechtliche oder psychologische Fragen postet, kann seine Brand stärken, wenn er approbierter Psychotherapeut (freudmich) oder zugelassener Rechtsanwalt (Christian Solmecke) ist.  

Ja, wer sich unsicher in steuerlichen Fragen ist, sollte Beratung in Anspruch nehmen. Steuerliche Risiken entstehen bereits mit dem ersten verdienten Euro.

Fazit: Als Influencer mit Plan und Einsatz erfolgreich werden

Kann jeder Influencer werden? Als Influencer viel Geld zu verdienen, ist durchaus möglich. Entscheidend dafür ist es, eine hohe Reichweite und eine aktive Community aufzubauen – und das auf den richtigen Kanälen. Zumindest sollte man es schaffen, sich in einer bestimmten Nische einen Namen zu machen. Denn nur so werden Sie lukrative Werbepartnerschaften eingehen können. 

Ob die Reichweite steigt, ist dabei kein Zufall, sondern planbar. Menschen lieben Authentizität. Wer seine Persönlichkeit in seinen Content einbringt, punktet. Umso mehr, wenn er über Inhalte spricht, die ihn selbst begeistern und den Nutzern einen Mehrwert liefern. Das persönliche Interesse ist auch wichtig, weil sich Erfolg nicht über Nacht einstellt. Wer Influencer werden will, braucht einen langen Atem.  

Wollen Sie den Weg zum Vollzeit-Influencer abzukürzen, holen Sie sich überall dort Unterstützung, wo Sie selbst keine Stärken haben. So vermeiden Sie auch (steuer)rechtliche Risiken. Erfolgreiche Influencer sind nur auf den ersten Blick eine One-Man- oder One-Woman-Show – die allermeisten haben rund um Ihre Social-Media-Präsenz ein komplettes Online-Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern aufgebaut.