Den passenden Franchisegeber finden

In Deutschland gibt es rund 1.000 aktive Franchisesysteme – es ist also nicht ganz einfach, in der riesigen „Franchisewelt" einen geeigneten Franchisegeber für sich ausfindig zu machen. Möchten Sie den passenden Franchisegeber finden, sollten Sie unbedingt auf Qualität setzen. So sollte der Franchisegeber beispielsweise bereits erste erfolgreiche Franchisenehmer vorweisen können.

Erfahren Sie nachfolgend, welche Schritte Sie bei der Suche nach einem Top Franchisegeber berücksichtigen sollten.



Passenden Franchisegeber finden: Franchise-Verband hilft

Wie in jeder Branche gibt es auch im Franchise das eine oder andere schwarze Schaf. Um auf der Suche nach dem passenden Franchisekonzept von Anfang an nur auf qualitativ hochwertige Franchisegeber zu setzen, empfehlen wir Ihnen in erster Linie auf erprobte Franchisekonzepte zu achten.

Ein guter Startpunkt ist z.B. der Deutsche Franchise-Verband e.V. (DFV), der seine Franchisegeber vor der Aufnahme prüft. Bei assoziierten Mitgliedern werden der Franchisevertrag sowie die Franchisedokumentation kritisch durchleuchtet. Die Vollmitglieder werden einem umfangreicheren System-Check unterzogen, bei dem neben der Prüfung der Franchisedokumentation etc. auch die Partnerzufriedenheit in die Bewertung miteinfließt. Möchten Sie einen vertrauenswürdigen Franchisegeber finden, sind die Mitglieder des DFV also eine erste gute Anlaufstelle.

Die Zufriedenheit der Franchisenehmer selbst ist ebenfalls ein guter Indikator für einen seriösen Franchisegeber. Das Internationale Centrum für Franchising und Cooperation ermittelt jährlich die Franchisesysteme mit der höchsten Partnerzufriedenheit und zeichnet diese gesondert aus. Diese Zufriedenheit mit dem Franchisegeber spiegelt sich auch in einer höheren Erfolgsquote der Franchisenehmer wider: Drei Jahre nach Unternehmensgründung waren laut der Studie immer noch 91 % der zufriedenen Franchisenehmer am Markt – bei Franchisepartnern anderer Franchisegeber mit keiner überdurchschnittlichen Zufriedenheit waren es nur noch 82 %.

Daneben gibt es aber selbstverständlich auch viele weitere seriöse Franchisegeber, die nicht geprüft bzw. nicht Mitglied beim DFV sind. Umso wichtiger ist dann jedoch Ihre eigene, eingehende Analyse der Systeme. Ein Franchiseberater kann Sie dabei sowohl bei der Prüfung als auch bei der Suche nach dem passenden Franchisegeber unterstützen – wir empfehlen Ihnen gerne einen qualifizierten Berater in Ihrer Nähe.

TIPP

Sie überlegen per Franchising zu gründen? Wir zeigen Ihnen die 10 wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Franchisenehmer.

Franchisegeber finden mit einem Franchiseportal

Um sich eine Übersicht über den Markt der Franchisegeber zu machen, ist der Deutsche Franchise-Verband eine gute erste Anlaufstelle. Möchten Sie aus einer sehr großen Auswahl einen geeigneten Franchisegeber finden, können Sie alternativ oder ergänzend zum DFV auch auf ein Franchiseportal zurückgreifen.

Auf einem Franchiseportal finden Sie eine Vielzahl an Franchisegebern aus unterschiedlichsten Branchen. Diese werden dort einheitlich aufgelistet und beschrieben, sodass man schnell einen guten Überblick erhält. Manche Franchiseportale bieten auch die Möglichkeit, alle Franchisegeber anhand relevanter Kriterien wie dem benötigten Eigenkapital oder der Gesamtinvestitionssumme zu filtern. So lassen sich von vornherein solche Franchisegeber ausschließen, die für Sie aus finanziellen Gründen sowieso nicht in Frage kommen.

Bei der Suche nach einem geeigneten Franchisegeber über ein Franchiseportal sollten Sie jedoch immer bedenken, dass die Franchisegeber die Platzierung gegen eine Gebühr erhalten haben. Wird ein Franchisegeber prominent auf der Startseite beworben, muss dieser also nicht unbedingt ein erfolgversprechendes Franchisekonzept entwickelt haben.

Werfen Sie auch einen Blick in unsere Franchisebörse und finden Sie dort das passende Franchise-Unternehmen. Diese drei Franchisesysteme sind erst seit kurzem bei uns gelistet:

Die Auswahl der relevanten Franchisegeber einengen

In Deutschland gibt es rund 1.000 aktive Franchisegeber – es ist also nicht ganz einfach, in der riesigen „Franchisewelt" das passende System für sich zu finden. Damit die Suche für Sie nicht zum Irrgarten wird, sondern Sie schnell zum Ziel kommen, sollten Sie folgende Schritte berücksichtigen.

Durch den initialen Qualitätscheck (also entweder geprüfte Franchisesysteme oder Konzepte, die Sie grundsätzlich interessieren und die einen seriösen Eindruck hinterlassen haben) hat sich die Anzahl der in Frage kommenden Franchisegeber von 1.000 bereits stark reduziert – insofern ist die Qual der Wahl schon deutlich kleiner geworden.

Um die Auswahl noch weiter auf eine überschaubare Anzahl zu reduzieren, sollten Sie nun festlegen, für welche Branchen Sie sich definitiv interessieren bzw. welche Branchen wirklich für Sie in Frage kommen. Eine spezielle Branchenexpertise ist dabei nicht unbedingt erforderlich, da sich das Franchising insbesondere auch für Quereinsteiger anbietet. Wenn Sie zwei bis drei interessante Branchen ausgewählt haben, hat sich die Anzahl weiter reduziert – auf Ihrer Liste stehen nur noch ca. 20 bis 30 geprüfte bzw. seriöse Franchisegeber.

Anforderungen der Franchisegeber beachten

Auf die eigenen Interessen folgen nun die Anforderungen der Franchisegeber. Zentral sind insbesondere folgende Punkte:

  • Standort
    Die meisten Franchisegeber haben einen vertraglich vereinbarten Gebietsschutz. Insofern sollten Sie prüfen, ob es in Ihrer Region schon einen anderen Franchisenehmer gibt. Sollte dies der Fall sein, dürfte es eher schwierig werden, eine eigene Lizenz zu erhalten. Einen guten Standort finden Sie übrigens mit einer Standortanalyse.
  • Gebühren und Finanzierung
    Ein weiteres Kriterium, das Sie in die Auswahl mit einfließen lassen sollten, ist die Franchisegebühr, bestehend aus Einstiegsgebühren und laufenden Abgaben, sowie die durchschnittliche Investitionssumme und das entsprechende Eigenkapital, das vom Franchisegeber verlangt wird.
  • Qualifikationen und Branchenerfahrung
    Wie erwähnt, eignet sich das Franchising insbesondere auch für Quereinsteiger. Nichtsdestotrotz setzen viele Franchisegeber gewisse Qualifikationen voraus – einige zumindest auch eine gewisse Branchenerfahrung. Informieren Sie sich am besten auf der Webseite des Franchisegebers über notwendige Qualifikationen und Erfahrungen.

Haben Sie die Voraussetzungen der jeweiligen Franchisegeber berücksichtigt, so sinkt die Zahl weiter – meist auf etwa fünf bis zehn Franchisegeber, die Sie dann eingehender analysieren können.

Franchisegeber finden – Ihre Top 10

Wie Sie im Prozess vielleicht schon festgestellt haben, verfügen fast alle Franchisegeber über einen eigenen Franchisebereich auf der Website. Informieren Sie sich zunächst eingehend über jeden Ihrer Top-Franchisegeber und schreiben Sie Stärken und Schwächen auf. Achten Sie insbesondere auch auf Punkte wie Wachstum, Partnerzufriedenheit und Auszeichnungen. Versuchen Sie herauszufinden:

  • Wie viele Neueröffnungen bzw. Schließungen gab es in den letzten Jahren?
  • Wie lange dauert es durchschnittlich, bis ein Franchisenehmer profitabel arbeitet?
  • Was sind die Eigenschaften, die besonders positiv bzw. negativ auffallen?

All diese Zahlen und Fakten sollten Sie in einer Tabelle zusammenfassen, um Stärken und Schwächen der einzelnen Franchisegeber vergleichen zu können. Neben den ganzen harten Zahlen und Fakten spielt aber insbesondere auch Ihr persönlicher Eindruck eine wichtige Rolle. Schauen Sie bei jedem Ihrer persönlichen Top-Franchisegeber vorbei und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Wenn Sie mit der Auswertung fertig sind, bleiben in der Regel zwei bis drei Favoriten übrig, denen Sie sich im nächsten Schritt eingehend widmen.

TIPP

Sie sind auf der Suche nach einem Franchisegeber, der ebenfalls neue Franchisepartner sucht? Schauen Sie sich die Franchisesysteme der Initiative Franchise Top 10 an.

Aus den drei Favoriten den richtigen Franchisegeber auswählen

Sind die drei Favoriten auserkoren, gilt es diese auf Herz und Nieren zu prüfen. Nehmen Sie dazu Kontakt mit den jeweiligen Franchiseverantwortlichen auf. Natürlich sollten Sie darauf achten, dass Sie beim Erstkontakt einen professionellen Eindruck vermitteln – es geht schließlich auch darum, einen möglichen Franchisegeber für sich zu gewinnen!

Nach dem ersten Gespräch und gegebenenfalls einem Treffen sollten Sie sich die Franchiseunterlagen – insbesondere das Franchisehandbuch und möglichst den Franchisevertrag – vom Franchisegeber zuschicken lassen. Das Franchisehandbuch muss dabei einen professionellen Eindruck machen und alle relevanten Informationen beinhalten. Auch der Vertrag muss fair gestaltet sein – je nachdem ob Sie z.B. einen Förderkredit bei der KfW beantragen möchten, müssen Sie auch auf gewisse Klauseln achten. Hier empfiehlt sich vor Vertragsabschluss noch die Überprüfung des Franchisevertrags durch einen Anwalt, damit Sie Klauseln noch rechtzeitig verhandeln können, ehe Sie diese später bereuen.

Zu guter Letzt sollten Sie dann in einem persönlichen Gespräch klären, welche praktische Unterstützung Sie vom Franchisegeber erwarten dürfen. Sprechen Sie auch mit bestehenden Franchisepartnern über deren Erfahrungen mit dem System. Für die finale Entscheidung ist dann aber auch Ihr persönlicher Eindruck wichtig – die berühmte „Chemie" muss 100-prozentig stimmen, schließlich geht es um eine langfristige Partnerschaft!

So geht es weiter auf Ihrem Weg zum Franchisenehmer

Für Ihren möglichst reibungslosen Weg zum Franchisenehmer haben wir Ihnen noch weitere wichtige Punkte erläutert:

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