Finden Sie die Geschäftsidee, die Ihr Leben verändert – Teil 3



Eine erfolgreiche Existenzgründung mit einer ganz simplen Geschäftsidee? Warum eigentlich nicht! Das Berater-Ehepaar Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg hat sich in seinem Buch „Smart Business Concepts“ im Detail mit der „smarten“ Geschäftsidee beschäftigt und stellt auf Für-Gründer.de in einer dreiteiligen Serie diesen Ansatz vor. Im heutigen letzten Teil der Serie finden Sie die Antwort darauf, wie Sie die zu Ihrem Gründertyp passende Geschäftsidee entwickeln können.

Teil 3 – Aus dem Solopreneur-Typ die eigenen Ideen ableiten

Unser Rat war: Legen Sie zuerst den Geschäfts-Typ fest und suchen Sie dann die dazu passende Idee. Daher ging es in der ersten Folge dieser Serie um die Geschäfts-Typ-Pyramide, im zweiten Artikel folgten dann die 5 Solopreneur-Typen.

Die Geschäfts-Typ-Pyramide bestimmt die „Flughöhe”

Die Geschäfts-Typ-Pyramide zeigt zunächst, auf welcher „Etage” Sie mit Ihrem Business einsteigen. Smartianer steigen nicht unten in der Pyramide ein: Sie eröffnen zum Beispiel kein Ladengeschäft. Sie meiden auch die ein Deck höher liegenden Auftrags- oder klientbezogenen Konzepte (typische „Frauenfallen” wie Heilpraktiker-Einzimmer-Praxis oder Status-Männer-Selbstständigkeiten wie Architekt). Sie klettern im Entrepreneur-Schwierigkeitsgrad aber auch nicht zu hoch: Teams verwegener Start-up-Haudegen und „Next Big Thing”-Ideen bleiben außen vor. Damit landen Smartianer bei den Smart Business Concepts.

Wie nutzen Sie die 5 Solopreneur-Typen zur eigenen Ideenfindung?

Wie finden Sie in dieser Klasse ein gutes Konzept? Suchen bedeutet: einschränken. Das gelingt bei den Smart Business Concepts mit den 5 Solopreneur-Typen. Hinter jedem Typ stehen Fächer von Geschäftsmodellen.

  • Produzenten = Smarte Produktmodelle
  • Händler = Smarte Handelsmodelle
  • Experten = Smarte Wissensmodelle
  • Service = Smarte Servicemodelle
  • Kreative = Smarte Erlebnismodelle

Den Weg im Ideen-Dschungel abkürzen

Unsere Erfahrung: Suchen Sie ohne ein solches Raster, rutschen Sie in ein freies Brainstorming ab. Sie drehen sich im Kreis. Die fünf Rollen öffnen ganz gezielt eine Welt neuer Konzepte. Der Typ gestaltet das Suchfeld klarer und Ihr Gehirn kann gezielt arbeiten. Es gibt auch Mischtypen. Für den Start empfehlen wir aber die Typen in reiner Form.

Wer in die Selbstständigkeit einsteigen möchte, sollte smart vorgehen und seine Idee genau bestimmen. (Quelle Smartisierungsprozess: http://www.smartbusinessconcepts.de/grundlagen/smartisieren/)
Wer in die Selbstständigkeit einsteigen möchte, sollte smart vorgehen und seine Idee genau bestimmen (Quelle: Smartisierungsprozess)

Es geht bei der Suche nicht um „irgendeine” Idee

Im Gegensatz zu opportunistischen Ansätzen (ich nehme das Produkt, nach dem in Google am meisten gesucht wird) suchen wir in unserem Programm nach Ideen, die zu Ihrer Biografie passen. Denken Sie dabei nicht nur an Ihre Vergangenheit, sondern vor allem an Ihre Zukunft. Wie soll Ihre Biografie weitergehen?

Eine Idee, die zu Ihrem Leben passt

Der beste Weg zu einer biografisch verwurzelten Idee ist die themenbasierte Suche. Sie legen Ihr Schlüsselthema fest und gehen damit die fünf Solopreneur-Typen durch. Wie Sie Ihr Schlüsselthema finden, hier nur in einem Mikrosatz: Es ist die Essenz aus Ihren Stärken, Werten und Erfahrungen.

Wir halten es hier einfach (Ihr Thema kann komplexer sein). Angenommen, Sie begeistern sich für „Kaffee“, dann wären die fünf Solo-Suchfragen:

  • Wie kann ich solo einen speziellen Kaffee produzieren?
  • Wie kann ich solo Kaffee handeln?
  • Wie kann ich solo zum Thema Kaffee Expertenwissen verkaufen?
  • Wie kann ich solo einen Kaffee-Service eröffnen?
  • Wie kann ich solo ein Kaffee-Erlebnis kreieren?

Nun gilt es, streng zu sein. Ein Café wäre der Inbegriff eines Kaffee-Erlebnisses, aber ein stationäres Konzept, fällt also wegen der falschen Flughöhe aus. Ein Buch über Kaffee zu schreiben ist möglich (digital handelbares Wissensprodukt), reicht aber nicht, um davon allein zu leben und so weiter. Sie fangen also an, zu sortieren und zu kombinieren.

Vom Stahl zum Slow Food

In einer unserer letzten Intensivgruppen war Peter Hug. Peter Hug wusste seinen Solopreneur-Typ sofort: Produzent. Er entwickelte schon vorher mit CAD-Programmen Geräte und kennt sich vor allem mit Stahl aus. Also ein Metall-Maker. Mit Stahl lassen sich unendlich viele Dinge gestalten. Bisher entwickelte er für einen speziellen Markt. Diesmal suchte er nach einem Thema, das ihm selbst liegt und fand es beim Essen: Grillen wie die Argentinier (nicht mit Kohle, sondern mit Holz).

  • Seine Idee: Einen Grill zu entwickeln, der für Holz optimiert ist. Diesen Grill unter eigener Marke vor allem online verkaufen und dann Stück um Stück um diesen Grill eine „Holz-Grill-Kollektion” aufbauen. Bewusstes „Slow Food“ als Kontrast zur schnellen Bratwurst.

Die Schere im Kopf

So einfach kann ein Konzept sein! Vermutlich werden sich einige fragen: Ist das ein Geschäftskonzept? Ja. Das ist ein Geschäftskonzept. Und zwar ein Smart Business Concept. Kompliziert ist ein Wort mit „K“ wie Kopfschmerzen. Einfach ist ein Wort mit „E“ wie Erfolg.

Der Stahl-Holz-Grill ist ein überschaubares Konzept. Mit eigenen Mitteln zu starten und genug Ansatzpunkten, es weiter zu entfalten. Mit dieser Idee kommen Sie nicht in Die Höhle des Löwen. Das ist aber kein Problem, da Peter Hug gar keine Investoren will.

Das gibt es doch schon!?

Sind Ideen einfach, sagen Ideensucher oft: „Aber das gibt es doch schon.” Ja, es gibt fast immer andere, die bereits das tun, was Sie sich vorstellen. Aber was ist das für eine Frage?

  • Es gab schon Autoren, die Bücher geschrieben haben.
  • Bedeutet das, dass Sie kein Buch mehr schreiben?

Natürlich sieht Peter Hug sich den Markt an und überlegt, wie er einen besonders guten und attraktiven Grill baut. Er lässt sich aber nicht vom Wettbewerb abhalten. Wo kein Wettbewerb, da auch kein Geschäft. Genau so ist Ihr Ziel auch kein Konzern, sondern ein Smart Business Concept.

Business Modelling – der Sandkasten im Kopf

Erst die Umsetzung macht den Entrepreneur. Aber Eile mit Weile. Holen Sie sich vor der eigentlich operativen Phase noch einmal das Kind in Ihnen heraus, und spielen Sie ein wenig herum.

Kein großer Bildhauer schlägt einfach auf den Stein ein. Er lässt die Form in seinem Kopf entstehen, fertigt Skizzen an und spielt am Ende den Ernstfall mit einem kleinen Tonmodell durch. Er möchte nicht den echten, kostbaren Stein zerschlagen.

Modelling macht Sie sicherer in dem, wie Sie an die Sache herangehen.

  • Sie entwickeln einen Prototypen Ihres ersten Produkts
  • Sie tasten sich an eine Markt-Strategie heran

Vom Modell zum ersten Verkauf

Sie modellieren und testen, bis Ihr Produkt gut aussieht. Bringen Sie dann Ihr erstes Produkt so bald wie möglich in den echten Verkauf. So gut wie jede Idee verändert sich noch in der Wirklichkeit. Tüfteln Sie also nicht zu lange. Deswegen haben Sie ja eine einfache Idee gewählt, um schnell gehen zu können.

Ehrenfried Conta Gromberg
Ehrenfried Conta Gromberg gilt als Experte für die Entwicklung smarter Geschäftsideen für Solopreneure.

Testen, tasten und dann aufbauen

Was machen Sie nach dem Modellieren? Sie modellieren weiter. Smarte Solopreneure tasten sich an den Markt heran. Peter Hug setzte dazu zunächst eine Jimdo-Webseite auf. Oder Sie gehen über die Marktplätze anderer (Amazon & Co). Testen Sie, was wo passiert. Mit den Ergebnissen aus den Tests gehen Sie in die nächste Stufe, dann in die nächste Runde und so weiter. Sie bauen Ihr Business Schritt für Schritt auf. Halten Sie es einfach, wenn Sie smart sein wollen.

Übrigens: Peter Hug war sechs Monate nach der Idee mit seinem ersten Prototypen für seine Grill Manufactur fertig.

Smart Business Concepts in der Langfassung als Buch

Unsere Serie zur smarten Geschäftsidee ist mit diesem dritten Teil beendet. Sind noch Fragen offen? Die detaillierte Beschreibung der Smart Business Concepts gibt es in einer ausführlichen Lektüre käuflich zu erwerben. Alternativ empfehlen wir einen Blick auf unsere über 400 Geschäftsideen. Vielleicht ist da ja auch etwas für Sie dabei?