Lagerhaltung Lagerarten in der Logistik: Unterschiede und Kosten

Best Practice

Die Lagerhaltung stellt einen der größten Kostenfaktoren in der deutschen Wirtschaft dar. Der Anteil der Logistikkosten an den Gesamtkosten beträgt zwischen 7 und über 20 %. Für Unternehmen bedeutet dies: Die Wahl der richtigen Lagerart kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Doch welche Lagerarten gibt es überhaupt? Wie unterscheiden sie sich in Funktion und Kosten? Wir geben einen Überblick.

Mann in Gabelstapler fährt Europaletten.
Logistik: Ein bedeutender Kostenfaktor für Unternehmen. Bild: ELEVATE / Pexels.

Lagertechnik im Wandel

Die deutsche Logistikbranche erzielte 2023 einen Umsatz von rund 327 Milliarden Euro. Während bewährte Lösungen wie Fachbodenregale aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit und Flexibilität das Rückgrat vieler Lager bleiben, revolutionieren neue Technologien die Branche.

Fahrerlose Transportsysteme und automatisierte Regalbediengeräte etablieren sich als neue Standards, ohne dabei die Grundprinzipien effizienter Lagerung über Bord zu werfen.

Die Kombination von traditionellen Systemen mit modernster Technologie zeigt: Erfolgreiche Lagerstrategien basieren auf der intelligenten Verknüpfung verschiedener Lageransätze. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, erhält im Logistik-Guide von Jungheinrich Profishop umfassende Einblicke in bewährte und innovative Lagerlösungen.

Lagerarten nach Funktion

Die Logistik unterscheidet Lager primär nach ihrer Position im Wertschöpfungsprozess. Jede Lagerart erfüllt spezifische Aufgaben und verursacht unterschiedliche Kosten.

Beschaffungslager: Die Basis der Produktion

Beschaffungslager, auch Produktionslager genannt, bevorraten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für die Fertigung. Ihre Hauptaufgabe liegt in der kontinuierlichen Materialversorgung der Produktion. Unternehmen können hier durch strategische Einkäufe und optimale Bestellmengen Kosten reduzieren, müssen jedoch das Risiko von Lagerverlusten durch Verderb oder Obsoleszenz berücksichtigen.

Zwischenlager: Puffer für den Produktionsfluss

Zwischenlager oder Pufferlager nehmen halbfertige Erzeugnisse zwischen den Produktionsschritten auf. Sie gleichen Kapazitätsschwankungen aus und verhindern Produktionsstillstände. Besonders in der Automobilindustrie oder bei komplexen Fertigungsprozessen erweisen sich diese Lager als unverzichtbar.

Distributionslager: Der Weg zum Kunden

Im Distributionslager werden Fertigwaren für die Auslieferung an Kunden oder den Handel gesammelt. Hier erfolgt oft die Kommissionierung: die Zusammenstellung von Kundenaufträgen. Diese Lager stehen meist näher zu den Absatzmärkten und verursachen durch ihre zentrale Lage oft höhere Immobilienkosten.

Umschlagslager: Geschwindigkeit vor Lagerung

Umschlagslager oder Transitlager dienen dem direkten Güterumschlag zwischen verschiedenen Transportmitteln. Die Waren verbleiben nur kurzzeitig im Lager. Cross-Docking-Systeme nutzen dieses Prinzip, um Lagerkosten zu minimieren und Lieferzeiten zu verkürzen.

Top-Angebot
Tide
Geschäftskonto & Tagesgeld
200 € Bonus
  • Keine Kontoführungsgebühr
  • 4,25 % p. a. auf Tagesgeld
  • Deutsche IBAN
  • Kostenlose Debitkarte und Rechnungs-Tool
  • Ohne SCHUFA

Angebot gilt nur für kurze Zeit!

Nur bis
31.03.
Eröffnung
in wenigen Minuten
Top-Angebot
Finom
Geschäftskonto
100 € Bonus
  • Für alle Rechtsformen
  • Mit Rechnungstool
  • Ab 9 € im Monat
  • Deutsche IBAN
  • Ohne Schufa

Gut abgeschnitten im Geschäftskonto-Vergleich mit der Note 1,8

Nur bis
31.01.
Testnote
1,8
Container und ein Flugzeug am Himmel.
In Umschlagslagern wechseln Waren die Transportmittel. Bild: Tung Lam / Pixabay.

Lagerarten nach Bauweise und Technik

Neben der funktionalen Unterscheidung lassen sich Lager auch nach ihrer baulichen Gestaltung kategorisieren. Diese Bauweise beeinflusst sowohl die Lagerkapazität als auch die Betriebskosten erheblich.

Flachlager: Einfach und kostengünstig

Flachlager erstrecken sich ebenerdig mit Lagerhöhen bis zu 7 Metern. Sie eignen sich besonders für schwere Güter oder wenn häufiger manueller Zugriff erforderlich ist. Die Investitionskosten bleiben niedrig, jedoch benötigen sie mehr Grundfläche, was in teuren Immobilienlagen zum Kostennachteil wird.

Hochregallager: Maximale Raumnutzung

Hochregallager erreichen Höhen von über 12 Metern und nutzen den verfügbaren Raum optimal aus. Automatisierte Regalbediengeräte ermöglichen effiziente Lagerung und Kommissionierung. Zwar steigen die Investitionskosten deutlich, doch die höhere Lagerdichte reduziert die Flächenkosten pro Lagerplatz.

Spezielle Lagerbauweisen

Freilager kommen ohne Überdachung aus und eignen sich für witterungsbeständige Güter wie Baumaterialien oder Container. Die niedrigen Baukosten machen sie zur kostengünstigen Alternative. Etagenlager nutzen mehrere Stockwerke und kombinieren oft verschiedene Lagerfunktionen auf unterschiedlichen Ebenen.

Mehrere Container
Freilager eignen sich für die Lagerung von Containern. Bild: Chanaka E / Pexels.

Kostenfaktoren der Lagerhaltung

Die Lagerhaltungskosten teilen sich in fixe und variable Komponenten auf, wobei die Lagerkosten zwischen 6,5 % und 11 % der Gesamtkosten eines Produkts ausmachen.

Fixkosten

Zu den fixen Kosten zählen Miete oder Abschreibungen für Lagergebäude, Gehälter des Lagerpersonals, Versicherungen und Steuern. Diese entstehen unabhängig von der tatsächlichen Lagerauslastung. Besonders die regionalen Immobilienpreise beeinflussen die Lagerhaltungskosten wesentlich – ein Lagerplatz in München kostet deutlich mehr als in strukturschwächeren Regionen.

Variable Kosten

Variable Kosten, die mit der Lageraktivität schwanken, umfassen Posten wie Energie für Beleuchtung und Kühlung, Instandhaltung von Technik und Gebäuden sowie Kosten für Verpackungsmaterial und Kommissionierung. Während automatisierte Lager einerseits die Personalkosten senken, können sie andererseits die Energiekosten durch den Betrieb der Fördertechnik erhöhen. Hier setzen effiziente Prozesse durch eine Warenwirtschaftssoftware an, die helfen, Bestände und Abläufe zu optimieren und somit die variablen Kosten insgesamt zu reduzieren.

Versteckte Kosten

Kapitalbindungskosten entstehen durch das in Waren gebundene Kapital. Je länger Güter lagern, desto höher fallen diese aus. Zusätzlich können Schwund, Verderb oder Diebstahl die Lagerkosten erhöhen. Obsoleszenz-Risiken treffen besonders Lager mit schnelllebigen Produkten wie Elektronik oder Mode.

Fazit: Wie man Lagerung optimiert

Die Wahl der geeigneten Lagerart hängt von verschiedenen Faktoren ab: Produkteigenschaften, Umschlagshäufigkeit, verfügbares Budget und strategische Ziele. Unternehmen sollten regelmäßig ihre Lagerstrategie überprüfen und an veränderte Marktbedingungen anpassen.

Eine durchdachte Lagerplanung berücksichtigt sowohl die direkten Lagerkosten als auch die Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette. Kurze Lieferwege können höhere Lagerkosten rechtfertigen, wenn dadurch Transportkosten sinken oder die Kundenzufriedenheit steigt.

Die richtige Balance zwischen Lagerhaltungskosten und Servicegrad entscheidet letztendlich über den wirtschaftlichen Erfolg der Lagerstrategie.

Auch spannend:

zurück