Auftragsflaute Jimdo-ifo-Geschäftsklima: Katerstimmung bei Selbstständigen

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Die kurze Erholung ist vorbei. Der Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex für Solo­selbständige und Kleinstunternehmen ist im Juli auf –16,9 Punkte gefallen. Im Juni lag er noch bei –15,7. Viele bewerten ihre Lage schlechter und blicken pessimistischer nach vorn. Der Verband der Gründer und Selbstständigen sieht die Politik in der Verantwortung.

Selbstständiger  Handwerker checkt Aufträge auf dem Smartphone
Auftragsflaute: Die Stimmung unter Selbstständigen ist laut einer ifo-Umfrage getrübt. Bild erstellt mit ChatGPT

Aufträge fehlen, Druck steigt

Die Auftragslücke bleibt groß. Während bei Selbständigen 43,6 % über zu wenig Arbeit klagen, sind es in der Gesamtwirtschaft 36,7 %. Der Abstand ist erheblich – und er erklärt, warum viele Ein-Mann-Betriebe und Mikrofirmen weiter unter Liquiditäts- und Preisdruck stehen.

"Trotz der leichten Entspannung ist die Auftragslage für viele Selbständige weiterhin kritisch. Sie stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck", sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber.

Hoffnung im Juni, Dämpfer im Juli

Im Juni deutete noch vieles auf eine Erholung hin: Der Index kletterte von –19,0 (Mai) auf -15,7 Punkte. Im Juli folgte die Ernüchterung: -16,9 Punkte. Wichtig: Die Werte sind Salden, nicht saisonbereinigt. Sie fassen positive und negative Urteile zu Lage und Erwartungen zusammen. Schon kleine Bewegungen zeigen, wie sensibel die Stimmung in kleinen Betrieben auf die Auftragslage reagiert.

Trend widerspricht Gesamtwirtschaft

Parallel meldet das ifo für die Gesamtwirtschaft ein minimal besseres Klima (88,6 Punkte; Juli). Die Erwartungen stagnieren, die Lage verbessert sich etwas. Übersetzt: Die große Trendwende bleibt aus, das Auftragsproblem frisst sich durch die Branchen.

Für Solo­selbständige bleibt das Risiko höher: ihnen fehlen Preissetzungsmacht, Reserven und Vertriebsmotoren großer Firmen.

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Selbstständiger blickt aus dem Fenster
Trotz besserem Klima in der Gesamtwirtschaft: Die gute Stimmung bleibt unter Selbstständigen aus. Bild erstellt mit ChatGPT

Dienstleister, Handel, Gastronomie unter Druck

Im Dienstleistungssektor trübte sich das Klima spürbar ein: weniger positive Lagemeldungen, deutlich pessimistischere Erwartungen. Einzelhändler berichteten von sinkenden Umsätzen und schlechteren Aussichten.

Besonders hart traf es die Gastronomie, obwohl der Sommer sonst hilft. Leichte Helligkeit gab es bei den Freien Berufen sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen.

VGSD stellt Forderungen an Berlin

Der Verband der Gründer und Selbständigen Deutschland (VGSD) sieht die Politik am Zug. Nach Ansicht des Verbands braucht es sichtbare Signale noch im Herbst. Vorstand Andreas Lutz nennt zwei Hebel, die sofort auf die Unsicherheit und Investitionszurückhaltung wirken würden:

  1. Reform des Statusfeststellungsverfahrens: Klare, praxistaugliche Regeln sollen Auftraggebern und Selbständigen Rechtssicherheit geben – statt Grauzonen und Gutachterlotterie. Ziel: echte Selbständigkeit schützen, Scheinselbständigkeit verhindern, ohne neue Hürden zu schaffen.
  2. Aktivrente auch für Selbständige: Wer im Rentenalter weiterarbeitet, soll steuerlich entlastet werden – ein Signal gegen Fachkräftemangel und für mehr Erwerbsbeteiligung Älterer. Der VGSD fordert ein klares Bekenntnis der Bundesregierung.

Beide Punkte stehen im Koalitionsvertrag bzw. in der politischen Debatte. Aus Sicht des VGSD müssen sie nach der Sommerpause mit Hochdruck kommen.

Was können Gründer und Selbstständige tun?

Wer jetzt passiv bleibt, verliert Reichweite und Marge. Besser: aktiv gegensteuern, klare Angebote machen, kurze Zyklen fahren. Die folgenden Schritte helfen, die Auftragslücke zu schließen:

  1. Angebote standardisieren: Drei Pakete mit klaren Lieferzeiten und Ergebnissen. Weniger Diskussion, schnellere Zusagen.
  2. Follow-ups takten: Nach 48 Stunden, 7 und 14 Tagen kurz und nutzenfokussiert nachfassen. In zähen Märkten entscheidet Beharrlichkeit.
  3. Bestandskunden reaktivieren: Mini-Angebote für Up- oder Cross-Selling per E-Mail-Template.
  4. Liquidität sichern: 30/40/30-Zahlungspläne, Skonto für schnelle Zahlung, Vorkasse bei Material.
  5. Kooperationen bündeln: Leistungspakete mit Partnern (z. B. Web + Text + Ads). So entstehen größere Tickets trotz knapper Budgets.

Diese Schritte ersetzen keine Reform, aber sie überbrücken die Zeit bis zu politischen Entscheidungen und federn den Sommerdämpfer ab.

Fazit: Politik muss liefern, aber Gründer dürfen nicht warten

Der Juli zeigt, wie sensibel Solo­selbständige auf die Auftragslage reagieren. Klima und Erwartungen sind im Minus, der Abstand zur Gesamtwirtschaft bleibt deutlich. Der VGSD verlangt deshalb zwei konkrete Zusagen: Statusfeststellung reformieren und Aktivrente auch für Selbständige. Beides ist machbar und wäre ein klares Aufbruchsignal. Bis dahin gilt: Angebote schärfen, Prozesse verkürzen, Liquidität sichern. Wer handlungsfähig bleibt, ist vorn, wenn die Nachfrage wieder anzieht.

Wer Unterstützung für seine Selbstständigkeit braucht, findet bei Für Gründer kostenlose Ressourcen wie Ratgeber, Tools und Webinare. Auf dem YouTube-Kanal von Für Gründer gibt es wöchentlich neue Anleitungen, Sonderangebote und News.

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