Fitnessapps: Überall trainieren



Höher, schneller, weiter? Nein, vor allem digitaler geht’s im Sport zu: Wir stellen Geschäftsideen bzw. Fitnessapps für modernes Training vor. Der Vorteil: Ihr könnt überall trainieren.

actinate –  digitales Fitnessstudio

Fittnessapps wie die Sportapp Actinate: das digitale Fitness-Studio
Smarte Fitnessstudios via FitnessApps: So bleibt ihr auch im Homeoffice fit. (Foto: Actinate)

Wenn der Beruf viel Kraft und Zeit frisst, ist es schwer, nebenher noch Sport zu treiben. Doch genau das wäre im Grunde der beste Ausgleich zum Stress bei der Arbeit. So in etwa lassen sich die Gedanken von William Schlichter Junior zusammenfassen. Und sie mündeten schließlich 2015 in die Gründung des Start-ups actinate.

Der entscheidende Impuls aber entstand in einem Hotelzimmer: William Schlichter saß, weil er auf Geschäftsreise war, abends im Hotel und versuchte herauszufinden, wo er in der Nähe Basketball spielen kann. Die Suche gestaltete sich als äußerst schwierig. Singles und Restaurants waren bedeutend leichter zu finden.

actinate macht es Menschen in ähnlichen Situationen leicht, sich einer sportlichen Community anzuschließen. Die actinate-App bringt die Gleichgesinnten zusammen.

Das Start-up hat sein Geschäftsmodell im Laufe der Zeit erweitert. Heute bietet das Familienunternehmen, bei dem sich auch William Schlichters Vater und Schwester in leitenden Positionen engagieren, zudem eine Komplettlösung inklusive App für Fitnessstudios an: Sie können ihr Studio digitalisieren und somit ihre Kunden besser betreuen.

Asana Rebel – Yoga für alle

Ob Anfänger oder Fortgeschrittener, ob kleine oder große Ziele: Jeder kann mit der Asana Rebel, einer der bekanntesten Fitnessapps für Yoga, nach seiner Façon glücklich werden. Und glücklich werden ist in der Tat eines der wählbaren Anliegen. Die vier anderen lauten: Bleib gesund, sei relaxed, flexibel oder fit.

Vor fünf Jahren haben Pascal Klein und Robin Pratap ihr Start-up Asana Rebel gegründet, zunächst als Onlineshop für Yoga-Bekleidung und -zubehör. Kurze Zeit später erweiterten sie ihr Angebot um eine App, mit der man Yoga und Fitness im heimischen Wohnzimmer betreiben kann. Sie brachte den Durchbruch. Asana Rebel gilt als eine der beliebtesten Sportapps in diesem Segment.

Gründer Robin Pantrap ist gebürtiger Inder. Yoga war für ihn immer ein Teil seines Lebens. Nach seinem Umzug von Neu Delhi nach London und verschiedenen Stationen in mehreren Unternehmen wollte er sich selbstständig machen. Er traf auf Pascal Klein – gemeinsam setzten sie das Vorhaben um. Dabei half die frühe Teilnahme am ProSiebenSat1 Accelerator: Sie konnten Prozesse professionalisieren und zudem die ersten Investoren gewinnen. Danach kamen weitere – und damit die Internationalisierung. Vor allem in den USA ist das Unternehmen aktiv.

FitterYOU – trainieren wie benötigt

Wer mit FitterYOU, der App des Landauer Start-ups EFFIT.com, trainieren möchte, muss zuerst einmal etliche Fragen beantworten, etwa zu Beschwerden, bisherigen Sportarten und Trainingszielen. Außerdem absolviert er diverse Übungen und ein Herz-Kreislauf-Training. Erst nach dem umfassenden Check-up erhält er ein individuell abgestimmtes Trainingsprogramm. Um dies zu gewährleisten, hat sich FitterYOU-Gründer Fritz Grünewalt zwei Jahre Zeit für die Entwicklung einer der inzwischen beliebtesten Fitnessapps genommen.

Bis zur Gründung 2016 war Fritz Grünewalt Finanzvorstand beim 1. FC Kaiserslautern. Kurz zuvor erlitt er einen schweren Bandscheiben-Vorfall. Sein linker Arm war taub. Nur durch die gute sportmedizinische Versorgung mit täglichen Übungs-Videos eines anerkannten Physiotherapeuten sei er wieder zu fast 100 Prozent gesundet, glaubt Fritz Grünewalt. Und so kam er zu der Überzeugung, dass man jedem eine individuelle Betreuung, wie sie im Profisport üblich ist, zukommen lassen sollte. Die Idee zu FitterYOU war geboren.

Von Beginn an überzeugt und als Partner dabei: Fußballweltmeister André Schürrle.

Matchbase – Sport on demand

Jonas Baum und Christian Klötzer haben sich beim Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft kennengelernt. Wegen ihrer Leidenschaft zum Fußball gingen sie auch danach gemeinsame Wege und gründeten 2018 in Berlin Matchbase. Ihre Vision: eine dezentrale Liga für Straßenfußball aufzubauen. Mit einer App sollten sich verschiedenen Teams finden können. Sie starteten in Berlin und Hamburg.

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Der Zuspruch war gut, aber die beiden merkten, dass die Leute eigentlich etwas anderes suchten, nämlich weniger neue Teams, sondern überhaupt erst einmal ein Team. Das galt vor allem für Berlin, die Stadt der Zugezogenen. Wer fremd ist, braucht Anschluss.

Aus dieser Erkenntnis heraus haben Jonas Baum und Christian Klötzer ihr Geschäftsmodell Anfang des Jahres angepasst. Seither bietet ihre Sportapp Leuten in Berlin, die einfach und unkompliziert ohne Vereinsbindung Fußball spielen wollen, die Möglichkeit dazu.

Summfit – von Soldaten getestet

Die App wurde gemeinsam mit Sportwissenschaftlern entwickelt, der digitale Trainer geht individuell auf den Leistungs- und Fitness-Stand der Nutzer ein, überfordert sie nicht, motiviert sie stattdessen mit rund 500 verschiedenen Übungen: Die Rede ist von Summfit, dem Münchner Start-up und seiner gleichnamigen App, die nachhaltige Fitness und Gesundheit verspricht. Der Clou: Alle Trainingsprogramme wurden anders als bei den meisten Fitnessapps von Soldaten getestet.

Das kommt nicht von ungefähr. Gründer Gregor Hackfort war Leistungssportler, anschließend hat er in Köln Sportwissenschaft studiert. In seiner Dissertation analysierte er unter anderem neuartige Fitnesstests für Offiziere. Später dozierte er an der Universität der Bundeswehr. Auch sein Mitgründer Keven England kennt sich als früherer Sportdezernent bei der Bundeswehr mit den Trainingsmethoden der Soldaten aus. Weil er außerdem viel Erfahrung in der Entwicklung von Apps hat, ist er für Gregor Hackfort ein idealer Kompagnon.

Dennoch, das betonen die Gründer, ist Summfit kein Bootcamp für sowieso gestählte Männer. Jeder, auch Unsportliche – und selbstverständlich auch Frauen – finden ihr optimales Training.

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