10 Regeln für den perfekten Businessplan



Markus Bodenmülller ist Gründungsberater und Experte des Für-Gründer.de-Netzwerkes. Er weiß aus Erfahrung, worauf es beim Businessplan ankommt. Statt umfangreicher Theorie nennt er heute seine persönlichen 10 Regeln für den perfekten Businessplan.

Keine Angst vor der Formulierung des Businessplans, diese Botschaft gebe ich meinen Kunden und Kundinnen mit. Nach Lektüre und Mitarbeit bei hunderten von Businessplänen weiß ich, wie entscheidend die richtigen Formulierungen sind. Aus meiner jahrelangen Praxis als Gründungsberater habe ich daher zehn einfache Regeln für die Formulierung eines Businessplanes entwickelt.

Bei der Gliederung eines Businessplans können Sie sich an der Für-Gründer.de-Businessplanvorlage orientieren, die es zum kostenfreien Download gibt. Wenn Sie sich beim Businessplan zudem an meine zehn Regeln halten, können Sie Ihr Geschäftskonzept zügig in Wort und Schrift umsetzen. Ihr Text wird verständlicher und die Geschäftsidee erschließt sich dem Leser deutlich schneller. Dies sind die zehn Regeln für einen perfekten Businessplan:

1. Zielgerichtet – schreiben Sie für den Leser

Bevor Sie sich an die Formulierung des Businessplanes setzen, überlegen Sie sich, für wen Sie den Businessplan schreiben. Wollen Sie Ihre Ideen für sich selbst formulieren oder wollen Sie eine Bank von Ihrer Idee überzeugen? Fragen Sie sich: Was erwartet mein Leser von mir? Die Bank will Zahlen, Daten, Fakten. Der Investor will hingegen eine Story lesen, die ein erhebliches Unternehmenswachstum und damit ein Wachstum des Unternehmenswertes verspricht.

2. Authentisch – Sie sind der Autor

Schreiben Sie Ihren Businessplan selbst mit Ihren eigenen Worten. Ihre Leserinnen und Leser sollen Sie als Person mit Ihren Fähigkeiten und Kenntnissen erkennen. Verbiegen Sie sich nicht und bleiben Sie authentisch.

3. Konkret – das ist Ihre Geschäftsidee

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben und Ihre (künftigen) Kunden und lassen Sie betriebswirtschaftliche, theoretische Ausführungen beiseite. Sie müssen nicht den Break-Even-Punkt herleiten. Stattdessen sollen Sie erläutern, ab welchem Umsatz die Erlöse bei Ihrem Geschäftskonzept über den Ausgaben liegen. Sie können und sollten auf die allgemeine Marktentwicklung eingehen – aber bitte nur auf Ihr Produkt bezogen.

Wer sich an diese 10 Regeln zur Erstellung des Businessplans hält, überzeugt auch seine Leser!
Wer sich an die zehn Regeln zur Erstellung des Businessplans hält, überzeugt auch seine Leser!

4. Einmalig – vermeiden Sie Wiederholungen

Beschreiben Sie jeden Punkt nur einmal. Sie haben nicht ohne Grund eine Gliederung. Halten Sie sich daran und vermeiden Sie Inhalte, die sich wiederholen.

Wenn Sie Ihren Businessplan zu Ende geschrieben haben, streichen Sie alle Wiederholungen.

Beschreiben Sie Ihre Umsätze in der Rubrik Rentabilitätsplanung und nicht im Bereich Marktentwicklung. Nur bei den Punkten Geschäftsidee und Zusammenfassung bzw. Executive Summary dürfen und müssen Sie sich sogar wiederholen.

5. Aktiv – Sie setzen Ihr Konzept um

Schreiben Sie im Aktiv-Modus. Wie hört sich das Folgende an? „Man kann diese Geschäftsidee zum Franchisekonzept weiterentwickeln?” Klingt es nicht besser, wenn Sie schreiben: „Ich werde diese Geschäftsidee zum Franchisekonzept weiterentwickeln”? Ihre Leser wollen hören: Sie sind der aktive Part und Sie bewegen die Welt – nicht andersherum.

6. Verständlich – die Leser müssen Ihr Konzept verstehen

Achten Sie auf Ihr Publikum. Sie sind der Fachmann oder die Fachfrau, Sie kennen die Welt rund um Ihre Geschäftsidee, Ihre Leser hingegen vermutlich nicht. Vermeiden Sie daher zu viel Fachvokabular, beschreiben Sie Ihre Produkte allgemein verständlich. Ihr Publikum soll den Inhalt verstehen und daraus folgend Ihre Geschäftsidee bewerten.

Slowfood ist in weiten Kreisen der Gastronomie ein verständlicher und gebräuchlicher Begriff. Sollten Sie diesen Begriff in Ihrem Businessplan verwenden, vielleicht sogar als Kern Ihres Konzepts, dann ist es angebracht, diesen Begriff dennoch zu erläutern – jeweils bezogen auf den Kontext des Konzeptes.

7. Plausibel – Ihr Plan ist in sich stimmig

Es ist sicherlich nicht immer einfach, auf Plausibilitätsketten zu achten, aber dennoch sehr wichtig. Vermeiden Sie Widersprüche im Text. Es wird für Sie als Verfasser eines Textes leichter, diese Regel zu beachten, wenn Sie sich an die vorherigen Hinweise – Schreiben Sie zielgerichtet, einmalig und konkret – erinnern. Wenn Ihr Text keine Wiederholungen aufweist, können aus der zweiten Wiederholung auch keine anderen Schlussfolgerungen gezogen werden. Die Plausibilitätsketten bleiben erhalten.

8. Rentabel – natürlich wollen Sie von Ihrer Idee leben können

Ein Businessplan muss rentabel sein. Sie wollen damit die Basis legen, künftig Ihren Lebensunterhalt aus Ihrer Geschäftsidee zu bestreiten. Für die Bank sollte der Businessplan ab dem zweiten Jahr rentabel werden, dann müssen positive Zahlen geschrieben werden. Für Investoren sieht die Welt etwas anders aus, hier muss die Story stimmen. Für beide Gruppen gilt: Die Gründer sollten ihren Unterhalt aus der Umsetzung der Idee bestreiten können.

9. Positiv – Sie können das Konzept umsetzen

Beschreiben Sie nicht das, was Sie nicht können, sondern beschreiben Sie das, was Sie können.

Damit vermitteln Sie mit Ihrem Businessplan, dass Sie als Verfasser diesen Plan umsetzen und dafür sorgen können, dass alle positiven Effekte eintreten und die Risiken, die Sie beschreiben, für Sie beherrschbar bleiben.

10. Offen – teilen Sie Ihre Ideen mit anderen

Teilen Sie Ihren Businessplan mit anderen und hören Sie ihnen aktiv zu. Seien Sie offen für Anregungen sowie neue und andere Ideen. Sie müssen nicht jede Anregung umsetzen, aber Sie sollten jede Anregung bedenken und begutachten. Manche Ideen sind es wirklich wert, noch einmal anders gedacht zu werden.

Diese zehn Regeln gelten davon unabhängig, in welcher Branche das Geschäftskonzept angesiedelt ist und welchen Hintergrund der Autor oder die Autorin eines Businessplanes haben.

Der Businessplan für die Weiterentwicklung eines Elektroautos sollte nach den gleichen Regeln wie das kurze Geschäftskonzept eines Imbisses zur Vorlage beim Jobcenter geschrieben werden.

Fangen Sie an, zu schreiben, halten Sie sich an Ihre Gliederung und beachten Sie diese zehn einfachen Regeln, dann werden Sie Ihren Leser mit Ihrem Businessplan überzeugen.

  • Nach den 10 Regeln für den perfekten Businessplan finden Sie auf Für-Gründer.de eine Infografik mit den 10 Punkten, die in einen Businessplan gehören.