KI Künstliche Intelligenz für KMU: Uni Bielefeld startet Projekt "LLM4KMU"

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Während Großkonzerne wie Amazon durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ihre Effizienz steigern, bleibt der Mittelstand oft außen vor. Eine neue Initiative der Universität Bielefeld will das ändern und KMU den Zugang zu KI erleichtern.

Verzweifelter KMU-Chef sitzt am Laptop
ChatGPT, Gemini, Dall-E: Bei der Vielzahl an KI-Tools kann man schnell den Überblick verlieren.

Wie Großunternehmen KI heute nutzen

Amazon plant, seine Belegschaft außerhalb von Logistik und Vertrieb in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren, da KI die Effizienz steigert. Auch die deutsche Wirtschaft investiert massiv: Laut einer aktuellen KPMG-Studie planen 72 % der Unternehmen, ihre KI-Ausgaben zu erhöhen. 69 % haben bereits eine Strategie dafür entwickelt. Sie erwarten sich davon mehr Innovation, schnellere Datenanalysen, Automatisierung und vor allem: Umsatzsteigerungen. Eine Studie des ifo Instituts aus dem Jahr 2025 besagt, dass derzeit 40,9 % der Unternehmen KI in ihren Geschäftsprozessen nutzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 27 %.

Jüngst machte das Münchner KI-Start-Up Helsing Schlagzeilen: In einer Serie-D-Finanzierung erhielt es 600 Millionen Euro und stieg so mit einer Bewertung von 12 Milliarden Euro zum wertvollsten deutschen Start-up auf. Die großen Player erkennen den strategischen Wert von KI-Infrastruktur: Die Deutsche Telekom, IONOS und die Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) hatten den Bau einer gemeinsamen "KI-Gigafabrik" in Deutschland diskutiert. Ein Milliardenprojekt für europäische Sprachmodelle. Das Vorhaben ist vorerst gescheitert, weil sich die beteiligten Unternehmen nicht auf ein gemeinsames Geschäftsmodell einigen konnten.

Doch während Konzerne jetzt schon stark von der neuen Technologie profitieren, sieht die Realität in KMU häufig anders aus.

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Helsing: Der Wert des Münchner Start-Ups wird auf rekordverdächtige 12 Milliarden Euro geschätzt. Bildrechte: Helsing.

Künstliche Intelligenz in KMU: Woran es oft scheitert

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in kleinen und mittleren Unternehmen nimmt in Deutschland zu – aber nur langsam. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn nutzten 2024 rund 19 % der KMU KI-Anwendungen, ein Plus von 8 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleibt der Mittelstand hinter Ländern wie Dänemark (26 %), Schweden (24 %) oder Belgien (23 %) zurück. Auch die Lücke zu Großunternehmen wächst: Fast jedes zweite Großunternehmen in Deutschland setzt bereits KI ein. Bei der Implementierung von KI sehen sich KMU hingegen unter anderem mit folgenden Herausforderungen konfrontiert:

1. Fehlende Weiterbildung

Viele KMU-Entscheider sehen sich selbst als gut vorbereitet auf die KI-Zukunft. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt ein anderes Bild: Zwar bezeichnen sich 72 % der Befragten bei einer internationalen Umfrage des Göppinger Software-Unternehmens TeamViewer als "KI-Experten". Gleichzeitig sagen aber 95 %, dass sie zusätzliche Schulungen benötigen.

Besonders problematisch: 38 % nennen fehlendes Wissen als konkrete Hürde. Diese Diskrepanz zwischen Selbstbild und Kompetenz kann fatale Folgen haben – etwa Fehlinvestitionen, ineffektive Nutzung oder Sicherheitsrisiken.

2. Technische Infrastruktur bremst Skalierung aus

Fast die Hälfte der KMU-Führungskräfte (47 %) gibt an, dass ihre technischen Systeme noch nicht dafür geeignet sind, KI im großen Stil zu skalieren. Es mangelt an leistungsfähigen IT-Strukturen, Schnittstellen und Integrationserfahrung. Viele Unternehmen bleiben dadurch in der Testphase stecken – ein echter Produktivitätsgewinn bleibt aus.

3. Sicherheitsbedenken verhindern breiten Einsatz

74 % der KMU haben konkrete Sorgen rund um Datensicherheit bei der KI-Nutzung. 65 % setzen KI nur in stark gesicherten Umgebungen ein – und 77 % würden nicht einmal ein Monatsgehalt darauf wetten, dass ihr Unternehmen alle Risiken im Griff hat. Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar, doch sie kostet Tempo bei der Digitalisierung. Ohne klare Sicherheitskonzepte und vertrauenswürdige Tools wird KI nur zögerlich genutzt.

Die Umfrage zeigt, weshalb die Nutzung von KI in KMU nur langsam wächst. Dem will die Universität Bielefeld nun mit dem Projekt "LLM4KMU" entgegensteuern.

Was ist LLM4KMU?

LLM4KMU ist ein neues Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Universität Bielefeld, das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu Künstlicher Intelligenz erleichtern soll – konkret zu sogenannten "Large Language Models" (LLM).

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms NEXT.IN.NRW vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt. Insgesamt stehen rund 5 Millionen Euro zur Verfügung, knapp 4 Millionen davon als Fördermittel.

Die Universität Bielefeld koordiniert das Vorhaben und erhält selbst fast 840.000 Euro. Mit im Konsortium sind unter anderem CLAAS (ein international führender Hersteller von Landtechnik), semalytix (ein Bielefelder KI-Unternehmen mit Schwerpunkt auf Datenanalyse in der Pharmaindustrie) und ZENIT (das Zentrum für Innovation und Technik).

Das zentrale Ziel: eine offene Experimentierplattform, auf der Unternehmen verschiedene Open-Source-Sprachmodelle testen und vergleichen können – je nach ihrem spezifischen Anwendungsfall. So sollen KMU selbst herausfinden können, welches Modell sich am besten für ihre Prozesse eignet – ohne teure Lizenzen, komplizierte Implementierung oder Kontrollverlust über ihre Daten.

Ergänzt wird die Plattform durch Best-Practice-Leitfäden, die Unternehmen beim Training und der Anpassung der Modelle unterstützen.

Wer kann an LLM4KMU teilnehmen?

Das Projekt LLM4KMU richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Nordrhein-Westfalen, die den Einsatz von Open-Source-Sprachmodellen in ihren Geschäftsprozessen erproben und optimieren möchten. Interessierte Unternehmen können sich direkt an die Projektkoordinatoren wenden, um weitere Informationen zu erhalten und ihre Teilnahme zu besprechen. Im Rahmen des Projekts wird eine Experimentierplattform entwickelt, auf der Unternehmen verschiedene LLMs testen und an ihre spezifischen Anforderungen anpassen können.

Wie steht es um Datenschutz und Datensicherheit?

Datenschutz ist für viele mittelständische Unternehmen ein zentrales Thema – und ein häufiger Grund, warum KI-Projekte gar nicht erst gestartet werden. Genau hier setzt LLM4KMU an: Das Projekt basiert bewusst auf Open-Source-Lösungen, die sich vollständig in die eigene IT-Infrastruktur integrieren lassen. Unternehmen behalten so die volle Kontrolle über ihre Daten. 

Durch den lokalen Einsatz der Sprachmodelle kann sichergestellt werden, dass sensible Informationen (etwa zu Kunden, Produkten oder internen Prozessen) geschützt bleiben.

Fazit: Lohnt sich der Einsatz von KI für KMU?

Große Unternehmen investieren längst massiv in Künstliche Intelligenz und erzielen damit messbare Effizienzgewinne. Der Mittelstand hingegen steht vielerorts noch am Anfang: nicht aus Desinteresse, sondern wegen realer Hürden. Fehlendes Know-how, unsichere Datenlage, mangelhafte Infrastruktur.

Genau hier setzt das Projekt LLM4KMU der Universität Bielefeld an. Es zeigt, wie KI auch ohne Millionenbudget und eigenes Entwicklerteam sinnvoll im Mittelstand eingesetzt werden kann.

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