Nutzung bei 25 % KI im Unternehmen: So nutzen KMU Künstliche Intelligenz

KI in KMU: Prozessoptimierung schlägt Produktinnovation
Künstliche Intelligenz ist im Mittelstand kein Zukunftsthema mehr. Sie wirkt bereits – allerdings anders, als viele Unternehmer erwarten. Zahlen aus dem Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2025 des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigen klar: KI zahlt sich für kleine und mittlere Unternehmen vor allem über Effizienz aus, nicht über neue Umsätze.
Der wirtschaftliche Erfolg klassischer Innovationen ist im Mittelstand zuletzt deutlich geschrumpft. Zwar lag der Umsatzanteil von Produktinnovationen 2024 über alle Unternehmen hinweg bei 12,6 %. Bei KMU fiel dieser Wert jedoch auf nur noch 4,9 %, den niedrigsten Stand seit rund 20 Jahren. Neue oder verbesserte Produkte tragen damit im Mittelstand aktuell kaum noch messbar zum Umsatz bei.
Stabiler fallen die Effekte bei Prozessinnovationen aus. 2024 senkten Unternehmen ihre Kosten je Stück oder Vorgang im Durchschnitt um 3,2 %. Bei KMU lag die Kostenreduktion mit 1,3 % zwar niedriger, stieg jedoch spürbar gegenüber dem Vorjahr (1,1 %). Dieser Effekt ist weniger spektakulär als neue Produkte, aber verlässlich. Genau hier entfaltet KI im Mittelstand ihre wirtschaftliche Wirkung: nicht als Umsatzhebel, sondern als Werkzeug zur Vereinfachung.
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25 % der KMU nutzen Künstliche Intelligenz
Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, wie KI im Mittelstand genutzt wird. Zum Zeitpunkt der Erhebung im Frühjahr 2025 setzte gut ein Viertel aller Unternehmen KI in Produkten oder Geschäftsprozessen ein. In der Gruppe der KMU lag der Anteil bei knapp 25 %. KI ist damit kein Nischenthema mehr, aber auch noch kein Standard.
Auffällig ist die Art der Nutzung. Besonders stark verbreitet ist generative KI: 33 % aller Unternehmen nutzten entsprechende Anwendungen. Dieser Wert liegt höher als der Anteil der Unternehmen mit KI-Einsatz in Produkten oder Prozessen, weil viele Betriebe KI zunächst informell einsetzen: etwa zur Texterstellung, Recherche oder internen Unterstützung.
Die häufigste Nutzungsform ist dabei die eigenverantwortliche Nutzung durch Beschäftigte, die von 56 % der KI-nutzenden Unternehmen angegeben wird. KI wirkt im Mittelstand also oft indirekt: Sie spart Zeit, reduziert manuelle Arbeit und verbessert Abläufe, ohne formell als Innovationsprojekt verankert zu sein.
Unsere Partner-EmpfehlungenKI senkt Einstiegshürden für Innovation
Dass KI im Mittelstand so pragmatisch eingesetzt wird, hat einen klaren Grund: Sie erfordert kaum eigene Entwicklungsleistung. 81 % der KI-nutzenden Unternehmen setzen auf Lösungen, die überwiegend von Dritten entwickelt wurden. Nur 6 % entwickeln KI primär selbst.
Dieses Muster passt zur allgemeinen Innovationsstruktur von KMU. 37,6 % der innovationsaktiven Unternehmen arbeiten ohne eigene Forschung und Entwicklung. Kontinuierliche Forschung und Entwicklung betreiben insgesamt nur 12,8 %. KI fügt sich damit nahtlos in ein Innovationsmodell ein, das auf Nutzung statt Entwicklung setzt.
Für die Investitionslogik ist das entscheidend. KI verursacht meist keine hohen Vorabinvestitionen, sondern laufende Ausgaben für Software, Lizenzen oder externe Dienste. Sie lässt sich flexibel einführen, skalieren oder auch wieder zurückfahren.
Budgets sinken, Bedeutung von KI steigt
Gerade diese Flexibilität macht KI für den Mittelstand auch mit Blick auf die kommenden Jahre relevant. Zwar weiteten KMU ihre Innovationsausgaben 2024 noch um 7,1 % aus. Für 2025 planen sie jedoch einen Rückgang um rund 10 %, für 2026 ein weiteres Minus von gut 2 %.
Trotz dieser Zurückhaltung geht das ZEW davon aus, dass sich der Anteil der KI-nutzenden Unternehmen weiter erhöht. KI entwickelt sich damit gegen den allgemeinen Trend sinkender Innovationsausgaben.
Ausblick: KI stabilisiert statt zu wachsen
Bis 2026 deutet sich damit ein klarer Strukturwandel an. Weniger umfassende Innovationsprojekte, weniger Produktneuheiten. Dafür mehr punktuelle, softwarebasierte Effizienzlösungen. Prozessoptimierung gewinnt weiter an Bedeutung, während Produktinnovationen im Mittelstand eine Nebenrolle spielen.
Für KMU ergibt sich daraus ein klares Szenario: KI wird kein Luxus- oder Wachstumsthema, sondern ein zentrales Instrument zur Stabilisierung des Geschäfts. Unternehmen, die KI gezielt in ihre Prozesse integrieren, können auch bei sinkenden Innovationsbudgets wettbewerbsfähig bleiben. Wer Innovation dagegen pauschal zurückfährt, riskiert den Anschluss. Nicht wegen fehlender Visionen, sondern wegen fehlender Effizienz.
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Quellen:
Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung: Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2025 (PDF)