Jahresrückblick: Tipps für Gründer



Es heißt zwar Start-up, aber kein Unternehmen startet immer kometenhaft durch. Alle erleben Höhen und Tiefen. Wir haben im Jahresrückblick von drei Top-Start-ups erfahren, welche Erfolge sie feierten und welche Herausforderungen sie 2019 gemeistert haben – mit wertvollen Learnings daraus.

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Höhen, Tiefen und wertvolle Learnings: 3 Top-Start-ups teilen ihre Erfahrungen aus 2019 mit uns. (Foto: Unsplash)

#1 Erfolge bei Wettbewerben und der Finanzierung

Das Start-up NautilusLog, das ein digitales Logbuch als App für die Schifffahrt bietet, konnte sich über nationale und internationale Auszeichnungen freuen, wie wir von Gründer Otto Klemke erfuhren:

Zuletzt konnten wir uns in New York auf der Maritime Money gegenüber allen andern Start-ups in unserem Bereich mit dem ersten Platz durchsetzen.

Und das geschah auf Basis wirtschaftlicher Meilensteine:

Mit 6 Partnern haben wir 1.500 Schiffe mit unserem ersten Service unter Vertrag genommen – ohne eigene Akquise.

Wie es erfolgreiche Gründerpersönlichkeiten eben tun, ruhten sich die Unternehmer nicht darauf aus, sondern waren auch auf dem Papier fleißig:

Mit der DIN haben wir eine neue Regulation geschrieben, die eine Basis für zukünftige Geschäftsbereiche ermöglicht.

Wie NautilusLog hat auch das Start-up SitEinander mit ihrer App, mit der sich Familien gegenseitig beim Babysitting unterstützen können, internationalen Erfolg zu verbuchen. So verrät uns Geschäftsführerin Anna-Lena Gerber:

Wir wurden in diesem Jahr beim Programm des Social Impact Accelerators “Maze-X” in Lissabon angenommen.

SitEinander
Das Start-up SitEinander wurde von den drei Schwestern Ulrike, Anna-Lena und Henrike Gerber gegründet. (Foto: SitEinander)

Zugleich haben die Unternehmerinnen ein Pilotprojekt mit einer Grundschule und einem Kindergarten in der portugiesischen Hauptstadt ins Leben gerufen, an dem 200 Familien beteiligt sind.

Auch das Start-up Wildling Shoes, das Schuhe herstellt, die dem Menschen das Barfußlaufen näher bringt, hat Wettbewerbs-Erfolge zu vermelden:

In diesem Jahr wird der German Accelerator für Wildling in New York stattfinden. Darüber hinaus finden wir es toll, der Kfw-Award-Gewinner für NRW zu sein.

#2 Ausbau des Geschäftsmodells und der Belegschaft

SitEinander freute sich in diesem Jahr über die erste Business-Angel-Finanzierung und einen IBB-Gründungsbonus. Und auch das Geschäftsmodell haben sie skaliert:

In diesem Jahr erfolgte der Re-Launch der App für iOS und Android Geräte, über 5000 Nutzer in Deutschland, Österreich und Schweiz haben sich bereits registriert.

Wildling Shoes hat das Business ebenfalls ausgebaut:

Wir haben ein ganz neues Schuhmodell mit einer neuen Fertigungsweise gelauncht. Es handelt sich dabei um Merino-Strick. Darüber hinaus haben wir unser Team auf mehr als 100 Mitarbeiter aufgestockt – remote in ganz Deutschland.

Wildling Shoes
Gründerehepaar Anna und Ran Yona von Wildling Shoes verbinden Familie und Beruf – und ermöglichen dies auch ihren Mitarbeitern. (Foto: Wildling)

# 3 So begegneten die Start-ups Herausforderungen

Doch nicht alles lief 2019 wie am Schnürchen, wie der Jahresrückblick verrät. So berichtet NautilusLog:

Eine Herausforderung für uns war es, dem Interesse mit neuen Geschäftsmodellen entgegenzukommen. Hierzu mussten wir weitere Partner gewinnen, unser Tool ausbauen, unser Team verstärken und parallel den nächsten Service umsetzen.

Der Start mit einem zweiten Service und drei großen Reedern steht unmittelbar bevor.

NautilusLog
Drei der vier Gründer von NautilusLog: Sven Hamer, Moritz Klemke und Otto Klemke (v.l.). (Foto: NautilusLog)

Natürlich ist es eine erfreuliche Herausforderung, wenn das Interesse an den eigenen Geschäftsmodellen so groß ist, dass die Start-ups schnell wachsen müssen. Aber es ist und bleibt trotzdem eine Herausforderung, denn wenn der Sprung nicht gelingt, verschenken die Unternehmer Potenzial.

Auch die anderen Top-Start-ups haben einige Hürden überwinden müssen. SitEinander hat herausfordernde Situationen gemeistert, die sehr viele Start-ups kennen:

Wir mussten die IT-Verantwortlichen mehrfach wechseln. Stark beschäftigt hat uns auch die weitere Finanzierung für das Jahr 2020.

Bei Wildling Shoes gab es ebenfalls Unerwartetes:

Wir haben ein sehr zentrales Teammitglied an einer kritischen Stelle verloren und eine Neubesetzung vorgenommen.

Diese Tipps haben die Top-Start-ups zum Jahresrückblick

Ein spannendes und abwechslungsreiches Jahr neigt sich dem Ende zu, in dem Gründer viel gelernt haben. Und was wiederum können wir daraus lernen? Die Geschäftsführer von NautlisLog betonen die Leidenschaft:

Investiert in die Personen und Partner, die für und mit euch brennen.

Wichtig ist zugleich, den Fokus – ganz die Nautiker – auf das Wesentliche zu lenken:

Habt einen breiten Blick auf das, was ihr und euer Markt macht, aber fokussiert euch auf den Weg, der vor euch liegt.

Darüber hinaus ist entscheidend, Kritik annehmen und richtig einordnen zu können:

Lasst euch nicht vom ersten Feedback einschüchtern, glaubt an das, was ihr macht und schärft es, bis es jeder versteht. Seid fehlertolerant und lernt von euren Kritikern.

Und lernt auch von euren Kunden, wie Anna-Lena von SitEinander betont:

Regelmäßige User-Interviews sind unverzichtbar für den Erfolg.

Außerdem solltet ihr euch Vorbilder ganz gezielt aussuchen:

Die hilfreichsten Mentoren/innen sind die, die selbst Unternehmen in einer ähnlichen Branche gegründet haben.

Last, but not least hat Anna von Wildling Shoes einen spannenden Tipp für die Teamführung parat:

Remote Teams zwingen zu mehr Struktur und Transparenz, aber bieten auch gerade deshalb eine absolute Chance für den Aufbau einer spannenden Unternehmenskultur mit viel Freiheit und Flexibilität für jede*n Einzelne*n.

Der Jahresrückblick: Eine Chance, nach vorne zu schauen

Wir bedanken uns bei Otto Klemke von NautilusLog, Anna-Lena Gerber von SitEinander und Anna Yona von Wildling Shoes dafür, dass sie ihre wertvollen unternehmerischen Erfahrungen der letzten 12 Monate mit uns geteilt haben. Hoffentlich habt ihr genauso viel Inspiration daraus geschöpft wie wir – denn jeder Jahresrückblick weist auch in Richtung Zukunft. Wir wünschen euch einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Neues Jahr 2020!

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