IFA Next IFA Berlin: Von Technikmesse zur Gründermesse?

Fernseher, Kühlschränke – und plötzlich Start-ups?
Wer an die IFA in Berlin denkt, denkt wahrscheinlich zuerst an Fernseher, Kühlschränke und Unterhaltungselektronik. Doch 2026 rücken andere Themen auffällig stark in den Mittelpunkt: KI, Robotik, Start-ups und neue Geschäftsmodelle.
Für Gründer entwickelt sich die IFA damit zunehmend vom reinen Produktschaufenster zu einem Ort für Investoren, Pitches, Partnerschaften und Geschäftskontakte. Allein im Innovationsbereich IFA Next werden rund 300 Aussteller erwartet.
IFA Next macht Start-ups zum festen Bestandteil der Messe
IFA Next ist der Innovationsbereich der IFA. Hier präsentieren sich Start-ups neben etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und internationalen Pavillons. Im Fokus stehen unter anderem KI, Robotik, Wearables und Smart Living.
2026 besteht auch wieder eine engere Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutsche Startups. Gemeinsam organisiert die IFA unter anderem Pitch Battles und Bühnenformate, bei denen Gründer ihre Ideen vor Fachpublikum und Investoren präsentieren können.
Unsere Partner-Empfehlungen1.100 Investoren: Für Gründer geht es auf der IFA auch ums Geld
Für Start-ups bietet die IFA mehr als Sichtbarkeit. Nach Angaben des Veranstalters sollen 2026 rund 1.100 Investoren nach Berlin kommen.
Ein eigenes Investorenprogramm bringt Gründer und Geldgeber über Matchmaking-Sessions, eine Investor Lounge und die Pitch Battles zusammen. Dort treffen Start-ups auch auf Einkäufer und Branchenentscheider.
Wie stark der geschäftliche Austausch bereits ist, zeigt ein Blick auf das Vorjahr: 2025 wurden über die IFA-App mehr als 14.500 Business-Meetings vereinbart.
Für Gründer liegt darin ein besonderer Reiz: Sie können auf der Messe nicht nur potenzielle Kunden erreichen, sondern zugleich Kapitalgeber, Handelspartner und Industrieunternehmen kennenlernen.
Deutschland erlebt gerade einen überraschenden KI-Gründungsboom
Der stärkere Fokus der IFA auf KI und neue Technologien trifft auf einen bemerkenswerten Trend: In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2026 3.053 Start-ups gegründet. Das waren 52 % mehr als im vorherigen Halbjahr.
Vor allem Künstliche Intelligenz treibt den Boom. 1.038 der neuen Start-ups hatten einen klaren KI-Bezug. Damit setzte mehr als jedes dritte auf die Technologie.
Auch Industriegründungen legten deutlich zu: 128 neue Start-ups entstanden in diesem Bereich, ein Plus von 125 % gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Die Themen, die auf der IFA besonders sichtbar sind, entsprechen damit ziemlich genau den Feldern, in denen derzeit neue Unternehmen entstehen.
Milliarden für KI und Hardware: Investoren setzen auf die IFA-Themen
Auch beim Risikokapital zeigt sich, wie stark Investoren derzeit auf Technologie setzen. Im ersten Halbjahr 2026 flossen 5,3 Milliarden Euro in deutsche Start-ups.
Besonders gefragt waren Hardware sowie Software und Analytics: Mehr als 1,6 Milliarden Euro gingen an Hardware-Start-ups, über 1,2 Milliarden Euro an Software-Unternehmen.
Noch deutlicher wird der KI-Boom beim Blick auf das erste Quartal: Laut KfW entfielen 58 % des gesamten deutschen VC-Volumens auf KI-Start-ups. Insgesamt sammelten sie 967 Millionen Euro ein.
KI ist damit längst nicht mehr nur ein Softwarethema. Das starke Investitionsvolumen bei Hardware zeigt, dass Investoren auch technologiegetriebene Geschäftsmodelle jenseits klassischer Software finanzieren.
Doch nicht jede Innovation wird zum Geschäft
Technischer Fortschritt allein garantiert noch keinen Markterfolg. Der deutsche Markt für technische Konsumgüter schrumpfte im ersten Halbjahr 2026 um 2,5 % auf 20,6 Milliarden Euro.
Gleichzeitig legten einzelne neue Produktkategorien stark zu. Der Absatz von KI-PCs stieg um 149 %, Saug- und Wischroboter kamen auf ein Plus von 66,1 %. Entscheidend ist also nicht nur, ob ein Produkt neu ist, sondern ob Kunden darin einen klaren Nutzen erkennen.
Innovation muss ein konkretes Problem lösen – und zu einem Preis angeboten werden, den Kunden akzeptieren.
Was Gründer jetzt aus der IFA mitnehmen können
Bis zum 8. September können Gründer bei der aktuellen IFA beobachten, welche Technologien tatsächlich Aufmerksamkeit bekommen, mit Investoren und Industriepartnern sprechen und neue Produkte direkt am Markt testen. Gerade für Start-ups aus KI, Robotik, Hardware, Smart Home oder Wearables kann sich ein Besuch deshalb lohnen.
Wer selbst ausstellen will, kann sogar schon weiterdenken: Die Vorregistrierung für die IFA 2027 läuft bereits. Wer sich bis zum 8. September 2026 registriert, erhält laut Veranstalter die günstigste Rate im Buchungszyklus und Vorrang bei der späteren Standplatzierung.
Gründer sollten sich allerdings vorher ein klares Ziel setzen: Investoren finden, Handelspartner gewinnen oder ein Produkt bekannt machen? Mit einem überzeugenden Pitch, einer vorzeigbaren Produktdemo und früh vereinbarten Gesprächen kann die nächste IFA dann weit mehr sein als ein Messebesuch.
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Quellen:
IFA: IFA Next bringt so viele humanoide Roboter wie nie zuvor nach Berlin; Warum Investoren IFA Next wählen
EY: 5,3 Milliarden Euro Risikokapital für Jungunternehmen in Deutschland im ersten Halbjahr 2026
GFU: Deutscher Home Electronics Markt im ersten Halbjahr 2026 mit Höhen und Tiefen
KfW Research: KfW-Venture-Capital-Dashboard Q1 2026 [PDF]
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