5 Geschäftsideen für einen kühlen Kopf



Eis schmeckt zu jeder Jahreszeit. Aber im Sommer gehts gar nicht ohne, es sorgt für Frische in der Hitze. Wir stellen fünf Geschäftsideen vor, die die süße Versuchung neu interpretieren.

#1 Luicella`s – ausgefallen schlecken

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Von der WG in die Märkte des Landes: Luicella’s Eiscreme war von Anfang an ein Kassenschlager. (Foto: Luicella’s)

Bereits an dem Tag, als Luisa Mentele und Markus Deibler im Frühling 2013 ihren ersten Eissalon in Hamburg eröffnet hatten, war den beiden klar, dass ihr selbst gemachtes Eis wie eine Bombe eingeschlagen war: Schon am Nachmittag hatten sie alles verkauft und mussten neues Eis produzieren. Heute besitzen sie sechs Filialen und verkaufen ihre hausgemachten Kreationen in Supermärkten. Zum Sortiment gehören neben Bechern auch verschiedene Sorten Eis-Mix in Pulverform zum Selbermachen für zu Hause sowie Stieleis.

Im Winter bietet Luicella`s außerdem Workshops an, in denen Interessierte das Eismachen lernen können. Mentele selbst hat das Handwerk an der berühmten Gelato-Universität in Bologna erlernt, anschließend tüftelte sie wochenlang in der gemeinsamen WG mit Deibler mit einer kleinen Eismaschine an den Rezepturen.

Das Eis der Hamburger besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten wie frische Milch, frischen Früchte, Nüsse oder Gewürze. Aromen und Farbstoffe bleiben außen vor. Die Sorten sind ausgefallen, darunter etwa Heidelbeer-Lavendel, Karamell-Salz oder Franzbrötchen.

#2 94 Iceman – kaiserliches Eis

Dass sich Timur Budak irgendwann selbstständig machen würde, war dem Studierenden am Lemix Institut Entrepreneurship sowieso klar. Dass er ins Eis-Business einstieg, liegt an seinem Faible für Eiscreme einerseits und dem Wunsch andererseits, sich gesund und kalorienarm zu ernähren.

Mit seinem Start-up wunderfood und der Marke 94 Icemen brachte er beides in Einklang: Der Bremer hat ein Eis entwickelt, das deutlich weniger Kalorien enthält als herkömmliches. Statt mit Industriezucker süßt er seine bislang drei Sorten mit dem natürlichen Süßungsmittel Agavendicksaft. Auch sonst kommen nur natürliche Produkte ins Eis, etwa echte Vanille statt Vanillearoma. Auf Konservierungs- und Zusatzstoffe verzichtet Budak.

Angefangen hat er mit der Eismaschine seiner Mutter. Und da ihm seine Kreationen nicht nur selbst schmeckten, sondern auch seinen Freunden und Bekannten, wagte er 2016 die Gründung.

Der Firmenname geht im Übrigen auf die Geschichte der 94 Eismänner zurück, die vor Hunderten von Jahren Eisblöcke von den Hochgebirgen an den kaiserlichen Hof in Peking brachten, damit der Kaiser stets seiner Lust auf die kühle Speise frönen konnte.

#3 Kissyo – gefrorener Joghurt

Klassisches Sahneeis enthält etwa 180 Kilokalorien pro 100 Milliliter. In den Bechern der Marke Kissyo – mit dem sympathischen Kussmund im Logo – stecken weniger als 90 Kilokalorien. Ein Grund dafür: Das Eis basiert auf Joghurt.

Die Idee zu Kissyo hatte Lutz Haufe, als er 2009 mit seiner Tochter Urlaub in Kalifornien machte. Die beiden entdeckten einen Frozen-Joghurt-Laden – und waren vom Geschmack der kalorienarmen kalten Speise fasziniert. Da Haufe schon länger damit liebäugelte, ein eigenes Start-up zu gründen, startete er in Deutschland mit der Herstellung von Joghurt-Eis. 2011 gründete er das Unternehmen fresh five premiumfood und eröffnete einen Laden in Heilbronn.

Mittlerweile umfasst das Sortiment des klimaneutral produzierten, zuckerreduzierten Bio-Eis mehrere Sorten im 500 ml-Becher, darunter Vanille mit Erdbeersosse, pur mit Blaubeere oder Coffee & Chocolate Chip, ferner drei Sorten Frozen Joghurt Eis am Stiel, die sich auch durch ihre Form im Retro-Design von klassischem Stiel-Eis unterscheiden. Die Produkte der Heilbronner gibt es in Supermärkten und Bioläden sowie im eigenen Onlineshop zu kaufen.

#4 Nomoo – Eis ohne Kuh

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Natur pur: Bei Nomoo werden alle Eissorten aus natürlichen Rohstoffen und nachhaltig hergestellt. (Foto: Nomoo)

Alles begann, nachdem Jan Grabow und Rebecca Göckel „Cowspiracy“ gesehen hatten. Die Dokumentation zeigt, wie sich der Konsum tierischer Produkte auf unser Klima auswirkt. Die beiden beschlossen fortan, mehr pflanzliche Lebensmittel zu konsumieren. Auch beim Eis wollten sie auf eine vegane Alternative zum Milcheis zurückgreifen, fanden aber nirgends ein Produkt, das ihnen schmeckte.

Also experimentierten sie selbst in einer angemieteten Küche – und fanden tatsächlich eine Rezeptur, die sie in puncto Geschmack und Konsistenz überzeugte und außerdem nachhaltig ist. Es folgte die Gründung des Kölner Start-up Nomoo – was so viel wie „keine Kuh“ bedeuten soll. Das Eis ist frei von künstlichen Farb- und Konservierungsstoffen sowie Geschmacksverstärkern. Es ist einhundert Prozent Bio, die Becher sind plastikfrei.

Sieben Sorten – von Mango über Cassis bis Kakao – sind im Programm, Nomoo vertreibt sie in 120 ml- und 500 ml-Bechern im Lebensmittelhandel, der Gastronomie und über den eigenen Onlineshop.

#5 Paletas – Frische Früchte am Stiel

Eis am Stiel ist nicht nur etwas für Kinder. Schon gar nicht, wenn es in Sorten wie Hibiskus, Himbeere, Erdbeer-Limette oder Gurke-Zitrone daherkommt, außerdem vegan ist und in einer plastikfreien, kompostierbaren Verpackung steckt.

Die Erfinder dieses Eis’ sind Denise und Torsten Alberts. 2012 hat das Duo sein Start-up Paletas Berlin gegründet. Die beiden verkaufen ihre wechselnden Sorten deutschlandweit vor allem in Cafés und Feinkostläden, außerdem von März bis Oktober im eigenen Eissalon in Berlin, sowie ganzjährig im firmeneigenen Onlineshop. Eine Fünfer-Box kostet 15 Euro.

Im Eis stecken nur natürliche Zutaten und vor allem ganze Früchte in höchster Qualität. Deshalb schmeckt es tatsächlich nach purer Frucht. Bei der Sorte Gurke-Zitrone, übrigens 2016 mit dem Free From Food Award ausgezeichnet, sieht man sogar die Gurkenscheiben durchschimmern. Zusatzstoffe, Konzentrate und Stabilisatoren kommen nicht auf den Stiel. Außerdem sind die Produkte Bio-zertifiziert.

  • Preisgekröntes Eis aus dem Saarland: Henry`s Eismanufaktur ist eine der nachhaltigen Geschäftsideen, die beim KfW Award Gründen ausgezeichnet wurde. Bei Mia Gelateria zapfen sich die Kunden ihr Eis selbst. Das Franchise-Unternehmen sucht engagierte Gründer.
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