Erfolgreiche Finanzblogs für Frauen



Männer kaufen Aktien, Frauen Armbänder und Make-up – so zumindest das Klischee. Immer mehr Finanzblogs wollen, dass sich das ändert. Wir stellen 5 Geschäftsideen von Frauen vor, die ihren Geschlechtsgenossinnen die Geheimnisse der Geldvermehrung näherbringen.

#1 Fortunalista – Geldtipps von einer Fachfremden

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Kontovergleiche und ein Finanzkurs: Das Geschäftsmodell von Fortunalista setzt sich aus verschiedenen Einnahmequellen zusammen. (Foto: Fortunalista.de)

Wer mehr aus seinem Geld machen will und Ratschläge dafür braucht, kann sich einen Ratgeber oder ein entsprechendes Magazin am Kiosk kaufen. Margarethe Honisch hat beides vor einigen Jahren gemacht – und war entsetzt. Sie fühlte sich überhaupt nicht angesprochen. Jeder Text, jedes Foto – alles war auf Männer gemünzt. Honisch wollte diesen Missstand nicht länger hinnehmen. Im Frühjahr 2017 hat sie ihren Blog Fortunalista gestartet. Seither gibt sie Frauen von München aus Tipps, wie sie finanzielle Unabhängigkeit erlangen können.

Ihr Blog konzentriert sich auf Frauen, die nicht bereits Tausende Euro angespart haben. Sie vermittelt ihren Leserinnen, dass jeder, egal was er einnimmt oder besitzt, in der Lage ist, das Thema zu verstehen und sein Geld arbeiten zu lassen. Sie selbst habe es ja auch durchdrungen – ohne Bankerin oder Betriebswirtin zu sein. Honisch ist Journalistin.

Das Lesen der Artikel ist kostenlos. Honisch bietet aber auch ein Produkt zum Preis von 460 Euro an (kann auch in drei Raten gezahlt werden): einen Online-Finanzkurs. Er dauert acht Wochen und vermittelt Frauen ohne jegliche Vorkenntnisse alles Wesentliche, was sie rund ums Anlegen wissen sollten.

#2 Madame Moneypenny – Aus eigener Erfahrung klug

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Madame Moneypenny setzt auf Community-Building und bedient sich dabei des modernen Kommunikationstools Podcast. (Foto: MadameMoneypenny.de)

Natascha Wegelin hat BWL studiert und erfolgreich ein Start-up aufgebaut. Sie weiß, wie man Businesspläne schreibt und wie man rechnet. Dennoch fiel sie vor einigen Jahren auf die Werbung einer Finanzmaklerin herein. Für Wegelin war das der Startschuss für ihren eigenen Frauen-Finanzblog, Madame Moneypenny.

Anfang 2016 hat die Wahlberlinerin den Blog ins Leben gerufen, um Frauen das zu ersparen, was sie selbst erlebte, und sie zu animieren, finanziell unabhängig zu werden. Laut Wegelin ist Madame Moneypenny der größte Finanzblog für Frauen und einer der größten Finanzblogs in Deutschland.

Die Nutzerinnen erfahren auf verschiedenen Wegen, wie man mehr Geld verdient und es vermehrt: in einem kostenlosen Hörbuch zum Download, außerdem in Artikeln, Podcasts sowie in sogenannten Moneytalks bei Facebook und Instagram. Wer live dabei ist, kann direkt Fragen stellen, Wegelin antwortet. Außerdem hat die Autorin mehrerer Finanzbücher eine Facebook-Gruppe aufgebaut. In dieser Community diskutiert sie alle Themen rund um die Vermögensbildung. Mittlerweile treffen sich die Frauen in Meet-ups in vielen Städten auch persönlich. Allerdings ohne Wegelin.

#3 Geldfrau – Community und Coaching

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Einzelcoachings und Online-Kurse: Die Beratung rund um das Thema Vermögensaufbau ist das Herzensanliegen der Geldfrau. (Foto: Geldfrau.de)

Im Frühjahr 2015 hat Dani Parthum das Buch „DR. NO und die Unschuldigen“ publiziert, es ist ihr persönliches Prozessprotokoll über das Verfahren gegen sechs Ex-Vorstände der Hamburg Commercial Bank (ehem. HSH Nordbank) wegen des Verdachts auf schwere Untreue und Bilanzfälschung.

Zwei Jahre später startete die Diplom-Ökonomin und Wirtschaftsjournalistin Geldfrau. Sie bloggt, vor allem auch auf Facebook und Instagram, über Anlagethemen. Ihr Ziel ist, dass Frauen Geld für das haben, was ihnen wichtig ist und sie bis ins hohe Alter hinein ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Die Hamburgerin nutzt dafür vielfältige Kanäle: Sie gibt Einzelcoachings, unterrichtet in Seminaren in Hamburg und München vor allem über ETFs (Exchange Traded Funds), bietet Firmen-Workshops und Online-Tutorials an. Auf ihrer Webseite kann frau sich ferner einer ETF-Community anschließen, um ihr Wissen über dieses Anlageprodukt zu vergrößern. Darüber hinaus spricht Parthum in Podcasts über Themen wie: „Das erste Date. Wer zahlt? Wie Du offen mit dieser Frage umgehst und warum das Reden über Geld bei der Liebe so wichtig ist.“

#4 Klunkerchen – Geld für eine bessere Welt

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Einfach und übersichtlich: Im Stile eines klassischen WordPress-Themes finden Frauen bei Klunkerchen Angebote für den Aufbau von Geldstrategien. (Foto: Klunkerchen.com)

Gisela Enders, Autorin, Trainerin und Coach, fasziniert Geld als ein Mittel, um damit die Welt besser zu machen – und nicht gieriger. Deshalb finden die Leserinnen ihres Blogs Klunkerchen nirgends ein Versprechen über unrealistisch hohe Renditen. Enders hat Klunkerchen gemeinsam mit dem Verein „Menschen voller Energie e. V.“ ins Leben gerufen. Der Verein entwickelt Bildungsangebote, und dazu gehören auch solche zur Geldbildung.

Die Berlinerin versteht ihren Blog als Möglichkeit zum Austausch über Anlagestrategien, Altersvorsorge, Schulden, Konsumwünsche, Erbe, Geldregelungen bei Scheidung etc. Deshalb schreibt sie nicht nur selbst, sondern lässt auch andere Frauen zu Wort kommen. Bei diesen Beiträgen – teilweise von Laien – handelt es sich daher auch nicht unbedingt um Empfehlungen, sondern lediglich um Inspirationsquellen. Das Gros der Einträge aber stammt von Enders selbst.

Fundiert gibt sie nicht nur privaten Sparerinnen Tipps, sondern auch angehenden Selbstständigen und Gründerinnen. Ihr Blog ist thematisch breit aufgestellt, sie rezensiert heute ein Buch, das Kindern Geld näher bringt, und gibt morgen Tipps zum Erwerb von Ferienimmobilien.

#5 herMoney – Fakten und Emotionen

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herMoney finanziert sich durch Advertorials und Werbung. Das Magazin kategorisiert seine Themen u. a. nach Lebensphasen. (Foto: herMoney.de)

Anne E. Connelly ist eine Top-Managerin der Investmentfondsbranche. Ihr ist es ein Rätsel, warum sich so wenig Frauen aktiv um ihr Geld kümmern. Um das zu ändern, hat sie 2017 das Finanzportal für Frauen herMoney mit Sitz im bayerischen Erding gegründet.

Der Blog will Privatanlegerinnen ab 25 Finanz- und Vorsorgethemen verständlich vermitteln und ist auf die weiblichen Anforderungen für Vorsorge und Finanzen zugeschnitten. Der Blog ist wie ein (Frauen-)Magazin aufgebaut, in den von Connelly und anderen Experten geschriebenen Texten werden die Leserinnen nicht mit Fachjargon und Charts erschlagen. Vielmehr werden, so die Gründerin, Fakten mit Emotionen verbunden.

herMoney vermittelt vor allem grundlegende Finanzinformationen. Über die Einordnung in typische Lebensphasen von Frauen (z. B. Hochzeit, Kinder, Pflege) können diese sich leicht orientieren und erhalten die wesentlichen Informationen für ihre Altersgruppe. Interviews mit erfolgreichen Frauen über ihren Umgang mit Geld lockern den Blog auf. Darüber hinaus veranstaltet Connelly regelmäßig Offline-Events. Die Termine werden auf der Webseite angekündigt.

  • Wie verdient man mit dem eigenen Blog oder Podcast seinen Lebensunterhalt? Marie Mernke erzählt im Interview, wie es ihr gelang, erfolgreich ihren Blog für Singles, die eine Beziehung wollen, aufzubauen. Erfahrt außerdem, wie ihr einen eigenen Onlineshop eröffnet.
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