Bis 2029 EZB startet nächste Phase des digitalen Euros: Bargeld vor dem Aus?

EZB: Digitaler Euro bis 2029
Mit ihrem Beschluss vom 30. Oktober 2025 startet die EZB die Umsetzungsphase des digitalen Euro. Nach zweijähriger Vorbereitung wird das Projekt damit praktisch: Die Zentralbanken des Euroraums entwickeln Design, technische Infrastruktur und rechtliche Grundlagen einer europäischen Digitalwährung.
Die neue Zeitplanung steht fest:
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2026: Die EU-Kommission will den rechtlichen Rahmen schaffen. Dann sollen die Rechtsvorschriften zum digitalen Euro in Kraft treten.
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2027: Start eines Pilotprojekts mit Banken, Händlern und ausgewählten Nutzern in mehreren Mitgliedstaaten.
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Bis 2029: Das Eurosystem soll bereit für eine mögliche Erstausgabe des digitalen Euro sein – eine politische Entscheidung darüber steht aber noch aus.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betont dabei, der digitale Euro solle Bargeld ergänzen, nicht ersetzen.
Unsere Partner-EmpfehlungenWarum will die EZB den digitalen Euro?
Die Zentralbank verfolgt mit dem digitalen Euro mehrere Ziele. Im Zentrum steht der Wunsch nach größerer europäischer Unabhängigkeit. Heute dominieren amerikanische Anbieter wie Visa, Mastercard oder Paypal den Zahlungsverkehr in Europa.
Die Abhängigkeit von diesen privaten Konzernen ist der EZB schon lange ein Dorn im Auge, zumal es bei Paypal in der Vergangenheit wiederholt zu Ausfällen und Sicherheitslücken kam. Solche Vorfälle zeigen, wie verletzlich das derzeitige System ist und wie abhängig Europa von außereuropäischen Strukturen bleibt.
Mit einem digitalen Euro will die EZB eine staatlich garantierte Alternative schaffen, die nicht von den Interessen privater Konzerne abhängt. Auch Effizienz spielt eine Rolle: Digitale Zahlungen könnten künftig in Echtzeit, kostengünstig und europaweit möglich sein.
Darüber hinaus will die EZB privaten Kryptowährungen wie Bitcoin oder Stablecoins etwas entgegensetzen. Diese gelten zwar als innovativ, entziehen sich aber der staatlichen Kontrolle. Der digitale Euro dagegen wäre gesetzliches Zahlungsmittel, garantiert von der EZB und damit genauso sicher wie Bargeld.
Wird das Bargeld abgeschafft?
Die offizielle Antwort der EZB lautet: Nein. Bargeld bleibe verfügbar und wichtig, heißt es in allen Erklärungen. Christine Lagarde erklärte, man werde den Menschen auch künftig die Wahl lassen, wie sie bezahlen möchten: bar oder digital.
Viele warnen jedoch vor einer schleichenden Bargeldabschaffung. Niemand verbiete das Bargeld offiziell, aber wenn immer mehr Geschäfte und Behörden digitale Zahlungen bevorzugen, verliert es seine praktische Bedeutung. Manche Bürger werten das als ein Verlust von Freiheit und Anonymität. Denn Bargeld ist das einzige Zahlungsmittel, das keine Datenspur hinterlässt.
Kritik an den EZB-Plänen: Datenschutz, Kontrolle, Risiken
Auch beim Thema Datenschutz bleiben Fragezeichen. Während die EZB betont, der digitale Euro werde höchste Datenschutzstandards erfüllen, warnen Datenschützer, dass digitale Zahlungen grundsätzlich nachverfolgbar seien. Auch wenn die Zentralbank anonymes Bezahlen für kleine Beträge ermöglichen will, bleibt unklar, wo genau die Grenze gezogen wird. Kritiker befürchten, dass der Staat künftig mehr Einblick in das Konsumverhalten der Bürger erhält, als vielen lieb ist.
Hinzu kommt das Risiko technischer Angriffe. Eine digitale Zentralbankwährung erfordert eine hochsichere Infrastruktur. Ein erfolgreicher Hackerangriff hätte gravierende Folgen für das Vertrauen in das gesamte europäische Finanzsystem. Doch die gesellschaftliche Akzeptanz wird entscheidend sein. Wenn der digitale Euro als Vorstufe zur Bargeldabschaffung wahrgenommen wird, droht das Projekt politisch zu scheitern.
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Quellen:
EZB: Eurosystem moving to next phase of digital euro project