Startups CEO mit 25: Warum Unternehmertum in die Schule gehört

"Innovationstreiber unserer Gesellschaft"
René: Hallo Darius, schön, dass du da bist!
Darius: Vielen Dank für die Einladung. Freut mich sehr, da sein zu dürfen.
René: Warum ist es aus deiner Sicht so wichtig, dass Menschen gründen?
Darius: Ich glaube im Endeffekt sind die Innovationstreiber in unserer Gesellschaft immer die, die was eigenes machen, die irgendwo eine eigene Idee umsetzen, die was from scratch aufbauen.
Ich glaube, Gründung ist einfach der Weg, wo man sowohl seine eigenen Ideen als auch seine eigenen Wünsche entfalten kann und damit wirklich einen großen Mehrwert für die Gesellschaft haben kann.
Ob jeder gründen muss? Wahrscheinlich nicht. Ob es jedem guttut, sich mal mit einem eigenen Projekt auseinandersetzen zu müssen? Glaube ich schon.
Also, dass jeder sich damit auseinandersetzen sollte, wie funktioniert die Gründung oder wie funktioniert es auch wirklich in der Praxis.
"Wir brauchen verpflichtenden Wirtschaftsunterricht"
René: Was braucht es, um mehr junge Menschen fürs Gründen zu begeistern?
Darius: Ich glaube, das Grundverständnis dafür, wie Wirtschaft, Geld und unsere Welt funktionieren, fehlt bei ganz vielen jungen Menschen. Und das merken wir dann auch gesellschaftlich.
Und ich glaube, wenn man das verpflichtend in den Lehrplan mit aufnimmt, hätte das auch einfach gesellschaftlich sehr, sehr viele Vorteile. Wir als Land hätten, glaube ich, mehr Möglichkeiten, Innovationen voranzutreiben.
Wir würden wahrscheinlich auch anders über Freiheit, über Geldanlage, über Arbeit nachdenken. Und ich glaube, es wäre auch wichtig, wenn man das macht mit Leuten aus der Wirtschaft.
Wenn wir denen nächste Woche sagen würden, wir hätten jetzt die Möglichkeit in Bayern ab nächstem Schuljahr Wirtschaftsunterricht zu machen und dafür müsstest du dich eine Stunde die Woche committen.
Wahrscheinlich würden hunderte innerhalb von wenigen Tagen, sagen, ja natürlich mache ich das. Und ja natürlich nehme ich dafür meine Zeit, weil das wichtig ist und das braucht unser Land.
Und ich glaube, was wir ganz viel merken, gerade von Unternehmern, die lange schon hier wirtschaften, ist: Es kommt kein unternehmerischer Nachwuchs und es ist nicht mehr diese Leistungsbereitschaft da. Das ist Feedback, was ich oft bekomme.
Jetzt leben wir in einem recht guten Wohlstand. Wir sollten aber dafür sorgen, dass das auch langfristig so bleibt. Und dafür braucht es Unternehmertum, dafür braucht es Leistungsbereitschaft. Und ich glaube, damit mehr Menschen das machen, braucht es Zugang dazu.
Und so einen Zugang gibt es leider nur verpflichtend über die Schulen. Genauso wie es da Unterricht für Biologie und alles andere gibt, wäre es wichtig, dass es Wirtschaftsunterricht gibt.
Unsere Partner-Empfehlungen"Man hat ja keinerlei Fallhöhe"
René: Was sind aus deiner Sicht die Vorteile, wenn man jung gründet?
Darius: Ich glaube, als junger Mensch hat man vor allen Dingen erstmal den Vorteil, dass man ja keinerlei Fallhöhe hat. Es kann ja nicht so viel schiefgehen. Das heißt einfach anzufangen und einfach mal zu machen.
Und gerade heutzutage ist es die beste Zeit zum Gründen. Es ist so leicht an einer eigenen Idee zu arbeiten.
Die Idee zu entwickeln und daraus einen Businessplan zu machen und das zu challengen und zu schauen, was gibt es schon am Markt und was funktioniert und was funktioniert nicht und wie kann ich das, was vielleicht funktioniert, aber noch besser sein könnte, besser machen. Das geht ja so leicht und das kostet ja auch quasi nichts.
Und dann kann ich anfangen, mit Kunden zu sprechen. Oder man macht einen E-Mail-Outreach. Das Schöne ist auch bei E-Mail-Outreach, klar, kann abgemahnt werden.
Aber ehrlicherweise, wenn ein 17-Jähriger schreibt, Ich habe mir Gedanken gemacht, und mich würde interessieren, was Sie dazu sagen. Könnten wir eine Viertelstunde sprechen? Dann sagen die meisten nicht, ich mahne den 17-Jährigen ab auf 1.000 €, sondern ich archiviere die Mail oder melde mich zurück und sag, klar, supporte ich.
Die meisten Menschen wollen ja supporten und gerade als junger Mensch hat man halt den Vorteil, dass man sehr gern Unterstützung bekommt. Dann kann ich mit 100 Leuten sprechen über meine Idee und dann weiß ich danach, was funktioniert.
Und dann kann man eigentlich sehr einfach loslegen. Bestenfalls sucht man sich noch ein, zwei Mentoren. Vielleicht einen Mentor, der das, was man selber macht, so vor einem Jahr oder zwei gemacht hat. Also jemand, der einfach selber noch sehr jung ist und sehr nah dran ist und die Probleme vielleicht noch besser nachvollziehen kann.
"Gründen bedeutet auch Verzicht"
René: Was sind die größten Herausforderungen beim jungen Gründen?
Darius: Man muss sich schon bewusst sein, dass man einen anderen Lifestyle lebt als die allermeisten anderen jungen Menschen. Und das beginnt mit, wie viel Zeit habe ich für Freunde, wie viel Zeit habe ich vielleicht für Party.
Wenn man viel Zeit in sein eigenes Unternehmen reinsteckt, ist diese Zeit für andere Sachen einfach nicht da. Und deswegen sollte man sich schon überlegen, warum möchte ich das machen und ist mir das auch das alles wert.
Gerade wenn man unter 18 gründet, hat man ja noch mal mehr Herausforderungen, wie zum Beispiel auf die volle Geschäftsfähigkeit zu kommen.
"Netzwerk wächst exponentiell"
René: Was stehst du zu der Aussage: “Die oberste Pflicht eines CEO ist es, zu netzwerken und rauszugehen, mit Leuten zu sprechen, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen"?
Darius: Es ist essenziell. Also wirklich Netzwerkaufbau. Dafür helfen natürlich auch wieder Initiativen. Dafür hilft Engagement.
Wenn man was macht und wenn man was vorantreibt, dann lernt man auch spannende Menschen kennen, die einen dabei unterstützen auf der Journey. Und eins führt zum anderen.
Netzwerk wächst ja exponentiell. Und das ist glaube ich nochmal ein ganz wichtiger Invest. Je früher man anfängt, coole Sachen zu machen, desto höher ist dann der Return. Die Möglichkeiten, die daraus entstehen, das erkennt man mitunter erst Jahre später. Und das ist unendlich viel wert.
"Redet mit dem Markt"
René: Was sollen junge Menschen aus deiner Sicht zum Thema Gründen mitnehmen?
Darius: Einfach anfangen, einfach was entwickeln, an der Idee arbeiten und mit Leuten darüber sprechen. Also wirklich auch keine Angst haben, darüber zu sprechen. Ganz viele junge Menschen haben Angst: “Dann klaut mir jemand meine Idee.”
Idee ist not the point. Ihr müsst halt executen. Und wie auch immer ihr das macht, am besten holt ihr euch Feedback. Vom Markt, von euren Kunden. Dann baut ihr auch ein besseres Produkt.
Sucht euch like-minded people, es gibt andere, die auch so denken, von denen ich auch lernen kann, die wahrscheinlich dann sehr gute Freunde werden.
Und sucht euch bestenfalls Mentoren, Vorbilder. Das sollten ehrlicherweise nicht die ganzen YouTube-Gurus sein, sondern halt wirklich eine Person, mit der ihr redet, also die ihr persönlich dann kennt, die euch auch kennt. Auf jeden Fall jemanden, mit dem ihr sprechen könnt und das bestenfalls regelmäßig. Der da ist, wo ihr hin wollt. Das hilft sehr.
René: Vielen Dank dir.
Darius: Vielen lieben Dank, hat Spaß gemacht.
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Dieser Artikel wurde auf Grundlage einer Folge des Besser Gründen-Podcasts erstellt. Das ganze Gespräch gibt es hier.