Interview Bank: Fintech-Gründer Lukas Zörner im Gespräch

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Lukas Zörner gehört zu den prägenden Köpfen der deutschen Fintech-Szene. Er hat das Geschäftskonto-Startup Penta maßgeblich mit aufgebaut, von null auf über 50.000 Kunden skaliert und den Exit an Qonto begleitet. Nach mehreren Jahren in verantwortlicher Rolle bei Qonto hat er sich bewusst entschieden, noch einmal neu zu gründen und baut heute mit Integral ein Unternehmen im Bereich Steuern, Buchhaltung und Lohnabrechnung für kleine und mittelständische Unternehmen auf. Im Besser gründen Podcast spricht Lukas offen über seinen Weg. Über Zweifel, Fehlentscheidungen und die Learnings, die ihn als Unternehmer geprägt haben.

Porträt von Lukas Zörner am Fenster
Lukas Zörner hat das Startup Penta von 0 auf 50.000 Kunden skaliert und dann den erfolgreichen Exit an Qonto begleitet. Bild: Penta.

"Echte Probleme für echte Menschen lösen"

René: Lukas, wie bist du eigentlich zum Gründen gekommen?

Lukas Zörner: Ich wollte nicht immer Gründer werden, aber es hat sich bei mir so ergeben. Ich bin im wunderschönen Hunsrück in Rheinland-Pfalz aufgewachsen und habe dort immer schon gesehen, wie wichtig die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind. Nicht nur für die große Volkswirtschaft Deutschland, sondern insbesondere auch für den lokalen Markt, für die Region. Und da hat mein Interesse fürs Gründen angefangen.

René: Warum war das Gründen für dich dann der richtige Schritt?

Lukas Zörner: Weil Gründen für mich damit zusammenhängt, dass man echte Probleme für echte Menschen löst und wirklich Produkte und Services bauen kann, die einen Unterschied machen. Diese Möglichkeit, Kundenfeedback zu nehmen, ein Produkt oder einen Service zu bauen und damit ein Problem zu lösen, ist für mich extrem befriedigend.

"Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt"

René: Bei Penta bist du relativ früh eingestiegen. Was waren damals die größten Herausforderungen?

Lukas Zörner: Ideen hatten wir viele, Feedback hatten wir auch viel, aber am Ende hatten wir nur begrenzte Kapazitäten. Die wichtigste Frage war immer: Worauf priorisieren wir eigentlich? Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt.

René: Was macht aus deiner Sicht ein wirklich starkes Produkt aus?

Lukas Zörner: Ein starkes Produkt löst fundamental die Probleme der Kundinnen und Kunden.

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"Da ist die Wachstumskurve richtig angezogen"

René: Gab es einen Moment, in dem ihr gemerkt habt, jetzt funktioniert das richtig?

Lukas Zörner: Wir hatten eine digitale Antragsstrecke gebaut, mit der Gründer innerhalb von 48 Stunden ein Geschäftskonto eröffnen konnten. Vor sieben, acht Jahren war das nicht möglich, da haben Banken Wochen oder Monate gebraucht. Da haben wir gemerkt, dass wir ein akutes Problem lösen – und da ist die Wachstumskurve richtig angezogen.

René: Wie seid ihr mit den vielen unterschiedlichen Kundenwünschen umgegangen?

Lukas Zörner: Die Grundprämisse war immer eine komplett digitale Experience. Service und Support waren für alle gleich wichtig. Und das Produkt sollte eine Plattform sein, nicht nur reines Banking. Viele Themen waren für alle gleich, nur unterschiedlich ausgeprägt.

René: Wie viele Kunden hattet ihr am Ende?

Lukas Zörner: Ich habe den Weg von null Kunden bis über 50.000 Kunden mitgemacht, mit mehreren tausend Neukunden pro Monat.

"Das war für mich ein klares Warnsignal"

René: Was ist beim Wachstum schiefgelaufen?

Lukas Zörner: Wir sind sehr schnell von 30 auf 80 Mitarbeiter gewachsen. Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir uns zu viel mit uns selbst beschäftigt haben. Die Produktvelocity ist langsamer geworden. Das war für mich ein klares Warnsignal.

René: Was habt ihr dann konkret verändert?

Lukas Zörner: Wir haben gemerkt, dass mehr Meetings nicht helfen. Stattdessen haben wir uns strukturell angeschaut, wo die Bruchpunkte sind. Und wir haben unser Onboarding komplett verändert, weil neue Mitarbeiter eben nicht mehr alles automatisch verstehen.

"Diese Entscheidung hätte ich früher nicht getroffen"

René: Gab es Entscheidungen, die dir besonders schwergefallen sind?

Lukas Zörner: Wir haben gemerkt, dass wir an zu vielen Sachen gleichzeitig arbeiten. Also haben wir ein Produkt komplett gestoppt und ein Team neu aufgestellt. Diese Entscheidung hätte ich früher nicht getroffen – aber sie war aber absolut richtig.

René: Was war rückblickend dein größter Fehler?

Lukas Zörner: Wenn im Interviewprozess der Kopf Ja sagt, aber der Bauch Nein, dann muss es ein klares Nein sein. Ich habe mir das früher schön geredet, aber der Bauch hat fast immer recht.

"Nur so baut man eine erfolgreiche Firma"

René: Wie kam es letztlich zum Exit?

Lukas Zörner: Wir haben gemerkt, dass wir mit Qonto ein sehr ähnliches Produkt für die gleiche Zielgruppe bauen. Da war die Frage: Macht es nicht mehr Sinn, das zusammen zu tun? Und zwei, drei Jahre später hat sich gezeigt, dass eins plus eins hier wirklich drei ergeben hat.

René: Warum hast du danach trotzdem noch einmal neu gegründet?

Lukas Zörner: Ich hatte das Gefühl, ich habe erreicht, was ich erreichen wollte. Und dann war für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, noch einmal etwas Neues zu starten.

René: Was ist dein wichtigster Rat an angehende Gründer?

Lukas Zörner: Einfach machen. Die meisten Probleme wirken groß, sind aber lösbar. Man muss reingehen, analysieren und lösen. Nur so baut man eine erfolgreiche Firma.

René: Lukas, vielen Dank für das Gespräch.

Lukas Zörner: Danke dir, René.

Das komplette Gespräch mit Lukas Zörner gibt es im Besser gründen Podcast von fuer-gruender.de. Darin geht es noch ausführlicher um Produktentwicklung, Führungsfragen, Wachstumsschmerzen, Exit-Erfahrungen und den Aufbau seines neuen Startups Integral.

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