Praxiswissen kompakt: Eigenauskunft – die 4 wichtigsten Fragen



„Probleme mit der Schufa habe ich nicht!“ Prima, wenn ihr das von euch sagen könnt. Trotzdem ist das Thema Schufa für euch relevant. Denn die Schufa erfasst die gesamte Historie eurer Verträge mit Banken, Telekommunikationsunternehmen und Versicherungen. Und bildet daraus den Schufa-Score, den ihr via Eigenauskunft regelmäßig abfragen solltet. Er ist mitbestimmend für eure Bonität bei Banken.

#1 Warum Eigenauskunft?

Der Schufa-Score liest sich auf einer Scala von 1 bis 100. Nahe bei 100 ist der, der seinen vertraglichen Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen, Bankfinanzierungen pünktlich und regelmäßig nachkommt, der sein Girokonto und seine Geschäftskonten im Griff hat. Er überzieht sein Konto selten, hat stets eine Liquiditätsreserve, weil er sein Liquiditätsmanagement beherrscht.

Praxiswissen kompakt Eigenauskunft
Auch, wer eine saubere Finanzierungs-Vergangenheit hat, sollte die Eigenauskunft spätestens vor einem wichtigen Kreditantrag durchführen.

So ein Verhalten lieben nicht nur Banken, Versicherungen oder die Telekom. Sondern möglicherweise auch der Vermieter eures zukünftigen Büros. Wenn ihr für euer Gründungsvorhaben eine Finanzierung beantragt, solltet ihr mittels Eigenauskunft also unbedingt euren Schufa-Score abfragen.

#2 Was steht in einer Schufa-Auskunft drin?

In der Schufa-Auskunft stehen Daten aus öffentlichen Verzeichnissen, zum Beispiel dem Unternehmensregister. Banken, Sparkassen, Handels- und Telekommunikationsunternehmen füttern als Vertragspartner der Schufa euren persönlichen Schufa-Datensatz.

Ihr selbst könnt diese Daten einsehen. Sie umfassen

  • euren Namen, die aktuelle Anschrift, frühere Adressen, Geburtsdatum und euren Geburtsort.
  • Angaben zu euren Girokonten sowie sämtlichen aktuellen und früheren Finanzierungen.
  • sämtliche laufenden Verträge bei Telekommunikations-Unternehmen und Versicherungen.
  • sämtliche Daten zu nicht vertragsgemäßem Verhalten (Zahlungsverzug, Kreditkündigungen, Gläubigervergleiche).

Wer mehrfach Rechnungen nicht bezahlt hat, wer sich mit Gläubigern vergleichen muss oder wem Kredite gekündigt wurden, rutscht ganz schnell unter die kritische Schwelle von 90% beim Schufa-Score. Dann werden Finanzierungen schwierig oder sehr teuer.

#3 Könnt ihr veraltete Daten im Schufa-Eintrag verändern?

Ja, das geht. Allerdings werden Forderungen erst gelöscht, wenn sie komplett bezahlt sind. Hier eine Übersicht, wann Einträge bei der Schufa gelöscht werden können:

  • Falscheinträge: sofort
  • Offene Geldforderungen unter 2.000 Euro: sofort, wenn die Rückzahlung innerhalb von 6 Wochen erfolgt
  • Angaben über Girokonten und Kreditkarten: sofort nach Kündigung
  • Angaben über Kreditanträge und Kreditkonditionen: 12 Monate nach Antragsstellung
  • Infos über Kredite: 3 Jahre nach vollständiger Rückzahlung

Diese Liste zeigt euch, wie wichtig die Eigenauskunft ist. Je wilder die Finanzierungs-Vergangenheit, desto schlechter die Finanzierungschancen.

#4 Wie geht ihr in Sachen Schufa und Eigenauskunft vor?

Eine Schufa Eigenauskunft könnt ihr einmal jährlich kostenlos bei der Schufa Holding AG durchführen lassen. Ansonsten könnt ihr euch direkt an Dienstleister wenden, welche die Eigenauskunft für euch durchführen. Ein solcher Dienstleister ist zum Beispiel Express Selbstauskunft, der euch für wenig Geld viel Zeit in der Kommunikation mit den Behörden sparen kann. Dort könnt ihr die Eigenauskunft online beantragen und ihr erhaltet die Auskunft aus Sicherheitsgründen per Post.

Fazit – Eigenauskunft

Durch die Schufa seid ihr für jede Bank ein gläserner Kunde. Daher solltet ihr euch über euren Datensatz bei der Schufa regelmäßig informieren. Vor einem wichtigen Kreditantrag ist die Eigenauskunft sehr wichtig. Noch wichtiger ist es aber, dass ihr euren zukünftigen Geldgebern zeigt, dass ihr mit Geld umgehen könnt. Die Daten, welche die Schufa über euch speichert, solltet ihr daher in Ordnung halten.

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