Eine App lässt sich als Web-App oder native App selbst programmieren, mit einem Baukasten erstellen oder von Profis entwickeln. Welche Lösung passt, hängt von Funktionen, Budget und Vorkenntnissen ab.
Luisa Bartsch verantwortet bei Für-Gründer.de die Bereiche Websites und Digitales. Sie testet regelmäßig digitale Tools, erstellt praxisnahe Inhalte zu aktuellen Online-Trends und unterstützt Gründer sowie Selbstständige bei der Website-Erstellung und der Wahl passender Marketing-Tools im dynamischen KI-Umfeld.
Seit 2010 ist René als Gründer von Für-Gründer.de Teil der deutschen Gründerlandschaft. Seine Mission: Gründerinnen und Gründern praxisnahe Inhalte und echte Insights an die Hand zu geben. Das tut er als Chefredakteur, Podcast-Host, Webinar-Moderator und auf unserem YouTube-Kanal.
Er ist Interviewpartner in anderen Medien und verfasst Fachbeiträge zu Gründungsthemen.
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Das Wichtigste auf einen Blick
Web-Apps laufen im Browser, native Apps auf Smartphones.
Für den Start genügt oft eine schlanke Version mit Kernfunktionen.
No-Code-Baukästen und KI-Tools ermöglichen den Einstieg ohne Programmierkenntnisse.
Baukästen verursachen laufende Kosten; individuelle Entwicklungen können fünfstellige Budgets erfordern.
Tests, Rechtliches und Wartung sollten früh eingeplant werden.
| Wie kann man eine App erstellen? Drei Wege im Überblick
Wer selbst programmieren möchte, braucht entsprechende Programmierkenntnisse oder muss sie sich zunächst aneignen.
App-Baukästen werden häufig auch als No-Code-Tools bezeichnet.
„No Code“ bezeichnet die Entwicklung mit vorgefertigten Bausteinen. Eigener Programmcode ist dafür nicht erforderlich.
Für spezielle Funktionen und Datenbankanbindungen kann individuelle Programmierung durch Profis sinnvoll sein.
Welche App-Art ist die richtige: native App oder Web-App?
Vor der Entwicklung steht die Entscheidung zwischen Web-App und nativer App. Entscheidend sind die gewünschten Funktionen, die Zielgruppe und das Budget.
App-Art
Eigenschaften
Geeignet für
Web-App
Läuft ohne Installation im Browser - eigenständig oder als Teil einer Website.
z. B. Buchungen, Kundenportale, interaktive Tools
Native App
Wird für Android oder iOS entwickelt. Die Installation erfolgt meist über App-Stores.
z. B. Kundenkarten-Apps, Apps zur persönlichen Produktivität
Sonderform PWA: Eine Progressive Web-Anwendung (PWA) ist eine Web-App mit zusätzlichen App-Funktionen. Sie lässt sich beispielsweise wie eine App auf dem Smartphone starten. Bei entsprechender Umsetzung können bestimmte Inhalte auch offline verfügbar sein.
Welche App-Art sinnvoll ist, hängt vom geplanten Einsatz ab. Für viele Buchungs- und Serviceangebote reicht eine Web-App aus.
Selbst bauen, Baukasten nutzen oder App erstellen lassen?
Die passendeEntwicklungsvariante hängt von Budget und technischen Kenntnissen ab. Auch verfügbare Zeit und gewünschte Funktionen spielen eine Rolle.
hoch, wenn Erweiterungen von Anfang an mitgedacht werden
Geeignet für
Entwickler und technisch Versierte
einfache bis mittelkomplexe Apps
individuelle oder komplexe Anwendungen
Ein günstiger Baukasten ist nicht automatisch die passende Lösung. Ein Beispiel: Eine einfache Terminbuchungs-App benötigt vergleichsweise wenig Technik. Ein Marktplatz mit Nutzerkonten, Bezahlung, Standortdaten und Schnittstellen ist komplexer.
Erste anklickbare Prototypen können bereits binnen Stunden entstehen. Eine einsatzbereite App benötigt anschließend meist weitere Tests und Anpassungen.
| App mit Baukasten & KI erstellen: No-Code & Vibe Coding
Bei No-Code-Plattformen werden vorhandene Funktionen kombiniert und angepasst. Beim Vibe Coding beschreibt man die gewünschte Anwendung in Alltagssprache. Die KI erzeugt daraus Programmcode. Dies haben wir am IONOS KI App & Site Builder getestet.
Viele Werkzeuge verbinden inzwischen beide Arbeitsweisen und nutzen zunehmend künstliche Intelligenz.
Welche App-Baukästen & KI-Tools gibt es?
Nicht jeder App-Builder erstellt dieselbe App-Art. Diese Beispiele beliebter App-Builder zeigen die Unterschiede:
Wichtig: Eine Smartphone-optimierte Web-App ist nicht automatisch eine native App. App-Art, Funktionen und Veröffentlichungsmöglichkeiten sollten vor der Toolwahl geprüft werden. So sind auch die Grenzen dieser Tools vor der Verwendung bekannt.
Praxisbeispiel: Web-App mit dem IONOS KI App & Site Builder erstellen
Wie entsteht eine interaktive Web-Anwendung ohne eigene Programmierkenntnisse? Wir testen das mit dem IONOS KI App & Site Builder. Dabei handelt es sich um ein Vibe-Coding-Tool zur KI-gestützten Erstellung von Websites und App-Anwendungen.
Als Beispiel dient ein Kursfinder für ein Yogastudio. Besucher sollen damit passende Yogakurse finden und für eine Probestunde auf eine Buchungsseite verwiesen werden. Die Anwendung wird direkt in eine neu erstellte Website integriert.
Die Idee: Ein interaktiver Kursfinder
Der Kursfinder soll Besuchern die Auswahl eines passenden Yogakurses erleichtern.
Dafür soll die Anwendung drei Fragen stellen:
Wie viel Yoga-Erfahrung hast du?
Was möchtest du mit Yoga erreichen?
Wie intensiv soll dein Training sein?
Anhand der Antworten empfiehlt der Kursfinder einen passenden Yogakurs. Er erklärt außerdem, warum dieser Kurs zur Person passt.
Ein Button führt anschließend direkt zur Buchungsseite für eine Probestunde.
Der Kursfinder soll sich optisch in die neue Yoga-Website einfügen. Auch auf Smartphones muss er gut funktionieren.
Diese Anforderungen beschreiben wir dem IONOS-Builder im Chat mit folgendem Prompt:
Das Ergebnis: Drei Fragen führen zur Kursempfehlung
Aus unserer Beschreibung erstellt die KI einen interaktiven Kursfinder. Besucher durchlaufen einen Entscheidungsprozess mit drei Fragen. Anschließend erhalten sie eine passende Kursempfehlung mit kurzer Begründung.
Die KI berücksichtigt dabei die vorhandenen Yoga-Angebote der Website. Auch Farben, Schriften und Ansprache passen weitgehend zum neuen Webauftritt.
Das Ergebnis wirkt dadurch wie ein fester Bestandteil der Website. Einzelne Formulierungen benötigen allerdings noch Feinschliff.
Der KI-generierte Kursfinder empfiehlt nach Beantwortung der drei Fragen einen konkreten Yogakurs und führt direkt zur Probestunden-Anfrage.
Der Feinschliff: Den Kursfinder sichtbar machen
Nach der Anpassung einzelner Formulierungen im Kursfinder entspricht er unseren Vorstellungen.
Die integrierte Web-App funktioniert wie gewünscht. Allerdings ist sie für Besucher auf der Website noch nicht leicht zu finden.
Deshalb bitten wir die KI um zusätzlicheSchaltflächen. Sie sollen auf der Startseite und der Kursübersicht direkt zum Kursfinder führen.
Der IONOS-Builder setzt diese Änderungen direkt um.
„Ich war von der intuitiven Bedienung und dem Ergebnis positiv überrascht. An manchen Stellen hakte es trotzdem unerwartet. Meine Änderungswünsche setzte die KI aber in weiten Teilen nach meinen Vorstellungen um.“
Luisa Bartsch
- Expertin für Websites & Digitales
Bis zum gezeigten Entwicklungsstand vergingen insgesamt knapp 50 Minuten.
Darin enthalten waren:
die Website-Erstellung,
der Kursfinder und
mehrere Anpassungen.
Insgesamt verbrauchte das Projekt 57,29 KI-Credits. Im getesteten Plus-Tarif für 9 € im 1. Monat waren monatlich 300 Credits enthalten. Der Verbrauch hängt vom Projektumfang und der Anzahl der Anpassungen ab.
Auf unsere Anweisung ergänzt der IONOS-Builder einen Kursfinder-Button auf der Kursseite.
Testbilanz: Was hat funktioniert?
Der IONOS-Builder erstellte eine Website mit integriertem Yoga-Kursfinder. Die wichtigsten Beobachtungen aus unserem Praxistest:
Testkriterium
Beobachtung
Kursauswahl
Drei Fragen führen durch den Kursfinder.
Kursempfehlung
Die KI erstellt eine Empfehlung auf Basis der Website-Inhalte mit kurzer Begründung.
Buchungsweiterleitung
Ein funktionierender Button zur Probestunden-Anfrage wurde erstellt.
Mobile Darstellung
Die mobile Nutzung der Web-App funktionierte einwandfrei.
Zeitaufwand
Knapp 50 Minuten bis zur Website mit integriertem Kursfinder samt mehrerer Anpassungen.
IONOS KI App & Site Builder
Geeignet für: Web-Apps, interaktive Website-Funktionen und Websites
Funktionen: KI-Entwicklung per Chat, Code-Zugriff, Datenbanken & Hosting
Wo liegen die Grenzen von Vibe Coding und No-Code?
Beide Ansätze der App-Erstellung sind ohne Programmierkenntnisse möglich. Sie stoßen aber an unterschiedliche Grenzen.
Grenzen von Vibe Coding
Codequalität: KI-generierter Code kann Fehler oder Sicherheitslücken enthalten.
Wartung: Komplexe Anwendungen lassen sich ohne technisches Wissen schwerer kontrollieren.
Ergebnisse: Die KI setzt Vorgaben nicht immer zuverlässig um.
Grenzen von No-Code-Baukästen
Funktionsumfang: Vorgefertigte Bausteine begrenzen häufig individuelle Anforderungen.
Schnittstellen: Nicht alle externen Dienste lassen sich problemlos anbinden.
Anbieterbindung: Datenexport und ein späterer Plattformwechsel können schwierig sein.
Datenschutz, Sicherheit und Qualitätskontrolle bleiben bei beiden Entwicklungswegen wichtig.
| App erstellen lassen: Freelancer oder Agentur?
Sowohl Freelancer als auch spezialisierte Agenturen können eine App im Auftrag entwickeln. Welche Variante passt, hängt von Umfang, Budget und Unterstützungsbedarf ab.
Freelancer: Geeignet für klar abgegrenzte Aufgaben und kleinere Entwicklungsprojekte.
Agenturen: Übernehmen häufig zusätzlich Konzeption, Design, Projektmanagement und Qualitätssicherung.
Offshore-Entwicklung
Auch Entwickler und Agenturen im Ausland kommen infrage. Diese sogenannte Offshore-Entwicklung kann Kosten sparen.
Allerdings können Sprachbarrieren und Zeitverschiebungen die Zusammenarbeit erschweren. Datenschutz, Zuständigkeiten und Nutzungsrechte sollten deshalb klar geregelt sein.
Worauf sollte man bei der Auswahl eines App-Entwicklers achten?
Referenzen: Hat der Dienstleister bereits ähnliche Apps entwickelt?
Angebot: Sind Leistungen, Kosten und Zeitplan klar definiert?
Wartung: Wer übernimmt nach der Veröffentlichung Updates und Fehlerbehebungen?
Nutzungsrechte: Wem gehören Quellcode, Design und weitere Arbeitsergebnisse?
Wichtiger als der Standort sind die Erfahrung des Dienstleisters und eine zuverlässige Kommunikation.
| In 9 Schritten zur eigenen App
Für eine App braucht man eine klare Idee und eine definierte Zielgruppe. Dazu kommen die wichtigsten Funktionen, ein realistisches Budget und genügend Zeit.
Diese neun Schritte führen von der Idee bis zur Weiterentwicklung:
Die Schritte gelten unabhängig vom gewählten Entwicklungsweg. Bei einer Beauftragung übernehmen Dienstleister Teile der Umsetzung.
Schritt 1: App-Ziel festlegen
Aufwand: gering | Kosten: meist keine
Am Anfang steht ein klares Ziel für die App. Es sollte sich in einem Satz beschreiben lassen. Entscheidend ist der konkrete Nutzen, nicht die Anzahl möglicher Funktionen.
Beispiel: „Kunden sollen freie Termine sehen und direkt buchen können.“
Dieses Ziel hilft später, unnötige Funktionen auszusortieren.
Schritt 2: Zielgruppe der App festlegen
Aufwand: gering bis mittel | Kosten: meist keine
Wer soll die App nutzen und in welcher Situation? Eine App für Studiomitglieder stellt andere Anforderungen als eine öffentliche Fitness-App.
Die Antworten bestimmen später die Funktionen und die Bedienung der App.
Schritt 3: App-Typ & Kernfunktionen bestimmen
Aufwand: mittel | Kosten: zunächst gering
Nach Ziel und Zielgruppe wird die passende Umsetzung gewählt. Zur Auswahl stehen Website-Erweiterung, eigenständige Web-App oder native Smartphone-App.
Anschließend werden die Kernfunktionen für den Start festgelegt. Sie bilden das Minimum Viable Product (MVP), eine erste nutzbare Version.
Die gewünschten Funktionen werden nach Priorität eingeteilt:
Unverzichtbar: Ohne diese Funktionen erfüllt die App ihren Zweck nicht.
Später sinnvoll: Diese Funktionen sind für spätere Versionen vorgesehen.
Optional: Diese Extras können vollständig entfallen.
Wer sich auf Kernfunktionen beschränkt, spart Entwicklungszeit und Kosten.
Schritt 4: App-Design planen
Aufwand: mittel | Kosten: bei eigener Planung gering
Beim App-Design geht es zuerst um Aufbau und Bedienung. Nutzer sollen wichtige Funktionen schnell und einfach erreichen.
Auf Basis der folgenden Fragen können einfache Skizzen der wichtigsten Ansichten erstellt werden:
Was sehen Nutzer beim Öffnen der App?
Wie gelangen sie zu den wichtigsten Funktionen?
Welche Schritte sind für die Nutzung notwendig?
Wo finden sie Einstellungen und persönliche Daten?
Ziel ist eine einfache, verständliche Bedienung. Erst danach folgen Farben, Schriften und weitere Gestaltungselemente.
Schritt 5: Prototyp erstellen
Aufwand: mittel | Kosten: je nach Tool gering bis mittel
Ein Prototyp zeigt, wie die spätere App aussehen und bedient werden soll. AnklickbareEntwürfe machen wichtige Abläufe schon vor der Entwicklung erlebbar.
Die eigentlichen Funktionen müssen noch nicht vollständig entwickelt sein. So lassen sich Bedienproblemefrüherkennen und leichter beheben.
Schritt 6: App entwickeln
Aufwand: mittel bis hoch | Kosten: abhängig vom Entwicklungsweg
Jetzt wird aus dem Prototyp eine funktionsfähige App. Dazu werden die geplanten Abläufe technisch umgesetzt und die benötigten Funktionen eingebunden. Das kann sich beispielsweise auf die Verarbeitung von Eingaben, das Speichern von Daten oder das Umsetzen einer Buchung beziehen.
Wie die Entwicklung mit KI funktioniert, zeigt unser Praxisbeispiel mit dem IONOS KI App & Site Builder.
Schritt 7: App testen
Aufwand: mittel | Kosten: bei eigenen Tests gering
Vor der Veröffentlichung müssen sowohl Funktionen als auch Bedienung getestet werden.
Dabei sollte unter anderem geprüft werden:
Funktionieren Anmeldung, Buchungen oder Bezahlvorgänge?
Läuft die App auf verschiedenen Bildschirmgrößen?
Was passiert bei schlechtem Internet oder falschen Eingaben?
Finden neue Nutzer die wichtigsten Funktionen ohne Erklärung?
Am besten testen auch Personen außerhalb des Entwicklungsteams die App. Ihre Rückmeldungen helfen, Bedienprobleme und Fehler frühzeitig zu beheben.
Schritt 8: App veröffentlichen
Aufwand: gering bis mittel | Kosten: ab 0 Euro
Wie die Veröffentlichung funktioniert, hängt vom App-Typ ab.
Web-Apps werden über eine Webadresse bereitgestellt. Nutzer öffnen sie direkt im Browser. Dafür sind keine App-Stores erforderlich. Allerdings müssen Hosting, Datenschutz und Erreichbarkeit sichergestellt sein.
Native Apps werden meist im App Store oder bei Google Play veröffentlicht. Dafür benötigen Entwickler ein kostenpflichtiges Entwicklerkonto:
Google Play: einmalig 25 US-Dollar Registrierungsgebühr.
Apple App Store: 99 US-Dollar pro Jahr.
Für den Store-Eintrag werden Name, Beschreibung, Icon und Screenshots benötigt.
Zusätzlich können Angaben zum Datenschutz und zur Altersfreigabe erforderlich sein. Vor der Veröffentlichung prüfen die Stores die App.
Wichtig: Für bestimmte private Google-Play-Entwicklerkonten gelten zusätzliche Testvorgaben. Mindestens zwölf Testpersonen müssen 14 Tage durchgehend angemeldet sein. Erst danach kann die öffentliche Freigabe beantragt werden.
Schritt 9: App vermarkten & weiterentwickeln
Aufwand: dauerhaft | Kosten: abhängig von den Maßnahmen
Nach der Veröffentlichung muss die App ihre Zielgruppeerreichen. Dafür eignen sich Website, Newsletter, soziale Medien und bestehende Kundenkontakte.
Bei nativen Apps ist auch der Store-Eintrag wichtig. Beschreibung und Screenshots sollten den Nutzen sofort deutlich machen.
Mit dem Start ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Nutzerfeedback und Nutzungsdaten zeigen, was gut funktioniert. Sie helfen auch, Probleme und Verbesserungswünsche zu erkennen.
Regelmäßige Updates beheben Fehler und halten die App technisch aktuell.
| Was kostet es, eine App zu erstellen?
Die Kosten hängen von Funktionsumfang, Entwicklungsweg und benötigter Unterstützung ab.
Mit Baukästen und KI-Tools ist ein kostenloser Einstieg möglich. Individuelle Entwicklungen kosten häufig mehrere Tausend Euro. Komplexe Projekte können sogar über 100.000 Euro kosten.
Hinzu kommen mögliche laufende Kosten für Hosting, Wartung und externe Dienste.
Was kostet eine App bei Baukasten, Freelancer und Agentur?
Bei Baukästen und KI-Tools fallen meist monatlicheTarifkosten an. Freelancer und Agenturen rechnen dagegen häufig projektbezogen ab.
Eine einfache App kostet bei Freelancern geschätzt 5.000 bis 15.000 Euro. Bei Agenturen liegen die Richtwerte bei 10.000 bis 30.000 Euro. Die Tabelle zeigt weitere Schätzwerte nach Funktionsumfang.
App-Umfang
No-Code / KI-Tools pro Monat
Freelancer pro Projekt
Agentur pro Projekt
Einfache App (MVP)
ca. 0–100 €
ca. 5.000–15.000 €
ca. 10.000–30.000 €
App mit mehreren Funktionen
ca. 30–200 €
ca. 15.000–40.000 €
ca. 30.000–80.000 €
Komplexe App
ca. 100–300 € oder mehr
ab ca. 40.000 €
ab ca. 80.000 €
Wichtig: Die Richtwerte enthalten nicht automatisch alle laufenden Ausgaben. Wer eine App selbst entwickelt, muss auch die eigene Arbeitszeit einkalkulieren.
Preisbeispiel (Stand: Oktober 2026): Der IONOS KI App & Site Builder kostet im Starter-Tarif zunächst 1 € im Monat. Ab dem zweiten Monat sind es 19 €/Monat. Im Plus-Tarif fallen zunächst 9 €, danach 29 €/Monat an. Aktionspreise und Vertragsbedingungen können sich ändern.
Kann man eine App wirklich kostenlos erstellen?
Einfache Apps lassen sich mit kostenlosen Tarifen oder Testversionen entwickeln und testen. Ob auch die Veröffentlichung oder die dauerhafte Nutzung kostenlos bleiben, hängt vom Anbieter und den benötigten Funktionen ab.
Einige Web-Apps lassen sich auch dauerhaft ohne laufende Gebühren betreiben. Das gilt jedoch nur innerhalb bestimmter Nutzungsgrenzen. Dafür sind häufig zusätzliche technische Kenntnisse erforderlich.
Bei vielen App-Baukästen ist die Veröffentlichung dagegen kostenpflichtig. Auch Hosting, Zusatzfunktionen oder eigene Domains können Geld kosten. Bei einer Veröffentlichung über Apple oder Google fallen außerdem Entwicklergebühren an.
Welche laufenden Kosten hat eine App?
Auch nach der Veröffentlichung entstehen häufig laufende Kosten. Ihre Höhe hängt von Technik, Nutzung und Wartungsaufwand ab.
Kostenpunkt
Womit ist zu rechnen?
No-Code- oder KI-Tools
Monatliche Tarife, gegebenenfalls zusätzliche KI-Credits oder Funktionen
Hosting und Domain
Häufig im Tooltarif enthalten, sonst separat zu bezahlen
Wartung und Sicherheit
Fehlerbehebungen, Sicherheitsupdates und technische Anpassungen
Externe Dienste
Gebühren für Zahlungsanbieter, Kartenfunktionen oder andere Schnittstellen
Apple App Store
Jährliche Entwickler-Mitgliedschaft
Welche Kosten tatsächlich anfallen, hängt vom gewählten Entwicklungsweg ab. Deshalb sollten die enthaltenen Leistungen vorab geprüft werden. Auch steigende Nutzerzahlen können zusätzliche Kosten verursachen.
| Wann lohnt es sich, eine App zu entwickeln?
Eine App lohnt sich, wenn sie ein konkretesProblem löst. Besonders sinnvoll sind Funktionen, die regelmäßig gebraucht werden.
Dazu gehören
Terminbuchungen,
Bestellungen,
der Zugriff auf persönliche Inhalte,
die Vereinfachung interner Abläufe.
Eine App muss nicht zwangsläufig über Verkäufe Geld verdienen. Sie kann Kunden binden, Prozesse automatisieren oder Zeit sparen.
Apps können auf verschiedene Arten Einnahmen erzielen:
Abonnements: Nutzer zahlen regelmäßig für zusätzliche Funktionen oder Inhalte.
Einmalkäufe: Bestimmte Funktionen oder digitale Inhalte werden einmalig bezahlt.
Werbung: Anzeigen finanzieren die kostenlose Nutzung.
Unternehmenslizenzen: Firmen zahlen beispielsweise pro Mitarbeiter oder Standort.
Auch Kombinationen sind möglich. Eine kostenlose App kann beispielsweise kostenpflichtige Zusatzfunktionen anbieten.
Welche App passt zum eigenen Geschäft?
Welche App sinnvoll ist, hängt weniger von der Branche als vom Problem ab, das sie lösen soll.
Die folgenden Beispiele zeigen typische Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen und Selbstständige.
Einsatzbereich
Möglicher App-Typ
Konkreter Nutzen
Coaching, Fitness, Studios
Buchungs- oder Mitglieder-App
Kurse buchen, Termine verwalten, Inhalte abrufen
Gastronomie
Bestell- oder Bonus-App
Bestellungen ermöglichen und Stammkunden binden
Onlinehandel
Shopping-App
Produkte verkaufen und Kundenkonto mobil zugänglich machen
Handwerk und Dienstleistungen
Service-App
Termine, Aufträge oder Kundenanfragen verwalten
Vereine
Mitglieder-App
Termine, Nachrichten und Vereinsinformationen bündeln
Unternehmen
Mitarbeiter-App
interne Informationen und Abläufe mobil bereitstellen
B2B-Dienstleister
Kunden-App
Dokumente, Projektstände oder Services bereitstellen
Wie prüft man eine App-Idee, bevor man Geld ausgibt?
Bevor die Entwicklung beginnt, sollte der tatsächlicheBedarf geprüft werden.
Dafür reichen zunächst drei einfache Schritte:
Bestehende Apps untersuchen: Welche Lösungen gibt es bereits? Bewertungen zeigen, was Nutzer gut finden und welche Funktionen fehlen.
Mit der Zielgruppe sprechen: Wie lösen potenzielle Nutzer das Problem bisher? Was funktioniert dabei schlecht? Welche Verbesserungen wünschen sie sich?
Interesse und Funktionen testen: Eine einfache Landingpage kann zeigen, ob Interesse besteht. Ein erster Prototyp hilft, wichtige Funktionen zu testen. Dafür eignen sich auch No-Code-Baukästen oder KI-Tools.
Erst danach sollte die vollständige Entwicklung geplant werden.
| Wie macht man sich mit einer App selbstständig?
Eine technisch fertige App ist nicht automatisch bereit für den geschäftlichen Einsatz. Wer damit dauerhaft Einnahmen erzielen möchte, muss auch den Betrieb organisieren. Zur Entwicklung und Vermarktung kommen unternehmerische und rechtliche Pflichten hinzu.
Auch die App selbst muss rechtliche Anforderungen erfüllen. Dazu gehören Datenschutz, Impressum, Tracking und Regeln für kostenpflichtige Angebote. Diese Themen sollten bereits vor der Veröffentlichung berücksichtigt werden.
Muss man für eine App ein Gewerbe anmelden oder eine Firma gründen?
Wer eine App nur entwickelt und privat nutzt, muss dafür noch kein Unternehmen gründen. Wer mit seiner App dauerhaft Geld verdienen möchte, betreibt meist ein Gewerbe. Das gilt auch bei Verkäufen, Abos, In-App-Käufen oder Werbung. Dann ist eine Gewerbeanmeldung zum Beginn der Tätigkeit erforderlich.
Eine GmbH oder UG muss dafür nicht sofort gegründet werden. Wer allein startet, kann die App beispielsweise zunächst als Einzelunternehmen betreiben. Welche Rechtsform am besten passt, hängt unter anderem von Haftungsrisiko, Kapitalbedarf und der Zahl der Gründer ab.
Zusätzlich muss die selbstständige Tätigkeit steuerlich beim Finanzamt erfasst werden. Dafür wird der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER eingereicht. Das Finanzamt benötigt diese Meldung grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit.
Ob eine Tätigkeit im Einzelfall als gewerblich oder freiberuflich gilt, kann von ihrer konkreten Ausgestaltung abhängen. Beim eigenen Vertrieb einer App spricht jedoch in der Regel vieles für ein Gewerbe.
Was muss man bei DSGVO, AGB und Impressum in der App beachten?
Geschäftlich genutzte Apps müssen verschiedene rechtliche Anforderungen erfüllen. Welche Pflichten gelten, hängt von Funktionen und Geschäftsmodell ab.
Die wichtigsten Vorgaben im Überblick:
Datenschutz: Eine Datenschutzerklärung informiert über die Verarbeitung personenbezogener Daten. Sie muss leicht erreichbar sein.
Tracking: Bestimmte Analyse- und Marketingtechnologien erfordern eine vorherige Einwilligung.
Impressum: Für geschäftsmäßige digitale Dienste gelten Informationspflichten nach § 5 DDG.
AGB und Verträge: Bei Verkäufen gelten gesetzliche Informationspflichten. Eigene AGB sind dagegen nicht grundsätzlich vorgeschrieben.
Widerruf: Bei online geschlossenen Verbraucherverträgen mit Widerrufsrecht ist eine Widerrufsfunktion erforderlich.
Barrierefreiheit: Für bestimmte Verbraucherangebote gelten Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG). Bei Dienstleistungen sind Kleinstunternehmen grundsätzlich ausgenommen.
App-Stores: Für native Apps gelten zusätzliche Vorgaben von Apple und Google.
Auch automatisch erstellte Rechtstexte sollten vor der Veröffentlichung geprüft werden.
| Unser Fazit
Eine gute App löst ein konkretes Problem ihrer Zielgruppe. Deshalb sollten zuerst der tatsächliche Bedarf und die Kernfunktionen geklärt werden. Daraus ergeben sich der passende Entwicklungsweg und das benötigte Budget.
Für einfache Anwendungen eignen sich häufig No-Code- und Vibe-Coding-Tools. Damit lassen sich Apps auch ohne eigene Programmierkenntnisse erstellen. Bei komplexen Anforderungen kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Unabhängig vom Entwicklungsweg empfiehlt sich eine erste Version mit wenigen Kernfunktionen. Tests und Nutzerfeedback zeigen anschließend, welche Verbesserungen notwendig sind.
Auch der langfristige Betrieb gehört zur Planung. Dazu zählen laufende Kosten, Datenschutz und rechtliche Pflichten.
Ja, ChatGPT kann bei der Erstellung von Apps unterstützen. Der Coding-Agent Codex hilft beim Schreiben, Ändern und Testen von Programmcode.
Mit ChatGPT Sites lassen sich auch einfache Web-Apps erstellen und veröffentlichen. Die Verfügbarkeit hängt vom Tarif und der Region ab.
Native Android- und iOS-Apps entstehen hingegen nicht automatisch. Dafür sind weitere Entwicklungs-, Test- und Veröffentlichungsschritte nötig.
Kann man eine Website oder einen Onlineshop in eine App umwandeln?
Ja, bestehende Websites und Onlineshops können als Grundlage für Apps dienen.
Eine Möglichkeit ist die Progressive Web-App (PWA). Dafür wird die Website technisch erweitert und für Smartphones optimiert. Nutzer können sie dann häufig zum Startbildschirm hinzufügen. Eine Veröffentlichung im App-Store ist dafür nicht erforderlich.
Auch eine App für Android oder iOS kann darauf aufbauen. Dafür sind allerdings zusätzliche Entwicklungsschritte notwendig. Eine bloß verpackte Website erfüllt nicht automatisch die Vorgaben der App-Stores.
Kann man eine App gleichzeitig für Android und iOS erstellen?
Mit Flutter oder React Native lassen sich plattformübergreifende Apps entwickeln. Sie nutzen eine gemeinsame Codebasis für Android und iOS.
So lassen sich viele Funktionen und Teile der Entwicklung wiederverwenden. Trotzdem können plattformspezifische Anpassungen und Tests nötig sein.
Die Veröffentlichung erfolgt separat im Google Play Store und Apple App Store.
Was ist die einfachste Programmiersprache für Anfänger?
Python gilt wegen seiner übersichtlichen Syntax als besonders einsteigerfreundlich. Eine pauschal einfachste Programmiersprache gibt es jedoch nicht.
Für Android-Apps wird häufig Kotlin verwendet, für iOS-Apps Swift. Plattformübergreifend kommt beispielsweise Dart mit Flutter infrage.
Mit No-Code-Baukästen lassen sich Apps auch ganz ohne Programmierkenntnisse erstellen.
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Luisa Bartsch verantwortet bei Für-Gründer.de die Bereiche Websites und Digitales. Sie testet regelmäßig digitale Tools, erstellt praxisnahe Inhalte zu aktuellen Online-Trends und unterstützt Gründer sowie Selbstständige bei der Website-Erstellung und der Wahl passender Marketing-Tools im dynamischen KI-Umfeld.