App erstellen: Anleitung, Tools und Kosten

Eine App lässt sich als Web-App oder native App selbst programmieren, mit einem Baukasten erstellen oder von Profis entwickeln. Welche Lösung passt, hängt von Funktionen, Budget und Vorkenntnissen ab.

Dieser Ratgeber erklärt die Schritte von der Idee bis zur Veröffentlichung und zeigt anhand des IONOS KI App & Site Builder, wie eine Web-App mithilfe von KI entsteht.

Redaktion

Geschrieben von Expertin für Websites und Digitales

Für-Gründer.de-Redaktion

Luisa Bartsch verantwortet bei Für-Gründer.de die Bereiche Websites und Digitales. Sie testet regelmäßig digitale Tools, erstellt praxisnahe Inhalte zu aktuellen Online-Trends und unterstützt Gründer sowie Selbstständige bei der Website-Erstellung und der Wahl passender Marketing-Tools im dynamischen KI-Umfeld.

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Das Wichtigste auf einen Blick
  • Web-Apps laufen im Browser, native Apps auf Smartphones.
  • Für den Start genügt oft eine schlanke Version mit Kernfunktionen.
  • No-Code-Baukästen und KI-Tools ermöglichen den Einstieg ohne Programmierkenntnisse.
  • Baukästen verursachen laufende Kosten; individuelle Entwicklungen können fünfstellige Budgets erfordern.
  • Tests, Rechtliches und Wartung sollten früh eingeplant werden.

  | Wie kann man eine App erstellen? Drei Wege im Überblick

Eine App lässt sich auf drei Arten erstellen:

Wer selbst programmieren möchte, braucht entsprechende Programmierkenntnisse oder muss sie sich zunächst aneignen.

App-Baukästen werden häufig auch als No-Code-Tools bezeichnet.

„No Code“ bezeichnet die Entwicklung mit vorgefertigten Bausteinen. Eigener Programmcode ist dafür nicht erforderlich.

Für spezielle Funktionen und Datenbankanbindungen kann individuelle Programmierung durch Profis sinnvoll sein.

Welche App-Art ist die richtige: native App oder Web-App?

Vor der Entwicklung steht die Entscheidung zwischen Web-App und nativer App. Entscheidend sind die gewünschten Funktionen, die Zielgruppe und das Budget.

App-Art Eigenschaften Geeignet für
Web-App Läuft ohne Installation im Browser - eigenständig oder als Teil einer Website. z. B. Buchungen, Kundenportale, interaktive Tools
Native App Wird für Android oder iOS entwickelt. Die Installation erfolgt meist über App-Stores. z. B. Kundenkarten-Apps, Apps zur persönlichen Produktivität

Sonderform PWA: Eine Progressive Web-Anwendung (PWA) ist eine Web-App mit zusätzlichen App-Funktionen. Sie lässt sich beispielsweise wie eine App auf dem Smartphone starten. Bei entsprechender Umsetzung können bestimmte Inhalte auch offline verfügbar sein.

Welche App-Art sinnvoll ist, hängt vom geplanten Einsatz ab. Für viele Buchungs- und Serviceangebote reicht eine Web-App aus.

Selbst bauen, Baukasten nutzen oder App erstellen lassen?

Die passende Entwicklungsvariante hängt von Budget und technischen Kenntnissen ab. Auch verfügbare Zeit und gewünschte Funktionen spielen eine Rolle.

Kriterium Selbst programmieren App-Baukasten / No-Code App erstellen lassen
Kosten geringe direkte Kosten, hoher eigener Zeitaufwand geringe bis mittlere laufende Kosten meist höchste Kosten
Dauer stark abhängig von eigenen Kenntnissen einfache Apps oft Tage bis wenige Wochen bei Individualentwicklung häufig mehrere Monate
Vorkenntnisse Programmierkenntnisse erforderlich meist ohne Programmierkenntnisse möglich intern kaum technische Kenntnisse nötig
Gestaltungsfreiheit sehr hoch durch Funktionen des Anbieters begrenzt hoch, wenn Anforderungen klar definiert sind
Skalierbarkeit hoch bei sauberer technischer Basis abhängig vom Baukasten hoch, wenn Erweiterungen von Anfang an mitgedacht werden
Geeignet für Entwickler und technisch Versierte einfache bis mittelkomplexe Apps individuelle oder komplexe Anwendungen

Ein günstiger Baukasten ist nicht automatisch die passende Lösung. Ein Beispiel: Eine einfache Terminbuchungs-App benötigt vergleichsweise wenig Technik. Ein Marktplatz mit Nutzerkonten, Bezahlung, Standortdaten und Schnittstellen ist komplexer.

Erste anklickbare Prototypen können bereits binnen Stunden entstehen. Eine einsatzbereite App benötigt anschließend meist weitere Tests und Anpassungen.

  | App mit Baukasten & KI erstellen: No-Code & Vibe Coding

Bei No-Code-Plattformen werden vorhandene Funktionen kombiniert und angepasst. Beim Vibe Coding beschreibt man die gewünschte Anwendung in Alltagssprache. Die KI erzeugt daraus Programmcode. Dies haben wir am IONOS KI App & Site Builder getestet.

Viele Werkzeuge verbinden inzwischen beide Arbeitsweisen und nutzen zunehmend künstliche Intelligenz.

Welche App-Baukästen & KI-Tools gibt es?

Nicht jeder App-Builder erstellt dieselbe App-Art. Diese Beispiele beliebter App-Builder zeigen die Unterschiede:

Tool Arbeitsweise Unterstützte App-Arten
IONOS KI App & Site Builder Vibe Coding Web-Apps, Websites
Lovable Vibe Coding Web-Apps, PWAs
Glide No-Code Web-Apps, PWAs
Adalo No-Code mit KI Native Android- und iOS-Apps, Web-Apps
FlutterFlow Visueller Baukasten, Low-Code Android- und iOS-Apps mit Flutter, Web-Apps

Wichtig: Eine Smartphone-optimierte Web-App ist nicht automatisch eine native App. App-Art, Funktionen und Veröffentlichungsmöglichkeiten sollten vor der Toolwahl geprüft werden. So sind auch die Grenzen dieser Tools vor der Verwendung bekannt.

Praxisbeispiel: Web-App mit dem IONOS KI App & Site Builder erstellen

Wie entsteht eine interaktive Web-Anwendung ohne eigene Programmierkenntnisse? Wir testen das mit dem IONOS KI App & Site Builder. Dabei handelt es sich um ein Vibe-Coding-Tool zur KI-gestützten Erstellung von Websites und App-Anwendungen.

Als Beispiel dient ein Kursfinder für ein Yogastudio. Besucher sollen damit passende Yogakurse finden und für eine Probestunde auf eine Buchungsseite verwiesen werden. Die Anwendung wird direkt in eine neu erstellte Website integriert.

Die Idee: Ein interaktiver Kursfinder

Der Kursfinder soll Besuchern die Auswahl eines passenden Yogakurses erleichtern.

Dafür soll die Anwendung drei Fragen stellen:

  • Wie viel Yoga-Erfahrung hast du?
  • Was möchtest du mit Yoga erreichen?
  • Wie intensiv soll dein Training sein?

Anhand der Antworten empfiehlt der Kursfinder einen passenden Yogakurs. Er erklärt außerdem, warum dieser Kurs zur Person passt.

Ein Button führt anschließend direkt zur Buchungsseite für eine Probestunde.

Der Kursfinder soll sich optisch in die neue Yoga-Website einfügen. Auch auf Smartphones muss er gut funktionieren.

Diese Anforderungen beschreiben wir dem IONOS-Builder im Chat mit folgendem Prompt:

Textdokument mit Anforderungen an einen Yoga-Kursfinder mit drei Fragen und Kursempfehlung.

Das Ergebnis: Drei Fragen führen zur Kursempfehlung

Aus unserer Beschreibung erstellt die KI einen interaktiven Kursfinder. Besucher durchlaufen einen Entscheidungsprozess mit drei Fragen. Anschließend erhalten sie eine passende Kursempfehlung mit kurzer Begründung.

Die KI berücksichtigt dabei die vorhandenen Yoga-Angebote der Website. Auch Farben, Schriften und Ansprache passen weitgehend zum neuen Webauftritt.

Das Ergebnis wirkt dadurch wie ein fester Bestandteil der Website. Einzelne Formulierungen benötigen allerdings noch Feinschliff.

Ergebnis des KI-Kursfinders: Flow Yoga mit Kursbeschreibung und Button „Probestunde anfragen“.
Der KI-generierte Kursfinder empfiehlt nach Beantwortung der drei Fragen einen konkreten Yogakurs und führt direkt zur Probestunden-Anfrage.

Der Feinschliff: Den Kursfinder sichtbar machen

Nach der Anpassung einzelner Formulierungen im Kursfinder entspricht er unseren Vorstellungen.

Die integrierte Web-App funktioniert wie gewünscht. Allerdings ist sie für Besucher auf der Website noch nicht leicht zu finden.

Deshalb bitten wir die KI um zusätzliche Schaltflächen. Sie sollen auf der Startseite und der Kursübersicht direkt zum Kursfinder führen.

Der IONOS-Builder setzt diese Änderungen direkt um.

„Ich war von der intuitiven Bedienung und dem Ergebnis positiv überrascht. An manchen Stellen hakte es trotzdem unerwartet. Meine Änderungswünsche setzte die KI aber in weiten Teilen nach meinen Vorstellungen um.“

Luisa Bartsch - Expertin für Websites & Digitales

Bis zum gezeigten Entwicklungsstand vergingen insgesamt knapp 50 Minuten.

Darin enthalten waren:

  • die Website-Erstellung,
  • der Kursfinder und
  • mehrere Anpassungen. 

Insgesamt verbrauchte das Projekt 57,29 KI-Credits. Im getesteten Plus-Tarif für 9 € im 1. Monat waren monatlich 300 Credits enthalten. Der Verbrauch hängt vom Projektumfang und der Anzahl der Anpassungen ab.

IONOS-Builder mit Chat-Anweisung links und neuem Kursfinder-Button auf der Kursseite rechts.
Auf unsere Anweisung ergänzt der IONOS-Builder einen Kursfinder-Button auf der Kursseite.

Testbilanz: Was hat funktioniert?

Der IONOS-Builder erstellte eine Website mit integriertem Yoga-Kursfinder. Die wichtigsten Beobachtungen aus unserem Praxistest:

Testkriterium Beobachtung
Kursauswahl Drei Fragen führen durch den Kursfinder.
Kursempfehlung Die KI erstellt eine Empfehlung auf Basis der Website-Inhalte mit kurzer Begründung.
Buchungsweiterleitung Ein funktionierender Button zur Probestunden-Anfrage wurde erstellt.
Mobile Darstellung Die mobile Nutzung der Web-App funktionierte einwandfrei.
Zeitaufwand Knapp 50 Minuten bis zur Website mit integriertem Kursfinder samt mehrerer Anpassungen.

IONOS KI App & Site Builder

  • Geeignet für: Web-Apps, interaktive Website-Funktionen und Websites
  • Funktionen: KI-Entwicklung per Chat, Code-Zugriff, Datenbanken & Hosting
  • Kosten: ab 1 € (1. Monat), danach ab 19 €/Monat
  • KI-Credits: 150 Credits/Monat im Starter-Tarif
IONOS KI App & Site Builder kostenlos testen

Wo liegen die Grenzen von Vibe Coding und No-Code?

Beide Ansätze der App-Erstellung sind ohne Programmierkenntnisse möglich. Sie stoßen aber an unterschiedliche Grenzen.

Grenzen von Vibe Coding

  • Codequalität: KI-generierter Code kann Fehler oder Sicherheitslücken enthalten.
  • Wartung: Komplexe Anwendungen lassen sich ohne technisches Wissen schwerer kontrollieren.
  • Ergebnisse: Die KI setzt Vorgaben nicht immer zuverlässig um.

Grenzen von No-Code-Baukästen

  • Funktionsumfang: Vorgefertigte Bausteine begrenzen häufig individuelle Anforderungen.
  • Schnittstellen: Nicht alle externen Dienste lassen sich problemlos anbinden.
  • Anbieterbindung: Datenexport und ein späterer Plattformwechsel können schwierig sein.

Datenschutz, Sicherheit und Qualitätskontrolle bleiben bei beiden Entwicklungswegen wichtig.

  | App erstellen lassen: Freelancer oder Agentur?

Sowohl Freelancer als auch spezialisierte Agenturen können eine App im Auftrag entwickeln. Welche Variante passt, hängt von Umfang, Budget und Unterstützungsbedarf ab.

  • Freelancer: Geeignet für klar abgegrenzte Aufgaben und kleinere Entwicklungsprojekte.
  • Agenturen: Übernehmen häufig zusätzlich Konzeption, Design, Projektmanagement und Qualitätssicherung.

Offshore-Entwicklung

Auch Entwickler und Agenturen im Ausland kommen infrage. Diese sogenannte Offshore-Entwicklung kann Kosten sparen.

Allerdings können Sprachbarrieren und Zeitverschiebungen die Zusammenarbeit erschweren. Datenschutz, Zuständigkeiten und Nutzungsrechte sollten deshalb klar geregelt sein.

Worauf sollte man bei der Auswahl eines App-Entwicklers achten?

  • Referenzen: Hat der Dienstleister bereits ähnliche Apps entwickelt?
  • Angebot: Sind Leistungen, Kosten und Zeitplan klar definiert?
  • Wartung: Wer übernimmt nach der Veröffentlichung Updates und Fehlerbehebungen?
  • Nutzungsrechte: Wem gehören Quellcode, Design und weitere Arbeitsergebnisse?

Wichtiger als der Standort sind die Erfahrung des Dienstleisters und eine zuverlässige Kommunikation.

  | In 9 Schritten zur eigenen App

Für eine App braucht man eine klare Idee und eine definierte Zielgruppe. Dazu kommen die wichtigsten Funktionen, ein realistisches Budget und genügend Zeit. 

Diese neun Schritte führen von der Idee bis zur Weiterentwicklung:

  1. App-Ziel festlegen
  2. Zielgruppe festlegen
  3. App-Typ & Kernfunktionen bestimmen
  4. App-Design planen
  5. Prototyp erstellen
  6. App entwickeln
  7. App testen
  8. App veröffentlichen
  9. App vermarkten & weiterentwickeln

Die Schritte gelten unabhängig vom gewählten Entwicklungsweg. Bei einer Beauftragung übernehmen Dienstleister Teile der Umsetzung.

Schritt 1: App-Ziel festlegen

Aufwand: gering | Kosten: meist keine

Am Anfang steht ein klares Ziel für die App. Es sollte sich in einem Satz beschreiben lassen. Entscheidend ist der konkrete Nutzen, nicht die Anzahl möglicher Funktionen.

Beispiel: „Kunden sollen freie Termine sehen und direkt buchen können.“

Dieses Ziel hilft später, unnötige Funktionen auszusortieren.

Schritt 2: Zielgruppe der App festlegen

Aufwand: gering bis mittel | Kosten: meist keine

Wer soll die App nutzen und in welcher Situation? Eine App für Studiomitglieder stellt andere Anforderungen als eine öffentliche Fitness-App.

Eine frühe Prüfung der App-Idee liefert wichtige Hinweise zur Zielgruppe.

Drei Fragen helfen bei der Planung:

  • Wer wird die App regelmäßig nutzen?
  • Welches Problem soll sie lösen?
  • Wann und auf welchem Gerät wird sie genutzt?

Die Antworten bestimmen später die Funktionen und die Bedienung der App.

Schritt 3: App-Typ & Kernfunktionen bestimmen

Aufwand: mittel | Kosten: zunächst gering

Nach Ziel und Zielgruppe wird die passende Umsetzung gewählt. Zur Auswahl stehen Website-Erweiterung, eigenständige Web-App oder native Smartphone-App.

Anschließend werden die Kernfunktionen für den Start festgelegt. Sie bilden das Minimum Viable Product (MVP), eine erste nutzbare Version.

Die gewünschten Funktionen werden nach Priorität eingeteilt:

  • Unverzichtbar: Ohne diese Funktionen erfüllt die App ihren Zweck nicht.
  • Später sinnvoll: Diese Funktionen sind für spätere Versionen vorgesehen.
  • Optional: Diese Extras können vollständig entfallen.

Wer sich auf Kernfunktionen beschränkt, spart Entwicklungszeit und Kosten.

Schritt 4: App-Design planen

Aufwand: mittel | Kosten: bei eigener Planung gering

Beim App-Design geht es zuerst um Aufbau und Bedienung. Nutzer sollen wichtige Funktionen schnell und einfach erreichen.

Auf Basis der folgenden Fragen können einfache Skizzen der wichtigsten Ansichten erstellt werden:

  • Was sehen Nutzer beim Öffnen der App?
  • Wie gelangen sie zu den wichtigsten Funktionen?
  • Welche Schritte sind für die Nutzung notwendig?
  • Wo finden sie Einstellungen und persönliche Daten?

Ziel ist eine einfache, verständliche Bedienung. Erst danach folgen Farben, Schriften und weitere Gestaltungselemente.

Schritt 5: Prototyp erstellen

Aufwand: mittel | Kosten: je nach Tool gering bis mittel

Ein Prototyp zeigt, wie die spätere App aussehen und bedient werden soll. Anklickbare Entwürfe machen wichtige Abläufe schon vor der Entwicklung erlebbar.

Die eigentlichen Funktionen müssen noch nicht vollständig entwickelt sein. So lassen sich Bedienprobleme früh erkennen und leichter beheben.

Schritt 6: App entwickeln

Aufwand: mittel bis hoch | Kosten: abhängig vom Entwicklungsweg

Jetzt wird aus dem Prototyp eine funktionsfähige App. Dazu werden die geplanten Abläufe technisch umgesetzt und die benötigten Funktionen eingebunden. Das kann sich beispielsweise auf die Verarbeitung von Eingaben, das Speichern von Daten oder das Umsetzen einer Buchung beziehen.

Wie die Entwicklung mit KI funktioniert, zeigt unser Praxisbeispiel mit dem IONOS KI App & Site Builder.

Schritt 7: App testen

Aufwand: mittel | Kosten: bei eigenen Tests gering

Vor der Veröffentlichung müssen sowohl Funktionen als auch Bedienung getestet werden.

Dabei sollte unter anderem geprüft werden:

  • Funktionieren Anmeldung, Buchungen oder Bezahlvorgänge?
  • Läuft die App auf verschiedenen Bildschirmgrößen?
  • Was passiert bei schlechtem Internet oder falschen Eingaben?
  • Finden neue Nutzer die wichtigsten Funktionen ohne Erklärung?

Am besten testen auch Personen außerhalb des Entwicklungsteams die App. Ihre Rückmeldungen helfen, Bedienprobleme und Fehler frühzeitig zu beheben.

Schritt 8: App veröffentlichen

Aufwand: gering bis mittel | Kosten: ab 0 Euro

Wie die Veröffentlichung funktioniert, hängt vom App-Typ ab.

Web-Apps werden über eine Webadresse bereitgestellt. Nutzer öffnen sie direkt im Browser. Dafür sind keine App-Stores erforderlich. Allerdings müssen Hosting, Datenschutz und Erreichbarkeit sichergestellt sein.

Native Apps werden meist im App Store oder bei Google Play veröffentlicht. Dafür benötigen Entwickler ein kostenpflichtiges Entwicklerkonto:

  • Google Play: einmalig 25 US-Dollar Registrierungsgebühr.
  • Apple App Store: 99 US-Dollar pro Jahr.

Für den Store-Eintrag werden Name, Beschreibung, Icon und Screenshots benötigt.

Zusätzlich können Angaben zum Datenschutz und zur Altersfreigabe erforderlich sein. Vor der Veröffentlichung prüfen die Stores die App.

Wichtig: Für bestimmte private Google-Play-Entwicklerkonten gelten zusätzliche Testvorgaben. Mindestens zwölf Testpersonen müssen 14 Tage durchgehend angemeldet sein. Erst danach kann die öffentliche Freigabe beantragt werden.

Schritt 9: App vermarkten & weiterentwickeln

Aufwand: dauerhaft | Kosten: abhängig von den Maßnahmen

Nach der Veröffentlichung muss die App ihre Zielgruppe erreichen. Dafür eignen sich Website, Newsletter, soziale Medien und bestehende Kundenkontakte.

Bei nativen Apps ist auch der Store-Eintrag wichtig. Beschreibung und Screenshots sollten den Nutzen sofort deutlich machen.

Mit dem Start ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Nutzerfeedback und Nutzungsdaten zeigen, was gut funktioniert. Sie helfen auch, Probleme und Verbesserungswünsche zu erkennen.

Regelmäßige Updates beheben Fehler und halten die App technisch aktuell.

  | Was kostet es, eine App zu erstellen?

Die Kosten hängen von Funktionsumfang, Entwicklungsweg und benötigter Unterstützung ab.

Mit Baukästen und KI-Tools ist ein kostenloser Einstieg möglich. Individuelle Entwicklungen kosten häufig mehrere Tausend Euro. Komplexe Projekte können sogar über 100.000 Euro kosten.

Hinzu kommen mögliche laufende Kosten für Hosting, Wartung und externe Dienste.

Was kostet eine App bei Baukasten, Freelancer und Agentur?

Bei Baukästen und KI-Tools fallen meist monatliche Tarifkosten an. Freelancer und Agenturen rechnen dagegen häufig projektbezogen ab.

Eine einfache App kostet bei Freelancern geschätzt 5.000 bis 15.000 Euro. Bei Agenturen liegen die Richtwerte bei 10.000 bis 30.000 Euro. Die Tabelle zeigt weitere Schätzwerte nach Funktionsumfang.

App-Umfang No-Code / KI-Tools pro Monat Freelancer pro Projekt Agentur pro Projekt
Einfache App (MVP) ca. 0–100 € ca. 5.000–15.000 € ca. 10.000–30.000 €
App mit mehreren Funktionen ca. 30–200 € ca. 15.000–40.000 € ca. 30.000–80.000 €
Komplexe App ca. 100–300 € oder mehr ab ca. 40.000 € ab ca. 80.000 €

Wichtig: Die Richtwerte enthalten nicht automatisch alle laufenden Ausgaben. Wer eine App selbst entwickelt, muss auch die eigene Arbeitszeit einkalkulieren.

Preisbeispiel (Stand: Oktober 2026): Der IONOS KI App & Site Builder kostet im Starter-Tarif zunächst 1 € im Monat. Ab dem zweiten Monat sind es 19 €/Monat. Im Plus-Tarif fallen zunächst 9 €, danach 29 €/Monat an. Aktionspreise und Vertragsbedingungen können sich ändern.

Kann man eine App wirklich kostenlos erstellen?

Einfache Apps lassen sich mit kostenlosen Tarifen oder Testversionen entwickeln und testen. Ob auch die Veröffentlichung oder die dauerhafte Nutzung kostenlos bleiben, hängt vom Anbieter und den benötigten Funktionen ab.

Einige Web-Apps lassen sich auch dauerhaft ohne laufende Gebühren betreiben. Das gilt jedoch nur innerhalb bestimmter Nutzungsgrenzen. Dafür sind häufig zusätzliche technische Kenntnisse erforderlich.

Bei vielen App-Baukästen ist die Veröffentlichung dagegen kostenpflichtig. Auch Hosting, Zusatzfunktionen oder eigene Domains können Geld kosten. Bei einer Veröffentlichung über Apple oder Google fallen außerdem Entwicklergebühren an.

Welche laufenden Kosten hat eine App?

Auch nach der Veröffentlichung entstehen häufig laufende Kosten. Ihre Höhe hängt von Technik, Nutzung und Wartungsaufwand ab.

Kostenpunkt Womit ist zu rechnen?
No-Code- oder KI-Tools Monatliche Tarife, gegebenenfalls zusätzliche KI-Credits oder Funktionen
Hosting und Domain Häufig im Tooltarif enthalten, sonst separat zu bezahlen
Wartung und Sicherheit Fehlerbehebungen, Sicherheitsupdates und technische Anpassungen
Externe Dienste Gebühren für Zahlungsanbieter, Kartenfunktionen oder andere Schnittstellen
Apple App Store Jährliche Entwickler-Mitgliedschaft

Welche Kosten tatsächlich anfallen, hängt vom gewählten Entwicklungsweg ab. Deshalb sollten die enthaltenen Leistungen vorab geprüft werden. Auch steigende Nutzerzahlen können zusätzliche Kosten verursachen.

  | Wann lohnt es sich, eine App zu entwickeln?

Eine App lohnt sich, wenn sie ein konkretes Problem löst. Besonders sinnvoll sind Funktionen, die regelmäßig gebraucht werden. 

Dazu gehören

  • Terminbuchungen,
  • Bestellungen, 
  • der Zugriff auf persönliche Inhalte,
  • die Vereinfachung interner Abläufe.

Eine App muss nicht zwangsläufig über Verkäufe Geld verdienen. Sie kann Kunden binden, Prozesse automatisieren oder Zeit sparen.

Relevant ist vielmehr, dass die App zum eigenen Geschäftsmodell passt.

Vor der Entwicklung sollte die App-Idee auf tatsächlichen Bedarf geprüft werden.

Wie verdient man mit einer App Geld?

Apps können auf verschiedene Arten Einnahmen erzielen:

  • Abonnements: Nutzer zahlen regelmäßig für zusätzliche Funktionen oder Inhalte.
  • Einmalkäufe: Bestimmte Funktionen oder digitale Inhalte werden einmalig bezahlt.
  • Werbung: Anzeigen finanzieren die kostenlose Nutzung.
  • Unternehmenslizenzen: Firmen zahlen beispielsweise pro Mitarbeiter oder Standort.

Auch Kombinationen sind möglich. Eine kostenlose App kann beispielsweise kostenpflichtige Zusatzfunktionen anbieten.

Welche App passt zum eigenen Geschäft?

Welche App sinnvoll ist, hängt weniger von der Branche als vom Problem ab, das sie lösen soll.

Die folgenden Beispiele zeigen typische Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen und Selbstständige.

Einsatzbereich Möglicher App-Typ Konkreter Nutzen
Coaching, Fitness, Studios Buchungs- oder Mitglieder-App Kurse buchen, Termine verwalten, Inhalte abrufen
Gastronomie Bestell- oder Bonus-App Bestellungen ermöglichen und Stammkunden binden
Onlinehandel Shopping-App Produkte verkaufen und Kundenkonto mobil zugänglich machen
Handwerk und Dienstleistungen Service-App Termine, Aufträge oder Kundenanfragen verwalten
Vereine Mitglieder-App Termine, Nachrichten und Vereinsinformationen bündeln
Unternehmen Mitarbeiter-App interne Informationen und Abläufe mobil bereitstellen
B2B-Dienstleister Kunden-App Dokumente, Projektstände oder Services bereitstellen

Wie prüft man eine App-Idee, bevor man Geld ausgibt?

Bevor die Entwicklung beginnt, sollte der tatsächliche Bedarf geprüft werden.

Dafür reichen zunächst drei einfache Schritte:

  1. Bestehende Apps untersuchen: Welche Lösungen gibt es bereits? Bewertungen zeigen, was Nutzer gut finden und welche Funktionen fehlen.
  2. Mit der Zielgruppe sprechen: Wie lösen potenzielle Nutzer das Problem bisher? Was funktioniert dabei schlecht? Welche Verbesserungen wünschen sie sich?
  3. Interesse und Funktionen testen: Eine einfache Landingpage kann zeigen, ob Interesse besteht. Ein erster Prototyp hilft, wichtige Funktionen zu testen. Dafür eignen sich auch No-Code-Baukästen oder KI-Tools.

Erst danach sollte die vollständige Entwicklung geplant werden.

  | Wie macht man sich mit einer App selbstständig?

Eine technisch fertige App ist nicht automatisch bereit für den geschäftlichen Einsatz. Wer damit dauerhaft Einnahmen erzielen möchte, muss auch den Betrieb organisieren. Zur Entwicklung und Vermarktung kommen unternehmerische und rechtliche Pflichten hinzu.

Zunächst sind Gewerbeanmeldung, Rechtsform und steuerliche Pflichten zu klären. Welche Anforderungen gelten, hängt von Tätigkeit und Geschäftsmodell ab.

Auch die App selbst muss rechtliche Anforderungen erfüllen. Dazu gehören Datenschutz, Impressum, Tracking und Regeln für kostenpflichtige Angebote. Diese Themen sollten bereits vor der Veröffentlichung berücksichtigt werden.

Muss man für eine App ein Gewerbe anmelden oder eine Firma gründen?

Wer eine App nur entwickelt und privat nutzt, muss dafür noch kein Unternehmen gründen. Wer mit seiner App dauerhaft Geld verdienen möchte, betreibt meist ein Gewerbe. Das gilt auch bei Verkäufen, Abos, In-App-Käufen oder Werbung. Dann ist eine Gewerbeanmeldung zum Beginn der Tätigkeit erforderlich.

Eine GmbH oder UG muss dafür nicht sofort gegründet werden. Wer allein startet, kann die App beispielsweise zunächst als Einzelunternehmen betreiben. Welche Rechtsform am besten passt, hängt unter anderem von Haftungsrisiko, Kapitalbedarf und der Zahl der Gründer ab.

Zusätzlich muss die selbstständige Tätigkeit steuerlich beim Finanzamt erfasst werden. Dafür wird der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER eingereicht. Das Finanzamt benötigt diese Meldung grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit.

Ob eine Tätigkeit im Einzelfall als gewerblich oder freiberuflich gilt, kann von ihrer konkreten Ausgestaltung abhängen. Beim eigenen Vertrieb einer App spricht jedoch in der Regel vieles für ein Gewerbe.

Was muss man bei DSGVO, AGB und Impressum in der App beachten?

Geschäftlich genutzte Apps müssen verschiedene rechtliche Anforderungen erfüllen. Welche Pflichten gelten, hängt von Funktionen und Geschäftsmodell ab.

Die wichtigsten Vorgaben im Überblick:

  • Datenschutz: Eine Datenschutzerklärung informiert über die Verarbeitung personenbezogener Daten. Sie muss leicht erreichbar sein.
  • Tracking: Bestimmte Analyse- und Marketingtechnologien erfordern eine vorherige Einwilligung.
  • Impressum: Für geschäftsmäßige digitale Dienste gelten Informationspflichten nach § 5 DDG.
  • AGB und Verträge: Bei Verkäufen gelten gesetzliche Informationspflichten. Eigene AGB sind dagegen nicht grundsätzlich vorgeschrieben.
  • Widerruf: Bei online geschlossenen Verbraucherverträgen mit Widerrufsrecht ist eine Widerrufsfunktion erforderlich.
  • Barrierefreiheit: Für bestimmte Verbraucherangebote gelten Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG). Bei Dienstleistungen sind Kleinstunternehmen grundsätzlich ausgenommen.
  • App-Stores: Für native Apps gelten zusätzliche Vorgaben von Apple und Google.

Auch automatisch erstellte Rechtstexte sollten vor der Veröffentlichung geprüft werden.

  | Unser Fazit

Eine gute App löst ein konkretes Problem ihrer Zielgruppe. Deshalb sollten zuerst der tatsächliche Bedarf und die Kernfunktionen geklärt werden. Daraus ergeben sich der passende Entwicklungsweg und das benötigte Budget.

Für einfache Anwendungen eignen sich häufig No-Code- und Vibe-Coding-Tools. Damit lassen sich Apps auch ohne eigene Programmierkenntnisse erstellen. Bei komplexen Anforderungen kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Unabhängig vom Entwicklungsweg empfiehlt sich eine erste Version mit wenigen Kernfunktionen. Tests und Nutzerfeedback zeigen anschließend, welche Verbesserungen notwendig sind.

Auch der langfristige Betrieb gehört zur Planung. Dazu zählen laufende Kosten, Datenschutz und rechtliche Pflichten.

Zum IONOS KI App & Site Builder
Kann ChatGPT eine App erstellen?

Ja, ChatGPT kann bei der Erstellung von Apps unterstützen. Der Coding-Agent Codex hilft beim Schreiben, Ändern und Testen von Programmcode.

Mit ChatGPT Sites lassen sich auch einfache Web-Apps erstellen und veröffentlichen. Die Verfügbarkeit hängt vom Tarif und der Region ab.

Native Android- und iOS-Apps entstehen hingegen nicht automatisch. Dafür sind weitere Entwicklungs-, Test- und Veröffentlichungsschritte nötig.

Kann man eine Website oder einen Onlineshop in eine App umwandeln?

Ja, bestehende Websites und Onlineshops können als Grundlage für Apps dienen.

Eine Möglichkeit ist die Progressive Web-App (PWA). Dafür wird die Website technisch erweitert und für Smartphones optimiert. Nutzer können sie dann häufig zum Startbildschirm hinzufügen. Eine Veröffentlichung im App-Store ist dafür nicht erforderlich.

Auch eine App für Android oder iOS kann darauf aufbauen. Dafür sind allerdings zusätzliche Entwicklungsschritte notwendig. Eine bloß verpackte Website erfüllt nicht automatisch die Vorgaben der App-Stores.

Kann man eine App gleichzeitig für Android und iOS erstellen?

Mit Flutter oder React Native lassen sich plattformübergreifende Apps entwickeln. Sie nutzen eine gemeinsame Codebasis für Android und iOS.

So lassen sich viele Funktionen und Teile der Entwicklung wiederverwenden. Trotzdem können plattformspezifische Anpassungen und Tests nötig sein.

Die Veröffentlichung erfolgt separat im Google Play Store und Apple App Store.

Was ist die einfachste Programmiersprache für Anfänger?

Python gilt wegen seiner übersichtlichen Syntax als besonders einsteigerfreundlich. Eine pauschal einfachste Programmiersprache gibt es jedoch nicht.

Für Android-Apps wird häufig Kotlin verwendet, für iOS-Apps Swift. Plattformübergreifend kommt beispielsweise Dart mit Flutter infrage.

Mit No-Code-Baukästen lassen sich Apps auch ganz ohne Programmierkenntnisse erstellen.

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Autor: Luisa Bartsch
Expertin für Websites und Digitales
Luisa Bartsch, Redakteurin bei Für-Gründer.de

Luisa Bartsch verantwortet bei Für-Gründer.de die Bereiche Websites und Digitales. Sie testet regelmäßig digitale Tools, erstellt praxisnahe Inhalte zu aktuellen Online-Trends und unterstützt Gründer sowie Selbstständige bei der Website-Erstellung und der Wahl passender Marketing-Tools im dynamischen KI-Umfeld.