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- 0 € Depotführungsgebühren bei vielen Firmendepot-Anbietern
- Auf Mindestanlagen achten, die in unserem Vergleich von 0 Euro bis 500.000 Euro reichen
- Für GmbHs und UGs sind 95 % aller Dividenden anderer Kapitalgesellschaften steuerfrei, wenn sie mehr als 10 % halten
- Für Selbstständige und Freiberufler lohnen sich Firmendepots nur bedingt
- Digitale Banken bieten ein kostenloses Geschäftskonto mit einem Depot für die einfache Geldanlage
| Firmendepot-Anbieter im Überblick
| Anbieter | Depotführungsgebühr | Ordergebühr (Aktien) | Mind.einlage | Rechtsformen | Wertpapiere | Anzahl ETF-Sparpläne | Zum Anbieter |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
![]() | 0 € | 2 € | 25.000 € | GmbH, UG, AG, Gmbh & Co. KG, KG, GbR | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Derivate, Anleihen, Krypto | 1.300 | Zum Firmendepot |
![]() | k.A. | 0 € (in Bankspesen) | 500.000 € | GmbH, UG, Gmbh & Co. KG | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Derivate, Anleihen, Krypto | 0 | Zum Firmendepot |
![]() | 0 € | 0 € | 10.000 $ | GmbH, UG, AG, OHG, GbR, KG | Aktien, ETFs/ETCs, Derivate, Krypto | 768 | Zum Firmendepot |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | 0 €* | 5,90 € | 0 € | GmbH, UG, AG | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Derivate, Krypto | 1.600 | Zum Firmendepot |
![]() | 7,93 € | 0 € | k. A. | alle gängigen | ETFs/ETCs, Fonds | 1.500 | Zum Firmendepot |
![]() | 0 € | 8,90 € | k. A. | alle gängigen | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Zertifikate | 380 | Zum Firmendepot |
![]() | 0 USD | 1,25 € | 0 € | alle gängigen | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Derivate, Anleihen, Krypto | 8.000 | Zum Firmendepot |
![]() | 0 €* | 5,80 € | 20.000 € | GmbH, UG, AG | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Derivate, Anleihen, Krypto | 0 | Zum Firmendepot |
![]() ![]() | 0 € | 1 € | 0 € | alle gängigen | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Anleihen, Krypto | 0 | Zum Firmendepot |
![]() | 0 € | 0 €* | 1 € | Kapital- und Partnergesellschaften | Aktien, ETFs/ETCs, Fonds, Derivate, Anleihen, Krypto | 1.800 | Zum Firmendepot |
* flatex: kostenlose Depotführung bei 5 Orderaufträgen im Quartal | |||||||
| Empfehlungen nach Rechtsform
Je nach Rechtsform sind unterschiedliche Broker passend für ein Firmendepot. Alle zehn Anbieter in der Überblickstabelle richten sich an Kapitalgesellschaften. Drei stellen wir genauer vor.
Firmendepots für GmbH
Flatex Firmendepot
Das Flatex Firmendepot ist günstig und bietet viele handelbare Produkte sowie einfache Krypto-Käufe. Handeln an Auslandsbörsen ist u. a. in USA, Kanada, Schweiz und an EU-Plätzen möglich.
Es gibt eine Eröffnungsgebühr von 250 Euro. Am Ende des Folgemonats nach Kontoeröffnung wird sie als Orderguthaben gutgeschrieben.
Die Depotführung bleibt kostenlos, sofern 5 Orders pro Quartal getätigt werden. Ansonsten sind es 50 Euro pro Quartal. Sparpläne kosten nichts pro Ausführung und die Ordergebühren für Aktien liegen bei 5,90 € Orderprovision zzgl. Börsengebühren/Fremdspesen.
Eine DATEV/CSV und ERP-Integration gibt es nicht. Während Privatpersonen das Depot online eröffnen, können sich Unternehmen Formulare downloaden und es gibt ein PostIdent-Verfahren zur Identifikation. Mehr Informationen zum Firmendepot von Flatex.
Vivid Free Start
Der Tarif Vivid FreeStart eignet sich für Start-ups und KMUs, die kostenbewusst mit einem Firmendepot starten möchten. Investments in ETFs, iBonds, MMFs sowie Aktien sind unkompliziert und günstig. Unternehmen können Liquidität parken (MMFs) und flexibel Wertpapiere handeln. Sparpläne oder erweiterte Orderarten sind nicht möglich. Zu beachten sind die jährliche Servicegebühr, der höhere FX-Aufschlag und der Krypto-Fee.
Teams können klare Rollen und Berechtigungen vergeben und die 4‑Augen‑Freigaben nutzen. Auch DATEV kann angebunden werden.
Vivid bietet verschiedene Tarife für das Firmendepot gepaart mit einem eigenen Geschäftskonto an. Mehr Informationen zum Vivid Firmendepot.
Interactive Brokers
Interactive Brokers ist eher für aktive, professionelle Trader geeignet als für Firmendepot-Einsteiger. Die Plattform ist mächtig und kann für Einsteiger zunächst komplex wirken.
Das Firmendepot ohne Mindesteinlage hat günstige Ordergebühren ab 1,25 Euro. Es bietet einen großen Zugang zu weltweiten Märkten mit einem breiten Multi-Asset-Zugang. Über eine Plattform lassen sich Aktien, Optionen, Futures, FX, Anleihen, Fonds sowie teils CFDs (Contracts for Difference) handeln. Es gibt keine Inaktivitätsgebühr.
Sparpläne sind möglich, kosten jedoch die normalen Ordergebühren. Es gibt keine pauschale Gratis-Ausführung. Mehr Informationen zum Firmendepot von Interactive Brokers.
Depots für Selbstständige
Für Freiberufler, Selbstständige und Gewerbetreibende gibt es eine kleinere Anzahl an Firmendepot-Anbietern. Es stechen die digitalen Banken hervor und wir stellen zwei vor.
Vivid Standard
Vivid Standard richtet sich an Freiberufler, Gewerbetreibende und e.K.
Durch günstige Aktien-Ordergebühren und die kostenlose Depot-Führung bietet Vivid einen guten Einstieg in den Wertpapierhandel. Selbstständige können in ETFs, iBonds, Aktien und Krypto in einem Konto investieren. Es gibt aber keine ETF-Sparpläne.
Mit MMFs (Money Market Funds) lassen sich liquide Mittel für Betriebsmittel, Rücklagen oder Steuer-Puffer parken. MMFs haben aufgrund ihres Investments in Staatsanleihen oder Bankeinlagen ein geringes Risiko. Sie können innerhalb weniger Tage gekauft und verkauft werden. Im Gegensatz zu einem klassischen Bankkonto können Anleger eine höhere Rendite erzielen. Mehr Informationen zum Vivid Firmendepot.
Fyrst maxblue
Fyrst maxblue ist der Online Broker der Deutschen Bank. Das kostenlose Firmendepot richtet sich an Selbstständige. Die Orderkosten sind transparent, jedoch sind die Transaktionsgebühren sehr hoch. Die Gebühr beträgt 0,25 % des Ordervolumes, aber mindestens 8,90 Euro bis maximal 58,90 Euro. Die Höhe der Provision hängt vom Ordervolumen ab.
Das Depot bietet Zugang zu über 40 Börsen weltweit, inklusive außerbörslichem Handel.
Die Produktpalette ist mit Aktien, Fonds, ETFs, ETCs, Zertifikate breit aufgestellt. Die Sparrate von Sparplänen startet ab 25 Euro. ETF-Käufe bis 250 Euro pro Ausführung sind gebührenfrei bzw. werden erstattet. Bei einer Sparrate über 250 Euro (ETF) bzw. generell bei Aktien/ETCs fallen Gebühren von 1,25 % je Ausführung an.
Um maxblue nutzen zu können, ist ein Fyrst Geschäftskonto Voraussetzung. Der Tarif Fyrst Base für Einzelunternehmer ist kostenlos. Mehr Informationen zum Firmendepot von Fyrst.
| Was ist ein Firmendepot?
Ein Firmendepot ist ein Wertpapierdepot speziell für Unternehmen. Im Gegensatz zu einem Privatdepot ist das Unternehmen Inhaber des Firmendepots. Darin werden Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen gekauft, verwaltet und gehandelt.
Somit kann liquides Betriebsvermögen gewinnbringend angelegt werden. Jedoch bestehen Schwankungs- und hohe Verlustrisiken, wenn das Vermögen kurzfristig gebraucht wird.
Es gelten außerdem andere steuerliche Regelungen im Vergleich zu einem privaten Wertpapierdepot. Gewinne aus dem Firmendepot unterliegen bei Kapitalgesellschaften der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Es greift also nicht die private Abgeltungssteuer.
Wertpapiere müssen in der Bilanz erfasst und bewertet werden.
Für wen ist ein Firmendepot relevant?
Das Firmendepot ist für Gründer und ihre Unternehmen interessant, die bereits aus der intensiven Wachstumsphase heraus sind und ausreichend liquide Mittel besitzen. Das gilt insbesondere für Kapitalgesellschaften, da sie neben einer möglichen hohen Rendite auch steuerliche Vorteile haben können.
Folgende Fragen sollten beantwortet werden:
- Gibt es überschüssiges Betriebsvermögen, das in den nächsten zwei bis fünf Jahren nicht für Gehälter, Steuern oder Investitionen benötigt wird?
- Ist bereits eine stabile Liquiditätsreserve von etwa drei bis sechs Monatsfixkosten gesichert?
Die mittel- und langfristige Geldanlage ist sinnvoll, wenn ausreichend Rücklagen gebildet worden sind. Außerdem sollte ein Liquiditätspuffer auf Geschäftskonten für mögliche Steuernachzahlungen, Austragseinbrüche etc. vorhanden sein.
Kurzfristige Rücklagen gehören eher auf ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto und nicht ins risikoreiche Depot.
Junge Unternehmen, die durch eine Finanzierungsrunde Gelder eingesammelt haben, können nicht sofort benötigtes Kapital anlegen.
| Firmendepot: Anbietertypen im Überblick
Wer als Unternehmer ein Firmendepot eröffnen möchte, hat verschiedene Anbieter zur Auswahl. Dazu zählen Online-Broker wie Flatex, Interactive Brokers, XTB, Robo Advisor oder digitale Banken wie Fyrst und Vivid sowie traditionelle Banken.
Bevor es um die konkreteTarifauswahl des Firmendepots geht, stellen sich fogende Fragen.
- Soll es eine traditionelle Bank mit Geschäftskonto, Wertpapierdepot und persönlicher Beratung sein?
- Bevorzuge ich eine reine digitale Abwicklung, jedoch mit einer digitalen Bank im Hintergrund?
- Suche ich nach einem digitalen Direktbroker?
Welche Anbietertypen von Firmendepots gibt es?
Online-Broker: vollständig digitaler Wertpapierhandel mit breiter, internationaler Marktauswahl und günstigen Konditionen.
Direktbroker: professionelle Online-Broker mit besonders großem Handelsspektrum und klarer Unterstützung für Firmendepots und komplexe Unternehmensstrukturen.
Neo-Broker: einfache App-Lösungen mit sehr niedrigen Gebühren, aber kleiner Produktpalette und meist ohne Firmendepots.
Robo-Advisor: digitale Vermögensverwalter mit automatisierten ETF-Strategien, jedoch überwiegend für Privatkunden und selten für Firmen verfügbar.
Copy-Trading- & Musterdepot-Apps: geeignet zum Beobachten oder Testen von Strategien, aber kein Ersatz für echte Firmendepots.
Traditionelle Banken: bieten Firmendepots mit persönlicher Beratung, hoher Rechtssicherheit und integrierten Corporate-Banking-Leistungen, jedoch oft mit höheren Gebühren.
Für Gründer:innen bedeutet das: Wer ein professionelles Firmendepot für sein Unternehmen sucht, ist bei einem Direktbroker oder spezialisierten Online-Broker am besten aufgehoben. Sie bieten eine große Auswahl an Wertpapieren sowie die nötigen Strukturen, wie LEI Code bis zu detaillierten Steuerunterlagen – für juristische Personen. Der Legal Entity Identifier Code ist eine weltweit eindeutige Unternehmenskennnummer. Er ist für Firmen Pflicht, wenn sie Wertpapiere handeln möchten.
Wer eine gute Beratung mit Filiale schätzt, wendet sich an traditionelle Banken und deren Firmendepots. Das Wertpapierdepot wird in der Regel im Zusammenhang mit einem Geschäftskonto geführt. Die Vorteile einer traditionellen Bank sind die Rechtssicherheit, persönliche Beratung, etablierte Einlagensicherungssysteme. Eine Alternative sind digitale Banken wie Fyrst und Vivid.
| Vor- und Nachteile von Firmendepots
Wie bei jeder Geldanlage gibt es Vorteile und Nachteile bei Firmendepots. Insbesondere durch die Risiken, die Geldanlagen mit sich bringen. Daher gilt es, die Vor- und Nachteile passend zum Unternehmen und der Liquidität sehr gut abzuwägen.
Vorteile eines Firmendepots
Rendite auf Liquidität: Liquides Betriebsvermögen, das nicht für Rücklagen, Wachstum und Investition gebraucht wird, kann gewinnbringend angelegt werden.
Steuervorteile: Eine steueroptimierte Anlage ist insbesondere für Kapitalgesellschaften möglich, beispielsweise durch die Freistellung bei der Körperschaftssteuer für GmbHs.
Bilanzielle Einordnung: Depotgewinne fließen direkt ins Unternehmen und sind in der Bilanz transparent nachvollziehbar. Bei Kapitalgesellschaften werden sie vollständig im Unternehmen thesauriert.
Langfristig statt kurzfristig: Vorteil für Unternehmer, die Gewinne nicht sofort ausschütten, sondern langfristig im Unternehmen anlegen wollen.
Trennung von Privat- und Firmenvermögen: Das vereinfacht Buchhaltung sowie Steuern, minimiert Haftungsrisiken und schafft die nötige Transparenz gegenüber dem Finanzamt – besonders wichtig bei Betriebsprüfungen.
Passiver Vermögensaufbau: Firmengeld kurz-. mittel- oder langfristig anlegen, um möglichst hohe Renditen zu erhalten.
Strategische Diversifizierung: schafft zusätzliche Einnahmen über den Kapitalmarkt und stärkt je nach Kursverlauf langfristig Eigenkapital und Stabilität.
Strukturiertes Cash- & Risikomanagement: durch angebotene Tools sowie eine Plattform für das professionelle Depot- und Trademanagement.
Nachteile eines Firmendepots
Komplexe Eröffnung: Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, Compliance- und Dokumentationspflichten (z. B. Handelsregisterauszug, LEI, Transparenzregister) wird jeder Antrag individuell geprüft - Depoteröffnung kann länger dauern als bei Privatdepots.
Steuer & Bilanzpflicht: Gewinne und Verluste aus dem Depot zählen als Unternehmensgewinne und müssen in der Gewinnermittlung bzw. Bilanz berücksichtigt werden. Das erfordert laufende Buchhaltung und Steuererklärung.
Steuerlicher Nachteil für Einzelunternehmer /Personengesellschaften: Bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften entstehen kaum steuerliche Vorteile - der Nutzen bleibt meist rein organisatorisch.
Liquiditätsbindung & Kursschwankungen: Kapital, das ins Depot fließt, ist nicht mehr sofort verfügbar - bei kurzfristigem Bedarf kann ein Verkauf zu starken Kursverlusten oder Verzögerungen führen.
Private Auszahlung nicht direkt möglich: Für Geld, das privat verfügbar sein soll, ist in der Regel eine Ausschüttung an Gesellschafter nötig - einfache Entnahme ist nicht möglich.
Kostenstruktur höher als bei Privatdepots: Depot- und Verwaltungsgebühren, ggf. Mindestvolumen oder Zusatzkosten für Spezial-Services sind möglich.
Fehlanreize: Wenn "gezockt" wird statt eine saubere Anlagerichtlinie zu verfolgen
| Wie eröffnet man ein Firmendepot?
Die Eröffnung des Firmendepots in 5 Schritten:
- Anbieter wählen: Sie haben die Wahl: Wollen Sie einen Online-/Direktbroker mit großer Handelsplattformen und rein digitaler Abwicklung? Oder bevorzugen Sie eine Bank mit persönlicher Beratung? Wenn Sie bereits viel Erfahrung haben, können auch Business-Robo-Advisor in Frage kommen. Schauen Sie, ob es Robo-Advisors für Ihre Rechtsform gibt. Oft richten sie sich an Privatkunden.
- Depotantrag ausfüllen: Je nach Anbieter verläuft der Prozess rein digital wie bei Onlinebrokern oder per Formular oder gar PDF bei Banken. Den Antrag stellt eine vertretungsberechtigte Person der Firma. Bei GmbH und UG sind das die Geschäftsführer, bei OHG die einzelnen Gesellschafter oder der Inhaber von Einzelunternehmen. Es können auch bevollmächtigte Personen als Vertretung eingesetzt werden. Dazu zählen der Prokurist sowie der Handlungsbevollmächtigte.
- Unterlagen einreichen: Welche Unterlagen eingereicht werden müssen, entscheidet unter anderem die Rechtsform. Wir haben zusammengefasst, welche Unterlagen zur Identitäts-Prüfung sowie zum Unternehmen in der Regel notwendig sind.
- Identifizierung: Je nach Anbieter legitimieren Sie sich per Video-Ident oder Post-Ident-Verfahren.
- Prüfung & Freischaltung: Nach Antragseingang prüft der Firmendepot-Anbieter Rechtsform, Vertretungsbefugnisse, Transparenzregister/Legal Entity Identifier Code (weltweit eindeutige Unternehmenskennnummer), ggf. wirtschaftlich Berechtigte. Wenn alles passt, wird das Depot freigeschaltet und der Handel kann losgehen.
Die Depoteröffnung ist je nach Anbieter unterschiedlich. Online-Broker ermöglichen oft eine reine digitale Eröffnung (Video-Ident, Upload von Dokumenten), während Banken meist mehr Papier erfordern.
Firmendepot eröffnen: typische Unterlagen
- Handelsregisterauszug (GmbH, UG, AG)
- Gesellschaftsvertrag oder Gesellschafterliste (GmbH, UG, AG,GbR, OHG, KG)
- Gewerbeanmeldung bei Freiberuflern und Einzelunternehmern
- Adressnachweise des Unternehmens
- Identitätsnachweise der Geschäftsführer oder Bevollmächtigten
- LEI-Code (Legal Entity Identifier) – verpflichtend für jede Kapitalgesellschaft
- Steueridentifikationsnummer, W-8BEN-Formular für Kapitalgesellschaften bzw. W-8IMY für Personengesellschaften bei internationalen Geschäften
| Steuern beim Firmendepot
Die steuerliche Behandlung eines Firmendepots unterscheidet sich grundlegend von der eines privaten Depots. Erträge aus Wertpapieren zählen hier nicht als private Kapitaleinkünfte, sondern als betriebliche Erträge. Welche Steuern anfallen und ob es steuerliche Vorteile gibt, hängt von der Rechtsform ab.
Steuern nach Rechtsform: GmbH, UG, AG
Kapitalerträge aus dem Firmendepot werden wie normale Gewinne der GmbH mit rund 30 % (15 % Körperschaftssteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer) versteuert.
Je nach Anlageform ergeben sich Steuervorteile oder bei Verlust auch starke Risiken.
Dividenden aus Aktien versteuern
Bei Dividenden aus Aktien hängen die Steuervorteile von der Anzahl der Anteile ab. Halten Firmendepot-Inhaber unter 10 % einer Aktie, sind die Dividenden des so genannten Streubesitzes voll steuerpflichtig. GmbHs und UGs profitieren von einer starken Steuerbefreiung (§ 8b KStG), wenn sie mehr als 10 % an einer Kapitalgesellschaft beteiligt sind.
Dann werden die Gewinne wie folgt behandelt:
- 95 % aller Dividenden anderer Kapitalgesellschaften sind steuerfrei
- Nur 5 % werden pauschal als nicht abziehbare Betriebsausgaben mit 15 % versteuert. Dadurch ergibt sich eine effektive Steuer auf Dividenden von ca. 0,75 %.
- Beim Verkauf von Wertpapieren sind 95 % der Veräußerungsgewinne steuerfrei.
Wer strategisch anlegen möchte, für den lohnen sich Beteiligungen über 10 % im Gegensatz zu reinen Streubesitzdividenden.
Die Gewinne können im Unternehmen thesauriert werden. Dadurch bleiben sie steuerlich günstig. Erst, wenn sie privat ausgeschüttet werden, müssen sie nachversteuert werden.
Bei Verlusten gibt es dagegen keine Steuerentlastung. Sie können nicht mit anderen Gewinnen verrechnet werden. Das verstärkt das Risiko.
Zinsen & „klassische“ Kapitalerträge versteuern
Bei Zinsen aus Anleihen, Tages- und Festgeld im Depot sowie Erträge aus Geldmarktfonds verhält es sich umgekehrt.
Zinsen werden bei einer GmbH wie normaler Gewinn voll besteuert (ca. 30 %) und bringen keinen speziellen Steuervorteil. Gibt es Verluste, wie z. B. Kursverluste von Anleihen, sind diese grundsätzlich mit anderen Gewinnen verrechenbar.
Die Verlustrechnung sorgt dafür, dass die Bemessungsgrenze für die Steuern reduziert wird.
Gewinne und Verluste bei Fonds und ETFs
Bei Fonds und ETFs kommt es auf die Zusammensetzung an. Sind es zinslastige ETFs und Fonds mit z. B. vielen Anleihen und Geldmarktfonds, werden die Erträge wie Zinsen behandelt und sind voll steuerpflichtig.
Wer als GmbH den Steuervorteil von 95 % nutzen möchte, braucht Erträge aus Aktienfonds bzw. Aktien-ETFs.
Steuern bei Personengesellschaften – GbR, OHG, KG
Personengesellschaften haben im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften einen kleineren, steuerlichen Vorteil. Für sie fallen die Einkommensteuer der Gesellschafter sowie die Gewerbesteuer an, sofern sie gewerblich tätig sind. Gewinne aus Firmendepots werden direkt den Gesellschaftern zugeordnet. Durch das Teileinkünfteverfahren sind 60 % der Einkünfte aus Dividenden oder dem Verkauf von Unternehmensanteilen steuerpflichtig. Davon können noch Kosten abgezogen werden. 40 % der Gewinne sind steuerfrei.
Verluste werden mit anderen Einkunftsarten des Gesellschafters verrechnet, so dass es zur Steuerminderung führen kann. Für eine optimale Versteuerung empfiehlt es sich, einen Steuerberater hinzu zu ziehen. Die steuerliche Behandlung ist von der genauen Struktur der jeweiligen Personengesellschaft (z.B. GbR, OHG, KG), dem Gesellschaftsvertrag und der Art der Kapitalanlagen (Aktien, Anleihen etc.) abhängig.
Steuern für Einzelunternehmen & Freiberufler
Für Einzelunternehmen und Freiberufler gibt es keine steuerlichen Vorteile bei Firmendepots. Die Erträge aus dem Firmendepot gelten als Betriebseinnahmen und sind vollständig steuerpflichtig. Es zählt der der volle persönliche Einkommensteuersatz sowie ggf. die Gewerbesteuer.
Daher lohnen sich Firmendepots aus steuerlicher Sicht nicht für sie. Durch Depotgewinne können sich Gewerbesteuer und IHK-Beiträge erhöhen.
Verluste dagegen mindern direkt das zu versteuernde Einkommen. Sie werden mit den Betriebseinnahmen verrechnet.
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