Wohnungssuche: Diese Start-ups helfen dabei



Eine tolle Wohnung ist vor allem in Großstädten Mangelware. Wir stellen 5 Geschäftsideen zur Wohnungssuche vor, die Miet- oder Kaufinteressenten das Finden von neuen vier Wänden erleichtern.

#1 housy – Tinder für die Wohnungssuche

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It’s a match! Dank Housy gilt der Spruch nicht mehr nur im Dating, sondern auch bei der Wohnungssuche online. (Foto: Housy)

Sebastian Melchert und Raymond Naseem kennen sich seit der Grundschule. Schon immer dachten sie sich Geschäftskonzepte aus. Dennoch gingen sie nach der Schule erst einmal getrennte Wege: Sebastian Melchert arbeitete bei einem Investor, Raymond Naseem gründete eine Werbeagentur. Als die beiden Freunde dann 2014 eine Wohnung in Berlin suchten, um eine WG zu gründen, spürten sie die Härte des anziehenden Marktes: Als Freiberufler mit unsteten Einkommen wurden sie dauernd abgewiesen.

Die beiden Freunde nahmen sich vor, die Wohnungssuche zu vereinfachen. Sie schauten sich an, wie Dating- und Jobportale funktionieren, wie diese Interessenten auf beiden Suchen per Algorithmus matchen.

Sie setzten das gleiche Prinzip für den Wohnungsmarkt um und gründeten 2015 Housy: Mieter können auf der Webseite ihr Suchprofil und ihre Bonitäts- und Einkommensnachweise hinterlassen. Daraufhin wählt der Vermieter die vermeintlich passenden Kandidaten aus und lädt nur sie zum Besichtigungstermin ein.

Das Modell funktioniert, wenngleich es eine längere Anlaufzeit hatte. Erst 2018 holten sich die Gründer einen Investor ins Haus. Die nächste Finanzierungsrunde ist für dieses Jahr geplant. Dann soll die weitere Expansion angegangen werden.

#2 myroom24 – Wohnen im Hotel

Für immer kann man bei myroom24 nicht einziehen, aber zumindest für bis zu sechs Monate – und eventuell auch für länger. Für den Übergang reicht das, Hauptsache, man kann überhaupt irgendwo unterkommen in den Städten, die kaum noch eine bezahlbare Wohnung anbieten.

Die Rede ist von freien Hotelzimmern, die Wohnungssuchenden überlassen werden. Schon vor der Pandemie waren die Häuser nicht zu 100 Prozent ausgelastet, jetzt ist die Leerstands-Quote besonders hoch. Zahlende Mieter sind da sehr willkommen. Und die Mieter wiederum sind froh über eine Bleibe.

Ausgedacht haben sich die Idee zur Umnutzung von Hotelzimmern Tristan Thom und Daniel Aseko. Beide haben Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Tourismus studiert, sie haben in mehreren Hotels gearbeitet.

Sie kennen die Branche und wissen: Je höher die Auslastung, desto besser die Kostendeckung im Haus.

Der ausschlaggebende Grund zur Gründung der Vermittlungsplattform myroom24 war aber folgendes Erlebnis: Als Mitgründer Daniel Aseko für seine Berliner Wohnung einen Nachmieter suchte, standen 150 Leute zur Besichtigung vor der Tür. Beiden wurde klar: Wir verbinden die Suchenden mit denen, die Kapazitäten haben. Im Frühjahr 2020 haben sie ihr Start-up gegründet. Die Expansion läuft bereits auf Hochtouren.

#3 Immomio

Dem einen oder anderen dürfte der Name Nicolas Jacobi bekannt sein. Der 33-Jährige war Hockey-Nationaltorwart. Vor vier Jahren gab er seine Karriere auf. Das Alter war ein Grund, aber auch seine berufliche Neuausrichtung. 2015 hatte er gemeinsam mit zwei Partnern Immomio gegründet – eine Alternative zu den marktführenden Immobilienportalen.

Ein paar Jahre vor der Gründung seines Start-ups war Nicolas Jacobi selbst auf Wohnungssuche. Er stellte fest, wie schwer und nervenaufreibend es in einer Metropole wie Hamburg ist, eine Bleibe zu finden. Immer wieder erhielt er Absagen. Nur durch den Tipp eines Freundes fand er, was er suchte.

Nicolas Jacobi, der auch Betriebswirt ist und seit Studientagen vorhatte, irgendwann ein Unternehmen zu gründen, hatte sein Sujet gefunden: Er baute die Plattform Immomio auf.

Die Idee dahinter: Nicht der Suchende bewirbt sich auf eine inserierte Wohnung. Vielmehr „bewirbt sich die Wohnung auf das Profil eines potenziellen Mieters“.

Dazu lädt der Interessent seine Unterlagen hoch, der Vermieter erhält diese Daten, zunächst anonymisiert, und kann dann die Leute einladen, die passend erscheinen. Mittlerweile arbeitet das Unternehmen mit mehr als 130 Wohnungsunternehmen zusammen. 

#4 WunderAgent – der Weg zur Anlageimmobilie

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Mit diesem Start-up findet ihr die passende Immobilie. (Screenshot: WunderAgent)

Als im Sommer 2015 das Bestellerprinzip in Kraft trat, nach dem der Besteller des Maklers, also der Vermieter, die Courtage bezahlen muss (und nicht wie zuvor der neue Mieter), traten einige Start-ups mit neuartigen Konzepten an, so auch WunderAgent: Der Vermieter sollte durch ein Baukastenprinzip und die Digitalisierung niedrigere Maklerkosten zahlen müssen.

Die Gründer Matti Biskup und Andre Torkler, beide mit Erfahrungen in der Immobilienwirtschaft, erkannten bald, dass dieses Geschäftsmodell nur dann erfolgreich wird, wenn es schnell skaliert wird. Ebenfalls erfuhren sie in den Gesprächen mit den Vermietern, dass diese in der Regel andere Themen mehr interessieren: Wo finde ich eine passende Anlageimmobilie und was muss ich beim Kauf beachten?

Die beiden Gründer erweiterten ihr Geschäftsmodell daher um die Beratung rund um den Immobilienkauf und die Vermittlung von hauptsächlich vermieteten Wohnungen.

Mittlerweile ist dies ihr Schwerpunkt: Das Unternehmen ist eine wichtige Anlaufstelle für potenzielle Käufer geworden. Die Beratung leistet es umsonst. Verdient wird an Provisionen für verkaufte Einheiten. WunderAgent ist deutschlandweit tätig, der Fokus aber liegt auf den lukrativen Märkten in Ostdeutschland.

#5 Wunderflats – möblierte Wohnung auf Zeit

Als Arkadi Jampolski und Jan Hase gemeinsam beim Microsoft Accelerator eine Plattform zum Mieten möblierter Wohnungen aufbauten, lernten sie zwei Unternehmer aus den USA kennen. Für ihren Arbeitsaufenthalt in Berlin hatten sie eine Wohnung auf Zeit angemietet. Doch als sie in Deutschland ankamen, stellten sie fest, dass sie übers Ohr gehauen wurden: Die Wohnung existierte gar nicht. Die Miete hatten sie aber bereits überwiesen, sie war weg.

Für Arkadi Jampolski und Jan Hase war das die Initialzündung zur Gründung von Wunderflats, einem Portal für möblierten Wohnraum auf Zeit.

Ihre Erfahrungen mit den geprellten Amerikanern lehrte sie, dass der wichtigste Baustein zum Erfolg einer solchen Plattform ist, Vertrauen für Mieter und Vermieter zu schaffen.

Das ist ihnen gelungen, Wunderflats wuchs von Anfang an schnell. Zuerst boten sie die Wohnungen, die für die Dauer von einem bis zwölf Monaten angemietet werden können, in Berlin an, dann in München. Mittlerweile haben sie Wohnungen und Apartments in rund 50 deutschen Städten im Programm. Das Unternehmen beschäftigt etwa 110 Mitarbeiter – und sucht stetig neue, um weiter zu expandieren.

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