Webdesign als Kompass für die Zielgruppe



In kaum einer Spielart des Online-Marketings könnt ihr mehr Impact bei eurer Zielgruppe erzeugen als beim Design eurer Webseite. Aber auch Fallstricke gibt es – gerade in puncto Timing, Gestaltung und Content. Wir klären, wie, wann und womit ihr bei eurer Webseite idealerweise startet.

Webdesign - Kompass für die Zielgruppe
Webdesign: Mit der richtigen Vorgehensweise kann die Gestaltung der eigenen Webseite eine besondere Wirkung auf die Zielgruppe haben. (Foto: Shutterstock.com)

Als Gründer schwirrt euch unendlich viel im Kopf herum. Das weiß jeder, der schon einmal selbst gegründet hat. Akquise, Standortbestimmung, Feilschen mit Geldgebern: unumgänglich und vital für das Gründungsgelingen. Marketing? Später, erstmal nicht so wichtig. Teures, vermeintlich schwer quantifizierbares Schmuckwerk fällt da schnell dem Rotstift zum Opfer. Diese Schlussfolgerung ist genauso fatal, wie sie zunächst nachvollziehbar erscheint – gerade vor dem Hintergrund schmerzhaft knapper Ressourcen im Vorfeld einer Gründung.

Doch die Sache ist die: Ohne Marketing im Allgemeinen und wirkungsvolles Online-Marketing im Speziellen könnt ihr gleich wieder einpacken. Ein alter Hut? Nicht ganz, „wirkungsvoll“ ist das Stichwort.

Eure Webseite als Dreh- und Angelpunkt

Mit einem standardisierten Vorgehen im Web gewinnt ihr als Gründer heute keinen Blumentopf mehr. Der Konsument erkennt inzwischen ziemlich treffsicher, wenn Marketing nach dem Gießkannenprinzip betrieben wird. In der Folge verfehlt ein Großteil der Maßnahmen sein Ziel – das merken inzwischen selbst die ganz Großen.

Was also tun? Antwort: die Customer Journey neu denken.

Zukünftigen Kunden einen Kompass an die Hand geben, damit sie sich auf dem Weg zu euch nicht verlaufen. Und das am besten dort, wo ihr eine möglichst große Hebelwirkung habt: auf eurer Webseite.

4 Tipps zur Website-Gestaltung

  • Schnellschüsse vermeiden
  • Nach dem Launch ist vor dem Relaunch
  • Content is King
  • Stellt euch die Designfrage

#1 Webseite: Wann starten?

Eure Zielgruppe muss rechtzeitig wissen, dass es euch gibt. Das ist ein richtiger Gedanke, eure Webseite ist nur nicht der passende Ort dafür. Denn zuerst müsst ihr ganz genau wissen, wer ihr seid, was ihr anbietet, wen euer Angebot begeistern soll. Ihr braucht Content sowie ein stimmiges Design (dazu gleich mehr) und ihr müsst auf Anfrage liefern können. Eine „Visitenkarte im Web“ nützt eurer Kundschaft überhaupt nichts und schadet eher, als dass sie hilft.

Eure Firmen-Webseite ist euer Hauptquartier im Web – als solches braucht sie Substanz, durchdachte Architektur und ein solides Fundament.

All das fehlt bei einem Schnellschuss. Faustregel: Startet so früh wie nötig, aber so spät wie möglich. Das mag widersinnig klingen von jemandem, der seit vielen Jahren seine Brötchen mit Webdesign für Start-ups verdient. Ist es aber nicht. Am Ende des Tages zahlt sich diese Vorgehensweise für beide Seiten aus.

#2 Webdesign: Wie oft starten?

Nicht jeder Webdesign-Trend ist es wert, das Design eures Internetauftritts völlig über den Haufen zu werfen. Schließlich habt ihr euch zu Beginn (s. Punkt 1) umfassende Gedanken über eure Webseite gemacht. Das Dilemma: Folgt ihr jeder neuen Design-Philosophie, wirkt ihr beliebig, ziellos. Ignoriert ihr sämtliche Entwicklungen, seid ihr mittelfristig „out of touch“. Ihr hängt dem Minimalismus-Trend ein wenig hinterher? Noch verschmerzbar. Eure Webseite ist auch 2019 noch nicht responsive? Katastrophal.

Unterm Strich werdet ihr mindestens alle 3 Jahre – also mindestens einmal während eurer Start-up-Phase – ernsthaft über einen Relaunch nachdenken müssen, einfach um am Puls eurer Kunden zu bleiben.

Denn hin und wieder kristallisiert sich aus einem Trend ein Meilenstein heraus, den ihr nicht ignorieren dürft; beim Responsive Design zum Beispiel war’s so.

#3 Womit starten?

Ihr braucht Content. Bestenfalls Inhalte, die eure künftige Kundschaft interessant findet. Dazu gehören – natürlich – euer Produkt, eure Dienstleistung, eure Idee. Allerdings: Belasst es nicht dabei. Engagement mit eurer Marke erzeugt ihr nicht ausschließlich durch euer Angebot.

Markenrelevante Blogeinträge, thematisch ergänzender Ratgeber- oder sogar Videocontent beleben euren Auftritt im Netz.

Eine stillstehende Webseite besucht hingegen kaum jemand ein zweites Mal. Das Schöne ist ja: Auf eurem Gebiet seid ihr bereits Fachleute, ihr gründet auf dieser Basis schließlich eine Firma – also redet darüber, philosophiert mal über Abseitiges. Seid dabei auch gerne streitbar und lasst Interessierte und potenzielle Kunden teilhaben. Seid alles, nur nicht belanglos. Die Schlagzahl dabei legt ihr fest.

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Webdesign greift mit verschiedenen Maßnahmen eurer Website-Erstellung ineinander. (Foto: Shutterstock.com)

#4 – Wie starten?

Über die Inhalte und das Timing haben wir jetzt gesprochen. Komplizierter wird es, wenn es um die technische und künstlerische Umsetzung geht. Fest steht, es gibt inzwischen zahlreiche Design-Templates, die durchaus etwas taugen. Viele davon folgen einem ähnlichen Schema: Die Startseite bietet ein großflächiges, emotional aufgeladenes Bildmotiv inklusive kurzer, knackiger Headline. Darunter ein kurzer Copytext, gefolgt von mindestens drei stilisierten Symbolen, gegebenenfalls wiederum mit kurzem Anreißertext und Buttons.

Kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, zehntausende kommerzielle Websites sehen heute so aus. Die Vorteile einer solchen Herangehensweise sind klar: Ihr holt eure Zielgruppe mit überschaubarem Aufwand bei ihren Gewohnheiten ab. Allerdings liegt auch der Nachteil auf der Hand: Individualität ist deutlich schwerer herstellbar, schlimmstenfalls seid ihr eine Webseite von vielen. Mit guter Usability, stromlinienförmig, aber ohne Persönlichkeit – die Gießkanne wurde bereits erwähnt. Welches Konzept am besten zu euch, eurem Unternehmen und zu eurem Budget passt, ist also keinesfalls eine triviale Frage, sondern eine, die ihr am besten mit einem Profi in Sachen Webdesign erörtert.

Webdesign: Lasst euch helfen, von anderen Gründern

Euer Start-up ist euer Baby. Niemand macht das, was ihr macht, so wie ihr. Ihr bewegt euch also größtenteils abseits von ausgelatschten Pfaden. Das ist fantastisch, aber nicht immer leicht. Umso besser, dass es unzählige Gründer gibt, denen es genauso geht – und die ihr um Rat fragen könnt, wenn ihr einmal nicht weiterwisst.

Tatsächlich gibt es Coworking Spaces, die sich auf die Bedürfnisse von Start-ups spezialisiert haben. Die Orangery in Hildesheim und neuerdings auch in Hameln ist zum Beispiel ein solcher Ort. Neben Gleichgesinnten und gut ausgestatteten Räumlichkeiten findet ihr dort jede Menge Esprit, Expertise und sogar Mentoren, die euch nach Möglichkeit jede Frage beantworten – und euren Kompass neu eichen.