Transport & Logistik Verdi-Warnstreik: Sechs Seehäfen stehen 24 Stunden still

Sechs Häfen, ein Streiktag: Drei Viertel des Umschlags betroffen
Der Ausstand begann mit der Nachtschicht am Montagabend und soll 24 Stunden dauern. Aufgerufen sind Betriebe, die unter den Lohntarifvertrag des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) fallen.
In Hamburg sind das unter anderem die HHLA-Terminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort, das Container Terminal Eurogate und die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft.Auf die sechs Standorte entfallen zudem knapp 24 % des gesamten deutschen Außenhandelsvolumens.
Für Betriebe mit Seefracht heißt das: Sendungen, die diese Woche über Kai oder Bahn laufen sollten, brauchen einen neuen Zeitplan. Längere oder wiederholte Arbeitsniederlegungen könnten Lieferketten verzögern.
Ladeschluss in Gefahr: Was die Disposition jetzt umbauen muss
In Bremerhaven läuft der Warnstreik nach Angaben des Bahnoperateurs TFG Transfracht von Dienstag, 6 Uhr, bis Mittwoch, 6 Uhr. Betroffen sind dort auch die Züge des Albatros Express.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass Gestellungstermine und Schiffsladeschlüsse nicht mehr garantiert werden können. Die genauen Streikzeiten und Aktionen unterscheiden sich je Hafen und Betrieb.
Für die Disposition folgen daraus drei Schritte: Status der laufenden Sendungen bei Spedition und Reederei abfragen, kritische Aufträge priorisieren und Zusagen an Kunden nachziehen, bevor der erste Liefertermin platzt. Wer feste Termine im Shop oder in Rahmenverträgen zugesagt hat, sollte Puffer aktiv kommunizieren statt erst bei Verzug.
Unsere Partner-EmpfehlungenWas Verdi fordert
Verdi fordert für die rund 11.000 Beschäftigten der Seehäfen 8,2 % mehr Stundenlohn, mindestens aber 2,50 € pro Stunde, bei zwölf Monaten Laufzeit. Der ZDS bot zuletzt 5,1 % bei 19 Monaten Laufzeit, dazu 300 € mehr Urlaubsgeld und eine um 460 € höhere A-Pauschale.
In einer Befragung mit mehr als 6.100 Teilnehmenden lehnte die Mehrheit dieses Angebot ab. Kritisiert wurden vor allem die lange Laufzeit und die aus Sicht der Beschäftigten zu geringe Erhöhung für untere Lohngruppen.
Verdi-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch kündigte in Richtung Arbeitgeber an: "Wenn es dazu etwas Nachdruck braucht, dann liefern wir den." Der Arbeitgeberverband reagierte nach Gewerkschaftsangaben mit Unverständnis und hat bislang keinen neuen Termin angeboten.
Ohne dritten Verhandlungstermin bleibt der Hafenfahrplan unsicher
Solange keine dritte Runde terminiert ist, bleibt offen, ob es bei diesem einen Streiktag bleibt. Das Risiko weiterer Ausstände gehört damit in die Planung der kommenden Wochen, nicht nur in die dieser Woche.
Wer Seefracht einkauft, stimmt die Terminlage bis zur nächsten Verhandlungsrunde besser eng mit Spedition und Reederei ab – und hat alternative Routen und Vorlaufzeiten wenigstens einmal durchgerechnet.
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Quellen:
Hansa: Warnstreiks an sechs deutschen Seehäfen angekündigt
Nordwest-Zeitung: Verdi ruft zu Warnstreiks an sechs Seehäfen auf [Paywall]
t-online: Verdi ruft zu Warnstreiks an sechs Seehäfen auf
Transport: Gewerkschaft: Verdi ruft zu Warnstreik in Bremerhaven auf
ver.di Landesbezirk Hamburg: Tarifrunde Seehäfen: ver.di ruft zu Warnstreik im Hamburger Hafen auf
WirtschaftsWoche: Verdi ruft zu Warnstreiks an sechs Seehäfen auf