Transport & Logistik Verdi-Warnstreik: Sechs Seehäfen stehen 24 Stunden still

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An sechs deutschen Seehäfen ruht seit Montagnacht der Umschlag: Verdi hat die Beschäftigten in Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Über diese sechs Standorte laufen rechnerisch rund 74 % des deutschen Seegüterumschlags. Wer Ware über die deutsche Nordseeküste importiert oder exportiert, muss diese Woche mit verschobenen Ladeschlüssen und wackelnden Gestellungsterminen rechnen. Ein dritter Verhandlungstermin ist bislang nicht vereinbart.

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Containerbrücken und ein beladenes Containerschiff im Hamburger Hafen in der Abenddämmerung.
Containerterminals im Hamburger Hafen (Archivbild): Für 24 Stunden ruht dort der Umschlag – ebenso in Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake. Bild: Wolfgang Weiser / Pexels.

Sechs Häfen, ein Streiktag: Drei Viertel des Umschlags betroffen

Der Ausstand begann mit der Nachtschicht am Montagabend und soll 24 Stunden dauern. Aufgerufen sind Betriebe, die unter den Lohntarifvertrag des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) fallen.

In Hamburg sind das unter anderem die HHLA-Terminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort, das Container Terminal Eurogate und die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft.Auf die sechs Standorte entfallen zudem knapp 24 % des gesamten deutschen Außenhandelsvolumens

Für Betriebe mit Seefracht heißt das: Sendungen, die diese Woche über Kai oder Bahn laufen sollten, brauchen einen neuen Zeitplan. Längere oder wiederholte Arbeitsniederlegungen könnten Lieferketten verzögern.

Ladeschluss in Gefahr: Was die Disposition jetzt umbauen muss

In Bremerhaven läuft der Warnstreik nach Angaben des Bahnoperateurs TFG Transfracht von Dienstag, 6 Uhr, bis Mittwoch, 6 Uhr. Betroffen sind dort auch die Züge des Albatros Express.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass Gestellungstermine und Schiffsladeschlüsse nicht mehr garantiert werden können. Die genauen Streikzeiten und Aktionen unterscheiden sich je Hafen und Betrieb. 

Für die Disposition folgen daraus drei Schritte: Status der laufenden Sendungen bei Spedition und Reederei abfragen, kritische Aufträge priorisieren und Zusagen an Kunden nachziehen, bevor der erste Liefertermin platzt. Wer feste Termine im Shop oder in Rahmenverträgen zugesagt hat, sollte Puffer aktiv kommunizieren statt erst bei Verzug.

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Was Verdi fordert

Verdi fordert für die rund 11.000 Beschäftigten der Seehäfen 8,2 % mehr Stundenlohn, mindestens aber 2,50 € pro Stunde, bei zwölf Monaten Laufzeit. Der ZDS bot zuletzt 5,1 % bei 19 Monaten Laufzeit, dazu 300 € mehr Urlaubsgeld und eine um 460 € höhere A-Pauschale.

In einer Befragung mit mehr als 6.100 Teilnehmenden lehnte die Mehrheit dieses Angebot ab. Kritisiert wurden vor allem die lange Laufzeit und die aus Sicht der Beschäftigten zu geringe Erhöhung für untere Lohngruppen.

Verdi-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch kündigte in Richtung Arbeitgeber an: "Wenn es dazu etwas Nachdruck braucht, dann liefern wir den." Der Arbeitgeberverband reagierte nach Gewerkschaftsangaben mit Unverständnis und hat bislang keinen neuen Termin angeboten.

Ohne dritten Verhandlungstermin bleibt der Hafenfahrplan unsicher

Solange keine dritte Runde terminiert ist, bleibt offen, ob es bei diesem einen Streiktag bleibt. Das Risiko weiterer Ausstände gehört damit in die Planung der kommenden Wochen, nicht nur in die dieser Woche.

Wer Seefracht einkauft, stimmt die Terminlage bis zur nächsten Verhandlungsrunde besser eng mit Spedition und Reederei ab – und hat alternative Routen und Vorlaufzeiten wenigstens einmal durchgerechnet.

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