Richtig gründen: Von der Idee bis zum erfolgreichen Start-up



Jedes Start-up fängt mit einer zündenden Idee an. Doch wie finden angehende Gründer heraus, ob die Idee der Realität standhält? Und was muss sonst noch beachtet werden, um erfolgreich zu gründen und die Theorie in die Praxis umzusetzen? Wir verraten euch, auf welche Basics ihr euch konzentrieren müsst.

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Um eine gute Idee erfolgreich in die Praxis umsetzen zu können, gilt es einige Basics zu beachten. (Foto: Bochum Wirtschaftsentwicklung)

Gründer/in sein erfordert viel Disziplin

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, ein eigenes Unternehmen zu gründen, solltet ihr euch noch vor der Ideenfindung die Frage stellen, ob ihr die richtigen Eigenschaften mitbringt, die ein/e Unternehmer/in haben muss. Erfolgreiches Gründen erfordert in erster Linie viel Disziplin. Das gilt vor allem bei der Verfolgung von Zielen und dem Einteilen der eigenen Arbeitszeit.

In diesem Zusammenhang erklärt Yvonne Bouguila, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Mittleres Ruhrgebiet: “Natürlich kann man sich als Unternehmer/in seine Arbeitszeit selbst einteilen und hat viele Freiheiten. Zurücklehnen darf man sich trotzdem nicht.”

Bouguila selbst ist Inhaberin einer Werbemittel-Agentur und weiß, wie der Arbeitstag von Gründern, vor allem in der Anfangszeit, aussieht:

Es ist nicht ungewöhnlich, dass als Selbstständige/r trotzdem zwölf bis 14 Stunden am Tag gearbeitet wird. Dem muss sich ein/e angehende/r Gründer/in bewusst sein und bereit sein, diese Zeit zu investieren.

Des Weiteren müsst ihr als Gründer/innen Führungsqualitäten mitbringen. Schließlich möchtet ihr die Geschäfte eures Unternehmens erfolgreich vorantreiben. So erklärt Yvonne Bouguila: “Ein/e gute/r Gründer/in muss vorausgehen und Führung übernehmen. Dabei muss er oder sie Lösungen finden können, egal wie schlecht die Ausgangssituation ist.”

Ihr müsst also krisenfest sein. Auf dem Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen wird nämlich nicht alles auf Anhieb funktionieren und ihr werdet häufig vor Herausforderungen stehen. Hier dürft ihr nicht den Mut verlieren und müsst die Fähigkeit haben, Lösungen zu finden.

Ob eine Idee umsetzbar ist, weiß man vorher nie

Doch all der gute Unternehmergeist bringt nichts, wenn ihr nicht eine wirklich gute Geschäftsidee habt. Eine Idee entsteht vor allem dann, wenn ihr euch mit Dingen näher befasst, die euch Spaß machen und mit denen ihr ohnehin täglich zu tun habt.

“Meist entstehen die Ideen dann bei der Umsetzung eines bestimmten Projektes, zum Beispiel im aktuellen Job. Oft hat man dabei den entscheidenden Geistesblitz, der einen dazu bringt, sich selbstständig zu machen”, beschreibt Yvonne Bouguila den Prozess.

Wie gut die eigene Idee wirklich ist und ob sie überhaupt realistisch umsetzbar ist, könnt ihr im Vorfeld nie genau wissen. Yvonne Bouguila warnt:

Ob die Idee gut ist, findet man nur heraus, indem man sich mit anderen Unternehmern/innen und Gründer/innen austauscht. Hier ist ein gutes Netzwerk wichtig. Ob sie aber auch umsetzbar ist, das weiß man vorher leider nie. Das ist ein Wagnis, welches jede/r Unternehmer/in eingehen muss.

Hier ist es wichtig, dass ihr mutig an die Sache herangeht und euch viele verschiedene Meinungen einholt. Ein beliebter Fehler ist es, sich über seine Idee nur mit Freunden und Bekannten zu unterhalten. Diese sind meist zu voreingenommen, um dein Projekt objektiv zu bewerten. Auch wenn ihr eure Idee nicht zu detailliert preisgeben solltet, um euch nicht zu viel Konkurrenz zu schaffen, ist es wichtig, sich mit Experten und anderen Unternehmern darüber auszutauschen.

“Bei jeder Ideenfindung wird es Menschen geben, die sagen, dass die Idee nie funktionieren wird. Wenn aber nur ein Experte sagt, dass es funktionieren kann und der Gründer es sich zutraut, dann ist es möglich. Wenn ich etwas Neues mache, dann muss ich mir zutrauen, es funktionieren zu lassen”, so die Expertin.

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Sich verschiedene Meinungen von Experten einzuholen kann helfen, die Umsetzung der Idee mutig anzugehen. (Foto: Bochum Wirtschaftsentwicklung)

Den Markt gründlich analysieren

Wenn ihr eure Idee entwickelt habt, ist es Zeit, den Markt für euer zukünftiges Unternehmen zu analysieren. Ist euer Produkt oder eure Dienstleistung wirklich etwas, was der Markt braucht? Gibt es einen Markt dafür oder muss ein neuer Markt geschaffen werden? Wie sieht die Konkurrenz aus? All das sind Fragen, die ihr euch stellen müsst. Weiterhin empfiehlt Yvonne Bouguila:

Für die Beantwortung dieser Fragen spricht ein Gründer idealerweise mit einem Gründungsberater. Der hilft dabei, zu analysieren, ob ein Markt vorhanden ist, wie dieser aufgebaut ist und welche Konkurrenten es gibt

Des Weiteren solltet ihr auch bei der Marktanalyse auf ein gutes Netzwerk setzen und euch mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern unterhalten. Sie selbst haben die Gründungsphase bereits hinter sich und waren in einer ähnlichen Situation. Ratschläge und Tipps bekommt ihr so aus erster Hand.

Unterschiedliche Anlaufstellen für Gründer/innen

Sich Ratschläge holen und ein Netzwerk aufzubauen, ist leicht gesagt. Doch wo findet ihr geeignete Expert/innen und Unternehmer/innen dafür? Für Gründer gibt es unterschiedliche Anlaufstellen. Zum Beispiel bei der Wirtschaftsförderung der Stadt findet ihr Unterstützung in Sachen Bürokratie und allgemeiner Gründungsberatung.

Darüber hinaus gibt es Organisationen, wie zum Beispiel die Wirtschaftsjunioren, in denen sich junge und alte Gründer und Gründerinnen zusammenfinden, um sich über ihr Unternehmen auszutauschen.

“Alle standen irgendwann mal an der gleichen Stelle und durch den Austausch profitieren alle voneinander. Wenn dort jemand seine Idee vorstellt, bekommt er oder sie auch ehrliches Feedback von Leuten, die täglich mit dem eigenen Unternehmertum oder dem anderer konfrontiert sind”, erklärt Yvonne Bouguila, die selbst Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Mittleres Ruhrgebiet ist. Hier trefft ihr auf gleichgesinnte und erfahrene Unternehmer/innen, die euch Tipps geben, Kontakte vermitteln und auch neue Türen öffnen können.

Eine weitere Anlaufstelle für angehende Gründer/innen sind Gründerwettbewerbe, wie zum Beispiel der Senkrechtstarter. Bei diesen Wettbewerben trefft ihr auf ein breites Netzwerk an Experten, mit denen ihr euch über eure Idee austauschen könnt. Außerdem werdet ihr Schritt für Schritt auf eurem Weg zum eigenen, erfolgreichen Unternehmen begleitet. Yvonne Bouguila erläutert die Idee der Gründerwettbewerbe:

Bei diesen Wettbewerben gibt es Unternehmer/innen, die ihr eigenes Know-how mitbringen und es an angehende Gründer/innen weitergeben möchten. Die Gründer/innen, die daran teilnehmen, sind in einigen Jahren eventuell als Expert/innen dabei. So wächst das Netzwerk immer weiter.

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Gründerwettbewerbe sind eine gute Anlaufstelle, um sich ein großes Netzwerk aufzubauen. (Foto: Bochum Wirtschaftsentwicklung)

Die Theorie in die Praxis umsetzen

Bei der Ausarbeitung eurer Idee erstellt ihr einen Businessplan, stellt finanzielle Mittel auf und analysiert den Markt. Yvonne Bouguila meint, dass das auch für Neulinge in der Gründerszene kein großes Hindernis ist, solange sie auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen können. So erläutert die Expertin:

Die ganze Theorie und die Bürokratie passiert meist automatisch. Jeder der Netzwerk-Kontakte wird einem Gründer oder einer Gründerin etwas mit auf den Weg geben und ihn oder sie an wichtige Aspekte erinnern. Sie können Ansprechpartner/innen vermitteln, wissen zu welchen Ämtern ein/e Gründer/in gehen muss und wie die finanziellen Mittel aufgebracht werden können.

Die größte Hürde stellt die Praxis dar. Es fehlt oft an kaufmännischen Kenntnissen und unternehmerische Faktoren, die einen ausbremsen können. Das wird in der Theorie oft nicht berücksichtigt, stellt Yvonne Bouguila fest. Doch auch hier können einem gut gepflegte Kontakte weiterhelfen, die bereits Praxiserfahrung im Unternehmertum besitzen oder eine/n geeignete/n Expert/in kennen.

Vertrauen, Fachwissen und Networking

Um erfolgreich ein Start-up zu gründen, gibt es drei grundlegende Aspekte, die ihr beachten müsst: “Gründer/innen müssen zunächst ihrem eigenen Können vertrauen. Ohne Überzeugung und Disziplin wird es schwer. Zum anderen darf das kaufmännische Fachwissen, das für das erfolgreiche Führen eines Unternehmens nötig ist, nicht vergessen werden. Dritter und wichtigster Tipp ist: Baut euch von Anfang an ein wertvolles Netzwerk auf und wachst mit ihm”, rät Yvonne Bouguila allen angehenden Gründern und Gründerinnen.

  • Über die Expertin: Yvonne Bouguila ist Inhaberin des Allround Werbeservice in Bochum. Das Unternehmen übernahm sie 2013, nachdem sie bereits knapp zehn Jahre in der Firma tätig war. Sie ist außerdem Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Mittleres Ruhrgebiet und dort vor allem für die Mitgliederbetreuung und die Kommunikation zuständig. Beim Gründerwettbewerb Senkrechtstarter ist sie Teil des breiten Experten-Netzwerkes und steht regelmäßig jungen Gründern und Gründerinnen beratend zur Seite.
  • Über Senkrechtstarter: Senkrechtstarter ist ein branchenunabhängiger Wettbewerb für Gründer/innen in Bochum und NRW. Er bietet professionelle Beratung durch ein breit aufgestelltes Expertennetzwerk. Zusätzlich dazu bietet der Wettbewerb attraktive Preise für die zehn besten Unternehmen. Mehr Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Website von Senkrechtstarter.