Kalkulation prüfen Ölpreis aktuell: Diesel bei 2,42 Euro, E10 bei 2,29 Euro

83 Cent je Liter, die in keiner alten Kalkulation stehen
Nach Daten des ADAC kostete Diesel am Montagmorgen im Schnitt 2,42 €, Super E10 2,29 €. Im September 2025 lagen dieselben Sorten bei 1,59 € und 1,67 €. Für Diesel sind das 83 Cent Differenz je Liter, rund die Hälfte des damaligen Preises obendrauf.
Diese Differenz lässt sich direkt auf den eigenen Verbrauch umlegen: Wer im Jahr 5.000 Liter Diesel tankt, zahlt bei unveränderter Fahrleistung rund 4.150 € mehr als im Vorjahreszeitraum.
Bei drei Fahrzeugen mit je 5.000 Litern sind es rund 12.450 €. Der Betrag steht in keiner Rechnung, er verschwindet still aus der Marge.
Am Wochenende knackte der Dieselpreis örtlich sogar die Marke von 2,60 € je Liter. Wer Tankkarten mit festen Monatsbudgets führt, stößt damit an Grenzen, die vor einem Jahr großzügig bemessen wirkten. Super E10 bewegt sich inzwischen auf dem Niveau der Rekorde aus dem März 2022, Diesel liegt knapp unter dem Rekordhoch aus diesem April.
Unsere Partner-EmpfehlungenDie Spanne, die ein Festpreis heute aushalten muss
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Diba, schließt einen Preis von 3 € je Liter Diesel nicht mehr aus. Seine Bedingung: Der Ölpreis müsste längere Zeit über 110 Dollar je Barrel bleiben, dann komme die Marke "leider gefährlich nahe". Bei Benzin wären in diesem Fall rund 2,50 € je Liter fällig.
Als Planungsgröße ergibt das einen Korridor von 2,42 € bis 3,00 €, also 58 Cent Unsicherheit je Liter. Auf 5.000 Liter gerechnet sind das noch einmal 2.900 €, die ein über Wochen gebundener Festpreis auffangen müsste.
Wer diese Spanne nicht tragen kann, verkürzt besser die Gültigkeitsdauer des Angebots, statt die Marge zu riskieren. Für die laufende Arbeit heißt das drei konkrete Prüfpunkte:
- hinterlegte Spritkosten im Kalkulationstool
- Anfahrts- und Kilometersätze in den Angebotsvorlagen
- Monatsbudgets der Tankkarten
Alle drei arbeiten in vielen Betrieben noch mit Werten, die vor dem Preissprung gesetzt wurden. Der Abgleich kostet wenige Minuten pro Position und wirkt sofort auf jedes neue Angebot.
Woher der Preissprung kommt
Der Preis für ein Fass Brent legte zum Wochenstart um rund drei Prozent auf über 107 Dollar zu, WTI stieg um 2,3 % auf 102,34 Dollar. Treiber ist die Lage in der Golfregion: Die Straße von Hormus bleibt für Tanker dicht, die Huthi-Miliz meldete am Freitag die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab, und Saudi-Arabien legte nach Drohnenangriffen die Ost-West-Pipeline vorsorglich still.
Für die Kostenplanung zählt vor allem ein Punkt: Ein Termin für Entspannung ist nicht gesetzt. Das für Montag geplante Außenministertreffen der Golfstaaten im omanischen Salalah wurde verschoben, dort sollte Berichten zufolge eine Vereinbarung zur Straße von Hormus vorgestellt werden.
Tankrabatt abgelehnt, Preisdeckel bislang nur gefordert
Eine Neuauflage des Tankrabatts hat die Bundesregierung abgelehnt. Der frühere Rabatt von 16,7 Cent je Liter galt von Anfang Mai bis Ende Juni und kostete den Bund nach einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro. Als Entlastungsposten fällt er in der Planung für dieses Jahr aus.
Auch ein Preisdeckel ist nicht beschlossen, sondern gefordert: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verlangt einen Spritpreisdeckel, sein Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) will den Preissprung am Mittag gesetzlich auf höchstens 5 % begrenzen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt eine Deckelung bisher ab.
Spritkosten in der Nachkalkulation: Welche Werte jetzt gelten
Der realistische Planungswert ist der heutige Preis, nicht der Vorjahreswert und auch nicht der Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate. Ein monatlicher Abgleich der hinterlegten Spritkosten hält Angebote und Nachkalkulation auf demselben Stand. Bei stark schwankenden Preisen ist der Aufwand dafür kleiner als die Differenz, die sonst unbemerkt aufläuft.
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer erwartet vorerst keine Beruhigung: Anders als erhofft entspanne sich die Lage nicht, das werde sich "auch bei den Preisen an der Tankstelle und den Verbraucherpreisen insgesamt bemerkbar machen". Wer schon jetzt mit dem oberen Ende des Korridors rechnet, muss bei jeder weiteren Meldung aus der Golfregion nicht nachbessern.
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