Erfolgreiche Geschäftsideen von Müttern



Die Angebote von Mompreneurs richten sich oft an andere Eltern. Wir stellen anlässlich des bevorstehenden Muttertages 5 Geschäftsideen von Mamas vor.

#1 Pepe&Nika – eine handverlesene Auswahl

 

geschaeftsideen fuer muetter 1200
Bei Pepe&Nika bekommen die Brands durch Interviews und Präsentationen die Chance, bei den Nutzern aufzuleuchten. (Screenshot: Pepe&Nika)

Eine Mutter will ihr Kinder in der Regel schön einkleiden. Je nach Weltanschauung und Budget sucht sie entweder teure Marken, nachhaltige Kleidung oder besonders hippe Outfits. Auf der Webseite des Berliner Unternehmens Pepe&Nika finden sie, wonach sie suchen. Der große Vorteil: Sie müssen nicht selbst die Weiten des Internets durchforsten, um auf interessante Onlineshops zu stoßen.

Die Pepe&Nika-Gründerinnen Lilija Bairamova und Nadja Fleischer übernehmen das Stöbern, weltweit – und stellen dann die interessantesten Kleidungsstücke auf der (nach den beiden Kindern benannten) Plattform vor und zum Kaufen bereit. Präsentiert werden vor allem kleine Labels, sowohl lokale Marken wie etwa Pom Berlin als auch internationale wie SNORK Copenhagen oder Mói.

Die Idee zu Pepe&Nika hatten die beiden Freundinnen Ende 2015, nachdem beide Mütter geworden waren. Sie stellten sich zunehmend die Frage, wo man ansprechende Kleidung jenseits der Massenproduktion bekommt. Da sie bei der Suche meist nur auf etablierte Marken stießen, kaum aber auf unbekannte Labels, gründeten sie ein halbes Jahr später ihr Unternehmen.

#2 Hof SiMa – Die kreative Nähscheune

Nachdem Marika und Simon Lauchs ein Haus mit Scheune und Garten gekauft hatten, stand für Marika fest: In die Scheune kommt mal was Schönes rein. Anfang 2017, knapp ein Jahr nach der Geburt der ersten Tochter, war es dann soweit: Das Ehepaar Lauchs eröffnete Hof SiMa – Die kreative Nähscheune. (SiMa steht für Simon und Marika). Die 32-Jährige ist Betriebswirtin, doch das Nähen wurde ihr durch die Mutter, gelernte Polster- und Dekorationsnäherin, in die Wiege gelegt. Sie nutzte die Elternzeit, um aus dem Hobby ein Unternehmen zu formen.

Mittlerweile hat das Ehepaar zwei Kinder – und Marika Lauchs alle Hände voll zu tun. Durch die Corona-Krise erhielt die Nähscheune in Bruchsal-Helmsheim große Bekanntheit in der Gegend. Schließlich fing Lauchs an, ehrenamtlich Masken für bedürftige Menschen zu schneidern sowie Masken für den privaten Gebrauch zu zehn Euro pro Stück. Die Nachfrage danach ist derart groß, dass Lauchs kaum noch von der Nähmaschine wegkommt.

Aber nicht nur Mundschutz gibt es in der Nähscheune. Lauchs verkauft qualitativ hochwertige Stoffe und Nähzubehör, fertigt Gardinen und Tischwäsche an – und sobald es erlaubt ist, finden auch wieder Nähkurse für Groß und Klein statt.

#3 Mami Poppins – Kinderwagen mieten statt kaufen

Ekaterina Arlt-Kalthoffs Sohn war ein halbes Jahr alt, als der gebrauchte Kinderwagen kaputt ging. Die Düsseldorferin wollte kein neues Modell kaufen, sie brauchte es schließlich nur noch für einige Monate. Sie suchte einen Kinderwagen zum Mieten. Da die Mutter nicht fündig wurde, beschloss sie, diese Lücke selbst zu füllen. Arlt-Kalthoff gründete im Jahr 2015 Mami Poppins, eine Kinderwagen-Vermietung in Abo-Form.

Zwei Jahre später modifizierte sie das Geschäftsmodell. Seither ist Mami Poppins ein Reiseausstatter für Familien mit Kleinkind. Ob Autositze, Kinderwagen, Buggys oder Bollerwagen: Eltern können die Produkte für einen gewissen Zeitraum mieten. Sie können die Artikel nach Gebrauch zurückgeben, ebenso können sie die Mietzeit zum Testen nutzen – und, bei Gefallen, später kaufen. Die Kosten fürs Leihen werden anteilig auf den Kaufpreis angerechnet. Auf diese Weise werden Fehlkäufe reduziert, der Geldbeutel geschont – und die Umwelt gleich mit.

Das junge Düsseldorfer Unternehmen liefert innerhalb Deutschlands und seit zwei Jahren auch auf Mallorca aus. Weitere Länder sind in Planung.

#4 Fraulichkeit – im Einklang mit dem Zyklus

geschaeftsideen fuer muetter fraulichkeit 1200
Anne Lippold setzt bei ihrem Geschäftsmodell auf den persönlichen Kontakt. Frauen können Sie für ein persönliches Gespräch buchen und im Shop vertiefende Meditationen, Workbooks etc. kaufen. (Screenshot: Fraulichkeit.de)

Als Wirtschaftsingenieurin im Bereich Maschinenbau stand Anne Lippold 15 Jahre lang „ihren Mann“. Doch sie ist eine Frau, sie litt unter starken Zyklusbeschwerden. Sie verstand ihre Stimmungsschwankungen nicht und dachte manchmal, sie sei schlicht unzuverlässig und schwach. Also strengte sie sich noch mehr an, um Karriere zu machen.

Kurz vor dem Burn-out zog Lippold die Reißleine und gönnte sich ein Sabbatical in Vancouver. Zurück in Deutschland kündigte sie ihren sicheren Job und gründete Fraulichkeit, eine Plattform, die Frauen lehrt, sich selbst zu behaupten und zu lieben – und zwar alles, was an ihrem Körper weiblich ist.

Seit 2019 berät und coacht die Mutter eines Sohnes von Dresden aus Frauen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden wie Lippold zuvor. Sie zeigt auf, wie Frauen ihre Menstruationsbeschwerden wie PMS oder Regelschmerzen in den Griff bekommen und wie sie die Stimmungsschwankungen ihres weiblichen Zyklus für sich und ihr Business nutzen können.

Damit sie trotz Kind ihren Unternehmensalltag bewältigen kann, teilt sie sich die Eltern- und Haushaltspflichten mit ihrem Ehemann – und ist ihren Kundinnen auch damit Vorbild und Hilfe.

#5 CharLe – ökologische Mode für Kinder

Vor zehn Jahren hat die gelernte Verkehrsfachwirtin Mandy Geddert den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Ihre Tochter war damals acht Jahre alt. Geddert war also schon eine Zeit lang damit vertraut, nach ökologischer Kinderkleidung zu suchen. Da sie oft erfolglos blieb, fasste sie den Plan, selbst anzubieten, was so schwer zu finden war: schöne, praktische und vor allem nachhaltige Bekleidung für Jungen und Mädchen von null bis zwölf Jahren. Das Unternehmen verwendet ausschließlich biologische Stoffe, Farben und Zutaten.

Bevor Geddert ihr Label CharLe gründete, besuchte die begeisterte Hobby-Schneiderin Vorlesungen zur Schnittkonstruktion und machte Praktika bei verschiedenen Designern. Die Zusatzqualifikationen versetzten sie in die Lage, Hosen, Shirts und mehr zu nähen. Mittlerweile ist ihr Unternehmen so groß geworden, dass Manufakturen die Kleider produzieren.

Aktuell bietet die 51-Jährige übrigens auch Mund-Nasen-Masken in verschiedenen Designs an – für Kinder ab vier und Erwachsene. Kostenpunkt: zwischen zwölf und 14 Euro pro Stück.

Alle Produkte sind sowohl im eigenen Ladengeschäft in Berlin, im Onlineshop sowie bei ausgewählten Einzelhändlern erhältlich.

  • Aus Not und der eigenen Betroffenheit heraus gründete die alleinerziehende Mutter Andrea Lässing vor zehn Jahren die Kinderstube Nordstadthaus. Im Interview spricht sie über die Herausforderungen, die sich aus der Doppelrolle als Unternehmerin und Mutter ergeben.
  • MomPreneurs ist die Community für Mütter, die Selbständigkeit und Familie verbinden möchten. Gründerin Esther Eisenhardt gibt Tipps, wie das gelingt.
  • Erfahrt, wie ihr den Alltagswahnsinn als Mompreneur bewältigt.
  • Meist setzen Mütter Geschäftsideen um, die Eltern und Kindern das Leben leichter und schöner machen. Mami Poppins ist eine davon. Schaut euch jetzt weitere Geschäftsideen für Eltern und Kinder an.