Mit diesen Start-ups Zeit und Geld sparen



Trotz Digitalisierung werden viele Arbeitsschritte in Unternehmen noch händisch erledigt. Das kostet viel Zeit und Geld. Die Geschäftsideen der folgenden Start-ups schaffen Prozessoptimierung für den Alltag. Wir stellen drei Gewinner des KfW Awards Gründen 2019 und ihre Entwicklungen vor. 

Verloren geglaubte Ware wiederfinden, Bestand und Inventur ohne große Mühen durchführen und damit nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Mitarbeiter sparen: Das ermöglicht das Start-up doks.innovation mit Hilfe von Drohnen.

InventAIRy fliegt das Lager ab und erfasst den Bestand der Regale. Diese Prozessoptimierung beschleunigt die Abläufe in der Logistik. (Foto: doks.innovation)

Das im Jahr 2017 gegründete Start-up beschleunigt mit seiner Geschäftsidee Material- und Warenflüsse in unterschiedlichen Betrieben. Dafür hat doks.innovation bisher drei Lösungen entwickelt, die Logistikverfahren erleichtern sollen.

Wir versuchen, einen digitalen Zwilling abzubilden, der die Digitalisierung des Lagers vorantreibt.

InventAIRy, SummAIRy und DelivAIRy heißen die Lösungen, die bis jetzt erfolgreich eingesetzt werden. Was vorher mühselig händisch erledigt werden musste, kann nun mit wenigen Handgriffen digital überprüft werden.

Das Besondere sind nicht zwingend die Drohnen selbst, sondern die eigens entwickelte Software und Sensorik.

Die an der Drohne angebrachte Kamera scannt die Barcodes auf der Ware und speichert die Informationen im Programm von doks.innovation ab. Die aufbereiteten Daten werden direkt im WMS-/ERP-Programm unserer Kunden gespeichert.

Die Drohne für SummAIRy fliegt nicht einzelne Regale ab, sondern überfliegt das gesamte Lager für einen grundsätzlichen Überblick der Ware. Es werden automatisch Bilder vom gesamten Bestand gemacht und die damit zusammenhängenden Daten erfasst. Der Umfang, das Maß und die Anzahl der Bestände werden dabei immer wieder aktualisiert.

DelivAIRy ist eine klassische Lieferdrohne, die Ware mit einem Gewicht von bis zu 4,5 Kilogramm in einem Radius von fünf Kilometern zu einem beliebigen Standort fliegen kann.

Prozessoptimierung doks innovation delivAIRy
Prozessoptimierung per Drohne: Mit der DelivAIRy-Lieferdrohne braucht ein Mitarbeiter nur ein Sechstel der Zeit für seine Aufgaben. (Foto: doks.innovation)

Die zeit- und kostenintensive Arbeit verrichtet normalerweise ein Mitarbeiter in 180 Minuten. Mithilfe der Lösungen von doks.innovation schafft der Mitarbeiter die gleiche Arbeit in nur 30 Minuten. Je nach Produkt sparen auch die Kunden bis zu 80 Prozent Zeit und bis zu 90 Prozent der Kosten, verspricht das Start-up.

Der Bedarf in diese Branche ist sehr groß und wir sind uns sicher, dass wir unsere Lösungen noch populärer machen können.

Die unterschiedlichen Modelle können individuell angepasst werden – die Drohne bleibt gleich, aber die Software und Sensorik lässt sich verändern. Neben Group7 und Thyssenkrupp werden die Drohnen des Start-ups auch bei Volkswagen eingesetzt.

Flexible Personalplanung über die App

Die perfekte Arbeitsplanung zu erstellen, kostet viel Zeit und Mühe. Jeder Mitarbeiter hat eigene Präferenzen und familiäre Umstände, auf die in der Arbeitsgestaltung geachtet werden sollte. Bei in Teilzeit angestellten Mitarbeitern und Studierenden müssen oftmals mehr Details beachtet werden als bei Vollzeit-Mitarbeitern. Die verfügbaren Tage, Stunden und einzuhaltenden Löhne sind nur einige der zu beachtenden Faktoren.

Damit kann es bei der Personalplanung zu einem Durcheinander kommen – besonders dann, wenn diese über Messenger-Dienste oder Papierlisten erledigt wird. Das Start-up MVCon Innovation Lab erleichtert diesen Prozess mit der App Vote2Work. Die App bietet ein Planungstool für Smartphones.

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Papierloses Schichtsystem via Fingertippen: Vote2Work digitalisiert die Arbeits- und Zeitplanung. (Grafik: Vote2Work.com)

Darüber können Mitarbeiter und die Personalabteilung kommunizieren und bekommen alle wichtigen Informationen über den neuen Arbeitsplan auf einen Blick verfügbar. Das erspart allen Beteiligten Zeit und bietet mehr Transparenz bei den Präferenzen jedes Einzelnen.

Jeder Mitarbeiter kann über sein eigenes Profil in einen Kalender eintragen, an welchen Tagen er oder sie grundsätzlich einsetzbar ist und an welchen nicht. Wenn der zuständige Planer eine neue Schicht anlegt, bekommt er dann nur diejenigen Mitarbeiter angezeigt, die für diesen Tag und diese Arbeitszeit in erster Linie infrage kommen. Außerdem kann er sich die einzelnen Qualifikationen und Zeitkonten der Mitarbeiter ansehen und damit jene Mitarbeiter auswählen, die am besten für die jeweilige Schicht geeignet sind.

Final braucht es nur noch eine Genehmigung der Personalabteilung. Diese kann die Schicht ganz einfach mit einem Klick genehmigen. Vote2Work verabschiedet sich mit diesem Planungstool von unübersichtlichen Listen und garantiert eine gerechte Arbeitsverteilung über das Smartphone.

Ein Netzwerk für Influencer

Influencer sind die neuen Werbeträger im Internet und deshalb für Marketingexperten besonders wichtig – davon ist HitchOn überzeugt. Doch gibt es einen regelrechten Influencer-Boom und es ist schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen. Das wirft Fragen bei Kampagnen-Managern auf:

  • Welcher Influencer passt zu meinem Projekt?
  • Wer ist noch weitestgehend unbekannt in der Branche?
  • Wer bringt welche Erfahrungen mit?

Influencer Marketing beginnt also mit einer aufwendigen Suche nach geeigneten Akteuren. HitchOn hat sich hierfür als Bindeglied zwischen Unternehmen und Influencern qualifiziert.

Anfangs gab es einen riesen Hype um Influencer-Marketing, dann wurde es sogar verteufelt und mittlerweile ist es im Marketing-Mix als natürlicher Bestandteil angekommen.

Das Start-up arbeitet im Bereich YouTube und Influencer Marketing und hilft großen Unternehmen nicht nur bei der Suche nach einem geeigneten Influencer, sondern unterstützt es auch bei der Konzeption und Produktion der Kampagne.

In der Datenbank sind mittlerweile über 33.000 Channels gespeichert, die Informationen zu den einzelnen Influencern bereithalten. Darin kann HitchOn für seine Kunden recherchieren, filtern und den passenden Akteur aussuchen.

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Fakten zählen: In der Influencer Database sehen Unternehmen sofort, wie gut der Influencer bei YouTube tatsächlich performt. (Grafik: HitchOn)

Bei HitchOn haben alle Mitarbeiter einen Daten- oder YouTube-basierten Hintergrund und sind somit Profis auf dem Gebiet. Das Team kümmert sich nicht nur um die Vermittlung von Unternehmen und Akteur, sondern auch um datengestützte Inhalte. „Daten sind unsere Basis“, betont Gründerin Sarah Kübler.

Mit unseren Tools vermitteln wir nicht nur zwischen Unternehmen und Influencern. Wir optimieren damit die Channels – denn von wem kann man besser lernen als von erfolgreichen Influencern. Unsere Datenbasis ist dafür Gold wert. 

Das Start-up nutzt verschiedene Tools, um die beste Auswahl treffen zu können. Das A/B-Testing zeigt dem Unternehmen zum Beispiel, welcher Titel der Kampagne am meisten geklickt wird oder zu welcher Uhrzeit der Inhalt am besten läuft. Durch dieses Testing können einzelne Projekte noch besser optimiert werden.

HitchOn bietet auch Services für die Influencer selbst: So hilft der Rechner ValU, den eigenen Marktwert anhand von Wachstum, Reichweite, Interaktion zu ermitteln. Damit kann der Influencer besser einschätzen, wie viel Geld er beispielsweise für eines seiner Videos voraussetzen darf.

Meiner Oma habe ich es damals so erklärt: Es ist wie ein digitaler Tupperabend. Jemand ist von dem Produkt überzeugt und will es mit der Welt teilen. Die Gäste schauen sich alles an und entscheiden dann am Ende, was sie persönlich überzeugt hat.

Für Kunden wie ZDFneo, den SWR, die Bundeszentrale für politische Bildung oder YvesSaintLaurent optimiert HitchOn einzelne Kampagnen und Projekte. Um die 100 Kampagnen hat das Start-up bereits umgesetzt und knapp 50 Marktkanäle betreut.

  • Seit 20 Jahren zeichnet die KfW Bankengruppe Unternehmen in den ersten fünf Jahren ihrer Geschäftstätigkeit mit dem KfW Award Gründen (ehemals „GründerChampions“) aus. Für den renommierten Preis können sich Unternehmen aller Branchen bewerben, die ihren Sitz in Deutschland haben. Die Preisträger werden von einer Jury aus erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern aus der KfW, Politik und Wirtschaft ausgewählt. Die Preisverleihung fand am 17. Oktober im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der deGUT statt.
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