Nahostkonflikt Iran-Krieg: Wie die Straße von Hormus Aufträge für Selbstständige bedroht

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Der Krieg im Nahen Osten setzt wichtige Handelsrouten unter Druck und sorgt weltweit für wirtschaftliche Unsicherheit. Für Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft könnten steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten schnell Folgen haben. Doch die Auswirkungen reichen weiter: Wenn Unternehmen Investitionen verschieben, kann das auch die Auftragslage vieler Selbstständiger verändern. Und genau darauf sollten Dienstleister jetzt vorbereitet sein.

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Containerterminal bei Sonnenuntergang
Containerhafen im Abendlicht (Symbolbild): Der Iran-Krieg setzt wichtige Handelsrouten unter Druck – mit möglichen Folgen für Wirtschaft und Aufträge deutscher Selbstständiger. Bild: Ronald Lau / Pixabay.

Nahostkrieg setzt Welthandel unter Druck

Am 28. Februar 2026 starteten die Vereinigten Staaten und Israel koordinierte Luftangriffe auf militärische Ziele und Einrichtungen des iranischen Atomprogramms. Iran reagierte umgehend mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Ziele in Israel sowie auf US-Stützpunkte im Nahen Osten. Der Konflikt weitete sich schnell auf Irak, Saudi-Arabien und Kuwait aus.

Der Krieg hat sich schnell zu einer der gefährlichsten geopolitischen Krisen der vergangenen Jahre entwickelt. Besonders kritisch ist die Lage rund um die Straße von Hormus: Die Meerenge zwischen Iran und Oman gehört zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Öl- und LNG-Handels wird normalerweise durch diesen Seeweg transportiert.

Genau diese Route ist inzwischen massiv gestört. Angriffe auf Schiffe und die militärische Eskalation haben den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt. Reedereien setzten Fahrten teils aus oder stoppten sie vorläufig: Hapag-Lloyd setzte Durchfahrten aus, CMA CGM steuerte Schutzhäfen an, Maersk prüfte die Lage weiter.

Die Folgen zeigen sich bereits auf den Rohstoffmärkten: Der Brent-Ölpreis ist seit Beginn des Konflikts zeitweise über 100 $ pro Barrel gestiegen. Gleichzeitig warnen Ökonomen vor neuen Preissteigerungen bei Energie, Transport und vielen Industriegütern.

Wirtschaftsinstitute senken Prognosen

Die deutschen Wirtschaftsforscher reagieren bereits auf die neue Lage: Das ifo Institut in München erwartet in seiner Frühjahrsprognose für 2026 nur noch ein Wachstum von 0,8 %. Sollte sich der Konflikt im Nahen Osten weiter zuspitzen, könnte das Wachstum sogar auf 0,6 % sinken.

Auch andere Institute sehen zunehmende Risiken: Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet aktuell mit einem Wachstum von lediglich 0,7 % im Jahr 2026 und 1 % im Jahr 2027. Als wichtigen Unsicherheitsfaktor nennen die Ökonomen ausdrücklich den Krieg im Nahen Osten und mögliche Energiepreisschocks.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht ebenfalls davon aus, dass der Konflikt die deutsche Konjunktur dämpfen könnte. Der Krieg könne das Wirtschaftswachstum um bis zu 0,2 Prozentpunkte reduzieren, vor allem über steigende Energiepreise und wachsende wirtschaftliche Unsicherheit.

Die zentrale Botschaft der Institute lautet: Der Iran-Krieg wird die deutsche Wirtschaft vermutlich nicht sofort in eine Rezession stürzen, aber er verschlechtert das wirtschaftliche Umfeld deutlich.

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Krieg gefährdet Auftragslage für Dienstleister

Steigende Energiepreise treffen viele Selbstständige unmittelbar: Höhere Spritkosten verteuern Fahrten zu Kunden, Lieferungen oder den täglichen Arbeitsweg. Gerade für Solo-Selbstständige und kleine Betriebe können solche Kostensteigerungen schnell spürbar werden.

Doch für viele Dienstleister entsteht die eigentliche Gefahr an einer anderen Stelle. Besonders betroffen sind auftragsbasierte Dienstleister:

  • Marketing- und Kommunikationsagenturen
  • Freelancer im Design- und Kreativbereich
  • Unternehmensberater
  • IT-Dienstleister und Softwareentwickler
  • Coaches und Trainer

Ihr Geschäftsmodell basiert auf Projekten. Wenn Energie teurer wird, Transportkosten steigen und Lieferketten unsicher sind, reagieren Unternehmen fast immer nach demselben Muster: Neue Projekte werden häufiger verschoben, Budgets vorsichtiger geplant und strategische Initiativen vertagt.

Genau diese Entwicklung beobachten Ökonomen in vielen Krisen. Aufträge brechen selten abrupt weg, stattdessen entstehen Investitionspausen. Je mehr Unternehmen so reagieren, desto schneller entsteht eine stille Auftragskrise.

Wie Dienstleister jetzt Aufträge sichern

Wenn Unternehmen Investitionen zurückstellen, wird der Wettbewerb um neue Projekte härter. In solchen Phasen entscheidet die richtige Strategie darüber, wer Aufträge verliert und wer weiterhin neue Projekte gewinnt.

Selbstständige können ihre Chancen deutlich erhöhen, wenn sie ihr Angebot stärker an die wirtschaftliche Situation ihrer Kunden anpassen. Die folgenden Ansätze können in unsicheren Konjunkturphasen helfen.

1.  Projekte als Umsatzhebel verkaufen

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigen oft die Anforderungen an die wirtschaftliche Begründung eines Projekts. Das eigene Angebot sollte nicht als kreative Idee oder Beratungsleistung verkauft werden, sondern als konkreter wirtschaftlicher Effekt.

Der Fokus sollte auf messbaren Ereignissen liegen:

  • Mehr Leads
  • Höhere Conversin-Rate
  • Zusätzliche Kundenanfragen

Je klarer der wirtschaftliche Nutzen dargestellt wird, desto eher bleibt ein Projekt trotz unsicherer Konjunktur im Budget.

2. Große Projekte in kleinere Einstiegspakete aufteilen

Viele Unternehmen vermeiden in unsicheren Zeiten hohe Einmalinvestitionen. Eine wirksame Strategie ist deshalb, Projekte in kleinere Einstiegsschritte zu zerlegen.

Statt ein großes Gesamtprojekt anzubieten, können Dienstleister etwa mit einer Analyse, einem Workshop oder einem Pilotprojekt starten. Diese erste Phase ist für den Auftraggeber überschaubarer und mit weniger Risiko verbunden.

3. Wiederkehrende Umsätze statt reiner Projektarbeit

Viele Selbstständige arbeiten ausschließlich projektbasiert. In wirtschaftlich stabilen Zeiten funktioniert das gut. Wenn Unternehmen jedoch Investitionen zurückstellen, kann der Umsatz schnell einbrechen.

Stabiler sind Modelle mit regelmäßigen Einnahmen. Typische Beispiele sind monatliche Retainer, Wartungsverträge oder laufende Beratungsmandate.

Marketingagenturen betreuen etwa kontinuierlich Kampagnen, IT-Dienstleister übernehmen die Wartung von Systemen oder Websites.

4. Auftraggeber diversifizieren

Wer von einer einzelnen Branche abhängig ist, spürt Investitionsstopps besonders schnell. Gerade in unsicheren Zeiten lohnt es sich deshalb, die eigene Kundenbasis zu verbreitern.

Dienstleister können gezielt neue Branchen ansprechen, etwa den Mittelstand, öffentliche Einrichtungen oder stabilere Sektoren wie Gesundheitswirtschaft oder Infrastruktur.

5. Schnelle Entscheidungen durch einfache Angebote

In Krisenzeiten verlängern sich Entscheidungsprozesse oft deutlich. Projekte bleiben monatelang in Abstimmungsschleifen hängen. Dienstleister können dem entgegenwirken, indem sie ihre Angebote einfacher und schneller entscheidbar machen.

Das gelingt zum Beispiel durch klar definierte Leistungspakete, transparente Preise oder zeitlich begrenzte Angebote. Statt eines komplexen Angebotsdokuments mit vielen Optionen kann ein konkretes Paket stehen: etwa ein Marketing-Audit, ein Website-Check oder eine Prozessanalyse zum Festpreis.

Je leichter ein Auftraggeber ein Projekt intern erklären und freigeben kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Auftrag tatsächlich zustande kommt.

Zwischen Krise und Chance: Wie sich die Auftragslage entwickeln könnte

Wie stark sich der Iran-Krieg langfristig auf die Weltwirtschaft auswirkt, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab. Sollte sich der Konflikt ausweiten oder wichtige Handelsrouten dauerhaft gestört bleiben, könnten Energiepreise und Transportkosten weiter steigen.

Aufträge verschwinden in solchen Phasen selten vollständig, sie werden nur selektiver vergeben. Unternehmen investieren dann vor allem in Projekte, die unmittelbar Umsatz bringen, Kosten senken oder Risiken reduzieren.

Deshalb können Krisenzeiten auch Chancen bieten: Dienstleister, die ihren wirtschaftlichen Nutzen klar zeigen, flexible Projektmodelle anbieten und ihre Kundenstruktur breiter aufstellen, haben gute Chancen, auch in einem schwierigen Markt neue Aufträge zu gewinnen.

Die kommenden Monate werden daher weniger eine klassische Wirtschaftskrise für Selbstständige sein, sondern vor allem ein Wettbewerb um die überzeugendsten Projekte.

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