Kampf dem Klimawandel



Klimaschutz ist in aller Munde und zurzeit wird mehr dafür getan als je zuvor. Wir stellen euch vier Geschäftsideen vor, die gegen den Klimawandel kämpfen und ökologische Alternativen schaffen. 

#1 CO2-freier Strom

Obwohl viele von uns versuchen, im Alltag immer umweltbewusster zu handeln, werden grundlegende Situationen, die mit den größten CO2-Ausstoß verursachen, oftmals nicht beachtet.

Orcan Energy produziert durch seine Maschinen CO2-freien Strom. (Bild: Organ Energy)

So gehen bei industriell eingesetzter Energie bis zu 50 Prozent als Abwärme verloren. Das Unternehmen Orcan Energy setzt genau an diesem Problem an und schafft eine alternative Lösung dafür. Die Abwärme, die durch die Industrie normalerweise verloren gehen würde, verwandelt Orcan Energy wieder in Strom. Dabei wird besonders die ungenutzte Energie von Motoren und Industrieanwendungen genutzt. Die Energieeffizienzlösungen basieren auf der Organic-Rankine-Cycle-Technologie (ORC) und funktionieren ähnlich wie Dampfkraftwerke.

  • Orcan Energy wurde als Unternehmen an einer Uni gegründet. Erfahrt mehr über das erfolgreiche Hochschul-Start-up und ein weiteres Beispiel.

Mit sogenannten Efficiency Packs erzeugt das Unternehmen CO2-freien Strom. Das Unternehmen bietet vier patentierte Lösungen an, die in verschiedenen Bereichen der Industrie eingesetzt werden können. Die erste und zweite Lösung sind für den Bereich Industrie und Power angedacht und können Zahlen- und Daten-basierte Prozesse mit nachhaltigem Strom versorgen.

Die dritte Lösung wird in der Marine und damit zum Beispiel für Schiffsmotoren eingesetzt. Als Letztes gibt es noch den Orcan Cooler. Es ist der weltweit erste Rückkühler und braucht keinen externen Strom. Ab einer Eingangstemperatur von 65 Grad ist er als Kühllösung einsetzbar, beispielsweise für Motoren.

Orcan Energy versucht also, mit seiner Geschäftsidee die Energieversorgung auf der ganzen Welt nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten.

#2 Tinte für saubere Luft

In vielen großen Städten herrscht dicke Luft: Smog sorgt für eine gravierende Umweltverschmutzung, was wiederum den Klimawandel anheizt. Ein hoher Gehalt an toxischem Ozon und Stickstoffoxid kann darüber hinaus gravierende gesundheitliche Schäden verursachen. Das geht uns ebenfalls etwas an, denn Smog ist nicht nur ein großes Problem in Hong Kong oder Megacities in Indien. Auch in Deutschland werden die Grenzwerte immer wieder überschritten.

Tinte aus Schmutz: Graviky hat eine einzigartige Lösung gefunden, Smog zu recyceln und anschließend wiederzuverwenden. (Bild: Graviky)

Ein Start-up hat eine Technik entwickelt, die Luft auf skurrile Art und Weise säubert. Graviky Labs recycelt den Smog und bindet den Ruß als Tinte, um die Luftqualität zu verbessern.

Mithilfe einer Filtertechnologie namens KAALINK können selbst die kleinsten Teilchen aus zum Beispiel Dieselabgasen eingefangen und gefiltert werden. Die handgroße Filtermaschine sammelt die schadstoffreichen Partikel und säubert sie zunächst. Erst dann kann sichergestellt werden, dass das Endprodukt zu 100 Prozent verwendbar ist. Ein chemischer Prozess wandelt den recycelten Smog in verschiedene Farben und Lacke um, damit zum Schluss hochwertige Tinte daraus wird – die sogenannte Air-Ink.

#3 Kunst vs. Klimawandel

Eine andere Geschäftsidee widmet sich ebenfalls dem weltweiten Smogproblem. Studio Roosegaarde hat mehrere Projekte gestartet, die Smog auf unterschiedliche Art und Weise wieder in gute Luftqualität verwandeln sollen. Eines davon ist der Smog Free Tower – ein aluminiumverkleideter Turm, der die Luft im Umkreis von 60 Metern einsaugt und sauber wieder ausstößt. Bis zu 30.000 Kubikmeter Luft pro Stunde werden dadurch gesäubert.

klimawandel smog free tower
Der Smog Free Tower hat eine Doppelfunktion: als Kunstwerk und als Zeichen für den Klimaschutz. (Bild: Smog Free Tower)

Smog ist einer der Gründe, warum immer mehr Menschen an Atemwegserkrankungen oder unter Arteriosklerose leiden. Selbst diejenigen, die dem Smog nicht regelmäßig ausgesetzt sind, können erhebliche Schäden davontragen. Die Feinstaubpartikel setzen sich nämlich tief in der Lunge ab.

Das Prinzip des Smog Free Tower basiert auf einer Ionisierungstechnologie. Die Feinstaubpartikel der eingesaugten Luft werden mithilfe von Kupferspiralen im Inneren des Turms elektrisch aufgeladen und anschließend durch Filter gebunden. In Betrieb ist der Turm mit 1170 Watt Strom durch das auf dem Dach angebrachte Windrad.

Das Besondere am Smog Free Tower ist nicht nur die Funktionsweise, sondern auch die Schnittstelle zwischen Kunst und Technologie. Kreiert hat dieses Projekt der Konzeptkünstler Daan Roosegaarde. Er möchte auf das Thema aufmerksam machen und gleichzeitig selbst etwas dagegen tun.

Der Smog Free Tower steht an einem öffentlichen Platz und gleicht auf den ersten Blick einem Kunstwerk. Dass allerdings viel mehr dahintersteckt, merken die meisten Menschen erst auf den zweiten, dritten Blick. Doch durch die äußere Fassade werden sie neugierig und fragen nach – genau diese Form der Aufmerksamkeitsgewinnung und Auseinandersetzung mit dem Thema Klimawandel ist Roosegaardes Intention.

Ein Smog Free Tower lässt sich bereits in Rotterdam bestaunen, weitere sind in Korea, Polen, Mexiko und China geplant. Das Projekt kann durch Spenden unterstützt werden.

#4 Kompostierung Verstorbener: eine Maßnahme gegen den Klimawandel?

Das Unternehmen Recompose hat eine Alternative zu den typischen Bestattungspraktiken geschaffen. Statt der traditionellen Bestattung oder Einäscherung wandelt Recompose die Überreste des Verstorbenen in Erde um. Dadurch wird nicht nur Abfall vermieden, sondern auch verschmutzte Böden und Luft. Die Vision des Start-ups ist, die Beziehung zu den natürlichen Kreisläufen zu stärken und gleichzeitig die Erde zu bereichern.

Geschäftsideen aus den USA
Recompose schafft einen Kompromiss zwischen Umweltverschmutzung und traditionellen Bestattungsmöglichkeiten. (Bild: Recompose)

Das Konzept ist vor allem für Städte entworfen worden, in denen Boden für eine konventionelle Beerdigung knapp ist. Die organische Reduktion erfolgt durch einen wiederverwendbaren Behälter. Der Körper wird mit Holzspänen bedeckt und dadurch gut belüftet. So sammeln sich Bakterien und Mikroben auf natürliche Weise an, die den Körper in etwa 30 Tagen völlig umgewandelt haben.

Durch die konventionellen Praktiken der Bestattungsindustrie werden Kohlendioxid und Partikel in die Atmosphäre gegeben. Zusätzlich verbrauchen sie wertvollen städtischen Boden und psychologisch befriedigend ist es für die meisten Angehörigen auch nicht. Recompose hat eine Lösung für sie und für die Umwelt gefunden.

Durch eine Ökobilanz konnte das Team feststellen, dass jede organische Reduktion eine Tonne CO2 einspart.

Wenn dieser Prozess beendet ist, können die Angehörigen einen Teil der entstandenen Erde mitnehmen und daraus „neues Leben schaffen“. Der Rest wird von Recompose in den Gärten vor Ort genutzt und soll daran erinnern, „dass alles Leben miteinander verbunden ist“.

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