5 grüne Geschäftsideen vorgestellt



Wer heutzutage ein Start-up gründen möchte, kann das mit umweltbewussten und fairen Methoden tun. Wir haben für euch grüne Geschäftsideen zusammengesucht, die sich die Umwelt zu Herzen nehmen und daran angelehnt Geschäftsmodelle entwickelt haben.

#1 Kulero – Besteck-Snack

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Die Ess-Löffel von Kulero ähneln einem Keks, sind aber wesentlich stabiler. (Foto: Kulero)

Ab 2021 ist Einwegplastik in ganz Europa verboten. Bis dahin möchten zwar immer noch einige Menschen auf Plastikbesteck nicht verzichten. Es gibt aber schon jetzt Alternativen.

Das Start-up Kulero zum Beispiel produziert essbares Besteck aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Ess-Löffel sind zu 100 Prozent frei von Erdöl und werden mit geringem Energieverbrauch aus verschiedenen Mehlsorten wie Hirse und Gerste mit Beimischung von Salz und Wasser hergestellt.

Für das Geschmackserlebnis werden die Grundzutaten mit Kakao, Gewürzen, Kräutern oder Gemüse kombiniert. Die Löffel bleiben für 30 Minuten in heißen Suppen und Getränken stabil. Eine Aufstockung des Sortiments ist geplant: Das Zero-Waste-Angebot von Kulero wird bald um Kaffeerührer und Essstäbchen reicher.

Darüber hinaus konzentriert Kulero sich auch bei Versand- und Werbematerialien auf Nachhaltigkeit: Diese werden mit recyceltem Papier und umweltschonender Druckfarbe produziert.

#2 VYTAL – Bowl zum Mitnehmen

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Die Mehrwegbowl von Vytal ist mit einer Art Pfandsystem versehen, kann aber auch für einen einmaligen Preis von 10 Euro erworben werden. (Foto: Vytal)

Das Start-up sagt Einwegplastik ebenfalls den Kampf an. In diesem Fall aber mit einer Mehrweg-Bowl, designed für Restaurants. Die VYTALbowl ist nicht etwa essbar oder aus Holz, sondern besteht aus einem festen, umweltfreundlichen Material, das einer Brotdose gleicht. Mit dem Unterschied, dass die Bowl nicht nur für einen Konsumenten, sondern für mehrere ausgelegt ist.

VYTAL bietet ein Packaging-as-a-service-Angebot, bei dem die Verpackung nach jedem Gast weiterverwendet wird. Das Unternehmen kooperiert mit verschiedenen Restaurants als Partner, welche die Bowls für ihre Kunden anbieten. Über die VYTAL-App kann sich der Kunde nicht nur über die Partner informieren, die das alternative Produkt nutzen, sondern auch ganz bequem die erhaltene Bowl über das Smartphone registrieren lassen.

Die Bowl kann innerhalb von 14 Tagen kostenlos zum Restaurant zurückgebracht werden oder man kann sie direkt zur nächsten Schlemmerstation mitbringen und weiterverwenden. Wird die Bowl innerhalb der Frist nicht zurückgebracht, kauft der Kunde diese automatisch für einmalig 10 Euro.

Durch die VYTAL-Bowl spart sich das Unternehmen Verpackungskosten, der Konsument vermeidet Müll und beide Seiten zusammen helfen dadurch, die Umwelt zu schonen.

#3 Sunnybag GmbH – Sonnenenergie für Handys

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Mit den Produkten von Sunnybag lassen sich Elektrogeräte jeglicher Art ganz entspannt mit Sonnenenergie aufladen. (Foto: Sunnybag)

Das Unternehmen Sunnybag nutzt die gegebenen Mittel der Natur für grüne Geschäftsideen und arbeitet mit Solarenergie. Entwickelt werden Produkte mit umweltfreundlicher Energieversorgung für Smartphones, Laptops und sonstige Elektrogeräte.

Mit dem biegsamen Solarpanel wird Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt. Dafür muss das Sunnybag-Panel im 90-Grad-Winkel zur Sonne geneigt sein. Nur durch reichlich Sonnenstrahlung kann genug Energie erzeugt werden, um die Geräte aufzuladen.

Je nach Modell brauchen die Powerbanks zwischen einer und acht Stunden, bis sie komplett geladen sind. Dafür liefert die Sunnybag dann aber zum Beispiel bei einem Smartphone drei bis vier volle Ladezyklen. Zusätzlich achtet das Start-up auf Recycling und reduziert die Nutzung von Plastik für die eigenen Produkte.

  • Gründerstory: So baut das Start-up SHIFT nachhaltige Smartphones

Im Gegensatz zu anderen Powerbanks ist die Sunnybag nicht klobig, inzwischen gibt es sogar Rucksäcke mit integriertem Panel für den Alltag.

#4 Plastic2Beans – Recyceltes Plastik gegen Kaffee

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Grüne Geschäftsideen mit Direct Trade: In Äthiopien tauschen die Gründer von Plastic2Beans recycelte Kunststoffpartikel gegen Kaffeebohnen. (Foto: Plastic2Beans)

Plastic2Beans bringt hochwertiges Regranulat sowie das Know-how für Recycling nach Äthiopien. Als Direct Trade kauft das Start-up Kaffeebohnen ein. Das bietet sich in Äthiopien – dem Ursprungsland des Kaffees – ja bestens an.

Aber der Reihe nach: Die Kunststoffindustrie wächst in Äthiopien rasant, aber Recycling ist im Land de facto nicht existent. Demzufolge ist ein großes Müllproblem in den kommenden Jahren vorprogrammiert. Plastic2Beans kauft und bringt verarbeitetes, hochwertiges Regranulat daher aus geschredderten Rohren Deutschlands nach Äthiopien. Dort wird das Kunststoffmaterial dann wiederum zu dringend benötigten Wasserrohren weiterverarbeitet.

Das eingenommene Geld durch das verkaufte Kunststoffmaterial ist nur in der lokalen Währung Birr zu erhalten, da das Land an Fremdwährungsmangel leidet. Deshalb werden von dem Geld äthiopische Kaffeebohnen von Kleinbauern eingekauft und über Plastic2Beans in Deutschland vermarktet.

Dieser Zyklus hat drei Effekte:

  • Aufbau und Wissenstransfer für einen Recycling-Kreislauf Äthiopiens
  • Stärkung der äthiopischen Wirtschaft und Infrastruktur
  • Reduktion einer Elendswirtschaft vor Ort durch Plastiksammeln auf Müllkippen

Zusätzlich bietet das Start-up technische Lösungen und Möglichkeiten, indem es Berater vermittelt, Austauschprogramme aufbaut und Maschinen in das Land bringt. Damit verbessern sich nicht nur die Arbeitsbedingungen Äthiopiens im Gesamten, es entsteht auch eine Entwicklungszusammenarbeit im Kunststoff- und Kaffeebereich.

#5 TerraCycle – Aus alt mach neu

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Schwer zu recycelter Müll wird bei TerraCycle gesammelt und in ein ganz neues Produkt verwandelt. (Foto: TerraCycle)

Recycelt werden inzwischen viele Produkte, aber nicht jeder Abfall ist leicht recycelbar. TerraCycle sorgt dafür, dass aus Materialien wie Stiften, Beuteln oder Kosmetik umweltfreundliche Produkte hergestellt werden.

Eigentlich würden diese Produkte in Müllverbrennungsanlagen landen, doch das Start-up bietet Recyclingprogramme an, die von großen Firmen finanziell unterstützt werden. Inzwischen gibt es diese Programme in mehr als 19 Ländern.

Die Philosophie des Start-ups reicht bis in die Büros verschiedenster Länder. Denn manche von ihnen sind komplett aus wiederverwertetem Abfall gestaltet. Mit dem Konzept erweckt das Start-up Müll wieder zu neuem Leben, was ökologisch gesehen eine der besten Varianten ist.

Im Sinne der Ökologie sind auch die Zero-Waste-Boxen von TerraCycle: Der Konsument packt einfach den Abfall, der recycelt werden soll, zu Hause in die Boxen und schickt diese anschließend zu TerraCycle. Ein bisschen müsst ihr euch aber noch gedulden, denn der Service ist in Deutschland noch nicht verfügbar.

So auch das Zigarettenstummel-Recycling-Programm: Die schlanken, silbern schimmernden Behälter sind unter anderem an Laternenpfosten in den USA angebracht. Unter anderem sind schon Los Angeles und Seattle dabei. Und bekanntermaßen schwappen erfolgreiche Geschäftsideen aus Amerika nach Europa. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis TerraCycle grüne Geschäftsideen auch in Deutschland ausweitet. Wir sind gespannt!

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