Was macht eine gute Kickstarter Kampagne aus? Top-Beispiele und Flops



Viele tausend Kampagnen wurden über Kickstarter bereits erfolgreich finanziert, noch mehr scheiterten. Aber was macht eigentlich eine gute Kampagne aus? Und weshalb sind andere nicht erfolgreich? Das zeigen wir euch anhand von fünf Geschäftsideen.

Top: Extrem erfolgreiche Kickstarter Kampagnen

Manche Ideen kommen bei Kickstarter so gut an, dass die Initiatoren ihre selbstgesteckten Ziele haushoch übertreffen können. So auch bei diesen Kampagnen.

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Wie kommt man bei der Crowd gut an? (Foto: piktochart)

#1 Solo Stove: sichere und transportierbare Feuerstellen

Feuer hat seit jeher eine geradezu magische Anziehungskraft auf Menschen. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb alle drei Solo Stove Kampagnen derart erfolgreich waren. Die Idee war bei den Kampagnen stets dieselbe: eine portable Feuerstelle, die man sich zum Beispiel in den Garten stellen kann oder sogar auf Campingtrips mitnehmen kann.

Die Botschaft, die in den Kampagnen vermittelt wird, lautet: Raus mit euch in die Natur! Da alle Solo Stove Modelle grundsätzlich portabel sind und für ein gutes Feuer nicht mehr benötigt wird, als ein bisschen Holz und gegebenenfalls ein paar Anzünder, eignet sich das Gerät für Campingtrips, Roadtrips und eigentlich jegliche Art von Ausflug, bei der man längere Zeit draußen verbringt.

Ein klarer Vorteil des Solo Stoves gegenüber einer normalen Feuerstelle ist die Sicherheit. Wer schon einmal einen Abend am Lagerfeuer verbracht hat weiß, dass man nicht nur aufpassen muss, während die Flammen hochschlagen. Selbst wenn das Feuer später scheinbar gelöscht ist, kann es sich teilweise nochmals entzünden. Und während das auf ausgeschriebenen Camping- und Grillplätzen nicht unbedingt gefährlich ist, kann ein Feuer in der freien Natur schnell großen Schaden anrichten. Das zeigt zum Beispiel der großflächige Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern. Solo Stove verbindet somit ein Gefühl der Freiheit mit Sicherheit. Und nicht zuletzt mit einem edlen Design.

  • Zielbetrag: 20.000 US-Dollar
  • Erreicht: 1.704.331 US-Dollar
  • Erfolgreich, weil: Edles Design des Produkts; ansprechendes Video & hochwertige Bilder; geht auf Outdoor-Trend ein

#2 Coolest Cooler: Kühlbox mit allem, was man braucht

Zum Thema Outdoor passt auch die nächste Kampagne: der Coolest Cooler. Diese Kühlbox kann mehr als nur ein paar Flaschen Bier kaltzuhalten. In erster Linie punktete das schon etwas ältere Projekt durch diverse nützliche Features.

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Der Coolest Cooler ist ein wirkliches Upgrade im Vergleich zur normalen Kühltruhe. (Foto: Coolest Cooler/ Kickstarter Kampagne)

Integriert in die Kühlbox sind nämlich unter anderem ein Mixer, ein Bluetooth-Lautsprecher, ein Licht im Deckel sowie ein USB-Anschluss, über den ihr beispielsweise euer Handy laden könnt. Eine Menge nützlicher Dinge also, die euch den Ausflug schlicht angenehmer gestalten.

Auch hier werden natürlich in erster Linie Personen angesprochen, die es nach draußen zieht. Eine Kühlbox darf wohl bei keinem Campingtrip oder Familienausflug fehlen. Und die Ausstattung des Coolest Coolers ergänzt solche Aktivitäten hervorragend. Interessanterweise scheiterte der Initiator Ryan Grepper mit seinem ersten Versuch, den Coolest Cooler über die Crowd zu finanzieren. Die meisten Features der Kühlbox blieben im zweiten Anlauf dieselben, lediglich das Design überarbeitete Grepper vollständig. Die Wege der Crowd sind manchmal unergründlich…

  • Zielbetrag: 50.000 US-Dollar
  • Erreicht: 13.285.226 US-Dollar
  • Erfolgreich, weil: Wirkliche Verbesserung eines Gegenstandes, der sich in fast jedem Haushalt findet; bedient Outdoor-Trend

#3 Footloose: Nur das Beste für den indifferentesten Freund des Menschen

Für unsere Haustiere würden wir so ziemlich alles tun, das gilt insbesondere für Hunde und Katzen. Und auch wenn Letztere oftmals den Anschein erwecken, andersherum so überhaupt keinen Wert auf unsere Existenz zu legen, wissen wir doch alle, dass die schnurrenden Vierbeiner trotzdem nur das Beste verdienen.

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Das selbstreinigende Katzenklo sieht ziemlich futuristisch aus. (Foto: Footloose/ Kickstarter Kampagne)

Ein Haustier bedeutet immer auch Verantwortung. Denn das Tier muss regelmäßig versorgt werden. Dazu gehört neben dem Füttern unter anderem auch das Reinigen des Katzenklos. Diese lästige Aufgabe übernimmt künftig Footloose für euch. Das selbstreinigende Katzenklo separiert Ausscheidungen von sauberem Katzenstreu, sodass ihr selbst nur noch gelegentlich ein Tütchen mit Exkrementen entsorgen müsst.

Footloose überwacht außerdem den Toilettenbesuch eurer Katze. Was erstmal ziemlich merkwürdig klingt, hat tatsächlich einen sinnvollen Hintergrund. Kranke Tiere können uns nicht einfach sagen, wenn es ihnen nicht gut geht und häufig sind die Symptome einer Krankheit nicht ohne Weiteres ersichtlich. Die Ausscheidungen eines Tieres können jedoch frühzeitig Auskunft darüber geben, ob etwas nicht in Ordnung ist.

  • Zielbetrag: 50.000 US-Dollar
  • Erreicht: 1.347.164 US-Dollar
  • Erfolgreich, weil: nützlich im Alltag; witziges und ansprechendes Video; Funktionsweise anschaulich erklärt

Flop: Nicht jede Kampagne kann erfolgreich sein

Wie ihr seht, können manche Kickstarter Kampagnen ganz schön durch die Decke gehen. Aber das ist natürlich nicht immer der Fall. Viele Kampagnen scheitern auch. Das liegt zum Teil an den Produkten selbst. Teilweise ist aber auch die Kampagne einfach nicht ansprechend, zum Beispiel wenn die konkreten Inhalte nicht klar veranschaulicht werden oder der Mehrwert des Produkts nicht schnell ersichtlich wird.

#1 Unhackable Computer: der Traum jedes Unternehmens

Ein Computer, der nicht gehackt werden kann. Das klingt zunächst einmal sehr interessant. Cyberkriminalität ist ein ernst zu nehmendes Problem, nicht nur für die Wirtschaft. Daher sollte ein solches Gerät doch eigentlich großen Zuspruch finden… oder?

Bevor ihr euch für eine Crowdfunding Kampagne entscheidet, solltet ihr euch stets überlegen, wen ihr mit eurem Produkt erreichen wollt und ob die Kickstarter und Co. tatsächlich die richtigen Kanäle sind, um diese Zielgruppe zu erreichen. Angenommen, Projektinitiator Pritam Nath hat wirklich eine Möglichkeit gefunden, Cyberkriminalität ein für alle Mal zu verhindern: Hätten daran nicht viele Unternehmen und zum Beispiel auch staatliche Institutionen großes Interesse? Und ist es nicht sehr viel wahrscheinlicher, dass Experten das Potenzial eines solchen Computers deutlich eher erkennen und fördern würden, als das breite Publikum auf Kickstarter.

Erschwerend hinzu kommt, dass die Kampagne so gut wie keine konkreten Aussagen zu dem Computer macht. Stattdessen geht Nath ausführlich auf seine eigene Hintergrundgeschichte und die geplante Nachhaltigkeit bei der Produktion des Computers ein.

Noch einen Tipp am Rande: Wenn ihr ein revolutionäres Tech-Produkt vermarkten wollt und kaum Details dazu liefert – verzichtet zumindest darauf, mehrfach anzumerken, dass euch die Idee dazu in einem Traum gekommen ist.

  • Zielbetrag: 765.888 Euro
  • Erreicht: 254 Euro (Stand 27. Juni)
  • Nicht erfolgreich, weil: langweilige Präsentation; schlechtes Video; keine Produktvorschau; keine Details; wenig Alltagsrelevanz für die meisten Privatpersonen

#2 Calming Pebble: Minimalismus kann man auch übertreiben

Es stimmt, dass sich viele Leute nach Entschleunigung sehnen. Und die Idee, diese Entschleunigung “zwischendurch” mithilfe eines kleinen Gegenstandes zu ermöglichen, ist – obwohl nicht neu, siehe zum Beispiel Fidget Spinner etc. – grundsätzlich gut.

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Minimalismus kann gut sein, übertreiben muss man es damit jedoch nicht. (Foto: Calming Pebble/ Kickstarter Kampagne)

Weniger gut hingegen ist, dass es sich bei dem Calming Pebble scheinbar tatsächlich nur um einen Pebble, also um einen Kieselstein, handelt. Und das zum stattlichen Preis für 19 US-Dollar pro Stück.

Auf der anderen Seite muss gesagt sein, dass es auf Kickstarter auch regelmäßig Scherzprojekte gibt. Ob die Kampagne also absolut ernstzunehmen war, sei dahingestellt.

  • Zielbetrag: 8.803 Euro
  • Erreicht: 1.971 Euro (Stand 27. Juni)
  • Nicht erfolgreich, weil: kein klarer Mehrwert ersichtlich; ähnliche Produkte sind bereits günstiger erhältlich (zum Beispiel am Straßenrand)

Regelmäßig neue Tops und Flops bei Kickstarter

Für Inspiration und den einen oder anderen Lacher lohnt es sich, regelmäßig auch Crowdfunding Plattformen vorbeizugucken. Weitere Kampagnen haben wir euch bereits in diesem Beitrag vorgestellt, hier findet ihr außerdem unseren Beitrag zum Kickstarter-Roulette.