1 Stunde zurück Zeitumstellung: Winterzeit ab 26. Oktober

Am letzten Oktoberwochenende wird die Uhr wieder zurückgestellt. Eine Stunde länger schlafen – für viele ein kleiner Segen. Für Selbstständige kann dieser Moment mehr sein als nur ein Bonus an Schlaf: Studien zeigen, dass der Rückwechsel zur Winterzeit weniger stresst als der Frühjahrswechsel – und genau das eröffnet Chancen für neue Produktivität.

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Frau arbeitet im Bett
Eine Studie der University of Oregon untersucht die Auswirkungen der Winterzeit auf die Produktivität. Bild: Antoni Shkraba Studio / Pexels.

Wann ist die Zeitumstellung im Herbst 2025?

In der Nacht von Samstag, 25. Oktober, auf Sonntag, 26. Oktober 2025 endet die Sommerzeit. Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Nacht ist also eine Stunde länger.

Weltweit gilt die Zeitumstellung heute nur noch in rund 70 von über 190 Staaten. In großen Teilen Asiens, Afrikas und Südamerikas bleibt die Uhr das ganze Jahr über gleich. Die Europäische Union hatte bereits 2018 beschlossen, die halbjährliche Umstellung perspektivisch zu beenden. Doch bis heute fehlt eine einheitliche Regelung, weil die Mitgliedsstaaten sich nicht darauf einigen konnten, ob künftig dauerhaft Sommerzeit oder Winterzeit gelten soll.

Ein Hauptargument für die Zeitumstellung war einst die Energieeinsparung. Als sie in den 1970er-Jahren infolge der Ölkrise wieder eingeführt wurde, sollte die längere Helligkeit am Abend Strom sparen.

Doch aktuelle Analysen zeigen: Der Effekt ist minimal oder sogar negativ. Zwar wird abends etwas weniger Licht verbraucht, dafür steigen aber morgens die Heizkosten, vor allem in der kälteren Jahreszeit. Laut einer Auswertung des deutschen Umweltbundesamts liegt die Ersparnis meist unter 0,2 % des Gesamtstromverbrauchs. In modernen Haushalten mit LED-Beleuchtung und digital gesteuerten Heizsystemen ist der Unterschied kaum messbar.

 

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Studie zeigt: Winterzeit macht produktiver

Medizinisch gilt die Zeitumstellung als Eingriff in den natürlichen Rhythmus. Besonders die Umstellung im Frühjahr kann kurzfristig den Schlaf-Wach-Zyklus stören und das Unfall- oder Herzinfarktrisiko leicht erhöhen. Beim Wechsel zur Winterzeit dagegen fällt der Körperumstellungseffekt milder aus – viele Menschen empfinden die "gewonnene Stunde" sogar als Erleichterung. Trotzdem dauert es meist etwas Zeit, bis sich der Biorhythmus stabilisiert.

Eine aktuelle Untersuchung der University of Oregon (veröffentlicht im Herbst 2024) hat die Auswirkungen der Zeitumstellung auf das Arbeitsverhalten von über 170.000 Nutzerinnen und Nutzern der Entwicklerplattform GitHub ausgewertet. Das Ergebnis:  Nach dem Wechsel auf Sommerzeit sanken die Aktivitätsraten deutlich – teilweise bis zu zwei Wochen lang.

Beim Rückwechsel auf Winterzeit dagegen beobachteten die Forschenden keine negativen Effekte, im Gegenteil: In den Morgenstunden zwischen 8 und 10 Uhr stieg die Aktivität nach der Umstellung leicht an. Die meisten Probanden passten ihren Schlafrhythmus innerhalb von zwei bis drei Tagen an. Das subjektive Energielevel blieb stabil oder verbesserte sich sogar.

Damit ist die Winterzeit-Umstellung, die viele als lästig empfinden, aus wissenschaftlicher Sicht eher ein kleiner Produktivitätsschub. Der Grund liegt im Zusammenspiel von Licht, Schlaf und Hormonen: Mit dem früheren Tageslicht am Morgen synchronisiert sich der Körper leichter mit seiner inneren Uhr. Dadurch fühlen sich viele Menschen morgens wacher und können besser starten.

Zeitumstellung für mehr Produktivität nutzen

Für Selbstständige kann der Rhythmuswechsel also eine echte Chance sein. Viele Selbstständige kämpfen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. Durch die "geschenkte Stunde" verschiebt sich das Tageslicht – und damit die produktivste Phase des Tages – etwas nach vorn. Wer früh startet, profitiert von mehr Licht in den Vormittagsstunden, was nachweislich Konzentration und Motivation fördert.

Die Zeitumstellung fällt ideal auf das letzte Quartal des Jahres. Für viele Gründer ist das ohnehin die Phase, in der man Bilanz zieht und Ziele fürs kommende Jahr steckt. Deshalb lässt sich die Zeitumstellung als Mini-Reset nutzen. Sie zwingt dazu, Routinen zu hinterfragen: Wann bin ich am leistungsfähigsten? Wann mache ich Pausen? Wann beantworte ich E-Mails? Gerade Solo-Selbstständige, die sich ihren Tag frei einteilen, können diese Umstellung als natürlichen Anstoß für Struktur nutzen.

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