Chef-Gehälter Was verdient ein Geschäftsführer?

Best Practice

Die Vorstandsvergütungen im DAX sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. 2024 stiegen die Gehälter der 40 DAX-CEOs um 10,4 % auf insgesamt 231,4 Mio. €. Spitzenreiter Christian Klein (SAP) erhielt knapp 19 Mio. € – davon können viele Mittelständler und Gründer nur träumen. Doch welcher Maßstab hilft Gründern, Selbstständigen und Unternehmern wirklich? Dieser Artikel zeigt, warum der DAX-Vergleich hinkt, was die Finanzverwaltung unter einem "angemessenen" Geschäftsführer-Gehalt versteht und welche realen Zahlen im Mittelstand gelten.

Links: Ein DAX-CEO in einem Wolkenkratzer, Skyline im Hintergrund. Rechts: GmbH-Geschäftsführer in einem spartanisch eingerichteten Zimmer.
DAX-CEO vs. GmbH-Geschäftsführer: Ein fairer Gehaltsvergleich?

DAX als Maßstab? Warum der Vergleich hinkt

DAX-CEOs verantworten Milliarden-Konzerne. Ihre Vergütung setzt sich aus fixen Bezügen, Boni und Aktienoptionen zusammen. Deshalb sind DAX-Gehälter nur bedingt als Orientierung für kleine und mittelständische Geschäftsführer geeignet.

Ein Geschäftsführer einer GmbH steht vor anderen Prämissen: steuerliche Rahmenbedingungen, Eigenkapital, Liquiditätsplanung und Sozialabgaben. Während ein DAX-CEO ein Vielfaches des Gehalts eines Mittelständlers bezieht, bestimmt im Mittelstand die Balance zwischen Unternehmens- und Privatinteressen das Gehalt.

Angemessenes Geschäftsführer-Gehalt: Steuerliche Fallstricke vermeiden

Die Finanzverwaltung prüft streng, ob das Geschäftsführergehalt einem Fremdvergleich standhält – also dem Gehalt, das ein externer Geschäftsführer bei vergleichbaren Unternehmen erhält. Fehlt ein wirksamer, ernsthafter Anstellungsvertrag vor Beginn des Wirtschaftsjahres oder übersteigen die Bezüge den Rahmen des Üblichen, droht eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA). Dann erkennt das Finanzamt das Gehalt nicht als Betriebsausgabe an.

4 Kriterien bestimmen die steuerliche Angemessenheit:

  1. Fremdvergleich: Die Gesamtbezüge müssen mit den Gehältern vergleichbarer Geschäftsführer übereinstimmen.
  2. Quote der Tantiemen: Mindestens 75 % der Bezüge sollten fix sein; höchstens 25 % dürfen erfolgsabhängig sein.
  3. Eigenkapitalverzinsung: Die GmbH muss nach der Gehaltszahlung eine angemessene Verzinsung des Eigenkapitals (häufig ab 10 %) sicherstellen.
  4. Keine nachträglichen Erhöhungen: Rückwirkende Vergütungsanpassungen gelten oft als vGA.

Wer diese Regeln missachtet, riskiert hohe Steuernachforderungen und mögliche Nachzahlungen von Gewerbe- und Körperschaftsteuer.

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Aktuelle Zahlen im Mittelstand

Laut einer Untersuchung von BBE Media lagen die durchschnittlichen Jahresgesamtbezüge von GmbH-Geschäftsführern 2023 bei 182.349 € – ein Plus von 0,9 % gegenüber dem Vorjahr. 25 % der Geschäftsführer erhielten mehr als 216.435 €, 25 % weniger als 163.116 €.

Die Branchen zeigen deutliche Unterschiede: In der Industrie betrug das mittlere Gehalt 239.947 €, im Handwerk 160.809 €, im Großhandel 198.731 €, im Einzelhandel 146.407 € und bei Dienstleistern 183.404 €.

Gründer und Solo-Selbstständige sollten diese Werte als Orientierung nehmen und ihren Geschäftsführer-Vertrag so aufsetzen, dass er sich an vergleichbaren Mittelstandsunternehmen orientiert – und nicht an den DAX-Spitzengehältern.

Fazit: Daran sollten sich GmbH-Geschäftsführer orientieren

DAX-Gehälter bleiben ein faszinierender Blick in die Topetagen großer Konzerne. Für Geschäftsführer von GmbHs sind sie jedoch eine unrealistische Benchmark.

Entscheidend ist, ein Fremdvergleich durch belastbare Studien und Branchendaten zu erstellen. Wer die steuerlichen Vorgaben beachtet, eine klare vertragliche Basis schafft und transparente Gehaltsstrukturen wählt, sichert sich vor verdeckten Gewinnausschüttungen ab und legt den Grundstein für eine langfristig gesunde Vergütungsstrategie.

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