3 Start-ups lassen uns smarter wohnen im Haus der Zukunft



Wie kommt die Putzfrau in die Wohnung, wenn man nicht zu Hause ist? Das Start-up Nuki hat darauf eine Antwort gefunden – ganz ohne Schlüssel. Wir stellen diese und zwei weitere Geschäftsideen rund um das Thema Smart Home vor.

  • Tipp: Du möchtest dich selbstständig machen, bist aber noch auf der Suche nach der geeigneten Geschäftsidee? Dann wirf doch einen Blick in unseren Franchise-Leitfaden 2016/17: Gründen mit Konzept. In diesem stellen sich 10 Franchisesysteme, die auf der Suche nach neuen Partnern sind, exklusiv vor.

Wenn das Eis schmilzt, hat man zu lange geduscht

Wussten Sie, dass in Privathaushalten das Warmwasser – nach dem Heizen – den zweitgrößten Posten beim Energieverbrauch darstellt? Rund 630 Euro gibt ein 3-Personen Haushalt für die Dusche im Jahr aus. Es gibt also genug Sparpotenzial. Während es aber für Strom und Heizung mittlerweile zahlreiche intelligente Zähler und Thermostate gibt, fehlt es noch an einer “smarten” Warmwasseranzeige, die über den Verbrauch Auskunft erteilt. Das Schweizer Start-up amphiro hat sich dieser Problematik angenommen.

Amphiro gibt Auskunft über den Warmwasserverbrauch (Bild: amphiro.com)
amphiro gibt Auskunft über den Warmwasserverbrauch (Bild: amphiro.com)

Mit dem amphiro hat das junge Unternehmen ein Gerät entwickelt, das sich einfach und ohne handwerkliche Erfahrung an den Duschanschluss montieren lässt. Sensoren protokollieren fortan die Wassertemperatur und den Durchfluss, woraus der Energieverbrauch abgeleitet werden kann. Ein übersichtliches Display zeigt schon während des Duschvorgangs Informationen über den Verbrauch an und animiert mit Hilfe der Darstellung eines Eisbärens den Verbraucher dazu, sein Verhalten ressourcensparend zu gestalten. Je mehr Energie man pro Duschvorgang verbraucht, desto kleiner wird die Scholle auf der der Eisbär steht, bis sie ganz verschwindet.

Eine Batterie benötigt amphiro nicht, denn das Gerät wird mit Hilfe des Wasserdurchflusses über eine Turbine mit Strom versorgt. Es gibt den Warmwasseranzeiger in zwei Austattungsvarianten: mit und ohne Bluetooth-Schnittstelle. Letztere kann eine Funkverbindung zu einem Smartphone aufbauen und sich so mit der amphiro-Cloud verbinden, in der die Verbrauchsdaten gespeichert und ausgewertet werden können.

Die Wirksamkeit auf das Nutzerverhalten wurde in einer Studie der ETH Zürich belegt. Im Durchschnitt senkten die Probanden langfristig ihren Verbrauch um 20 Prozent. Damit, so rechnet das Start-up vor, amortisiere sich die Anschaffung eines amphiros innerhalb einiger Monate. So profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel.

Das Gehirn für das Smart Home

Naon ist ein Smart Living System zur Unterstützung im Alltag. Für sich allein gesehen, dient es dazu die Luftqualität zu analysieren und vor Schimmelgefahr zu warnen. Doch es kann noch viel mehr. Es beherrscht neben dem Funkstandard Z-Wave die wichtigsten Smart Home Technologien und kann deshalb mit Smart Home Lösungen anderer Hersteller kommunizieren. Dadurch wird es zur zentralen Steuereinheit für das Smart Home und verknüpft intelligente Geräte, Heizung, Licht und Steckdosen miteinander.

Naon dient als Steuerzentrale im Smart Home und analysiert gleichzeitig die Luftqualität (Bild: naonhome.com)
Naon dient als Steuerzentrale im Smart Home und analysiert gleichzeitig die Luftqualität (Bild: naonhome.com)

Dies ermöglicht zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Ein Beispiel ist das „nach-Hause-kommen“-Szenario. Das System erkennt, dass der Nutzer seinen Arbeitsplatz verlässt und sich auf dem Weg nach Hause befindet. Es dreht die Heizung auf und schaltet beim Betreten der Wohnung das Licht ein. Derartige Szenarien können dank des integrierten Wenn-Dann-Designs beliebig angepasst werden. Hinter Naon steckt das Rostocker Start-up PipesBox. Dieses hat bereits 2014 eine erfolgreiche Crowdfunding Kampagne absolviert und das Konzept einer zentralen Smart Home Steuereinheit getestet. Seither konnten neue Investoren gewonnen und das Team auf 10 Mitarbeiter vergrößert werden. Naon soll noch im 3. Quartal 2016 auf den Markt kommen.

Die intelligente Schlosserweiterung

Die Nuki Smart Lock macht das Handy zum Hausschlüssel. Sobald man sich dem Schloss nähert, erkennt es das Smartphone und öffnet automatisch die Tür. Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten, muss man das alte Schloss nicht austauschen. Es handelt sich bei Nuki um eine Erweiterung, die an der Innenseite der Tür über den bestehenden Schließzylinder und Schlüssel montiert wird. Der Schlüssel wird von einem elektrischen Motor gedreht und die Tür so geöffnet.

Bei der Nuki Smart Lock kann man das alte Schloss behalten (Bild: nuki.io)
Bei der Nuki Smart Lock kann man das alte Schloss behalten (Bild: nuki.io)

Vorteil des Smart Locks ist, dass man auch anderen Personen Zugang zur Wohnung gewähren kann. Egal ob Freunde, die im Urlaub die Blumen gießen sollen oder die Putzfrau. Diese benötigen lediglich die kostenlose Nuki-App und einen Einladungscode. Mit Hilfe der zusätzlich erhältlichen Nuki Bridge kann man das Schloss sogar über das Internet öffnen und schließen. Sollte der Akku des Smartphones einmal leer sein, kann man auch mit einem separaten Bluetooth-Schlüsselanhänger öffnen. Nuki stammt aus Österreich und wurde über Kickstarter mit 385.000 Euro finanziert.

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