Neues Leben für Putzflaschen, Batterien & Geschirr

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Inspiration

Beim KfW Award Gründen werden jedes Jahr besonders innovative Start-ups ausgezeichnet. Wir stellen euch sechs der jüngst prämierten Geschäftsideen vor. In den KfW Stories bekommt ihr noch tiefere Einblicke in die Unternehmen.

the nu company
Zuckerfrei und umweltfreundlich zugleich: Das sind die Snacks von the nu company. (Bild: The nu company)

#1 the nu company: zuckerfreie Snacks

Viele Geschäftsideen entstehen, weil die Gründer selbst auf einen Missstand aufmerksam wurden. So lässt sich auch die Gründung von the nu company zusammenfassen: Christian Fenner und seine späteren Mitstreiter saßen während des Studiums häufig in der Bibliothek und aßen vor lauter Hunger Naschzeug aus dem Automaten. Die waren ihnen aber zu zuckrig.

Schließlich stellten sie eine Alternative her. Die Snacks der Leipziger sind zuckerfrei, außerdem bio und vegan. Ferner sind sie umweltfreundlich.

Die Verpackungen sind plastikfrei, für jeden verkauften Riegel pflanzt das Unternehmen gemeinsam mit einem Partner einen Baum. Bis jetzt wurden schon fast elf Millionen Bäume gepflanzt.

Bis 2030 sollen es eine Milliarde werden.

Das ehrgeizige Ziel des vor sechs Jahren gegründeten Start-ups:

Wir wollen, dass jedes Piepen an der Kasse zu einem Signal für eine gesündere und grünere Welt wird.

Damit es mehr und mehr piept, entwickelt the nu company stetig neue Produkte. Alleine im letzten Jahr sind sieben hinzugekommen, unter anderem ein schokoladiger Brotaufstrich sowie „Bunny“, der Osterhase.

  • Erfahrt in der KfW Story über the nu company, was den Riegeln ihre Süße verleiht und in welchen Ländern ein Teil des Schokoriegel-Erlöses für Aufforstung und Arbeitsplätze sorgt. 

#2 everdrop: plastikfrei sauber 

In Küche und Bad bietet sich in den meisten Haushalten das gleiche Bild: In den Schränken reiht sich Plastikflasche an Plastikflasche. Das 2019 von David Löwe und Chris Becker gegründete Start-up hat eine Lösung entwickelt, um herkömmliche Reinigungsmittel zu verbannen.

Mehr als sechs Millionen Plastikflaschen, die im Abfall gelandet wären, konnten durch die Produkte von everdrop bislang eingespart werden. 

Everdrop stellt innovative, nachhaltige und stylische Haushaltsprodukte in Mehrwegflaschen oder Papierverpackungen her. Zur Produktpalette zählen unter anderem Putzmittel- und Spülmaschinen-Tabs, Wasch- und Spülmittel sowie WC-Reiniger. Alle Produkte sind biologisch abbaubar, reduzieren die CO2-Emissionen und vermeiden Einwegplastikmüll.

Das Unternehmen entwickelt sich kontinuierlich weiter. Nach und nach haben die Münchner ihr Angebot ausgebaut. Seit geraumer Zeit stellen sie auch Naturkosmetik her, etwa Handseife, Duschgel und Shampoo. Noch umfangreicher ist das Angebot an Accessoires wie Spülbürsten, Geschirr- und Spültüchern oder Abschminkpads.

  • Erfahrt in der KfW Story über everdrop, wie genau der Plastikmüll reduziert werden kann und wie sich die Tabs von herkömmlichen Putzmitteln unterscheiden.

#3 everwave: für gesunde Ozeane

everwave
Unfassbar viel Müll - insbesondere Plastik - landen in Flüssen und Ozeanen. Everwave hat eine Lösung entwickelt, um den Unrat zu beseitigen und zu recyceln. (Foto: everwave)

Jeder kennt die Bilder der mit Plastik vermüllten Meere. Jeder ist dafür, sie zu reinigen. Das Start-up everwave aber weiß, dass man die Verschmutzung vorher bekämpfen muss, nämlich dort, wo sie ihren Lauf nimmt: in den Flüssen. Von dort gelangt der Unrat in die Ozeane. Außerdem sind die Gegenstände anfangs noch besser erhalten, sodass sie eher wiederverwertet und in den Kreislauf zurückgeführt werden können. 

Gründerin Marcella Hansch und ihre Mitstreiter haben eine aufwendige Technologie entwickelt, die es ermöglicht, das Plastik aus den Flüssen zu fischen:

Eine Müllsammel-Plattform sorgt für Sauberkeit, zusätzliche Boote transportieren größere Gegenstände ab. Bis zu 20 Tonnen pro Tag können mit ihnen an Land gebracht und im besten Falle recycelt werden. 

Die Aachener sind aktuell an diversen Flüssen in verschiedenen Ländern aktiv. Doch sie tun mehr. Sie betreiben Umweltbildung in den Schulen. Schon mehr als 30.000 Schüler haben die Aufklärungsmaterialien erhalten. Damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen, ihren Müll irgendwo liegen zu lassen. 

  • Erfahrt in der KfW Story über everwave wie das Spezialboot als schwimmende Sperrmüllabfuhr funktioniert und wie die Bevölkerung mit eingebunden wird.

#4 Circunomics: ein zweites Leben für Batterien

Die Elektromobilität könnte die Lösung für den Individualverkehr der Zukunft sein. Wenn da nicht das leidige Thema mit den Batterien wäre. Schon nach acht Jahren müssen sie ausgetauscht werden. Und das, obwohl dann noch rund 80 Prozent der Kapazität vorhanden ist.

Sie in diesem Zustand zu verschrotten, ist ökologischer wie ökonomischer Unsinn. Die Akkus könnten stattdessen anderswo, etwa in Energiespeichern, jahrelang weiter verwendet werden.

Genau dafür sorgt Circunomics: Das 2019 von Patrick Peter und Armin Bieserin gegründete Start-up hat eine Software entwickelt, die die Leistung der im Auto eingebauten Batterie von Anfang an überwacht. So ist frühzeitig klar, zu welchem Zeitpunkt sie herausgenommen werden muss und wo sie neu eingesetzt werden kann. 

Von der Innovation der Mainzer profitieren nicht nur die Hersteller der Batterien sowie die Abnehmer, die günstig gebrauchte, aber gute Produkte erstehen können, sondern auch die Umwelt. Und selbstverständlich die Menschen, die den Elektroschrott in den Deponien sortieren. Diese Arbeit ist äußerst gesundheitsschädlich.

#5 Crafting Future: Hunderte Male essen 

Crafting future
Praktisch, wiederverwendbar und umweltschonend - mit den Rebowls von Crafting Future werden Essenslieferungen und -mitnahmen endlich umweltfreundlich! (Foto: Crafting Future)

Nach mehreren Studentenjobs in der Gastronomie war für Can Lewandowski klar, dass es so nicht weitergehen kann: Täglich landeten etliche To-Go-Plastikbecher im Müll. Später verschmutzen sie die Weltmeere, schaden dem Klima. Gleichzeitig machte er sich nichts vor: „Eine Welt ohne Kunststoff wird es nicht geben.“

Also machte er sich gemeinsam mit seinem Kommilitonen Jan Patzer daran, einen Kunststoff zu entwickeln, der recycelt werden kann. Mehrweg statt Einweg lautet die Devise. Mindestens 500 Spülgänge sollen die Gefäße überstehen. Anschließend landen sie noch immer nicht im Müll, sondern werden wiederverwertet.

Die Hannoveraner haben damit einen Nerv getroffen. Denn ab 2023 ist die Gastronomie gesetzlich verpflichtet, Essen zum Mitnehmen nur noch in Mehrwegverpackungen anzubieten.

Die Crafting Future-Gründer denken aber bereits darüber nach, den Kundenkreis künftig weiter zu fassen und etwa auch den Lebensmitteleinzelhandel in den Fokus zu nehmen. In den Läden könnten Mehrwegbehältnisse für Nüsse, Nudeln oder Reis zur Normalität werden.

  • Erfahrt in der KfW Story über Crafting Future mehr über das innovativ hergestellte Mehrweggeschirr, die Ziele und aus welchem Material es hergestellt werden soll.

#6 Concular: Neubauten aus Altem 

Die Baubranche ist einer der größten Klimasünder. Sie erzeugt 40 Prozent der globalen CO2-Emissionen und 60 Prozent des Abfalls. Das Anfang 2020 gegründete Start-up Concular hat eine Lösung für dieses Problem entwickelt: Ausgediente Materialien werden nicht entsorgt, sondern wiederverwertet. Das kann bei Sanierungen im gleichen Gebäude sein, ebenso ist ein Neubau mit den recycelten Stoffen möglich.

„Zirkuläres Bauen“ nennt sich diese Möglichkeit, ressourceneffizient und CO2-neutral zu werden. Gründer Dominik Campanella sagt:

Unsere Ambition liegt in der Eins-zu-eins-Substituierung von Materialien.

Damit die Wiederverwendung im großen Stil gelingen kann, haben die Concular-Gründer eine Software entwickelt, die die Materialien in den Bestandsgebäuden erfasst. Auf einem Marktplatz werden die Produkte anschließend gehandelt. 

Nach rund zwei Jahren können die Entrepreneure einige namhafte Bauprojekte vorzeigen, die auf diese Weise saniert wurden beziehungsweise werden: etwa die Mercedes Benz Arena in Stuttgart oder das Karstadt-Gebäude in Berlin-Neukölln. 

  • Erfahrt in der KfW Story über Concular, wie die Gebäude erfasst werden, die Digitaliserung und das Portal funktionieren und wer die Gewinner des Systems sind.
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