Modulare Fischzucht + 3 weitere Sieger-Ideen



Beim KfW Award Gründen werden jährlich die besten und innovativsten Start-ups aus ganz Deutschland ausgezeichnet. Wir stellen euch 4 prämierte Geschäftsideen vor. Und in den KfW Stories erfahrt ihr weitere spannende Details zu den Unternehmen.

#1 Wingcopter: Lieferung per Drohne

Auch Menschen an entlegenen Orten haben das Recht auf schnelle medizinische Hilfe. Wingcopter überwindet Grenzen, um Medikamente und Vakzine mit der Luftpost zu liefern. Doch nicht nur medizinische Güter kann die Hightech-Drohne von A nach B bringen. Die Gründer arbeiten mit dem Zusteller UPS zusammen, um den Wingcopter zu perfektionieren.

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Mit bis zu 240 km/h bringt der Wingcopter Medikamente und Vakzine an jeden beliebigen Ort. (Foto: Wingcopter)

Das Fluggerät ist also sowohl in der Healthcare als auch im kommerziellen Sektor gefragt. Eine erst kürzlich abgeschlossene Finanzierungsrunde mit 22 Millionen US-Dollar verstärkt diesen Eindruck zusätzlich.

Geholfen hat den Gründern sicherlich die Leidenschaft zum Fliegen. So entstammt Co-Founder Jonas Hesselbarth einer flugbegeisterten Familie. Und auch ein Marketing-Gen scheint in ihnen zu schlummern: Mit einer vergoldeten 1-Million-Dollar-Drohne machten sie in Abu Dhabi auf den Wingcopter und auf sich aufmerksam. Dabei achten die Unternehmer auch in Zukunft strikt darauf, ihre Technologie verantwortungsbewusst einzusetzen. So sagt Mitgründer Ansgar Kadura:

Unsere Drohnen fliegen nach dem Motto Drones for good und für nichts anderes.

#2 Seawater Cubes

Wenn wir von Fischzucht hören, denken wohl die wenigsten an das Saarland. Genau hier ist jedoch das Start-up Seawater Cubes beheimatet, genauer gesagt in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Dabei ist den Unternehmern wichtig, frischen Fisch nachhaltig zu züchten.

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Nachhaltige Fischzucht im Binnenland: Beides ist miteinander vereinbar, wie dieses Saarländer Start-up zeigt. (Foto: Seawater Cubes)

Mit einer EXIST-Förderung ging das junge Unternehmen in die Vollen, um Stück für Stück zu wachsen. Inzwischen befinden sich 21.000 Fische in den Becken, geschlachtet werden sie nach Aufzucht vor Ort. Antibiotika kommen keine zum Einsatz, das Wasser wird am Tag dreimal vollständig durchgespült und zu 99 Prozent recycelt, Erweiterungen sind modular möglich.

Wichtig ist den Gründern, dass die Menschen wieder den hohen Aufwand zu schätzen lernen, der hinter qualitativen Lebensmitteln steckt. Dieses Bewusstsein kann helfen, leckeren Fisch noch mehr zu genießen. Und das tun die Käufer weit über Saarlands Grenzen hinaus. Denn inzwischen hat sich bundesweit herumgesprochen, dass der noch junge Name Seawater Cubes für hervorragende Qualität steht.

#3 Kamedi

Insektenstiche sind sehr unangenehm, lassen sich aber im Sommer schwer vermeiden. Damit verbundene Schmerzen und Juckreiz sind allerdings vermeidbar – dank Kamedi. Das junge Unternehmen aus Karlsruhe hat ein Gadget für das Smartphone entwickelt, mit dem die körpereigene Histaminausschüttung gebremst wird.

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Schnelle Hilfe gegen Insektenstiche mit dem Smartphone: Kamedi hat ein Tool mit USB-Schnittstelle entwickelt. (Foto: Kamedi)

Das Ergebnis ist eine Blockierung der Weiterleitung des Reizes hin zu den Nervenzellen. So bleiben Schmerzen und lästiges Jucken aus. Was so einfach und genial klingt, war ein langer Weg. Mit Erfolg: Der heat_it, wie der Smartphone-Stick heißt, wurde als Medizinprodukt offiziell zertifiziert. Sowohl Erwachsene als auch Kinder können ihn anwenden.

Mit dem Produkt Made in Germany ist noch lange nicht Schluss: Kamedi will weitere Produkte entwickeln und internationale Märkte erobern.

#4 oculavis: Augmented Reality mit Echtzeit-Analyse

Auf wen wartet man bei einem Wartungsproblem sehnsüchtig? Genau, auf den Techniker, der das Problem behebt. Umso größer ist die Vorfreude, wenn er vor Ort ist – und leider auch die Enttäuschung, wenn besagter Techniker erst einmal zurück zur Zentrale muss, um Ersatzteile zu bestellen, den Schaden an Kollegen zu kommunizieren etc.

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Die AR-Technologie von oculavis verringert die Zeit für Wartungen erheblich. (Foto: oculavis GmbH)

oculavis schafft hier Abhilfe: Mit der Augmented-Reality-Technologie wird der gesamte Wartungsprozess effizienter und effektiver. Mit der AR-Brille überträgt der Service-Techniker Daten in Echtzeit an die Zentrale, kann sich über das Modell und benötigte Ersatzteile austauschen und Abläufe entscheidend verkürzen.

Mit der Plattform oculavis SHARE lassen sich AR-Workflows für Mitarbeiter erstellen und speichern, sodass sie abgerufen werden können. Dadurch können Mitarbeiter unabhängig von oculavis ihre Wartungsarbeiten ideal umsetzen.

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